Das war 2019 auf Neomarius.blog

Zu Ende geht das Jahr, in dem vieles passierte, aber irgendwie wenig voranging. Die Grünen eilten von Wahlerfolg zu Wahlerfolg, ebenso wie ihr verfeindetes Schwesterlein, die AfD. Die größeren Parteien werden kleiner und feiern ihre Niederlagen. Doch was war für Neomarius.blog die wichtigsten Themen? Worüber habe ich oder die Gastautoren geschrieben?

Alles begann mit dem schönen Robert: Der eingebildete Grüne: Habecks Abschied vom Fußvolk. Habeck verunglückte ein Video, in dem er in westdeutscher Herrenreiterart dem doofen Ossis zu einem „demokratischen Thüringen“ verhelfen wollte. Als der wohl verdiente Shitstorm einfiel, machte er das, was man in dem Fall am geschicktesten macht. Richtig, man zündet eine Nebelkerze an, die die wohl begrünten Medien vom eigentlichen Thema wegbrachte. In dem Fall verzichtete Habi auf soziale Medien, er löschte sich aus Twitter und Facebook, was den Journalisten so richtig gut fanden und sie taten Robert den Gefallen und erwähnten seinen Fauxpas, worüber es eigentlich ging, nicht mehr. Clever, aber auch ganz schön schlechte Medienarbeit.

Einige Tage später verfasste ich eine Kurzgeschichte: „Nachts sind alle Eichhörnchen rot(h), die von einer grünen Diktatur handelte. Ein kleiner Ausschnitt

Wir schreiben das Jahr 2038 und Claudia Roth wurde zum 3. mal zum Bundespräsidenten gewählt. Da dieses Amt inzwischen nur Frauen bekleiden dürfen, so lange, bis exakt so viele Frauen, wie Männer das höchste Amt im Staat bekleidet haben. Seit Gründung des Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Und die Wahl war einfach. Niemand sonst hat Verve und Beliebtheit, die Kraft und die Freude, dass Temperament, die Schönheit und Schläue, um das höchste Amt der Republik auszufüllen. Aufgrund dieser unumstrittenen Tatsachen wurde die Begrenzung auf zwei Wahlperioden auf neun verlängert. Eine der vielen wichtigen Reformen von Grün-Grün

In Die Enteignung der Vernunft – wie der emotionale Sozialismus Schule macht versuchte ich die Enteignungspläne von Kevin Kühnert zu beschreiben und den Sozialismus, historisch und empirisch längst widerlegt, geschichtlich in Deutschland etwas einzuordnen, während einige Wochen später Karl Lauterbach den Verstand verlor. Wieder mal.

In Israel sorgte der 19 Jährige Bilal, Franzose mit marokkanischem Hintergrund, dass ein schwuler Moslem im Judenstaat beim Eurovison Song Contest (ESC) auftreten kann und damit Morddrohung auf sich zog, wie ich hier beschrieb. Man muss den ESC nicht mögen um Bilals Reaktion auf die Drohungen zu teilen:

Es gibt gelegentlich Leute, die versuchen, den Eurovision zu einem politischen Ereignis zu machen, aber mich interessiert das nicht. Die Bühne ist ein heiliger Ort. Ich habe gehört, dass das Leben in Tel Aviv wirklich aufregend ist. Ich kann es kaum erwarten, die Sonne zu sehen. Und ich kann es kaum erwarten, das Land zu besuchen. Ich verfolge den Eurovision seit meiner Kindheit. Ich habe immer gesagt: „Eines Tages werde ich Frankreich beim Eurovision vertreten.“

Damit wären wir beim Pendant, Martin Sonneborn, der gegen das Verbot die Konversionstherapie, also der Versuch der Behandlung von Homosexualität stimmte. Damit brachte er völlig zurecht einen Großteil der Szene auf, es zeigte auch einen interessanten Blick in die Holzherzen linksbürgerlicher Fanboys, denen die Rechte von Schwulen völlig egal sind. Für eine gute Pointe tut man doch alles. Der Standard will Doppelt sein: Sonneborns Schwulenfeindlichkeit.

In Wie hältst du es mit dem Hass? beschäftigte mich die Frage von „Hass“, „Hetze“, „Nazi“, Worte, die immer weniger mit ihrem Wortsinn zu tun haben und immer häufiger verwendet werden, um Argumente totzuschlagen. Ein Ausschnitt:

So lange viele Linke alles als Hass bezeichnen, was fernab ihrer politischen Linie verläuft, bleiben sie die neuen Puritaner. Die politische Korrektheit wird zum Lastenaufzug moralischen Seufzens. “ Wir haben sowohl das politisch unkorrekt anmutende Problem erfolgreich verdrängt, ebenso haben wir den Gegner „Hass“ unterstellt“. Traurige Diskussionskultur.

Hass, ja. Ich wünsche niemanden, Hass am eigenen Leib erfahren zu müssen. Und ich wünsche mir, dass man mit einem solch scharfen Schwert, wie das Wort „Hass“, bedachter umgeht. „Words are just words“, ja, wahrscheinlich ist es nicht ganz so einfach. Am Ende des Tages liegt es an uns, wie wir Worte bewerten. Doch ein Wort hat noch keinen umgebracht und für Wahnsinnstaten bedarf es mehr als bloß Wahnsinnsworte. Sonst müsste man den Koran verbieten, Filme über Hass und der Dinge mehr

„Lastenaufzug moralischen Seufzens“. Cool.

Wie jeder vernünftiger, alter, weißer Mann musste auch ich mich an Greta abarbeiten. Und auch wenn ich mir Teile hätte sparen können, versuchte ich das Vorhaben der Fridays aus einer sozialismuskritischen Sicht zu sehen. Wenigstens war ich nicht doof genug, um eine Zugfahrt mit ihr zu kommentieren. 2019 ist auch das Jahr der infantilen Diskussionen. Doch den Punkt des Sozialismuses, im Zeiten, in denen Klima- und Flüchtlingssozialisten zusammenarbeiten, hat etwas für sich:

Ein Punkt wurde, meiner bescheidenen Meinung nach, noch zu wenig behandelt. Und das ist der totalitär-sozialistische Ansatz. Das erste bedingt das zweite, oder anders, der Sozialismus kann gar nicht anders, als totalitär zu sein. Deswegen braucht er Mauern, Geheimpolizei, scharfe Behörden mit Beamten, die mit Herzen aus Holz ausgestattet sind und einem Knüppel. Und es benötigt ein Volk, das sich dem Devotismus fügt. Auch Greta trägt gerne Shirts mit sozialistischen Botschaften, was völlig okay ist. Aber dann sollte sie der Öffentlichkeit sagen, was ihre Forderungen zu Ende gedacht bedeuten: Ein Regime, das nur mit der Peitsche existieren kann und das Zuckerbrot selbst verspeist. Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls bekommt das eine besondere Note. Und während Margot Honecker in Chile weint, baut die grüne FDJ weiter an ihrer Paralellwelt. Früher der Klassenfeind, heute der Klimafeind. Und der Zukunft zugewandt.

In Hannah Arendts „Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft“ finden sich beunruhigende Parallelen im Denken und Handeln der Fridays. Sie warnt davor und nimmt den Nationalsozialismus und den Stalinismus als Beispiel, dass die Entfremdung des einzelnen für die Zerstörung des politischen Raums verantwortlich ist. Dies führe zum Zerfall des Nationalstaates. Was sich jedoch beim Rechtssozialismus als ein ungewollter Effekt darstellte, ist bei den neulinken Teil desProgramms: „No border no nation“ heißt die Parole, der sich die Futurekids anschließen.

Kurz darauf begannen die Meinungseinfaltswochen linker Zeitgeister. Den Anfang machte Bernd Lucke, der an seiner Arbeit gehindert wurde. Es folgten Blockaden und so genannte Proteste, also herumschreien und Pöbeln bei Veranstaltungen von Ex Bundesminister Thomas DeMisere, bei Sarrazin, ja sogar bei Alice Schwarzer.

In Eingesperrt im Kollektivismus befasste ich mich mit den sozialistischen Wurzeln von rechts und links und was sie alles vereint, das bereits Hayek in „Der Weg zur Knechtschaftbeschrieb. Ein alter Hut, also, in vielen Punkten korrekt, was den Herren links der Mitte wenig schmeckt.

Wieder um die Linke, immerhin lange Jahre meine politische Heimat, schrieb ich in Das Linke Problem – Die Mär von der Gewalt von Gut und Böse, dass linke Gewalt in Deutschland systematisch klein geredet wird:

Ich weiß, was ich jetzt mache, ich, der „geistige Bandstifter“. Ich verstoße gegen das 11. Gebot: Du sollst nicht vergleichen. Nicht Extremismen, nicht das Dritte Reich. Das verbietet sich. Zum Selbstverständnis der Deutschen gehört es, dass die Nazizeit allgegenwärtig ist. Kein Tag ohne Hitler denken sich die Öffentlichen und pflanzen täglich Dokumentationen zu dem Thema ins Programm. Am Ende ist es für den Deutschen wohlig geklärt: Die Nazis waren Aliens, die 12 Jahre Deutschland in ihren Klauen hatten und dann vertrieben wurden. Das Opa Kurt und Oma Hans mitgemacht hatten, gilt bis heute als Betriebsunfall. Und so sehen sich die Deutschen mit Verve tote Juden in Konzentrationslager an und betreiben anschließend Israelkritik.

Das wiederum stieß bei Tobias Sammer auf wenig Gegenliebe und verfasste ein klares Gegenstück. Hier ein Auszug aus Du sollst nicht gleichsetzen -Warum man rechte Gewalt nicht gleichsetzen sollte:

Liest man den Artikel, so hat man den Eindruck, dass der schwarze Block Leipzig überrollt, und alle bis auf Julian in die andere Richtung schauen. Und genau hier liegt mein Problem. Nicht darin, dass man nicht berichten darf, sich nicht empören darf. Die Forderung, dass man linke Gewalt in der Berichterstattung und in der gesellschaftlichen Diskussion mit gleicher Intensität behandeln sollte wie rechte Gewalt, halte ich für falsch. Nochmal: ich sage nicht, dass man nicht über linke Gewalt berichten soll! Über gesellschaftlich relevante Straftaten muss berichtet werden. Ich sage, dass die Forderung nach einer gleichwertigen gesellschaftlichen Diskussion über Extremismus im allgemeinen, und linken im speziellen, verglichen mit rechtem Extremismus ein verzerrtes Weltbild erzeugt. Eine sogenannte „False Balance“, holprig übersetzt eine „falsches Gleichgewicht“. 

Sicherlich war die Sache mit Wuppertal ein Höhepunkt. Mein Freund Dominik Korthaus bemerkte, dass im (Friedrich) Engelsjahr 2020 eine waschechte Kommunistin nicht nur als neutrale Expertin zu einer Diskussionsrunde eingeladen wurde, ok, das kommt vor, sondern sie auch Mitglied der judenfeindlichen MLPD ist. Dominiks Beharrlichkeit führte dann dazu, dass die Podiumsdiskussion abgesagt wurde. Lesen Sie hier und vor allem hier, wo Domi und ich im Roten Stürmer erwähnt wurden. Das muss einfach noch einmal gelesen werden:

Thorsten Kraft und Edmund Burke jr. befassten sich mit der besonders ekelhaften „Gedenkstätte“ des „Zentrums politischer Schönheit“. Ich bin den beiden besonders dankbar. Es gibt Themen, zu denen ich nichts schreiben kann. Es kommt nichts bei raus. Der Anschlag auf den Schwulenclub in Orlando war so ein Ereignis. Oder die RAF/Fatah Entführug der Maschine in Entebbe, in der Deutsche das erste mal seit der Hitlerzeit Juden von Nichtjuden selektierten. Danke dafür, dass ihr neomarius.blog insofern komplettiertet.

So wie Sonneborns Votum bezüglich der Konversionstherapie in weiten Teilen der Homoszene zu Entsetzen führte, kann ich berichten, dass abzüglich Shahak Shapira vielleicht mir kein Jude bekannt ist, der nicht verletzt, wütend oder traurig auf diese Geschmacklosigkeit reagierte. Der Judenknacks bleibt ein wesentlicher Motor deutscher Extremismen. Am End‘ muss der Jud‘ hinhalten, weil man ihm Buchenwald bis heute nicht verzeiht.

Ich wünsche Ihnen einen Guten Rutsch ins neue Jahr. Bleiben Sie wacker. Bleiben Sie ambitioniert. Denn wer niemals nach den Sternen greift, wird nicht einmal eine Kerze ergattern.

Julian Marius



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