Wuppertal und der Engelstag – Die End..äh, Auflösung

Vor einigen Wochen schrieb Dominik Korthaus an seinen Oberbürgermeister, Herr Mucke, da zum Engelstag Frau Fechtner reden darf, führendes Mitglied der verfassungsfeindlichen Partei MLPD ist. Wir schrieben darüber.

Da der Herr Mucke tendenziell die Mücke machte, also trotz Ankündigung nicht antworten wollte, schrieb ich ihm und einen Tag später kam die Antwort. Womöglich war meine Mail nicht ausschlaggebend, dass Frau Fechtner ausgeladen wurde. Geschadet hat es wohl auch nicht. Wobei ich sagen muss, dass ich eher Fan einer Diskussionsrunde gewesen wäre zum Thema „Antisemitismus im Kommunismus“, wo sich Fechtner als BDS Fan*in sicher super auskennt und, ja, Bescheidenheit war gestern, mit mir als Gast. Aber man kann es sich nicht aussuchen.

Doch lesen Sie selbst meine Mail und vor allem die zerknirschte Antwort vom OB.

Guten Tag Herr Oberbürgermeister Mucke, 

ich kenne ja Wuppertal lediglich von der sprichwörtlichen Wupper, über die man gehen kann, respektive muss. Schön soll es es bei Ihnen sein, habe ich mir sagen lassen, vor allem die Schwebebahn sei ein echtes Highlight, sagen die Leute. Vielleicht komme ich die Stadt mal besuchen, vielleicht ja zum Engelstag. Der hat es ja bekanntermaßen in sich, dass es sich sogar bis nach Nürnberg rumgesprochen hat, woher ich an Sie schreibe. 

Zum Engels Jahr nimmt bei einer Diskussionsrunde Frau Gabriele Fechtner teil, Kommunistin und Mitglied der MLPD, eine Partei, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird und ein mindestens Problem mit Israel hat, bzw.  mit lupenreinen Israelhassern kooperiert. Einige Anmerkungen hierzu/ einige Fragen dazu. 

1. Der Grund, warum der Holocaust stattfinden könnte, lag auch darin, dass es den Staat Israel nicht gab. Jeder, der das Land der Juden delegitimiert, so wie MLPD zum Beispiel  BDS unterstützt, betreibt implizit Antisemitismus. Warum ist Ihnen das so egal? 

2. Dominik Korthaus hat ihnen vor Wochen geschrieben und bis auf eine windige Antwort eines Mitarbeiters nichts erhalten, obwohl dieser versprach, dass Sie sich melden. Kann ich meine Frage 1 hier als mit „Ja“ beantwortet sehen? Ist das Ihre Art von Bürgernähe? 

3. Die MLPD ist eine verfassungsfeindliche Partei, die ein Systemwechsel herbeiführen will. Halten Sie es für sinnvoll, eine Vertreterin dieser Partei eine Bühne zu geben? Gehe ich davon aus, dass Sie dann auch Mitglieder der NPD zur Diskussionen bitten? 

4. Sind Sie so gut und wiederholen nicht das Scheinargument ihres Mitarbeiters, Frau Fechtner würde nicht in ihrer Funktion einer Politikerin eingeladen werden. Erstens ist alles private politisch, das ist gar nicht wirklich zu trennen. Und falls Sie das anders sehen, können Sie Björn Höcke als Historiker ebenso hinzuziehen.

5. Auf der Homepage des Engelstages steht, Engels sei der bedeutendste Wuppertaler. In meinen Augen ist das Horst Tappert, der mehrfach unterhaltsamer war und vor allem nicht intellektueller Wegbereiter für Mangelwirtschaft, Krieg, Leid, Tod und Arbeitslager war. Dies aber nur am Rande. 

Ich habe einen Vorschlag für einen Untertitel der Festivität: „Über die Wupper mit Israel“. Das wäre wenigstens ehrlich.

Ich hoffe auf eine Antwort. Ich weiß ja, das machen Sie nicht so oft. 

Herzlichst,

Julian Marius 

Sehr geehrter Herr Plutz,

 

beigefügt erhalten Sie die Antwort, die heute auch Herrn Korthaus zugegangen ist.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Birgit König

Büroleiterin