Bataclan ist überall – Über deutsche Lebenslügen

Von Julian Marius Plutz.

Selbstkritik ist nicht gerade die Kernkompetenz der geschäftsführenden Kanzlerin. So bekundete sie nach der Wahl 2017, als die Union mehr als 8% zur Wahl vor vier Jahren verloren hatte, ihre Schuldlosigkeit: „Ich kann nicht erkennen, was wir jetzt anders machen müssten.“ Eine Legislaturperiode später und nach erneut mehr als 8% Verlust verkniff sich Angela Merkel entsprechende Kommentare. Immerhin. Jede noch so dreiste Lüge braucht einen Dummen, der sie glaubt. Die Deutschen lieben Unwahrheiten, so lange sie ins narrative Weltbild passen.

Und so war sich die Kanzlerin vor wenigen Tagen nicht zu schade, den Satz des präzedenzlosen Wahnsinns ihrer Karriere als Staatschefin markierte, zu verteidigen. „Ja, wir haben das geschafft. Aber wir waren wirklich viele, viele Menschen in Deutschland, die mit angepackt haben, viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, viele Ehrenamtliche, viele, die heute noch Patenschaften haben.“ Wir erinnern uns an das Zitat vom 31. August 2015, am Beginn der Politik der offenen Grenzen:

Auf dem moralischen Abstellgleis

„Ich sage ganz einfach: Deutschland ist ein starkes Land. Das Motiv, mit dem wir an diese Dinge herangehen, muss sein: Wir haben so vieles geschafft – wir schaffen das! Wir schaffen das, und dort, wo uns etwas im Wege steht, muss es überwunden werden, muss daran gearbeitet werden. Der Bund wird alles in seiner Macht Stehende tun – zusammen mit den Ländern, zusammen mit den Kommunen -, um genau das durchzusetzen.“

Es ist leicht aus der gepanzerten Limousine zu sagen, was wir zu schaffen haben. Die Realität des Volkes spielt sich nicht im Regierungsviertel, sondern auf den Straßen ab. In Deutschland und in Europa. Am 13. November 2021 jährt sich zum sechsten mal der Anschlag auf den Konzertsaal Bataclan. In der Nacht wurden 130 Menschen getötet 693 verletzt. Zehntausende, wahrscheinlich Millionen Personen wurden in diesen Stunden traumatisiert, was bis heute anhält.

Offene Grenzen evozieren offene Verwundbarkeiten. Ein Land, welches sein Nachbarländer verurteilt, weil sie den eigenen Kontinent schützen, Stichwort Polen, befindet sich auf dem moralischen Abstellgleis. „Wir müssen dringend dafür sorgen, dass es in Richtung Polen zwei Botschaften gibt. Erstens: Nein zu menschenunwürdigen Pushbacks. Und zweitens: Ja zu Solidarität.“, so Kathrin Göring-Eckhardt. Die Politikerin, deren Partei wahrscheinlich Teil der nächsten Bundesregierung ist klagt das Land an, welches mit 15.000 Soldaten an der weißrussischen Grenze europäische Identität verteidigt. Grenzschutz wird auch der neuen, linken Regierung ein Dorn im Auge sein.

Offene Grenzen evozieren offene Verwundbarkeiten

So tut Polen das, was getan werden muss. Die Republik, für die der Nationalstaat stets Ausweg aus der Besatzung und Tor zur Freiheit war, macht für Deutschland die sprichwörtliche Drecksarbeit. Die restriktive Politik an EU-Außengrenze gilt als effektivste Terrorbekämpfung so wie der Kampf gegen Diskriminierung und Unterdrückung im eigenen Land. Deutschlands Sicherheit wird an der polnisch-weißrussischen Grenze verteidigt. Man kann Warschau nichts anderes als „Danke“ sagen. Oder wie es in der Jungen Freiheit heißt: „(…) im Gegensatz zu uns“ verhält sich Polen nicht „wie ein Hippie-Staat“.

Regierungschef Mateusz Morawiecki sagt es glasklar: „Wenn Lukaschenko seinen Druck nicht verringert, seine Erpressungsversuche nicht einstellt und Menschen weiter als lebendige Schutzschilde einsetzt in einem neuartigen Hybridkrieg, werden wir weitere Grenzübergänge schließen müssen“. Dies werde, so Morawiecki, automatisch zu einer Art von Wirtschaftssanktionen führen. „Denn die Möglichkeit für Firmen aus Belarus, mit polnischen Firmen zusammen aktiv zu werden, verringert sich damit automatisch.“ Offene Grenzen evozieren offene Verwundbarkeiten

Bis zum nächsten Anschlag

Nicht nur die brutale Anschlag auf das Bataclan hat in diesen Tagen Jahrestag, sondern auch der russische Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski. Er wäre am 11. November 200 Jahre alt geworden. Von ihm stammt das Zitat, das wie auf das deutsche Gemüt zugeschneitert wirkt: „Uns selbst anzulügen ist tiefer in uns drin, als andere anzulügen.“ Die Lebenslüge offener Grenzen und grenzenlosen Gutmenschlichkeit ist tief implementiert und soll die Deutsche Seele vom ewigen Schuldkomplex lossagen.

Endlich will man auf der richtigen Seite des Flusses stehen. Dass dabei das Bedürfnis des eigenen Volkes nach Sicherheit ignoriert wird – geschenkt. Bis zur nächsten Messerattacke, bis zum nächsten Bataclan. Bis zum nächsten merkelschen Selbstbetrug, der mit „Wir schaffen das“ begann und ihn „Ich kann nicht erkennen, was wir jetzt anders machen müssten.“ sich fortsetzte.

2 Kommentare zu „Bataclan ist überall – Über deutsche Lebenslügen“

  1. Merkel hat das Land gespalten wie kein Kanzler zuvor. Polen macht das einzig richtige diese wildgewordenen Migranten mit Baumstämmen bewaffnet auf Grenzer gehen
    Weißrussland schiesst, aktuelle Meldung, auch auf polnische Soldaten. Und Merkel und Scholz und Maaß schweigen. Eine Schande!

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