Der Gauland und die liebe Lyrik

Ich habe den ganzen Tag überlegt, ob ich über diesen Gauland schreiben soll. Sie wissen schon, worum es geht..Aus einem einfachen Grund habe ich mich dagegen entschieden. Ich möchte nicht, wie die Empörungsjournaille, dem Mann mit den goldenen Labradoren auf der Krawatte auf den Leim gehen. Es ist zu albern. Und es spricht Bände, dass Leute wie Dushan Wegner, seines Zeichens von Böhmermann Trollchargen gelistet, oder der Anwalt Joachim Steinhöfel den richtigen Ton treffen. Verurteilen, ohne zu hyperventilieren und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.
Das mache ich heute nicht. Ja.

Stattdessen widme ich mich der Lyrik, eine Kunstform, die weiland schon der SS-Günnie prägte und nicht zuletzt diese mich selbst. (Kleiner Funfact für den Detailverliebten: Der Erstdruck des Gedichts „was gesagt werden muss“ ist in der SZ erschienen. Ja, genau, die SZ. Die einen Ex Stürmer Zeichner in den Reihen hatten und auch ansonsten ein ziemlich schiefes Bild auf Israel hat. Von nix kommt nix.)

Ich lache heute noch, wenn ich mir die Zeilen durchlese und kann nur Henryk Broder danken, dass er mein Talent als Dichter, wenn auch als ein nicht ganz dichter, erkannt hat.Bitte, schauen Sie doch mal rein. Es ist der zweite Beitrag mit dem Titel:“Was keiner sagen muss“

Mehr als sechs Jahre später und auch ein bisschen für den Grass, folgen hier ganz ähnlich schöne Worte – freilich ohne Moralkeule und Salonantisemitismus.

Ich sitze in der Stadt von Albrecht Dürer
und denke unentwegt an Nazis Führer
nicht dass ihr denkt, ihr lieben Leud’
ich sehn ihn mir zurück nach heut’

Bei Leibe nicht und hier möcht‘ ich sagen

ich distanziere mich von Hitlers Tagen!

Im Zweifel ist man gleich ein Rechter

ein Wutmensch, Nazi – aber was ein Echter!

Mir geht es viel mehr um den Gauland
doch doof es reimt sich jetzt nur Bauland
Trotzem geht es um die Worte
die daneben liegen wie Gesicht in Torte
Ein Mann voll Bildung und voll Schläue
kann nicht sagen ohne `funken Reue
das dritte Reich das sei ein Fliegenschiss
das ist ganz mit Verlaub der letzte Driss
Und so sollte man den Mann entsorgen
am besten gestern –  spätestens dann morgen
mit „Entsorgen“ mein‘ ich, das sei gesagt
ganz metaphorisch wie er selbst das tat
nicht wörtlich, das wär‘ nicht redlich
da sich nix reimt, erfind ich nun „schwedlich“
das wars von mir in Sachen Reimen
möget ihr dies Werk doch nicht beweinen
Herrn Gauland schick ichs gleich persönlich
mit ner neuen Krawatte, da wird nix beschönigt!

 

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