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Zwischen Bier, Obstler und Schweinshaxe: Grantler Gerhard Polt wird 80

Von Julian Marius Plutz.

Beim Thema Gerhard Polt, ich gebe es zu, da bin ich befangen, begleitet mich der Kabarettist mit seinen Bühnenstücken und Filmen mein halbes Leben lang. Kein Wunder. Als gewissermaßen Halb-Oberbayer gehört Polt einfach dazu. Mit acht oder zehn Jahren konnte man schon ein bisschen mitlachen, obwohl man nicht alles verstand. Je älter ich dann wurde, desto mehr erreichten mich auch die Zwischentöne, das Ernste und das Melancholische.

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#dankefüralles – Alles unter den Tisch

Von Julian Marius Plutz.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der JUNGE FREIHEIT.

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Wie DIE ZEIT eine ganze Gesellschaft veralbert

Von Julian Marius Plutz.

Die Wochenzeitung DIE ZEIT hat eine Rubrik, die „Hilfe“ heißt. „Auf dieser Seite reden wir jede Woche mit Expertinnen und Experten über psychologische Fragen“, heißt es von der Hamburger Gazette. Und was bietet sich mehr an, als Beziehungsprobleme zu beleuchten, die aufgrund der Kinder-Corona-Impfung erst entstanden sind? Richtig, so gut wie gar nichts. Hierzu lud DIE ZEIT den Paartherapeuten Wolfgang Schmidbauer ein, der nebenbei eine frappierende Ähnlichkeit mit Georgine Kellermann hat. Aber das nur am Rande.

Die erste Frage bereits markiert sehr deutlich, in welchen Dilemmata viele Paare mit Kindern offenkundig stecken: „Eine Freundin von mir und ihr Freund können sich nicht einigen: Sie möchte, dass das gemeinsame fünfjährige Kind gegen Corona geimpft wird, er ist dagegen. Wie können sie mit diesem Konflikt umgehen?“

Ja, was machen wir nur? Trennung und Sorgerechtsstreit? Oder doch eine Paartherapie bei Herrn Schmidbauer? Dieser hat immerhin zwei Lösungen parat. Man müsse sich „auf einen Modus verständigen, durch den sie ihren Konflikt klären.“ Als eine Möglichkeit schlägt der 80-Jährige vor, eine Münze zu werfen. Es soll das Los entscheiden. Respekt, wenn dies das Resultat eines Psychologiestudiums ist.

Doch er wäre nicht Experte, wenn er nicht nur eine für ihn „sympathischere“ Option auf Lager hätte. Beide Elternteile verständigen sich auf einen Experten. Und sagen: „Wir tun das, was er uns rät“. Entscheidend sei, dass der Experte anerkannt ist. Heißt konkret: Bei einem entsprechenden Konflikt, ein fünfjähriges Kind gegen Corona „impfen“ zu lassen, sollte an Karl Lauterbach hängen. Ich muss gestehen, da ist mir das Los lieber.

Andererseits: Was der Paartherapeut vorschlägt, ist bereits jetzt gang und gäbe. Schon jetzt entscheiden sogenannte Experten über Wohl und Wehe von Kindern, Jugendliche und Erwachsene. „Hilfe“ ist hier das Gebot der Stunde.

DIE ZEIT scheint endgültig den Verstand verloren zu haben. Kein Kleinkind muss sich die Injektion einverleiben. Es werden Konflikte erzeugt, die es ohne die mediale Indoktrinierung gar nicht gegeben hätte. Die Wochenzeitung vertut sich, macht sich lächerlich und veralbert eine Gesellschaft, die nach zwei Jahren Panikmache und Angstschüren nicht mehr die selbe ist.

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Edeka verbannt AfD Smoothies aus den Regalen

Von Julian Marius Plutz.

Jeder mag doch Edeka. Warum auch nicht? Ansprechende Werbung, regionales Obst und Bio. Viel Bio, weil das ja gesund ist. Wozu sollte das sympathische Unternehmen aus Hamburg jemanden etwas Böses tun? Da arbeiten doch junge, alerte Mitarbeiter, die mit Dynamik und Verve am Werk sind, um uns folgenlos uns gut gelaunt Produkte anzubieten. Wenn es schon kein „Good Gouvernance “ gibt, vielleicht dann bei Edeka immerhin „Good Supermarkt“?

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Todesmutige Schauspieler aufgrund Outing geehrt

Von Julian Marius Plutz.

Im Februar diesen Jahres brachte die Süddeutsche eine Geschichte, die die Welt in Atem hielt. 185 Schauspieler outeten sich als homosexuell. Medien, wie die Achse des Guten, TheEuropean und auch mein Blog berichteten über diese Unglaublichkeit. Schauspieler sind schwul, Schauspielerinnen lesbisch? Ich hätte es nie geahnt.

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Pulitzer ehrt Voyeur, der den Tod von Floyd filmte

Von Julian Marius Plutz.

Ich habe ja noch nie einen Preis gewonnen. Mir ist das persönlich auch überhaupt nicht wichtig. Natürlich sagen das all die, die nicht in den Genuss einer solchen Ehrung kamen. Logisch. „Titel sind nur Nummern“, sagte Pep Gardiola, nachdem er zum 12. mal im Halbfinale scheiterte. Genauso übrigens reden die, die eine solche Trophäe erhalten haben. „Das ist doch nur ein Titel“, sagen die anderen. Gespielte Bescheidenheit, vielleicht noch mit einem charmanten Flaubert Zitat auf den Lippen, während die Dollarzeichen in den Augen blinken und das Ego in ganz andere Sphären schwebt.

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Zu Gast beim Podcast Indubio

Die Publizisten Roger Letsch (unbesorgt.de), Julian Marius Plutz (neomarius.blog) und Boris Reitschuster (reitschuster.de) diskutieren mit Burkhard Müller-Ullrich über Banken, die Regierungskritikern die Konten kündigen, über Facebooks Wächterrat, der jahrelange Sperren abnickt, und über FDPler, die Feindeslisten führen.

Technischer Hinweis: INDUBIO kann man auch über die gängigen Podcast-Apps (Apple, Deezer, Soundcloud usw.) anhören.

https://www.achgut.com/artikel/indubio_folge_133_waehlertrmmer_einsammeln

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Neomarius nun auch in der Junge Freiheit und Novo

Warum die Linke für Schwule keine Alternative ist

Weshalb ist der Automatismus immer noch bei vielen: „Du bist schwul, also kannst du nicht freiheitlich-konservativ sein“? Natürlich geht das. Ich halte es für eine ziemliche Zumutung, daß Menschen eine sexuelle Orientierung an eine politische Einstellung knüpfen. Es ist eher sonderbar, daß Schwule und Lesben ausgerechnet linke Organisationen unterstützen, die in großer Mehrheit die Augen in dem Moment verschließen, wenn die Täter einen islamischen Hintergrund haben, der längst zum Vordergrund geworden ist.

https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2021/warum-die-linke-fuer-schwule-keine-alternative-ist/

Hetzen und jagen

Ferner auch auf Novo

https://www.novo-argumente.com/artikel/hetzen_und_jagen

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Kultur&Medien

Wie Malcolm Ohanwe Chuck Norris ablöste

Von Julian Marius Plutz.

In Deutschland ist es verpönt, sich selbst positiv zu beurteilen. Einerseits. Andererseits besteht die merkwürdige Kultur, jedweden Unsinn über den grünen Klee zu loben. Nehmen wir ein Beispiel: Kind, 13, möchte unbedingt Popstar werden. Das Problem an der Sache ist, es kann nicht singen. Also wirklich gar nicht. Es ist furchtbar anzuhören. Die Haare stehen zu Berge und man schämt sich fremd. Man will nur noch, dass es aufhört. Bitte, bitte, liebes Kind, lass es gut sein.

Und was macht Mutter? Die lobt ihre grässlich schrägen Beiträge, die sie dann noch allen ernstes auf Youtube hoch lädt. Eine hervorragende Einladung zum Mobbing. Hätte das Elternteil 1 doch mal den Mut gehabt, zu sagen: „Mädel, du bist toll, wie du bist. Aber singen, sorry, singen kannst du echt kein bisschen. Jetzt lösche deine grauenhafte Katzenmusik aus dem Internet, bevor es noch deine Berufskarriere schädigt und tu etwas, das du besser kannst.“ Gemein, ich weiß, ungerecht und verletzend. Die Wahrheit ist manchmal eine einzige grausame Zumutung. Ich weiß das, denn ich dachte früher einmal, ich könnte Rapper werden, doch reichte es beim Stottern nur für Schüttelreime.

Dann gibt es das schiere Gegenteil. Menschen, die sich selbst loben, als gäbe es kein Morgen mehr. Sie sehen sich nicht als Ebenbild Gott, sondern als Clon Jahwes. Ich bin der ich bin geil. Ein Exemplar leibhaftiger Hybris hört auf den Namen Malcolm Ohanwe. Und es ist offenkundig: Der Mann, glaubt man der Selbstbeschreibung, hat einiges auf den Kasten. Zumindest kann nicht jeder behaupten, sechs Sprachen zu sprechen und einige davon fließend. Ich kenne selbst so ein Sprachtalent und habe davor höchsten Respekt. Und Malcolm kann sich auch gerne dafür und für andere Punkte seiner Lebensleistung auf die Schulter klopfen – geschenkt. Und er kann das sogar auf Twitter machen, wo es tausende Menschen lesen würden. Dann braucht er sich aber nicht zu wundern, wenn er Gegenwind erhält und verspottet wird. Doch lesen Sie selbst, was er so über sich denkt:

Der multilinguale Tausendsassa

„Ich bin um die Welt gereist fürs ZDF Auslandsjournal, volontiert beim Bayerischen Rundfunk, Auslands-Podcast beim SWR, Studium der Romanistik, Anglistik und Arabistik, über 10 Journalisten-Preise mit nur 27, mehrsprachig versiert. Mir Expertise abzusprechen ist rassistisch.“ Ich freue mich über jeden Preis, den ich bisher bekommen habe (keinen) und es ist super, dass er „mehrsprachig versiert ist“. Andererseits würde mich dann interessieren, was „einsprachig versiert“ ist. Aber das nur am Rande und Spaß bei Seite. Warum soll es rassistisch sein, wenn man ihm „Expertise“, welche auch immer, abspricht? Ist ein bestimmtes Wissen etwa eine Frage der Herkunft?

Mir ist rätselhaft, warum Herr Ohanwe Kritik an seine Arbeit, die in weiten Strecken tatsächlich äußerst mittelmäßg ist, auf seine Herkunft reduziert. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Im Umkehrschluss könnte man ihn gar nicht kritisieren, ohne ein Rassist zu sein. Im Endeffekt lesen Sie gerade die Zeilen eines ultrarechten Hardcore-Nazis. How dare I?

Doch Malcolm hat noch nicht fertig, noch lange nicht: „Wer haut dir eine differenzierte Reportage aus Mali raus, komplett auf Französisch, spricht komplett auf Spanisch über die Missstände in Palästina und Israel und macht gleichzeitig wirtschaftliche Live-Schalten aus Nigeria auf Englisch. Das Absprechen von Intelligenz ist grotesk.“

In der Manier und freilich nicht ansatzweise so grandios würde ich wie in „Were so poor“ von Monty Python antworten: „Wer jongliert mit Mopsbabys, vier an der Zahl, telefoniert gleichzeitig mit dem senegalesischen Bildungsminister auf finnisch, sitzt im längst gefundenen Bernsteinzimmer, schreibt dabei die Fortsetzung von Herr der Ringe auf elbisch und löst den Nahost Konflikt während er erfolgreich durch 0 teilt.“ Malcom Ohanwe ist offensichtlich der neue Chuck Norris.

das jüdische scheint zu stören

Es folgen noch weitere Aussagen von Herrn Ohanwe, die noch mehr untermauern, dass hier jemand irgendetwas kompensieren muss. Und ja, Ohanwe wird mit Sicherheit auch rassistisch angegangen und ja, ich selbst erlebte Diskriminerung. Ich kann das nachempfinden und spreche jedem, der dies tut ab, Humanist zu sein. Das steht außer Frage. Aber Ohanwe kann auch austeilen. Und wie.

So wie 19. Mai bei Maischberger, als sich der Malcolm zum inoffiziellen Pressesprecher der Terrroristen machte. Knuffig und sympathisch erklärt er uns, dass es „jüdische Mobs“ gab, die vor der Al Aqusa Moschee „Arabar“ jagten, freilich ohne Beleg. „Der jüdische Mob“ ist streng genommen die Koscher Nostra. Freilich meinte Herr Ohanweaber nicht die Mafiaorganisation, sondern nach Blut lüsterne Juden, die durch die Straße wetzen, um Araber zu töten. Ein Schelm, der an Antisemitismus denkt. Überhaupt scheint er sich am Jüdischen zu stören. So werden im Westjordanland auch nicht Palästinenser von Israelis „niedergeschossen“, auch hier frei von Beleg, sondern „jüdische“ Israelis schießen Palästinenser nieder. Der Punkt der religiös-kulturellen Herkunft scheint dem Malcolm persönlich wichtig zu sein. Ich halte das für höchst problematisch und das muss auch hart kritisiert werden.

Ich bleibe daher eher beim Motto des Herrenschneiders: „Darf’s auch a Nummer kleiner sein“? Es ist okay, sich zu loben und ganz ehrlich, so manche Texte von mir lese ich und denke mir: „Ist der geil!“. Übertreiben sollte man die Lobhudelei dann doch nicht. Malcom Ohanwe nahm übrigens mit 16 bei „Deutschland sucht den Superstar“ teil. Ob das aufgrund gelogener positiver Zusprechung seitens seines Umfelds passiert ist, kann weder bestätigt, noch verneint werden. Eines sollte aber klar sein: Nach Kritik an der eigenen Person mit der Rassismuskeule zu kommen, ist für die Opfer echter Diskriminierung ein Schlag ins Gesicht. Vielleicht haben die Kritiker auch einfach nur recht. Vielleicht ist das Fremdbild doch an der Realität näher, als das Selbstbild. Und vielleicht ist Malcom Ohanwe tatsächlich nur ein äußerst mittelmäßiger Tendenzjournalist und ein absurd einseitiger Aktivist.

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Hetzjagden in Europa

Von Julian Marius Plutz.

Erinnern Sie sich noch an die Jagszenen in Chemnitz? Das weltbekannte Qualitätsmedium „Antifa Zeckenbiss“ informierte Deutschland, dass Ausländer am Rande einer Demo durch die Straßen gehetzt wurden. Und ja: Die Bilder sind alles andere als ansehnlich. Man sieht zwei oder drei Männer, die einem anderen Menschen hinterherrennt. „Antifa Zeckenbiss“ beschrieb ihr Video so: „#c2608 #Sachsen. Menschenjagd in #Chemnitz Nazi-Hools sind heute zu allem fähig #FckNZS.“Diese Zeilen empfanden Angela Merkel, respektive ihr Adlatus Steffen Seibert als so charmant, dass sie diese nicht nur übernahmen, sondern auch noch ins Plural setzten. Plötzlich handelte es sich um „Hetzjagden.“ Traumschön.

Geboren war die Legende, die letzten Endes zur Entlassung des damaligen Verfassungsschutzpräsidenten führte. Und das, obwohl die tendenziell unverdächtige Lokalpresse, die im Gegensatz zu Merkel und Seibert vor Ort waren, Hans-Georg Maaßens Aussage unterstützte. Manchmal ist die Wahrheit einfach nicht gut genug und wer sie ausspricht, die unangenehme Wahrheit, der wird zum Problemfall. Wie Bruno der Bär zum Problembär wurde. Der musste dann auch weg.

Über Wochen debattierte man über dieses eine Video und diese eine Demonstration. Betroffenheitstrunkende Politikerdarsteller und bedeutungsschwangere Journalistenspieler übertrafen sich mit moralin-gedopten Worthülsen. Hätte man es nicht besser gewusst, würde man meinen, die Machtergreifung der Nazis stehe bevor. Und die Speerspitze der investigativen Medien „Antifa Zeckenbiss“ – wer kennt sie nicht – war mitten im Geschehen.

Helge Lindh und Paul Pogba drehen hohl

Seit Tag 1, an dem sich Israel gegen Angriffe von Terroristen wehrte, gehen Menschen weltweit auf die Straße und demonstrieren gegen das Selbstverteidigungsrecht eines Landes. Auch hierzu gibt es ein Video, das allerdings nicht, wie das von „Antifa Zeckenbiss“, in zahllosen Medien, bis hin zur Tagesschau, vorkam. Es löst auch keine Empörung bei Angela Merkel aus oder regt eine ehrliche und echte Debatte über Antisemitismus an. Es regt sich rein gar nix, außer, dass Helge Lindh ein Strohmann Argument baut, dass es nur so knistert: „Antisemitismus ist also ein importiertes Problem? In einem Land, zu dessen Staatsräson das Gedenken an die Shoa gehört? Mit einem ehem. Verfassungschef, der antisemitischen. Verschwörungsmythen verbreitet? Mit Coronaleugnern, die sich auf Demos mit Judenstern zur Schau stellen? Achso.“

Davon abgesehen, dass Lindh die dreiste Lüge von Luisa Neubauer fortsetzt, Maaßen sei antisemitisch und noch mehr davon abgesehen, dass mir schleierhaft ist, was Coronademos damit zu tun haben: Antisemitismus ist kein reines importiertes Problem. Das hat aber auch niemand behauptet. Jedoch verstärkt der Importierte den bereits bestehenden Judenhass. Das ist überhaupt kein Geheimnis und leuchtet auch jeden ein, der das Thema ohne politisch korrekter Scheuklappen betrachtet. Doch diese Denkleistung mag den geistigen Kleinsparer aus Wuppertal zu überfordern. Lieber versucht Lindh mit fadenscheinigen Klagen seine Kritiker einzuschüchtern.

An den Reaktionen auf den Konflikt zeigt sich die klare, israelfeindliche Haltung. So solidarisierte sich unter anderem Manchester United Spieler Paul Pogba mit den Angriffen auf israelische Zivilisten. Anders kann ich diese Aktion nicht deuten. Es ist offensichtlich kein Problem, für die Ziele der Hamas zu stehen. Man bekommt es jedoch mit Problemen zu tun, wenn man für den Judenstaat Partei ergreift, wie in dem besagten Video:

Eine Person schwenkt am Rande einer solchen Anti-Israel Veranstaltung eine eine Israelfahne. Als die Demonstranten dies bemerkten, rannten in wenigen Sekunden einige Teilnehmer auf die Person zu und verfolgten sie durch die Gassen von Basel. Eine einzige Fahne mit einem Davidstern schien den Demonstranten so zu provoziert, dass sie aggressiv wurden und dieser mutigen Person hinterherhetzten.

Die Debatte ist kaputt

Tag ein Tag aus eskalieren solche Demonstrationen. Manche Teilnehmer scheinen ihren letzten Rest Anstand und Pietät abgelegt zu haben. Sie grölen: „Jude, Jude, feiges Schwein – komm heraus und kämpf allein.“ Sie verbrennen Israelflaggen. Sie beschimpfen Journalisten als „Scheiß Jude“. Die Stimmung ist aggressiv und der Täter ist klar definiert: Der Jud‘ ist schuld. Wer auch sonst? Ich kann Ihnen kaum beschreiben, wie wütend und traurig mich das macht. Ich bin mir sicher, dass der einzige Grund, warum diese Menschen mit ihrer Menschenfeindlichkeit auf die Straße gehen ist, weil Hitler seinen Job nicht zu Ende brachte. Ich meine das völlig ernst. Offensichtlich haben zu viele Juden den Holocaust überlebt. Das scheint den Hamas-Freunden aus Europa ein Dorn im Auge zu sein.

Deutsche Medien und Deutsche Politik sind kaputt. Berlins Innensenator nennt die Demonstranten „erlebnisorientiert„. Nach der Argumentation wäre der Holocaust eine Art Volksfest gewesen. Sein Genosse und Bundesvorsitzender Norbert-Walther Borjans fordert aufgrund U-Bootlieferungen an Israel ein Mitspracherecht um „Verhandlungen zu führen und sich nach einer Zwei-Staaten Lösung zu öffnen“. Die Partei, die einst Standards in Ehre und Moral setzte, als August Bebel, Friedrich Ebert oder Helmut Schmidt noch im Amt und Würden waren, zerlegt sich im Stundentakt. Was ist los mit euch? Ich kenne zwar ein paar SPD Mitglieder, vernünftige Leute, Freunde, Familie. Doch darüber scheint sich keiner großartig zu beschweren. Ich kann das nicht nachvollziehen. Ist euch Israel wirklich so egal? Wisst ihr nicht, weshalb das Land gegründet wurde? Wenn sich Juden auf deutschen Straßen nicht sicher fühlen und der Staat, den Juden als Sicherheitsgarant zur Verfügung steht, angegriffen wird und die Politik dazu nichts zu sagen hat, dann hat sie jedwede moralische Legitimation verloren. Ethisches Schachmatt, emotionales Schneider-frei.

Wer die Gewaltdemos gegen Israel nicht skandalisiert, versteht es nicht. Wer glaubt, die Angriffe von Hamas und die Interventionen von Israel gleichzusetzen, versteht es nicht. Und wer ein einzelnes Video von „Antifa Zeckenbiss“ zum Anlass nimmt, unliebsame Menschen loszuwerden, versteht rein gar nichts. Die Debatte ist längst vergiftet und zerstört. Wenn das Opfer nicht ins Weltbild passt, sind die Opfer im Weg. Wenn sich Juden wehren und Israel verteidigen, sind sie Fehl am Platz. Da kann schon mal eine einzige Israelflagge zum Problem werden.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article181318302/Chemnitz-Bundesregierung-verurteilt-Hetzjagden-scharf.html

https://www.freiepresse.de/chemnitz/chemnitz-darum-sprechen-wir-nicht-von-hetzjagd-artikel10299149

https://www.achgut.com/artikel/unsere_mandantin_wollte_gesaessvioline_schreiben

https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/nach-hass-krawallen-in-berlin-innensenator-nennt-judenhasser-erlebnisorientiert-76427036.bild.html

https://www.welt.de/politik/deutschland/article231203253/Walter-Borjans-Anspruch-gehoert-zu-werden-SPD-stellt-Israel-Bedingungen.html

https://www.merkur.de/lokales/region-miesbach/miesbach-ort29062/zehnten-todestag-erschoss-bruno-6517193.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Schneider_(Kartenspiel)