„Das Deutsche Kind“ – Gutmensch-Propaganda aus GEZ Gebühren

Michael Müller stellte vor einigen Wochen seine Reform des Hartz IV Systems vor. Jeder Arbeitslose bekommt einen Job auf Mindestlohnniveau, den der Staat subventioniert. Die Stellen würden im kommunalen Bereich, wie an Schulen oder im ÖPNV geschaffen. Keine üble Idee, oder?

Noch besser wäre es aber, wenn diese Stellen hochgezahlte Mitarbeiter im Staatsfunk ablösen würden. Denn für das Vorlesen von Pressemeldungen der Regierung braucht man keinen Starjournalisten wie Jens Riewa und auch keine teure Redaktion.

Auch bei den Drehbuchautoren könnte dadurch gespart werden. Am vergangenen Mittwoch lief der Film „das deutsche Kind“. Die Geschichte ist so daneben, dass selbst 9 Euro pro Stunde für den Autor zu viel wäre.  Und während ich mich durch dieses 90 Minütigen Desaster quälte, wurde auf Sky das vermutlich beste Fuballspiel des Jahres übertragen. Das Leben ist nicht fair.

Worum es geht in diesem Film, fragen Sie? Das ist einfach erklärt. Eine Deutsche Frau hat ein Deutsches Kind. Frau stirbt. Frau hat aber eine beste Freundin, die nur eine Tür weiter wohnt. Die ist Türkin mit Kopftuch. Ihr Mann ist angehender Imam. Auch sie haben eine Tochter.
Im Testament verfügte sie, dass das deutsche Kind nicht zu  den deutschen Großeltern kommt, wenn Mutter ablebt, sondern zu den Nachbarn. Das findet Oma, gespielt von Katrin Sass, gar nicht dufte. Sie kämpft schließlich gerichtlich für das Sorgenrecht.

Sie ahnen es vielleicht. Hier geht es um Fiktion. Aus Angst, in Stereotypen zu verfallen, kreiert man einen absoluten Sonderfall.  Was nicht schlimm ist, wäre da nicht der volkserziehende Anspruch des Films und der furchtbarer Erzählstil. Bezahlt, das muss man immer wieder betonen, aus Ihren Rundfunkbeiträgen, gegen die sie sich nicht wehren können.

Beide Türken sprechen perfektes Hochdeutsch, haben Arbeit. Cem, der Vater, ist ein liberaler Moslem, der einen barmherzigen „Gott“, wie er statt „Allah“ sagt, predigt. Seine Frau ist emanzipiert; denn sie ist es, die das Geld nach Hause bringt. Cem selbst verdient kein Geld mit seiner Ausbildung als Imam. All diese Dinge sind möglich, alle zusammen auf einmal jedoch sehr unwahrscheinlich. Daher eignet sich der Film kaum für  Rückschlüsse auf die Realität.
So singulär die beiden Türken dargestellt sind, so stereotyp sind die Großeltern gezeichnet. Islamfeindlich, wortkarg, unfreundlich. Vor allem Oma Deutsch gibt sich als garstige Kartoffel, die nicht will, dass ihre Enkelin einmal Kopftuch trägt und deshalb sehr laut wird. „Ich trage mein Kopftuch freiwillig, es ist meine Entscheidung“, entgegnet die Pflegemutter. Das wars.

Was haben wir Jahrzehnte über die Verschleierung gestritten, wo es doch die Lösung doch so nahe lag. „Ich trage es frewillig.“ Danke ARD, du öffnest uns die Augen.

Oma macht das, was jeder waschechte Deutsche in der Situation machen würde. Sie lässt die Kleine heimlich taufen. Ein logischer Schritt der doofen Wutbürger. Gegen den Teufel hilft nur Weihwasser. Und was hilft gegen schlimme Filme im StaatsTV?

Eine Nebenhandlung dieser anspruchslosen und völlig linearen Handlung ist ein geplanter Moscheebau. Papa Muslim kämpft dafür an vorderster Front. Als Zeichen seiner Dialogbereitschaft veranstaltet er einen Diskussionsabend, wo die „besorgen Bürger“ kommen und reden dürfen. Und raten Sie mal wer zu dieser Veranstaltung erscheint? Oma Deutsch! Ja! Ich war auch überrascht. Sie krallt sich das Mikrofon und fängt an, gegen Pflegevater Türkei zu wettern. Dabei hat sie, wie jede vernünftige Großmutter, ein Dina4 Foto ihrer Enkelin dabei.  „Er hat sie mir weggenommen“ geifert Oma Hitler.

Nach dem obligatorischen Anschlag auf die alte Moschee gibt der Imam ein Interview, wo ihm entlockt wurde, dass er früher einmal radikal war. Er bricht das Interview ab und natürlich steht nächsten Tag in einer Zeitung, dass er früher Salafist gewesen war. Als Headline.

Vom Rassismus gezeichnet sagt der Pflegevater vor Gericht aus, er können die Kleine nicht leiden. Sie solle nicht bei ihm und seiner Frau aufwachsen. Peng. Und als das Kind an Oma&Opa abgegeben wurde, zieht Mama Muslim aus. Vom impliziten Scheidungsdrama, „Oma und Freunde der Mutter streiten um das Sorgerecht“, wurde nun ein ganz Explizites.   Leider auf dem Niveau von „Sturm der Liebe“; nur ohne Luxushotel. Der Autor hätte vorher vielleicht einmal „Kramer gegen Kramer“ schauen sollen. Oder, ich weiß, das ist für viele im Elfenbeinturm der Öffentlichen schwierig, er hätte einmal in den Alltag der Menschen blicken können.

Noch 20 Minuten, dann habe ich es geschafft. Das hat sich auch der Autor gedacht und überlegt, was er Unsinniges in die ohnehin schon völlig verblödete Handlung hineinpacken könnte. Was liegt näher als das Kind verschwinden zu lassen? Ja. Pia, so heißt das Mädchen, ist weg. Keiner wars. Nicht die guten Moslems, noch, und das ist vielleicht das überraschendste, die bösen Deutschen. Am Ende liegt sie schlafend, inzwischen ist 21:42, in der alten, mittlerweile  geräumten Wohnung gegenüber. Hätte man auch eher drauf kommen können.
Um 20:30 machte ich mir eine Notiz, wie nach meinem Dafürhalten der Film ausgehen wird. Was soll ich sagen? Ich hatte zu 100% recht. Zwar hat das Gericht wegen der Aussage von Papa Allah das Sorgerecht den Großeltern übertragen, aber, weil es ja auch der Wille von Pia ist, wohnt die Kleine nun bei den Nachbarn. Die letzte Szene ist ihr Geburtstag, wo alle, Großeltern Deutsch, die jetzt gar nicht mehr Nazi sind, und Großeltern Türkei sowie die Pflegeeltern gemeinsam feiern. Sowas kann man sich nicht schön trinken. Ehrlich.

Es ist unglaublich, was wir alle für einen cineastischen Sondermüll über die Zwangsgebühr bezahlen müssen. Die Figuren haben keine Tiefe, sind holzschnittartig gezeichnet. Keine Zwischentöne. Keine Bilder. Kein Intellekt. Die Tochter scheint ebenso ein seelenloses Wesen zu sein, wie Opa Nazi. Für Charakterbildung war wohl keine Zeit. Oder es war dem Autor nicht wichtig.

Wichtiger war ihm die Haltung. Ein liberaler Islam gegen ein retardiertes Christengetümmel. Wir sind die guten Türken, ihr seid die gestrigen Kartoffeln. Das einzig authentische an dem Film ist das Kopftuch der Pflegemutter.

Wieder einmal erleben wir „betreutes Filmemachen“, frei nach dem Motto: „Lasst den Zuschauern ja keine Metapher zum eigenen Denken, denn sonst könnten sie das falsche denken.“ Das allein ist schlimm genug. Skandalös ist es allerdings, dass wir Gebührenzahler diese Onanie ans Gutmenschentum finanzieren müssen. Es gibt keinen „solidarischen“ Auftrag, ein Wieselwort, was in dem Zusammenhang gerne genannt wird, für solche Filme. Um ehrlich zu sein für gar keine Filme.
Der öffentlich-rechtlichen Rundfunk wurde nach dem Krieg erschaffen. Man wollte die Menschen, viele noch Nazis (AfD Sympathisanten würde man heute sagen), zur Demokratieteilhabe erziehen. Nach dem Krieg waren die meisten Zeitungen am Boden. Der Staat musste handeln und entwarf das gebührengezahlte Fernsehen.
Mehr als 70 Jahre später haben wir in Deutschland einen properen Zeitungsmarkt. Gerade kleine Gazetten, wie der „Freitag“ oder „Tichys Einblick“ erfreuen sich steigender Nachfrage. Selbst wenn die großen Zeitungen an Auflage verlieren, so verdienen einige, wie Springer oder Burda mehr Geld, als früher.

Es ist heute, 2018, nicht nötig, dass alle Bürger gezwungen werden, für einen Rundfunk zu zahlen, den sie nicht oder nur teilweise nutzen. Schon längst haben die Öffentlich-Rechtlichen die Balance verloren. Die Staatsferne, die eine Gebührenfinanzierung im Gegensatz zur Steuerfinanzierung gewährleisten sollte, ist nicht eingetroffen. ARD und ZDF sind zu parteiennah. Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz ist kraft seines Amtes automatisch Chef des ZDF Verwaltungsrates. Noch irgendwelche Fragen zum Thema Staatsnähe?

Ob Reschke, Kleber oder Anne Will. Sie alle sind kastrierte Journalisten, die kritische Fragen allenfalls jungen, nicht etablierten Parteien stellen, während der Rest hofiert wird. Wenn alle zwei Jahre einmal Angela Merkel ankündigt, im Fernsehen zu sprechen, springen alle vor Freude und bereiten eine PR-Sendung vor, anstatt ihren Job zu machen. Nein, diesen Staatsfunk brauchen wir nicht.
Zeit, den Bürgern die Wahl zu lassen, welches Programm sie schauen und finanzieren möchten.

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