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Öffentlicher Rundfunk bläst zum Kampf gegen Telegram

Von Julian Marius Plutz.

Das mit der Technik und mir, das wird in diesem Leben nichts mehr. Ja. Deshalb bin ich heilfroh, dass es Dienste wie WordPress gibt, mit denen jeder Debberle (mittelfränkisch: eher einfach gestrickte Person) einen hübschen Blog erschaffen kann. Und wenn ich dann doch mal Probleme habe, helfen mir alerte Leser und/oder Freunde. Hierfür mag in an der Stelle einmal Danke sagen.

Deshalb war ich so überrascht, als ich vor einigen Wochen zu Telegram wechselte, wie simpel und physiologisch die App funktioniert, egal auf welchem Endgerät. Und ich als fremdbeschriebener Rechtsextremist, dessen Texte bei der bekannten Neonazizeitung „Jüdische Rundschau“ erscheinen, ist der verruchte Messenger, der nur ein Schritt bis zum Darknet darstellt, Pflicht.

„Hass Nachrichten“ werden nicht ins Verhältnis gesetzt

Da der Öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) für „Vielfalt“ im Staatsfunk steht, vorausgesetzt es kommen keine konservativen und freiheitlichen Meinungen vor, rufen die Landesanstalten, Betonung liegt auf Anstalt, zum Kampf gegen Telegram auf. Die Gleichung ist hierbei simpel: Da auf dem Messenger sogenannte Hass und Hetze verbreitet wird und da ohne den ÖRR die Demokratie zerstört wird, wird gegen den Dienst von Pawel Durow geschossen, wie weiland in der Heimat des russischen Unternehmers: In Leningrad, das heutige St. Petersburg.

So war zum 05.01.2021 die Hauptmeldung auf BR24, früher B5 aktuell, diese: „Hunderte Tötungsaufrufe in Telegram-Chats innerhalb von zwei Monaten“. Das klingt nach viel und wird die allermeisten Hörer aufschrecken. Doch kein Wort in der Meldung darüber, wie viel Tötungsaufrufe es vorher gab. Gab es eine Steigerung? Wie viele Menschen nutzen Telegram? Wie steht es im Verhältnis zu anderen Diensten? Diese Aussage ist nutzlos und wird doch alle 15 Minuten zu den Nachrichten wiederholt, bis es der letzte Debberle verstanden hat: Telegram ist böse.

Es ist erstaunlich, dass Journalisten und solche, die sich so nennen, gegen einen Messenger-Dienst arbeiten, der für Informanten elementar ist. Besonders pikant: Die heilige Kuh Datenschutz ist in Deutschland nur so lange heilig, bis es um Hass und Hetze, ein Chiffre für rechte Aussagen, geht. Dann kann sie geschlachtet und fröhlich selbstzufrieden, freilich für die gute Sache, verspeist werden.

Angst vor Kontrollverlust

Doch es darf aufgeatmet werden. Mehr als zwei Jahre biss sich Putin an Telegram die Zähne aus. Er wollte die Plattform verbieten und scheiterte kläglich. Zu clever agiert Pawel Durow, der sich und seine Mitarbeiter als „digitale Nomaden“ bezeichnet. Es ist die kaum zu stillende Hybris der Politik, alles und jeden kontrollieren zu wollen. Libertäre Unternehmer, denen Freiheit vor Staatlichkeit geht, sind den Apparatschiks ein Dorn im Auge.

Für Journalismus sind Messenger-Dienste wie Telegram unentbehrlich. Aber nicht nur. Auch Aktivisten und Bürgerrechtler organisieren weltweit ihren Widerstand gegen die herrschenden Herrschaften. Medien, die das nicht anerkennen, verstehen die Tragweite nicht. Sie sind längst zu Tode saturiert und haben ihren kritischen Geist bei Eintritt in den ÖRR abgegeben. Diese Art von Hilfsjournalismus kann nicht nur weg, er muss weg, so lange wir ihn alle bezahlen müssen.

Andere Medien, die bei der Kampagne gegen Telegram mitmachen:

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