Julians Coronatagebuch – Folge 9 – Die Ditfurth wieder

I hab‘ ja ein Herz für Kanthölzer. Ja, wirklich! Der Toni Hofreiter Beispiel. Auch wenn er immer mal gut ist für reichlich Dampfgeplauder, ist er doch so etwas wie ein Original.  Ich habe das Gefühl, wenn ich in Interviews sehe oder höre, dass er selbst den Eindruck hat, fehl am Platz zu sein und sich regelmäßig wundert, wo er da gelandet ist. Aber er ist unangepasst. Ein Kantholz eben.

So ähnlich ist die Jutta Ditfurth. Mit den Sympathiewerten einer Betriebsprüfung raunt sie, inzwischen vornehmlich auf Twitter, weil keine Talkrunde sie mehr einladen mag, ihren Linksextremismus in die Timelines. Sie ist dabei beachtlich konsequent. In einem beeindruckenden Dogmatismus, den ich ansonsten nur von Sektenmitgliedern kenne, predigt sie ihre Botschaft; ohne Rücksicht auf Verluste. Das allein ist beachtlich.

Andererseits ist die Jutta auch eine ziemliche Giftzwerg*in. Lesen Sie doch mal diesen Tweet:

jutta1

Ganz schon widerlich, was? Man beachte den 26. Februar 2020. Da gab es schon längst Corona. Und auch fernab davon: Wie tödlich die Menschengrippe ist, brauche ich wohl nicht sagen. Das war aber der Jutta egal. Wenige Wochen später, genauer vor drei Tagen dann ein Tweet, der so ganz anders klang:

jutta2

Ich bin weit weg von Schadenfreude und ich wünsche ihr, dass sie gesund bleibt, durch die Krise kommt und bald wieder Everbodys-Hämorrhoidenbritsche sein kann. Aber mal ganz im ernst: „Geht’s eigentlich noch“? So ein Stadtrat, wie sie nun mal ist, bekommt in Frankfurt rund 1300 Euro (netto) Aufwandsentschädigung. Buchverkäufe und Artikel, die sie schreibt, kommen noch dazu. Was genau schafft die kinderlose Jutta Dittfurth nicht? Ich habe Mitarbeiter, die mit dem Gehalt noch ihre Kleinen groß ziehen und es sich nicht nehmen lassen, uns in der Arbeit mit Kuchen und Pralinen zu versorgen. Und die halten gerade, im Gegensatz zur Jutta, den Laden am Laufen. Aber okay, irgendwelche Blöden wird es schon geben, die Jutta „helfen“. Sei ihr gegönnt. Aber das nächste mal nicht so kack-dreist twittern, sie würde irgendwelche Leute anstecken. Wi-der-lich.

Ich muss wirklich mal eine Lanze brechen (hehe mal wieder) für „meine“ Mitarbeiter. Nein echt, viele machen einen tollen Job, arbeiten 6 Tage in der Woche, teilweise 50 Stunden und mehr bei Kühlschranktemperaturen. Ihr sorgt dafür, dass das hier alles funktioniert, während ihr ertragen müsst, wie eine abgehalfterte Altlinke sich um den Verstand jammert. Ich bin echt stolz auf euch und viele Leute ebenso. Oder?

Kommen wir zum angenehmen Teil des Lebens, zum Essen. Meine neue Sandwichsensation. JA! Heute mit einem Kastenvollkornbrot. Hehe.

Dazu braucht ihr:

  • Ein Kastenvollkornbrot (ach was)
  • Gouda
  • Salami
  • scharfer Senf
  • Ketchup
  • Rucola
  • Fleischtomate
  • Gurke
  • Röstzwiebel

Und so geht’s:

Das Kastenvollkornbrot, die Gurke, die Fleischtomate, den scharfen Senf, halt, ne, den nicht, schneiden. Gouda auf Brot mit Salami und in die Mikrowelle geben, bis es tip-top verlaufen ist. Andere Hälfte mit dem scharfen Senf und dem Ketchup bestreichen, die Gemüsen (!) und den Rucola belegen. Schmeckt sakrisch gut!

Ich wünsche euch weiterhin schöne Tage. Schreibt doch was, vielleicht ein Blog, oder ein Tagebuch, oder ein unrundes Gedicht. Wie viele unrunde Gedichte ich in meinem Leben schon geschrieben habe, ha, ihr würdet lachen (Oder eher weinen beim lesen?)! Glaubt ihr nicht? Dann empfehle (eher nicht) ich meinen uralten Blog, der von 2008-2014 gepflegt wurde, zwar ohne Leser, aber dafür rund 1000 Beiträge: donhobo.blogspot.com.
Viel larmoyantes Gehabe liest sich da, aber auch die eine oder andere, wenn auch vereinzelte Perle. Silberfische zum Beispiel. In diesem Gedicht befasse ich mich mit einer besonders präsenten Altersgruppe in einer mir nicht ganz unbekannten kleinen Großstadt.

 

Silberfische

Ich gehe Mittags aus dem Haus
und bieg ich dreimal ab
laufe dann den Weg hinauf
leider scheint es so wie immer

Kein einz’ger Augenblick vergeht
indem es mir nicht grau wird
Die ganze schöne Stadt besteht
aus lauter Silberfischen.

In der Ecke im Cafe zu viert
sitzen sie und lachen
Ein Typ im Rollstuhl guckt verwirrt
und kotzt sich lauthals an

In der Bahn hör ich mein eigen‘ Wort nicht
zwei Frauen schreien laut
Es geht um ihr verspeistes Gericht
vom eben aufgesuchten Restaurant.

Ein Junge wird zurecht gewiesen
ob mit ob ohne Recht egal
der Alte wirds gleich recht genießen
den Tritt den er dann kriegt.

Ich treff den Alten mit dem Schuh
der fällt begleitet von Metall
„Jetzt ist es ein für alle mal nun Ruh!“
ruf ich dem Silberfisch noch nach.

Doch da hab ich die Rechnung wohl
mit den Wirten nicht gemacht
denn knapp verpasste mich ein Kohl!
den eine Frau ganz wütend warf.

„Sie haben diesen Mann verletzt
Die Hüfte ist hinüber!“
sagte sie voll Wut entsetzt
„Dafür werden Sie bezahlen!“

Die Antwort kam in einem Zug
ich schwör ich konnt nichts machen
Der Schirm er traf mit voller Wut
mit der Spitze in mein Aug.

Schreiend griff ich in dem Schreck
in ihren dicken Bauch
noch mehr erschrack ich und griff weg
zu spät – ich hing nun fest.

„Jetzt hab ich dich du frecher Schufft“
Sie würgte meinen Hals
ich schnappte keuchend nach der Luft
und fing nun an zu weinen

„Möchtest du noch etwas sagen?
bevor du nichts mehr sagen kannst?
ich kann so Gecken nicht ertragen
also sag was oder Schweig!“

Doch so sehr ich mich auch mühte
ich konnt mich nicht befreien
die Frau sie war ganz ohne Güte
und lachte mich noch an.

„Nun, da du nicht mehr reden magst“
Sie schaute auf die Uhr
„Ich muss jetzt gleich zu meinem Arzt
dann stirbst du eben schnell“

Sie wühlte in der alten Tasche
und ergriff ihr Taschenmesser
„Stirb!“ – rief sie, „Du blöder Affe“
und holte zum Finale aus

„Wir sind viel mehr und leben toll!
merkt euch das endlich mal!“
und noch bevor mich traf ihr fieser Groll
erwachte ich erleichternd panisch.

 

 

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