Die dunkle Seite der Corona Profiteure

Von Julian Marius Plutz.

Vor mehr als 15 Jahren schrieb der investigative Journalist Markus Grill sinngemäß: Die Pharmaindustrie unterscheidet sich von der Rüstungsindustrie im wesentlichen in nur einem Punkt. Während die „forschenden“ Pharmaunternehmen noch wenigstens den Anschein eines guten Images aufrecht erhalten wollen, ist die Rüstungsindustrie inzwischen klar in der Kommunikation ihres Geschäftsmodells. Es geht um Krieg und wie man damit Geld verdient.

Die Pharmaindustrie versucht seit jeher, das Bild des edlen Retter zu generieren, der die Menschheit vor schlimmen Erkrankungen bewahrt. Besonders hervorgetan haben sich die “forschenden“ Pharmaunternehmen, die eigentlich „werbenden“ Pharmaunternehmen heißen sollten, geben sie doch mehr Geld für Marketing, als für die Entwicklung neuer Pillen aus.

Alle Hoffnung auf die Pharmaindustrie

Doch in Zeiten der Corona-Pandemie, in der zwar im wesentlichen nicht mehr gestorben wird, als üblich, aber dennoch wesentlich mehr Angst verbreitet wird, in Zeiten der Angst dreht sich der Wind. Der Deutsche, der einst und nicht zuletzt aufgrund mangelnder ökonomischer Bildung, kapitalismuskritisch ist, setzt aufgrund seines Panikherzes alle Hoffnung auf die Pharmaunternehmen. Unternehmen, die über die Jahrzehnte schwerwiegende Skandale produzierten, werden zu Helden erklärt. Gründer, die zum Narrativ passend und einen Migrationshintergrund aufweisen können, werden von Politik, Medien und Gesellschaft gefeiert. Dabei ist die Geschichte dieser Industrie blutrot.

Die US-amerikanische Firma Wyeth, die inzwischen zum Vakzinehersteller Pfizer gehört, brachte die Schlankheitspille Phen-Fen auf den Markt. Doch 1997 wurde das Mittel zurückgezogen, weil es im Verdacht stand, tödliche Herzklappenschäden zu verursachen. Seit 1998 mehr als 20 Milliarden US-Dollar Entschädigung an die Opfer gezahlt – bis heute ein Rekordwert. Das hält Biontec-Pfizer jedoch nicht davon ab, sich mit ihrem Impfstoff gegen Covid-19, der eine absolute Wirksamkeit von unter 1% aufweist, krumm und buckelig zu verdienen.

GSK will Biontec Konkurrenz machen

Schon bei der Zulassung im Jahr 2000 das Nutzen-Risiko-Verhältnis laut dem Fachblatt „British Medical Journal“ fragwürdig gewesen. Die Rede ist von Avandia, die bei Diabetikern das Herzinfarkt-Risiko zu verringern. Die europäische Arzneimittelbehörde legte dem britischen Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) 2010 nahe, Avandia vom Markt zu nehmen. Zwar durfte in den USA durfte das Medikament auf dem Markt bleiben, der Zugang für Patienten wurde aber erschwert.

Laut einem Bericht der Zeitung „New York Times“ hatte GSK schon seit längerem verhindert, dass Nebenwirkungen und fehlender Nutzen publiziert wird. Zwar bestreitet das der Hersteller und dennoch einigte sich mit US-Klägern auf eine Vergleichszahlung von 460 Millionen US-Dollar. Den Einstieg in das Milliardengeschäft der Corona Impfstoffe hat GSK zwar verpasst. Der zweite Anlauf ist jedoch im vollen Gange. Das eigene Vakzine soll als Konkurrent zum mRNA-Impfstoff von Biontech auf den Markt kommen.

Auch Bayer scharrt mit den Hufen

Ein echter Kassenschlager war Lipobay, zumindest zunächst. 1997 zugelassen, wurde das Medikament schnell einer der meistverordneten Blutfettsenker, weil es als preiswert und effektiver als vergleichbare Medikamente galt. Doch bald stellte sich heraus, dass die Nebenwirkungen heftig waren: Mehr als andere Blutfettsenker zerstörte es Muskelzellen – was die Nieren überlasten und zum Tod führte. 31 Todesfälle in den USA wurden in Verbindung mit Lipobay gebracht.

Die deutsche Firma Bayer nahm das Medikament im Jahr 2001 vom Markt und zahlte in einer Sammelklage 2005 1,2 Milliarden Euro Schadensersatz. Ab 2011 folgten weitere Sammelklagen. Bayer ist an Curavec beteiligt, ein Impfstoff, der offenbar gescheitert ist. Dennoch sitzen die Pillendreher in Leverkusen bereits in den Startlöchern und warten auf die nächste Chance im COVID Geschäft Geld zu verdienen.

Johnson&Johnson in Skandal verwickelt

Bereits im Jahr 2001 war klar: Das Schmerzmittel Vioxx erhöht das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Erst 2010 nahm US-Hersteller Merck & Co. das Medikament vom Markt. Die US-Justiz kam beim Strafprozess zu der Überzeugung, Merck habe das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen unterschlagen, um die Verkaufszahlen nicht zu gefährden. Bis zu 139.000 Patienten erlitten einen Infarkt. 55.000 Menschen starben. Das Unternehmen war zwar nicht am Impfstoff-Geschäft beteiligt, wird aber wohl in naher Zeit mit dem „Anti-Corona“ Medikament Molnupiravir aufwarten.

Ganz ohne Rezept erhielt man ab 1965 den Appetitzügler Menocil. Problem: Das Medikament verursachte im hohen Maße. Herzkreislaufschäden und Lungenhochdruck. Übrigens: Menocil wurde in den USA schon in den 1950er-Jahren von dem Pharmaunternehmen McNeil Laboratories unter dem Namen Aminorex entwickelt, dort aber nicht zugelassen. In Deutschland stellte die Firma Cilag-Chemie in Alsbach das Arzneimittel her. Mindestens 20 Menocil-Verbraucher starben. 850 erkrankten schwer. Janssen-Cilag gehört dem Konzern Johnson&Johnson, welches einen inzwischen etablieren „Corona-Impfstoff“ vertreibt.

So haben viele Pharmaunternehmen, die an der Pandemie Geld verdienen, eine dunkle Vergangenheit. Den Deutschen scheint das nicht zu stören. Angst frisst Hirn auf. Und der Journalist Markus Grill, einst scharfer Kritiker der Branche? Um ihn ist es still geworden. Heute leitet er das Investigativ-Büro von NDR und WDR.

2 Kommentare zu „Die dunkle Seite der Corona Profiteure“

  1. Sehr guter Artikel. Es ist doch lange klar, dass die großen Pharmakonzerne von einer herbei phantasierten Pandemie am meisten profitieren. Das Kartell zwischen Big Pharma, Politik und Medien funktioniert. Wäre doch eigentlich eine Sache für die Linken, die sonst immer so gegen den Kapitalismus wettern. Aber wie Julian Marius schon sagt: Angst frisst Hirn auf.

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