Mein Krampf – Die Geschicklosigkeit im Umgang mit der AfD

Hitler wäre ein durchaus geschmeidiger Hipster, würde er heute mit seinem Ösi-Swag durch Berlin gehen und mit Wanda im Ohr den einen oder anderen teutschen Stabreim zum besten geben.

Wo wir auch schon bei der AfD wären. Ja, ich weiß, harte Überleitung. Ich habe gehört, dass Artikel mit Hitler drin über 50% mehr Menschen lesen. Also dann, für Google, für Fame, für die Menschen: Hitler. Hitler. HITLER. Eva Braun. Hitler. Höckehitler. Hitlers Höcke (Guido Knopp Doku). Autobahn. Gasrechnung. So.

AfD. Im Umgang mit ihr stellen sich Politiker an wie der sprichwörtliche Ochs‘ vorm Berg. Dabei ist es doch ganz einfach. Anbei erhalten Politiker und Journalisten einen Leitfaden, nicht von einer zwielichtigen Halbakademikerin und Nullintellektueller*—xyzInininnen und nicht über Framing, sondern einen von mir. Ich, Julian Marius, im Vollbesitz meines geistigen Unvermögens, sage euch, fürchtet euch nicht. Nicht vor der AfD. Fürchten sollte man sich eher vor euch und eurer Konsensbesoffenheit, eure Testikellosigkeit und Taktfreiheit. Anbei meine 7 Thesen, wie man mit der ARD..äh, AfD umgehen sollte.

  1. Die AfD füllt ein Loch aus, was vor allem die CDU unter Merkel nicht mehr ausfüllen wollte. Man muss eine schärfere Migrationspolitik, das Ablehnen der Homoehe, das Dafürhalten der Wehrpflicht, das Beführworten der Atomenergie u.v.m. nicht gutheißen. Aber das waren mal Unionsthemen. Waren. Diese liegen jetzt allein bei der AfD. Die FDP übrigens hätte hier die einmalige Chance, sich als Vernunftspartei neben den rechten Schreihälsen zu etablieren. Schade, vergeigt. Es hilft also nichts, die AfD zu verteufeln, weil sie denklogisch eine Lücke füllen, die vormals etablierter Parteien ausgefüllt haben und viele Wähler teilen.
  2. Die Dialektik der AfD Gegner ist ein intellektuelles Desaster. Habt ihr es immer noch nicht begriffen? Die AfD Politiker setzen auf kalkulierte Provokation, damit ihr euch wieder aufregen könnt. Dann sind sie in den Medien und können ihre Opferkarte spielen. Es gibt ein afrikanisches Sprichwort: „Wenn du von einer Person einmal geschlagen wirst, dann ist die Person schuldig. Beim zweiten Mal trägst du die Schuld. “ Und bei der siebenhundertdreiundvierzigsten eindeutig zweideutigen Rhetorik von Höcke mit Empörung zu antworten, ist so doof, wie die Person, die sich regelmäßig verkloppen lässt oder das berühmte Kalb, das seinem Schlächter folgt. Und ja, Kälber sind verdammt goldig.
  3. Hört auf mit der Nazikeule! Im ernst, oder Hans Erich,, es bringt nix, außer das, was ich in Punkt 2 beschrieb. Übrigens: So ein charmanter NSDAP Vergleich schrammt nur haarscharf an der Holocsaustverharmlosung vorbei. Denn, nix für ungut, aber das 3. Reich war präzedenzlos, oder wie die Historiker sagen: Singulär. Ein Vergleich hierzu verbietet sich in diesem Fall, da die AfD weder verbal noch praktisch irgendeine Art von Shoa plant. Das ist absurd und dumm und geschichtsdement.
  4. Es bringt nichts, sich ständig auf die Provokationen der AfD zu fixieren und siebenmalschlau den tötenden Endlösungssatz Gauland und Co entgegenzuschleudern, der da lautet: „Du bist doch ein Nazi!“. „Nö“, würde Gauland antworten, „Doch, bist du“, wird dann erwidert und so weiter. Kindergarten, ik hör dir schreien. Statt sich auf Zitate zu stürzen, ist es wesentlich sinnvoller, durchzuspielen, was passiert, wenn die AfD an der Macht ist. Welche Auswirkungen hat das auf uns?
  5. Hier gerät gerade die Linken, die Nazis hinter jeder Litfaßsäule wähnen, in eine Zwickmühle. Denn, wenn man den Hitlerkram („Er hat Hitler gesagt!“) weglässt, bleibt eine beachtliche Ähnlichkeit von AfD und bsp. Linke oder Teile der Grünen und SPD, was ich just vor einigen Tagen hier beschrieb. Kollektivismus, Etatismus, Außenpolitik, irre Staatsgläubigkeit, dass einem die Haare zu Berge stehen, teilen viele Antagonisten. Würden sie also tiefer gehen, die Linken, und würden sie substanziell die AfD kritisieren, kämen sie schnell zum Ergebnis, dass sie sich in manchen Punkten erschreckend ähneln. Also bleiben sie beim Phrasen dreschen. SAD.
  6. In Punkt 5 versagen nicht nur die Linken. Gerade Konservative und Liberale, vor allem letztere, die eigentlich mit Etatismus und Kollektivismus nix am Hut haben, scheitern hier kläglich. Aufwachen! Das sind eure potentiellen Wähler! Und wenn selbst ihr die Rhetorik der Linken übernehmt, dann seid ihr auch nicht besser und dürft euch nicht wundern, wenn ihr stets um 5% liegt.
  7. Die AfD ist plural. Neben völlig indiskutablen Ostverbänden gibt es auch noch vernünftige Leute in der Partei. Diese müssen sich fragen bzw, das könnt ihr den „besseren“ AfDlern fragen: „Ey, du bist doch vernünftig. Warum bist du in einer Partei, in der Hohmann, Gedeon und Höcke bedeutende Posten haben, also zwei Holocaustleugner und ein halber Goebbels (klingt nach einem Bud Spencer Film Titel)? Wie steht es um deine innere Hygiene? Ist bei dir obenrum noch alles knusper?

So, oder so ähnlich würde ich es handhaben. Bitte, ihr Journalisten und Politiker seid doch klug und so, macht nicht die Fehler, die ich beschrieb. Ich weiß, Empörung gehört zum Geschäft und die Hofreiters, Gysis und Stegners sind chronisch empört. Aber es geht auch anders. Bisschen weniger Beziehungsebene, ein wenig mehr Inhalt fände ich subba, wie der Franke sagt.

Wie ende ich nur… ah, vielleicht mit Hitler. Klar, gibt ja Klicks. Na dann: Hitler was a sensitive man!

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