Sag zum Abschied leise: „Bist du geimpft?“

Julian Marius Plutz.

Stellen Sie sich vor, ein enger Angehöriger liegt aufgrund einer akuten Erkrankung im Spital. Natürlich möchten Sie ihn besuchen. Ihnen ist die Person sehr wichtig. Und auch, wenn die Not-Op dem ersten Anschein nach gut verlaufen ist: Man weiß nicht, was kommt und wenn man ehrlich weiß man auch nicht, wieviel Zeit noch bleibt.

Nun stellen Sie sich weiter vor, dass Sie auf Öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, die im Moment nicht fahren, weil ein wildgewordener Ostgote mit Oberlippenbart seine Komplexe auf den Rücken von Millionen Menschen auslebt. Sie kommen also gar nicht ohne weiteres in die Klinik. 100 km läuft sich nicht mal einfach so.

Und dann stellen Sie sich vor, Sie sind nicht gegen COVID-19 geimpft. Vielleicht wollen Sie abwarten. Vielleicht sehen Sie den Nutzen nicht in der Art, wie Regenten und Laborärzte propagieren. Vielleicht aber haben Sie noch gar keine abschließende Meinung und sehen keine Verhältnismäßigkeit für diesen medizinischen Eingriff.

Sie haben selbstverständlich die unangenehme und übergriffige Frage: „Bist du geimpft?“ ertragen. Sie haben mit Wut im Bauch die Benachteiligungen Ihres negativen Impfstatus hingenommen. Vielleicht hat es Sie an andere Zeiten in Ihrer Biografie erinnert, in der Sie diskriminiert wurden, weil Sie nicht so sind, wie es die Anderen gerne hätten und einen Scheiß darauf gaben, dies ausgerechnet für die größten Schreihälse zu ändern.

Odyssee in die Provinz

Sie müssten also, um die geliebte Person zu besuchen, sich impfen lassen, oder getestet und genesen sein. Natürlich interessiert es das Krankenhaus nicht wirklich, ob sie von Krebs genesen sind, von einer Harnwegsinfektion oder von der Menschengrippe. Es interessiert dem Corona-Regime nicht einmal, ob Sie COVID überlebt haben. Einzig akzeptiert ist sechs Monate nach einem positiven PCR Test ein negativer PCR Test. Ein hoch sensitiver Test, der alleine für eine Diagnose nicht ausreicht. Das weiß auch der Klinikarzt. Doch wirklich kümmert es ihn nicht.

Genesen kommt für Sie also nicht in Frage, unabhängig, wie der Status Ihrer Antikörper ist. Die Impfung lehnen Sie gegenwärtig ab. Bleibt das Testen. Nun liegt Ihr Angehöriger nicht nur 100 km weg von Ihnen, sondern auch noch in einer Provinzklinik, die selbst nicht testet. Die nächste Teststation ist mehrere Kilometer entfernt. Öffentliche Verkehrsmittel, wir erinnern uns, fahren derzeit nicht, weil ein halbdiktatorischer Gewerkschaftsvorsteher mit ganz Deutschland Familienaufstellung macht. Und Sonntags testet im Umkreis der Provinz eh keiner.

Abschied nehmen mit Maske, getestet, geimpft oder genesen. Und alleine. Aber nur bis 19 Uhr.

Hinzu kommen die restriktiven Öffnungszeiten des Spitals. Denn, wie wir alle wissen, das Virus – als gäbe es nur ein einziges – verbreitet sich hauptsächlich Nachmittags. Wann denn auch sonst? Früh am Morgen schläft es, weil es ab Abends durch die Bars tourt. Deswegen haben sich die Hygienefüchse der Klinik völlig folgerichtig Öffnungszeiten zwischen 16- und 19 Uhr ausgedacht. Natürlich mit Maske und natürlich alleine.

Jetzt können Sie endlich das Buch Trost von Thea Dorn nicht nur nachvollziehen, sondern wahrlich fühlen. Dieses Corona-Regime ist krank. Es ist herzlos und kalt wie eine autoritärer Staat. Es ist willkürlich und menschenverachtend. Es ist das Gegenteil der immer wieder kehrenden Floskel vom sozialen Staat, der jenseits von Corona an jeder Stelle betont werden muss.

Und wenn ich tatsächlich im Krankenhaus Abschied unter diesen Bedingungen nehmen muss, dann vergeht sich dieser Staat. Nicht nur an mir, sondern an all den anderen Angehörigen. All die, die ihre Steuern zahlen und servil jede Maßnahme, sei sie auch noch so sinnentleert, mittragen. All die, die sich seit mehr als zwei Jahren bücken und ducken. All denen möchten die Regenten sogar im letzten Moment ihres Seins die Würde nehmen. Abschied nehmen mit Maske, getestet, geimpft oder genesen. Und alleine. Aber nur bis 19 Uhr. Sag‘ zum Abschied leise: „Bist du geimpft?”

Dieses Corona-System hat sich längst von jeder Form von Menschlichkeit entkoppelt. Unlängst sprach ein Spitzenpolitiker von „Bürgernähe“. Da musste ich lachen. Diese Regierung ist vom Volk so weit entfernt, dass sie so schnell nicht mehr zurückkommt. In der Jugendsprache wären diese Politiker „lost“. Verloren. Jenseits ihrer Wähler. Und genau das sind sie. In der Lethargie im kommoden Autoritarismus scheinen Vielen das Denken abhanden gekommen zu sein. Doch ich habe das Gefühl, dass sich das bei dieser Wahl ändern wird. Vielleicht sind die Politiker verloren. Nicht aber die Bürger.

Parteiencheck Arbeitsmarkt Teil II – SPD und Grüne

Von Julian Marius Plutz.

Nachdem ich in meiner vergangenen Kolumne rund um den Arbeitsmarkt die schmalen und ernüchternden Vorschläge von Union und FDP schrieb, soll es heute im zweiten Teil um die SPD und die Grünen gehen. Beginnen möchte ich mit den Sozialdemokraten, immerhin die selbsternannte Partei der Arbeit.

Das Programm nennt sich „aus Respekt vor deiner Zukunft“. Es muss sich um eine ganz besondere Kunst handeln, wenn man sich bereits im Titel, der aus ganzen fünf Worten besteht, widerspricht. Denn ich halte es für wenig respektvoll, Menschen ungefragt zu duzen. Nennen Sie mich altmodisch, aber ich mag das „Sie“, das zunehmend, so auch bei den SPD, zu verschwinden scheint. Das hat etwas mit Höflichkeit und einer angemessen, angenehmen Distanz zu tun.

Mit 12 Euro Mindestlohn zurück in die Teilhabe

Obwohl die Sozialdemokraten die Partei der Arbeit sein wollen, sind ihnen das Thema lediglich wenige Seiten wert, vergleichbar mit der Union. Immerhin widmet sich die Partei im Gegensatz zur gelben und schwarzen Konkurrenz der Berufsausbildung junger Menschen.

„Unsere Antwort“, beginnt der erste Unterpunkt des Kapitels, „auf den Wandel der Arbeitswelt ist ein „Recht auf Arbeit“. Das bedeutet für uns, dass sich die Solidargemeinschaft dazu verpflichtet, sich um Jeden zu kümmern und jederm Arbeit und Teilhabe zu ermöglichen. Weil sich Arbeit verändert, soll jede*r alle Möglichkeiten bekommen, sich auch selbst weiterzuent- wickeln“. Um jeden wird sich gekümmert und jeder soll an etwas teilhaben. Woran jedoch, das weiß der gemeine Leser nicht, doch vielleicht verrät es die SPD ja noch. Wenn schon CDU und FDP nicht konkret werden, dann doch bestimmt die Partei der Arbeit.

„Daher setzen wir uns für gerechte Löhne ein.“ Später wird dieser mit einer Zahl von mindestens zwölf Euro definiert. Wie die SPD auf die Zahl kommt, welche Berechnungsgrundlage dahinter steht, noch nicht mal, inwieweit die genannte „Teilhabe“ damit besser gelingen soll, verrät das Programm. Überhaupt findet sich in diesem Teil keinerlei, wenigstens rudimentäre Modellrechnungen.

Keine Definition von „sachgrundloser Befristung“

„Die Befristung von Arbeitsverhältnissen ohne einen Sachgrund werden wir abschaffen und die vom Gesetz akzeptierten Gründe für eine Befristung kritisch überprüfen.“. Ich bin gar nicht in der Lage, die Branche, in der ich arbeite, großartig zu verteidigen, einfach aus dem Grund, da die Sozialdemokraten inhaltlich gar nichts zu bieten haben. Wie will man diese Partei wählen, wenn sie nicht mal in ihrer angeblichen Kernkompetenz mit Kompetenz punkten können?

Aber immerhin wird die Partei hier konkret: Die „sachgrundlose“ Befristung in der Arbeitnehmerüberlassung soll abgeschafft werden. Hierzu ist eine Einordnung wichtig: Unternehmen haben für jede zeitliche Beschränkung einen Sachgrund, sonst würden sie den Arbeitsvertrag gar nicht erst befristen. Bei dieser Formulierung handelt es sich um die gesetzliche Definition des Begriffs. Diese ist im Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) geregelt und in verschiedenen Urteilen von Arbeitsgerichten konkretisiert worden.

Wenn ich die vagen Vorstellungen der SPD interpretiere und mit meiner Erfahrung aus der Praxis kombiniere, wäre eine Befristung über sechs Monate aufgrund von Saisonarbeit nur mit einer Befristung mit Sachgrund möglich. Schon jetzt werden Mitarbeiter in diesem Bereich sachgrundlos befristet, was mit der Beschaffenheit der Betriebe und etwaiger Verlängerung des Arbeitsverhältnisses zu tun hat.

Wenn die Sozialdemokraten schreiben, sie wollen „eine Befristung kritisch überprüfen“, hätte ich gerne einige Details erfahren. Wie sieht es beispielsweise mit Flüchtlingen mit genehmigter und betriebsbezogener Arbeitserlaubnis aus? Ihre Aufenthalte sind häufig befristet und werden verlängert – somit der Arbeitgeber auch den Arbeitsvertrag verlängert. Tut er es nicht, arbeitet der Flüchtling illegal. Welche Antwort hat die „Partei für Arbeit“ darauf?

Sprachliche Kritik aufgrund fehlender Inhalte

Das „ausführliche“ Programm der SPD ist zwar wortgewaltig, aber ebenso inhaltsarm. „Wir schaffen ein Recht auf Weiterbildung und beruflichen Neustart in allen Lebensphasen. Jeder einzelne wird bei den bevorstehenden Veränderungen unterstützt.“ Eine Phrase jagt die nächste. Konkret wird es selten. Immerhin, ich denke, das ist dem Arbeiter persönlich wichtig, wird im Programm einwandfrei gegendert.

Auch wenn ich mit vielen Dingen vermutlich nicht einverstanden wäre, was die Sozialdemokraten fordern, so hätte ich mir doch mehr Argumente gewünscht, die ich kritisch hinterfragt hätte. So ist meine Bewertung eher sprachlich, als inhaltlicher Art.

Immerhin quantitativ übertreffen die Grünen die SPD die in sieben Seiten, indirekt sogar noch mehr, die für „Gute Arbeit und faire Löhne“ sorgen wollen. Dann kann ja nichts mehr schief gehen.

Nebulöse Forderungen, die nicht durchgerechnet sind

Die erste Zahl, die man liest, ist eine bekannte: Zwölf Euro Mindestlohn. Doch damit nicht genug: „Anschließend muss er weiter steigen, um wirksam vor Armut zu schützen“. Um wie viel der Lohn ab wann steigen muss, findet sich im Programm ebenso wenig wider, wie ein definierter Armutsbegriff. Es wird ein „Mindestkurzarbeitergeld“ gefordert, wie eine „Stärkung des Arbeitschutzes“. Auch die Grünen wollen „Teilhabe ermöglichen“ und „sichere Jobs schaffen“.

Langzeitarbeitslose sollen in einem „dauerhaften sozialen Arbeitsmarkt“ – Gott sei Dank kein unsozialer – einer „sinnstiftenden Tätigkeit“ nachgehen. Je weiter man liest, auf desto mehr schwammige Forderungen stößt man, die alles und nichts aussagen, selten definiert und nie begründet werden. Von praktischen Beispielen möchte ich gar nicht reden. Man bekommt den Eindruck, dass die Grünen gar nicht konkret werden wollen. Es genügen nebulöse Forderungen, die weder durchdacht, geschweige denn durchgerechnet sind.

Inhaltsleere in rot, oder grün?

„Digitale Chancen“ sollen nicht etwa verstrichen, sondern „genutzt“ werden. Die „Arbeitsmarktpolitik“ muss „auf die Zukunft ausgerichtet werden.“ immerhin: „Die Förderung des lebens- begleitenden Lernens für Menschen mit Behinderungen wollen wir ausbauen“. Wie die Grünen jedoch dieses Vorhaben umsetzen wollen, verrät uns die Partei nicht. Den Gender Pay Gap wollen sie abschaffen, ohne diesen exakt zu definieren. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass es sich bei der ewig proklamierten 21% Lücke um nichts weiter, als Fake News handelt.

Nach den ärmellosen Kapiteln von FDP und Union, die wie eine inhaltlose Pflichterfüllung zu lesen sind, reihen sich SPD und Grüne nahtlos an ihren politischen Mitbewerbern an. Wortreiche Nichtigkeiten folgen auf bedeutungsschwangeren Phrasen. Hinzu kommt: Beide Programme unterscheiden sich hier im Grunde gar nicht. Der Wähler kann sich also entscheiden: Inhaltslosigkeit in rot, oder in grün.

Mein Anspruch an ein ausführliches Wahlprogramm war, dass die Forderungen sauber begründet und konkrete Beispiele genannt werden. Egal bei welcher der Parteien bisher: Ich hätte auch die Zusammenfassungen lesen können. Mehr Inhalt findet der interessierte Leser in der Langversion auch nicht. Mein Eindruck manifestiert sich: Die Parteien interessieren sich nicht für das Thema „Arbeitsmarkt“. Die SPD, die Partei der Arbeit, braucht sich nicht wundern, wenn Arbeiter ihre Stimme woanders abgeben.

In Teil III befasse ich schließlich mit den Vorschlägen rund um das Thema Arbeit der Parteien AfD und DIE LINKE.

Der Ossi lässt sich nicht verarschen – Was der Westen lernen kann

Von Krissi I.

Fast 30% für die Linkspartei, über 20% für die AfD, das ist die Realität bei Wahlen in Mitteldeutschland (für uns Wessis Ostdeutschland). Die Parteien links- und rechtsaußen werden in den „neuen Bundesländern“ mit vielen Stimmen gewählt. Vielen Westdeutschen stößt dies sauer auf, doch der durchschnittliche Ostdeutsche ist nicht radikal oder gar extrem. Im Gegenteil, die Westdeutschen könnten sich von der Mentalität der Ost- und Mitteldeutschen eine Scheibe abschneiden.

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Lauterbach ist nicht der, für den Sie ihn halten

Von Luca Tannek.

Es gibt wohl kaum einen Politiker in Deutschland, der seit März 2020 -dem Eintritt des ersten Lockdowns in Deutschland aufgrunddes Ausbruchs von Covid-19- mehr mediale Aufmerksamkeit bekommt, als Karl Lauterbach. Egal ob bei Markus Lanz oder Maybritt Illner, der SPD-Mann ist stets präsent- sogar bei privaten Sendern wie RTL. Da stellt sich doch die Frage: Wieso eigentlich? Er ist doch Arzt und hat habilitiert. Und er ist in den vergangenen Jahren auch immer wieder als Gesundheitsexperte in die Talkshows eingeladen worden. Dann trägt er sogar noch diese sympathische, klischeehafte Fliege, die ihn wie den Prototypen eines Professors aussehen lässt und schwupps, der Durchschnittsbürger hinterfragt nicht mehr, wieso nun ausgerechnet Lauterbach vor der Kamera sitzt und ob man seinem Wort überhaupt trauen kann.

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Grüne Unmasked – Ökodiktatur als Ministerium

Von Julian Marius Plutz.

Kennen Sie den Begriff „low hanging fruits?“ Ich geben Ihnen ein Beispiel: Es macht keinen Sinn mehr, gegen Annalena Baerbock zu schreiben, da sie sich so sehr ins Aus manövriert hat, dass ein Text unnötig erscheint. Ein weiterer Artikel über die grüne Spitzenkandidatin wäre wie einen tief hängenden Apfel zu pflücken. Man muss sich nicht strecken, geschweige denn sich in irgendeiner Form mühen. Die Geschichte ist bereits geschrieben, noch ehe Frau Baerbock das Rednerpult verlassen hat. Außerdem gehört es sich nicht, auf am Boden Liegende zu treten. Daher schreibe ich auch nicht über die SPD.

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Wohl kein Geld für Würzburger Angehörige

Von Julian Marius Plutz.

Ein Mann geht in ein Kaufhaus und besorgt sich ein großes Küchenmesser. Den Klingenschutz reißen er noch ab, bevor er den Laden verlässt. Mit „Allahu Akbar“ sticht er gezielt auf Frauen und Mädchen. Als er ins Krankenhaus gebracht wurde, spricht er vom Dschihad, den heiligen Krieg, den Muslime angehalten sind zu führen, um den Islam zu verteidigen und auszubreiten.

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Scholz nutzt Ministerium für Wahlkampf

Von Julian Marius Plutz.

Wenn es so weiter geht, gibt es zur Bundestagswahl ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen FDP und AfD. Ganz im Ernst! Die Ex-SED entwickelt sich wieder zurück zur alten PDS: Im Osten halbstark und im Westen prinzipiell bedeutungslos. Die Grünen verbaerbocken – verzeihen Sie mir den Kalauer – in einer atemberaubenden Zuverlässigkeit ihre guten Umfrageergebnisse. Armin Laschet glänzt mit Farblosigkeit und ist auf den letzten Metern immer noch für einen Tritt in den Fettnapf gut. Bliebe Lindner, der zwar mit Abstand die langweiligste Kampagne zu bieten hat, wer mag schon gern Wiederholungen, und die AfD mit Weidel und Chrupalla.

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Jung, konservativ – und immer noch in der CDU

Von Julian Auell.

Für mich hält das Leben in den Unionsparteien schon lange kaum Grund zur Freude mehr bereit. Man gewöhnt sich eher an eine sich wiederholende Abfolge von Kämpfen, Hoffen und Enttäuschungen. Noch dazu trete ich als junger Mensch für eine Politik ein, die ich aktiv nur noch als Kind kennengelernt habe. Viele von meiner Sorte haben in der Union längst resigniert oder sind ausgetreten. Von Begeisterung erfüllt ist kaum einer mehr. Dennoch sticht für mich in jenem schier nie enden wollenden Drama ein Satz heraus, bei dem ich tatsächlich behaupten würde, dass ich ihn zu hassen gelernt habe: „Die höchste Maxime unseres Handelns muss es sein, Rot-Rot-Grün zu verhindern!“

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Der Arbeitsmarkt im Juni – Gefasel der Entspannung, keine Fachkräfte trotz guter Löhne

Von Julian Marius Plutz.

Detlef Scheele, Chef der Agentur für Arbeit (AfA) schien erfreut, als er am 30.06.2021 die Arbeitslosenzahlen für Juni 2021 in Nürnberg verkündete: „Die umfassende Besserung am Arbeitsmarkt setzt sich im Juni fort. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind weiter kräftig gesunken. Die Unternehmen reduzieren weiter die Kurzarbeit und suchen wieder mehr nach neuem Personal.“

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Merkel grenzenlos

Von Julian Marius Plutz.

Selbst an den Empfangsgeräten konnte man die Aggressivität mit Händen greifen. Ich erinnere mich an die Fernsehbilder noch gut. Europa mit Deutschland in der moralischen Exklusiv-Verantwortung stand kurz vor der größten geschichtlichen Zäsur seit dem Mauerfall, was natürlich, wie üblich, in der Situation des Momentes keiner erahnen konnte. Und dennoch waren wir beim Programm von n-tv Zeitzeuge von etwas historischem. Endlich ergab sich die Chance aus dem Image des hässlichen Deutschen zu treten. Endlich stand man auf der richtigen Seite der Geschichte. Im letzten Jahrhundert gab es den einen, oder anderen Betriebsunfall, geschenkt, nun aber nutzten die Regenten die Möglichkeit, sich rein zu waschen und aus dem Schatten des Täterseins in das Licht der Heldentums zu treten. Traumschön.

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Wieder Terror in Würzburg

Von Julian Marius Plutz.

Ich saß mit Freunden „Zur Goldenen Gans“. Boote der Wasserwacht fuhren mit Blaulicht den Main entlang, an dem der Biergarten lag. Würzburg im Sommer ist sehr nah am Paradies, wenn die Alte Mainbrücke von Weinliebhabern überflutet ist und man, ich geb’s gern zu, genervt ist, weil es dauert, bis man endlich ans andere Ufer gelangt, weil die Menschen dort stehen und Silvaner, Bacchus und der Sorte mehr trinken.

Wir wunderten uns bei Brotzeit und Kaltgetränk, was wohl passiert sei. Unsere Endgeräte sorgten für Klärung Die heile Welt, wie ein Freund, der dort mit mir studierte und die Stadt immer so bezeichnete, erlebte den nackten Terror. „Heile, Heile Segen“ war gestern.

Plötzlich war alles voll von Polizei. Auf dem Handy lasen wir, dass im Zug, der von Treuchtlingen über Ansbach bis nach Würzburg fuhr, ein Mann mit einer Axt die Fahrgäste attackierte. Weil er es konnte und weil er sich auf den Koran bezog. Mit „allahu akbar“ begann die Schlachtung und mit dem selben Schlachtruf endete seine Tat.

Es war genau der Zug, in dem ich hunderte Male, so auch an diesem Abend, saß. Zwei Stunden trennten mich, um ein potentielles Opfer dieser Tat gewesen zu sein. Aber ich saß im Biergarten mit Freunden und trank naturtrübes Bier. Ich nahm einen anderen Zug.

Am 25.06.2021 kam das Grauen, das auf den Namen Terror hört, zurück in die vermutlich schönste Stadt der Welt. Ein 24- Jähriger Somalier tötete im Herzen der kleinen Metropole, am wunderschönen Barbarossa-Platz, drei Menschen. Fünf andere Personen verletzte er. Ich kontaktierte sofort meine Freunde und Bekannte, wie es ihnen geht. Sie saßen tatsächlich, wie damals mit mir vor fünf Jahren, im Biergarten der „Goldenen Gans“. Diese Geschichte ist wahr und ich bin Gott froh, dass niemanden etwas passiert ist, den ich zu meinem Bekanntenkreis zähle. Und dennoch entsetzt mich die Tat. Es ist etwas passiert, was niemals hätte geschehen dürfen. Diese Tat erzeugt Opfer.

Neben den expliziten Opfern von Terror, die Opfer und die Angehörigen, evoziert Terror auch Opfer impliziter Art. Die, die sich fürchten. Terror verbreitet Angst. Ein mir nahestehender Mensch hatte über Monate Probleme, nach der Axt-Attacke in der Regionalbahn, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Sicherlich ist dieses Beispiel ein Extremfall. Es zeigt aber, was Terror bewirken kann. Sie müssen verstehen, was das mit Menschen macht. Es verschüchtert nicht nur, es schüchtert ein. Es macht krank und zerfetzt Seelen.

Würzburg hält diese Tat aus. Natürlich wird die Stadt das tun. Aber es hinterlässt Narben. Vor der Frage „wie“ kann ein Terrorist agieren, kommt das „warum“. Warum tut ein Mensch ein solch entsetzliches Verbrechen? Und „wie“ kann man ihn daran hindern?

Das Fass, das ich aufmache, hat einen Boden. Es liegt im Jahr 2015. Und nur weil ich Glück hatte, vor fünf Jahren in der „Goldenen Gans“ gesessen zu haben und nur weil meine Freunde am 25.06., am Tag des Messers in Würzburg genau in diesem Biergarten saßen, heißt das nicht, dass andere Menschen verschont geblieben sind. Es ist das Entsetzliche von Gewalt. Es ist die schlimmste Tat, die man einer Person antun kann. Ihr das Leben zu nehmen.

Ich komm‘ nicht umhin. Wir müssen dem ein Ende setzen. Es geht nicht mehr weiter. Das hat Würzburg, Franken, Bayern, das hat Deutschland und die aufgeklärte Welt nicht verdient.

Kretschmann ist der Grüne Autokrat

Von Julian Marius Plutz.

Wir haben uns daran gewöhnt, dass die Grünen zu den größten Popcorn-Unternehmen gehören, so eifrig wie die Spitzenpolitiker Puffreis zu Unterhaltungszwecken produzieren. Da wäre die jüngste Absurdität um die inzwischen aus der Partei ausgetretene Spitzenkandidatin im Saarland. Irina Gaydukova konnte auf einer Wahlkampfveranstaltung keine einzige Frage beantworten. Schauen Sie sich das Video an. Es ist unglaublich.

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Das Problem mit der Regenbogenfahne

Von Julian Marius Plutz.

Wissen Sie, was „Finta“ bedeutet? Nicht? Keine Sorge, da sind Sie nicht alleine. Ich selbst wurde vor einiger Zeit aufgeklärt. Finta ist ein Begriff aus der LGTBQ + Bewegung und steht für Frauen, Inter Menschen, Nichtbinäre Menschen, Trans Menschen und Agender Menschen. Ja, genau, nun wissen Sie Bescheid. Finta, eben. Als ich das erste mal dieses Wort hörte, verstand ich „Filter“. Ja, was für „Filter-Menschen“ sollen das sein? Gefilterte Meinungen? Filter-Zigaretten? Ich begriff es nicht. Jetzt weiß ich, was Finta-Menschen sind. Doch verstehen tu ich es immer noch nicht.

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Blutspendeverbot ist angewandte Diskriminierung

Von Luca Barakat.

In Deutschland gilt ein Blutspendeverbot für Schwule- und Bi-Männer, die in den letzten 12 Monaten Geschlechtsverkehr hatten. Anfang der 1980er Jahre traten gehäuft Infektionen durch HIV kontaminierten Blutprodukten auf. Seitdem wurden Gegenmaßnahmen, wie intensivere Blutanalysen getroffen, die die Infektionswege minimierten. So weit, so nachvollziehbar. Im Zuge der verständlichen Vorsorge, um die Krankheit AIDS gar nicht erst auftreten zu lassen, fanden massive Grenzüberschreitungen statt.g

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