Merkel widerruft Oster-Lockdown

Von Julian Marius Plutz und Angela Merkel.

Es passiert äußerst selten, dass mir die Worte fehlen. Ja. Aber geschenkt, denn gibt es doch eine Person, die den Merkel Irrsinn am ehesten in Worte fassen kann. Und das ist die Kanzlerin selbst. Lesen Sie das Statement einer Herrscherin, die den Begriff „über den Zenit“ eine völlig neue Dimension gibt.

(…)

Um es klipp und klar zu sagen: Die Idee eines Ostershutdowns war mit bester Absicht entworfen worden; denn wir müssen es unbedingt schaffen, die dritte Welle der Pandemie zu bremsen und umzukehren. Dennoch war die Idee der sogenannten Osterruhe ein Fehler. Sie hatte ihre guten Gründe, war aber in der Kürze der Zeit nicht gut genug umsetzbar ‑ wenn sie überhaupt jemals so umsetzbar ist, dass Aufwand und Nutzen in einem halbwegs vernünftigen Verhältnis stehen. Viel zu viele Fragen ‑ von der Lohnfortzahlung durch die ausgefallenen Arbeitsstunden bis zu der Lage in den Geschäften und Betrieben ‑ können, wie die Beratungen der letzten 24 Stunden gezeigt haben, jedenfalls in der Kürze der Zeit nicht so gelöst werden, wie es nötig wäre.

Um auch ein Zweites klipp und klar zu sagen: Dieser Fehler ist einzig und allein mein Fehler; denn am Ende trage ich für alles die letzte Verantwortung ‑ qua Amt ist das so ‑, also auch für die am Montag getroffene Entscheidung zur sogenannten Osterruhe. Das habe ich den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten vorhin auch in einer kurzen Videokonferenz erläutert und darüber auch die Vorsitzenden der Fraktionen im Deutschen Bundestag informiert, und es ist mir wichtig, das auch hier zu sagen. Ein Fehler muss als Fehler benannt werden, und vor allem muss er korrigiert werden ‑ und wenn möglich, hat das noch rechtzeitig zu geschehen.

Gleichwohl weiß ich natürlich, dass dieser gesamte Vorgang zusätzliche Verunsicherung auslöst. Das bedauere ich zutiefst, und dafür bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger um Verzeihung. Diese zusätzliche Verunsicherung bedauere ich umso mehr, als wir uns ‑ dabei bleibt es leider ‑ mitten in der durch die Mutation ausgelösten dritten Welle der Pandemie befinden.

Ich danke einmal mehr allen, die mit ihrem Verhalten dazu beitragen, die dritte Welle mit der tödlicheren und ansteckenderen Mutation des Coronavirus zu bremsen und zu stoppen. Dazu bietet der Beschluss von Montag auch ohne die sogenannte Osterruhe einen Rahmen: mit der Notbremse, mit der Möglichkeit von regional zu entscheidenden Ausgangsbegrenzungen und Kontaktbeschränkungen, mit dem Ausbau des Testens und natürlich auch mit der sich immer weiter verstärkenden Impfkampagne.

Am 12. April werden wir die Beratungen fortsetzen, und ich bin zutiefst davon überzeugt: Wir werden das Virus gemeinsam besiegen. Der Weg ist hart und er ist steinig, er ist von Erfolgen, aber auch von Fehlern und Rückschlägen gekennzeichnet. Aber das Virus wird langsam aber sicher seinen Schrecken verlieren.

Bis dahin setzen wir mit allen Maßnahmen weiter alles daran, dass unser Gesundheitssystem der immensen Belastung standhält und zugleich die so überaus großen Folgen für Wirtschaft, Bildung, Kultur und für unser ganzes Zusammenleben aufgefangen werden.

Ich bitte Sie um Verständnis, dass ich jetzt keine Fragen beantworte, weil ich gleich um 13 Uhr den Abgeordneten im Deutschen Bundestag Rede und Antwort stehe.

Herzlichen Dank!

2 Kommentare zu „Merkel widerruft Oster-Lockdown

  1. Als Erstes fiel mir beim Lesen der Begründung von Frau M ein, was sie damit meint „Verantwortung übernehmen“. Meint sie vielleicht abtreten im September oder meint sie damit sich freiwillig den Staatsanwälten stellen, für ihre millionenfachen Gesetzesüberschreitungen und der daraus resultierenden deutschen Katastrophe.

    „Verantwortung übernehmen“ ist doch eine hohle Phrase, das wissen wir doch alle.

    Das Zweite, was mir spontan auffiel, ist die Tatsache, dass sie sich entschuldigt. So als ob sie damit sagen wollte „das war mein erster Fehler in 16 Jahren und dafür entschuldige ich mich“.

    Das soll’s jetzt gewesen sein mit der? Tschuldigung und tschüss. War nicht so gemeint.

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