Julians Coronatagebuch Teil 4 – Von Katzen lernen

An welcher Gruppe Corona definitiv vorbeigeht, weiß jeder Tierliebhaber: Richtig, an Katzen! Von Norbert, bis Maja, bis Emil und wie die kleinen oder gar nicht mal so kleinen Schnurrer heißen. Denen ist das Virus wurst. Gut, aus ihrer Warte können sie das leicht sagen, sind sie doch keine Risikogruppe. So ist mir heute morgen in Nürnberg – Stadt  (??) zwischen geschlossenem Friseur und geschlossenem Schuhgeschäft ein übel launiger Kater entgegengekommen. Wir schauen uns an mit schweren Augen, weil müde,  stieren uns entgegen wie in einem Western, doch noch eher einer von uns den Revolver ziehen konnte, dreht das Viech müde den Kopf und trapt in Richtung des Barbier. Komisch, hat der Haarschneider doch gar nicht offen.

Gestern schrieb ich noch, es gebe nur ein dominantes Thema, dem alle anderen weichen. Ich möchte das heute aufs Schärfste, so sagen es doch Politiker gerne, AUFS SCHÄRFSTE und in aller Klarheit widersprechen. Ja, ne. Mal Hans Erich (ganz ehrlich).  Ich möchte mir nicht mein Denken und Handeln von einem Virus diktieren lassen. Neue Ausgangsregeln, schön und gut, verstehe ich, halte ich ein. Aber ein wenig Freiraum im Geist , den gönn‘ ich mir – falls noch viel Geist vorhanden sei. Daran könnte sich auch Journallaie halten und ein wenig ihren investigativen oder kommentativen Kern wiederfinden. Jetzt ist die Chance für findige Schreiber, aus der angespannten Situation Kapital, und damit meine ich weniger monetäres, eher kreatives, zu schlagen. Von Katzen lernen heißt auch Ruhe bewahren. Mal so richtig durchatmen. Es hilft wenig, in Panik zu verfallen.

Leider sind die Journalisten im Tunnel. Und selbst in Panik, weil selbst betroffen. Keiner Sache sich zu eigen machen, ist eine Grundregel in der Branche, die schon lange und jetzt besonders vernachlässigt wird. Ich habe den Eindruck, dass der Journalismus momentan als Selbstbeschäftigung nebst Selbsttherapie fungiert. So lese ich Banalitäten von Spiegel, Zeit, vom Freitag und die Belanglosigkeiten von taz und Co. Alle sind furchtbar überfordert, gräßlich verkrampft und dadurch stilistisch und inhaltlich auf dem Abstellgleis. Auch hier empfiehlt es sich auf die Katzen zu blicken. Einfach mal abschalten, nach dem Essen so wie vor dem Essen schlafen. Trägheit als Lebensmotto; Müdigkeit als Leitmotiv. Läuft!

Und so kann man „Abstandsgebot“ durchaus metaphorisch interpretieren. Nehmt mal Abstand vom Thema! So. Das Abstandsverbot im Islam, drei Schritte hinter dem Ehemann, hat nun Hochkonjunktur und macht dagegen durchaus Sinn. Drei Schritte, das sind mehr als 1,50m. Das erklärt, warum in den wahabitischen Ländern Corona so gut wie keine Rolle spielt. Und wenn dann trifft es tendenziell Männer, weil Frauen, Sie erraten es, verschleiert sind. Da soll mal einer sagen, der Islam sei nicht fortschrittlich.

Ein bisschen was von Kater Emil, Norbert, Sebbi und Katze Maja wäre doch nicht verkehrt in Zeiten der Anspannung. Eines kann dann nämlich nicht passieren. Ansteckung aufgrund übermäßiger Aktivität.

 

 

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