Wie Putin Joe Biden bloßstellte

Von Julian Marius Plutz

Ich bin ja wirklich kein Fan von Putin. Genauer gesagt kenne ich den sympathischen, Oberhemd freien Reiter und Bärenjäger (händisch) nur aus den Medien. Woher auch sonst? Waren doch meine Eltern nicht mit den Putins befreundet. Sie haben nie Silvester oder Fasching zusammen gefeiert und waren auch keine Nachbarn, so dass man mal spontan zum Käffchen vorbeischneit oder den Haustürschlüssel lagert, wenn man sich mal wieder ausgesperrt hat. Auch das Zeitungsabo der Main-Post oder der Prawda oder der Alpenprawda haben sie nie geteilt.

Ich kenne ihn nicht und bin dennoch sehr skeptisch. Nicht weil er Russe ist, Gott behüte. So brachte mir der Ostblock wenigstens acht Jahre mehr, manchmal weniger Charme in mein Leben in persona einer Beziehung. Darum geht es nicht. Es ist eher die Art der Politik und die Unlust an Demokratie und Freiheit. Homosexuelle haben es alles andere als leicht in dem Land, in dem einst die Sowjets herrschten. Das könnte ein Regent verändern, wenn er denn wollte. Aber er mag es nicht, weil es ihn nicht interessiert.

Leider geil

Und doch hat Putin etwas geschafft, was ich ihm nicht zugetraut hätte. Es handelt sich um einen Fall, den Sie sicherlich verfolgt haben. Der noch blutjunge US-amerikanische Präsident Joe Biden saß vor einigen Tagen bei der American Broadcast Acadamy – kurz und sinnig: ABC. Im Interview gibt sich der POTUS kämpferisch, als es um die vermeintlichen „Wahleinmischungen“, dazu später mehr, von Seiten Russlands geht. So werde Putin dafür „einen Preis zahlen“. Gut, so. Und weiter spricht Biden von einem Telefonat, dass er mit seinem russischen Kollegen geführt hatte: „Ich kenne Sie und Sie kennen mich. Wenn ich feststelle, dass dies geschehen ist, dann seien Sie vorbereitet. “Und schließlich beantwortete er die Frage, ob Putin ein Killer sei, mit Ja. Ein Mann sieht rot.

Ich muss sagen, mir gefallen solche vermeintlich starken, martialischen Sätze. Ich stelle mir dann immer Streicher vor, die die Worte dramatisch begleiten und den Moment zu einem epischen machen. Auch Greta begeistert mich hierbei völlig: „Ihr habt meine Kindheit gestohlen!“ – oder, noch besser: „Ich will, dass ihr in Panik geratet, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre.“ Haben Sie keine Gänsehaut? Dann empfehle ich einen durchschnittliches Lied von Hans Zimmer darunter zu legen und sie fühlen sich wie im Kino! Große Worte kleiner Leuchten.

Biden ist also „on fire“. Wer jetzt denkt, Wladimir Putin hätte sich provozieren lassen, der irrt. Das absolute Gegenteil ist der Fall. Was folgt ist nichts weiter als eine Studie in Souveränität: „Was die Äußerungen meines amerikanischen Kollegen angeht, so sind wir wirklich, wie er sagte, persönlich miteinander bekannt: Was ich ihm antworten würde? Ich würde ihm sagen: Bleiben Sie gesund! Ich wünsche ihm Gesundheit“. Dieser Satz fällt definitiv in die Kategorie „Leider geil“. Einerseits perlt die harrsche Kritik von Biden an ihm ab und andererseits schenkt Putin seinen greisen Kollegen sprichwörtlich einen ein. Denn wie es um den geistigen Gesundheitszustand geht, wird seit Monaten spekuliert. Und auch viel mehr als das.

Vielen Lesern dürften die Ausführungen von Prof. Wolfgang Meins aufgefallen sein. Fazit: Der Professor hält es für durchaus wahrscheinlich, dass Joe Biden unter einer beginnenden Demenzerkrankung leidet. Nun ist es so, dass sich meine Psychologie in der Küche abspielt – ich habe also keine Ahnung. Aber ich vertraue einen Arzt, der als Gutachter mehrfach vor Gericht bestellt wurde in seiner Profession, der Psychatrie und Neurologie ein absoluter Fachmann ist.

Biden hätte nie antreten dürfen

Im Zuge dieser Vermutungen, die dem russischen Präsidenten nicht entgangen sein dürften, halte ich seine Gesundheitswünsche für einen maximal gelungenen Konter. Es dürfte Biden mehr treffen, als es ihm lieb ist. Der Präsident der Vereinigten Staaten ist jetzt schon angezählt. Bereits in der ersten Legislatur eine „lahme Ente“. Lame. Ob sich die Demokraten und noch mehr, die amerikanischen Wähler mit Joe Biden einen Gefallen getan haben, darf hinterfragt werden. Putin dagegen hat erkannt, in welcher Konstitution sich sein Kollege befindet. Der Satz war ein deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl – für die US Regierung, aber auch für den Rest der Welt.

Zu den Vorwürfen von Biden, Putin hätte „Wahleinmischung“ betrieben, wird ständig etwas suggeriert, was gar nicht in dem Raum steht: Der russische Präsident hätte versucht, die Wahl zu fälschen. Das ist natürlich Unsinn. Selbst wenn sich alle Vorwürfe bestätigten, hat Putin die Wahl mit Nichten manipuliert. Was er getan hätte, wäre, russiche Trollfarmen auf soziale Medien loszulassen, um vermeintliche Stimmungen zu kreieren und um Trump hier zu unterstützen. Am Ende stand es jedem Amerikaner frei, zu wählen wen er wollte und auch Medien jenseits der Sozialen zu konsumieren. Was viele auch getan haben. Halten Sie mir für naiv, aber ich glaube, die allermeisten Menschen sind in der Lage, sich in einer freien Welt den allermeisten Manipulationsversuchen loszusagen, wenn sie es denn wirklich wollen.

Wären meine Großeltern mit den Bidens befreundet, sie wären Nachbarn und hätten Silvester und Fasching gemeinsam gefeiert, wäre ich einmal hinüber gegangen und hätte mit dem Ehepaar einmal geredet. Und wenn sie sich störrisch gäben, dann mit der Familie. Denn krank sollte niemand der mächtigste Mann der Welt sein. Das ist weder für den Mann gut, noch für die Welt. „Joe“, würde ich sagen, „Joe, es ist Zeit. Du solltest deinen Hut nehmen. Und du hättest gar nicht erst antreten dürfen. Deine Partei, mindestens aber deine Familie hätte das verhindern müssen. Du musst zurücktreten.“

Ein Gedanke zu „Wie Putin Joe Biden bloßstellte“

  1. Ich bin Ihrer Meinung „Biden sollte zurücktreten“, nicht weil er möglicherweise Demenzkrank oder anderwärtig krank ist, sondern weil er die falsche Policy betreibt und Wahlbetrug begangen hat. Es gibt noch viele andere Schwachstellen in seinem Leben z.B. die familiären Verstrickungen in Korruptionsaffären, wobei „Affären“ verharmlosend klingt oder sein latenter Rassismus, von dem ich glaube, dass er fälschlicherweise so bezeichnet wird.

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