Lauterbach ist nicht der, für den Sie ihn halten

Von Luca Tannek.

Es gibt wohl kaum einen Politiker in Deutschland, der seit März 2020 -dem Eintritt des ersten Lockdowns in Deutschland aufgrunddes Ausbruchs von Covid-19- mehr mediale Aufmerksamkeit bekommt, als Karl Lauterbach. Egal ob bei Markus Lanz oder Maybritt Illner, der SPD-Mann ist stets präsent- sogar bei privaten Sendern wie RTL. Da stellt sich doch die Frage: Wieso eigentlich? Er ist doch Arzt und hat habilitiert. Und er ist in den vergangenen Jahren auch immer wieder als Gesundheitsexperte in die Talkshows eingeladen worden. Dann trägt er sogar noch diese sympathische, klischeehafte Fliege, die ihn wie den Prototypen eines Professors aussehen lässt und schwupps, der Durchschnittsbürger hinterfragt nicht mehr, wieso nun ausgerechnet Lauterbach vor der Kamera sitzt und ob man seinem Wort überhaupt trauen kann.

Wenn man sich mit dem Lebenslauf von diesem Herrn nicht befasst, dann ist das auch verständlich. Wird man sich aber bewusst, wer Herr Lauterbach eigentlich ist,und was dieser Mann in seiner Vergangenheit gemacht hat, dann läuten die Alarmglocken. Seine enorme Präsenz in der Öffentlichkeit wird sofort hinterfragt. Die Gründe, für ein Misstrauen gegenüber Lauterbach sind vielseitig.

Dick im Geschäft

Der SPD-Exponent wurde erstmals 2005 direkt in den Bundestag gewählt und bekleidet seither das Amt des Abgeordneten. Dabei ist die von Oskar Lafontaine genannte „Covid-Heulboje“ nicht nur den Interessen der Regierung treu geblieben. Nein, auch privaten Unternehmen hat Herr Lauterbach gerne als Bundestagsabgeordneter unter die Arme gegriffen. Karl Lauterbach war von 2001 bis 2013 -also acht Jahre neben seinem Abgeordnetenmandat- als Aufsichtsratsmitglied der Rhön-Klinikum AG vertreten. Während seiner Tätigkeit gelang es dem Krankenhauskonzern, die erste deutsche Universitätsklinik Gießen-Marburg zu privatisieren. Anteilseigner wie Bank of America, Fidelity Investments oder Franklin Templeton Investments freuten sich über dieses erstklassige Geschäft. Man hilft eben als Bundestagsabgeordneter, wo man kann.

Er ist Politiker

Karl Lauterbach behauptet gerne, es gehe ihm beim Thema Covid-19 einzig und allein um die Sache, um wissenschaftliche Erkenntnisse. Er trete also nicht als Politiker auf, sondern als Experte und ist, in dem was er sagt, unabhängig und frei. Leider ist diese Selbstzuschrift falsch. Man benötigt eine ordentliche Portion an Naivität, um das zu glauben. Karl Lauterbach ist sehr wohl abhängig. Die Gründe weshalb, sind offensichtlich. Der Bundestagsabgeordnete ist Mitglied der SPD, also einer Partei, die derzeit -zusammen mit der CDU/CSU- die Bundesregierung bildet.

Somit wird er immer im Sinne seiner Partei, beziehungsweise der Exekutive sprechen. Dass Karl Lauterbach ein Teil der Legislative, also der gesetzgebenden und kontrollierenden Gewalt ist, spielt nur eine untergeordnete Rolle, da der Fraktionsdruck im Bundestag enorm ist. Das bedeutet vereinfacht gesagt: Er ist auf Regierungslinie. Und der Regierung gehört vor allem in Ausnahmesituationen auf die Finger geschaut. Herr Lauterbach hat beispielsweise allen vier Bevölkerungsschutzgesetze zugestimmt. Ebenso hat der Ex-CDU-Mann am 11.Juni dem Fortbestehen der epidemischen Lage zugestimmt, trotz signifikant niedriger Inzidenz und Krankenhausauslastung. Es bleibt demnach festzuhalten, dass ein Politiker, dessen Partei an der Regierung beteiligt ist, nie unabhängig spricht und frei nach wissenschaftlichen Erkenntnissen handeln kann. Das Wesen eines Politikers ist nämlich Abhängigkeit.

Fachmann?

Professor Doktor Karl Wilhelm Lauterbach ist Staatsmann. Ja, er ist sogar Vater. Und er war Aufsichtsratsmitglied. Aber was er nie war und nicht ist, das ist ein Mann vom Fach, wenn es um Virologie oder Epidemiologie geht. Außerdem erhielt der Dauerwarner erst 2010 seine Approbation und kann sich erst seitdem als Arzt bezeichnen. In einer Arztpraxis hat er anschließend nie gearbeitet. Herr Lauterbach hat zwar Medizin in Düsseldorf studiert und war auch an der Harvard University, seine Schwerpunkte waren aber ganz andere als Virologie und Epidemiologie. Die Promotionsschrift, den er in Düsseldorf verfasste, handelt von der „Weiterentwicklung des Parametric Gammascopes auf der Grundlage von experimentellen und klinischen Studien“, so der Titel seiner Arbeit. In Harvard absolvierte er anschließend seinen Scientiae Doctor. Dieser befasst sich aber kaum mit der Medizin an sich. Viel eher ist es ein „quasi-politisch-philosophisches Sammelreferat“, wie es Kolumnist und ehemaliger Schulleiter und Kultusfunktionär Josef Kraus nennt. Beide Arbeiten befassen sich also weder mit Virologie noch mit Epidemiologie. Des Weiteren erklärte seine Ex-Frau Angela Spelsberg bei „Talk im Hangar 7“, dass Karl Lauterbach den Studienschwerpunkt „Health Policy and Management“ in Harvard gewählt hat und nicht Epidemiologie. Kurz gesagt: Er ist Gesundheitsökonom.

Es bleibt also festzuhalten, dass Karl Lauterbach in der Vergangenheit -als Volksvertreter- für private Unternehmen gearbeitet hat, der Regierung volle Rückendeckung gibt und kein Fachmann für Viren und deren Verbreitung ist. Er ist ein unerfahrener Mediziner mit überdurchschnittlicher medialer Präsenz, bei der er sich als Volksarzt inszeniert, obwohl er dazu überhaupt keine Grundlage bietet. Zumal die Bundesrepublik eine Art „Volksarzt“ nicht im Geringsten nötig hat. Die Bürger haben nämlich bereits ihre Hausärzte.

Abschließend ist also zu sagen, dass die Worte des Hobby-Epidemiologen weitaus kritischer unter die Lupe genommen werden müssen. Ebenso sollte die deutsche Bevölkerung sich im Klaren sein, wer Karl Lauterbach überhaupt ist und wie man seine Aussagen einzuschätzen hat.

Luca Tannek ist 21 und absolvierte dieses Jahr sein Abitur in Bayern. Im kommendes Wintersemester beginnt er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Magdeburg. Er sieht sich selbst als ordoliberal im Sinne von Walter Eucken.

Quellen

Dick im Geschäft• Jahresbericht 2006 der Rhön Klinikum AG, S.Gesamtvergütung, S.42, S.133: https://www.rhoen-klinikum-ag.com/fileadmin/FILES/RKA/investoren/JaehrlicheDokumente/2007/RKA_GB_06_deu.pdf

Er ist Politiker• 4. Bevölkerungsschutzgesetz: https://www.bundestag.de/parlament/plenum/abstimmung/abstimmung?id=726• 3. Bevölkerungsschutzgesetz: https://www.bundestag.de/parlament/plenum/abstimmung/abstimmung?id=698• 2. Bevölkerungsschutzgesetz: https://www.bundestag.de/parlament/plenum/abstimmung/abstimmung?id=670• 1. Bevölkerungsschutzgesetz: 

Fachmann?• https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/josef-kraus-lernen-und-bildung/portrait-eines-medialen-guru-artefakts-karl-lauterbach/• https://www.karllauterbach.de/justice-and-the-functions-of-health-care• Angela Spelsberg: „Er hat nicht Epidemiologie studiert“: https://www.youtube.com/watch?t=1015&v=jtZkl5SAjOk&feature=youtu.be

5 Kommentare zu „Lauterbach ist nicht der, für den Sie ihn halten“

  1. Trotz aller Auffälligkeiten und der Beteiligung Lauterbachs im Lipobay Skandal, wird er heute in Deutschland als „Experte“ hofiert und von einer Fernsehsendung zur nächsten gereicht.
    Der Skandal geht bis heute weiter, da ausgerechnet die Doktoren, die für den Lipobay Skandal mitverantwortlich waren, heute wieder agieren – dazu zählt Prof. Karl Lauterbach.
    Karl Lauterbach war an der Studie über den Cholesterinsenker Lipobay beteiligt, eben jenem Medikament, das die Herstellerfirma Bayer wegen tödlicher Zwischenfälle im Jahr 2001 vom Markt nahm. Karl Lauterbach hatte zuvor zahlreiche Hinweise erhalten, dass Lipobay gefährlich ist und das Menschen sterben werden, wenn das Medikament auf den Markt kommt. Diese Warnungen ignorierte Karl Lauterbach damals ebenso wie es seine Auftraggeber taten.

    Quelle:
    https://www.wochenblick.at/karl-lauterbach-trotz-lipobay-skandal-berater-der-deutschen-regierung/

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  2. Noch eine Bemerkung zum Wissenschaftler Lauerbach. Ca. 10 Jahre hat er seine Habilitationsschrift gesperrt, nur auf Druck des Fraktionschef Oppermann erfolgte die Freigabe. Ein Wissenschaftler sperrt nicht, sondern will zitiert werden. Jeder kann sich Fragen, warum Lauerbach sperrte. Es gibt Meinung die das Pamphlet als Murks bezeichnen, gekaufte Professur zu deutsch, ähnlich einer Fr. Baerbocks Master

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  3. Karl Lauterbach ist nur einer von vielen dubiosen Gestalten in der SPD. Seine berühmte Fliege trägt er aber schon lange nicht mehr. Sein „bestes Outfit“ ist seine schwarze Lederkluft. Seine zur Schau gestellte Orientierung hin zum schwarzen Block. Seine Art zu reden, erinnert oft an Piet Glocke, dem Kabarettisten, der übrigens gut war.

    Ich denke, die SPD hat auf allen Ebenen verspielt. Egal um welche Person es sich auch immer handelt. Die Agenda 2010 ist unverzeihbar.

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