Neue Corona-Verordnungen in Bayern: Söders Kampf gegen die freie Gesellschaft

Wie immer Markus Söder an die Presse tritt, um die Ergebnisse von „Sondersitzungen“ zum Thema „Corona“ zu erklären, sitzt ganz Bayern an den Weltempfängern und zittert, wie die Entscheidung wohl ausfällt. Wie weiland zu Kriegszeiten. Nur, dass sind wir heute nicht im Krieg sind. Oder? Der französische Präsident Macron hat „dem“ Virus jedenfalls den Krieg erklärt. Diese Mischung aus martialisch und infantil trifft durchaus auch auf den bayrischen Ministerpräsidenten zu.

Am 3.11. nun verkündete Markus Söder erneute Verschärfungen in Sachen COVID. So dürfen die Schüler demnächst wieder in der Schule Masken tragen. Aber auch sonst hat der Freistaat einige Repressionen mehr vor.

Mehr Maßnahmen und weniger Freiheit

So wird die sogenannte Corona-Ampel neu definiert. Diese springt auf Gelb, wenn landesweit 450 Intensivbetten belegt sind. Rot zeigt die Ampel, wenn 600 Intensivbetten belegt sind. Das bedeutet: Bereits bei Stufe Gelb treten zusätzliche Maßnahmen in Kraft, wie die FFP2-Maskenpflicht. Wo bisher Einlass für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete, also 3G galt, gilt nun die sogenannte 3G+ Regel.

Das heißt, wo vorher ein Schnelltest für rund 15 Euro den Einlass, zum Beispiel ins Kino, ermöglichte, muss auf dieser Stufe der um ein Vielfaches teurerer PCR Test vorgelegt werden. Seit Oktober bereits sind die Corona Tests in Bayern kostenpflichtig. Springt die Ampel auf rot, so gilt die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Die Gastronomie muss sich flächendeckend sogar an 3G+ halten.

Die Regelungen einer roten Ampel gelten auch für Hotspots, in denen eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 300 und eine Intensivbetten-Auslastung von mehr als 80 Prozent vorherrscht. Aktuell, Stand 2. November, beträgt die Inzidenz in Bayern 228. Die Intensivbetten sind, je nach Landkreis zwischen 25% und 90% belegt. Nicht mit einberechnet sind die Notfallreserven an ITS-Betten, die in der gesamten Pandemie bisher nicht benötigt wurden.

Die 7-Tage-Inzidenz bleibt unsinnig

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Fokus des unsinnigen und leicht zu manipulierenden 7-Tage Inzidenzwertes zwar zurückgeht, aber er immer noch nicht verschwindet. Unsinnig ist der Wert, weil im Zuge der Impfung kaum mehr Geimpfte getestet werden, die jedoch immer noch infektiös sind. Je länger die Injektion zurückliegt, desto mehr. Eine Studie aus Israel hat ferner ergeben, dass nach vier Monaten das Vakzin von Biontec lediglich einen Schutz von 20% bietet.

Leicht zu manipulieren ist der Wert, da Labore bis heute den ct-Wert relativ variabel einsetzen. Heißt: Manche gelten bereits nach 22 PCR-Zyklen als „Corona Positiv“, andere erst ab 27 oder mehr. Hier ist es für die Politik ein leichtes, den Wert, je nach politischen Gusto und herrschaftlicher Vorstellung zu interpretieren. Der ct-Wert gibt an, wie hoch die Viruslast im Körper ist. Je weniger Zyklen, desto höher die Viruslast.

Söder manifestiert seine Autorität

Möchte die Regierung mehr Corona Infizierte? Dann kann sie den Laboren anordnen, einen geringeren Wert anzuwenden. Was man darüber hinaus nicht vergessen darf: Es wird völlig unterschiedlich getestet. Ich wurde seit der Pandemie ca. 20-30 mal getestet. Mal war es ein bloßer Rachenabstrich, mal ein Nase- und Rachenabstrich. Mal tiefer in die Nase (bis zum Nasenbluten), mal weniger tief. Ein standardisiertes Testen gibt es de facto nicht.

Den Höhepunkt jedoch setzte Markus Söder, es gebe erst einen „Freedom Day“, also das Aufheben aller Maßnahmen, wenn es eine „Impfquote von 100%“ gibt. Übersetzen ließe sich das mit einem Wort: Nie. Es wird niemals eine komplett „durchgeimpfte“ Bevölkerung geben. Wolfgang Kubicki bezeichnete indes den Söder als „bayrischen Scheinriesen“, der mit den 100% Geimpften eine „180- Grad“ Drehung der bisherigen Politik vollzieht, die man „nicht ernst nehmen“ kann.

So oder so kann Söder mit der der Prämisse einer vollständig Impfung seine autoritäre Politik bis ultimo weiterführen. Diese infantile und martialische Melange, in Verbindung mit Willkür, ist das politische Motto des Nürnbergers. Ich muss Herrn Kubicki hier widersprechen. Leider muss man ihn ernst nehmen und leider ist er kein Scheinriese, sondern eine echte Gefahr für die freie Gesellschaft.

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