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Die Vögel

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Aus Mangel an Vertrauen – Israel, Iran und die Tendenzpresse

Außenpolitik interessiert mich, so ist es nicht. Ja.

Dennoch habe ich zu vielen Themen hierzu keine spruchreife Meinung, geschweige denn eine für den Blog. Ich lese viel über Russland, China, USA, Israel, Iran oder Syrien. Aber dabei muss keine allumfassende Meinung herauskommen. Ich habe ein paar Grundsätze, ja. Aber das heißt nicht, dass ich mich zu jeder Schlagzeile äußern muss.

Manchmal aber dann doch. Ha!

Als 2015 das Abkommen von Wien unterschrieben wurde, der sogenannte Iran Atom Deal, war ich skeptisch. Ich konnte dem Iran nicht vertrauen, dass es sich daran halten würde, keine Atomwaffen zu bauen. Einem Land zu glauben, in denen seit 2015 fast 40% aller Todesstrafen ausgeführt wurden, Homosexuelle verfolgt und getötet werden, wenn sie sich nicht für eine Geschlechtsumwandlung entscheiden, fällt nicht gerade leicht.

Wieso sollte man ein Land vertrauen, dass mit der Hisbollah im Libanon eine eigene Armee hat, eine Terrormiliz, die Israel mit Raketen bekämpft und auch in Syrien Stützpunkte hat?

Seit 2015 herrscht im Jemen Krieg.  Der Iran unterstützt die Huthi Rebellen, die seit 2014 die Hauptstadt Sanaa unter Kontrolle haben. Die Folgen des Krieges sind tausende Tote durch kein oder verunreinigtes Trinkwasser, Cholera, Bomben und Plünderungen.

In Bahrain und Saudi Arabien ist das Regime an zahllosen Sabotageaktionen beteiligt, um Öl zu plündern. Dabei kamen Arbeiter und Militärs ums Leben.

Der Iran unterstützt aktiv die Muslimbrüder, sowie die Hamas, die den Gaza Streifen kontrolliert und mit Terror Tunnel versucht, der Endlösung einen Stück näher zu kommen. Also schmuggeln sie auf dem illegalen Weg Waffen, Bomben und Attentäter ins gelobte Land.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich möchte mit so einem Land keinen Deal abschließen; ein Vertrag, der auf Vertrauen basiert.

Auch die Annahme, dass das Wiener Abkommen effektive Kontrollen militärischer Anlagen im Iran ermöglichen würde, ist falsch. Genau das aber wurde im Deutschlandfunk komplett negiert wurde, indem der Journalist in einem Meinungsbeitrag sagte, der Iran Deal würde „vollumfänglich und allumfassend“ das Land an einer A-Bombe hindern. Das sind Fake News. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) muss ihre Besuche vorher ankündigen. Ob sie dann auch zu den Anlagen gelassen werden, steht auf einem anderen Blatt.

2015 weigerte sich der Iran – und das war der finale Grund für Israel, dem Abkommen nicht zuzustimmen, seine bisherigen militärischen Programme offenzulegen. Rohani und Außenminister Sarif haben immer wieder und über ein Jahrzehnt betont, der Iran würde die die Kernenergie nur zu friedlichen Zwecken nutzen. Doch dann kam der Mossad.

Der israelische Geheimdienst mit dem Hang zu spektakulären Aktionen besorgte über 50000 Dokumente über das iranische Nuklearprogramm. Glaubt man dem Inhalt, der unabhängige Waffeninspekteur Albright tut das, so habe Teheran über Jahre gelogen, was ihre Kernenergie anging – und sie sehr wohl und sehr nahe an der Bombe dran sind. Albright selbst war es, der bei den Kontrollen immer wieder beklagte, der Iran würde die Fragen der IAEA nicht oder nur zum Teil beantworten und bewusst verschleiern.  Dies war einer der Gründe, warum Donald Trump schließlich den Deal beendete.

Und auch wenn die Dokumente im Jahre 2014 enden, so beweist es, dass der Iran zutiefst unehrlich war. Vor laufender Kamera hat das Mullah Regime die Welt belogen.

Es ist wirklich erstaunlich, wie wenig von den hiesigen Politikern im Zusammenhang mit dem Iran über Israel gesprochen wird. Der Judenstaat ist  d e r  Bündnispartner, wenn es um das Mullah Regime geht. Denn Teheran bedroht Israel, sei es durch das Forcieren der Atombombe, oder sei es durch offene Drohungen, das Land auszulöschen. Daher sollte Jerusalem der erste Ansprechpartner sein und nicht ein Bündnisverhältnis zu Russland oder Frankreich, was Heiko Maas in diesen Tagen beklagt.

Noch mehr überracht mich, wie der Deutschlandfunk oder das Erste, die kein vernünftiges Wirtschaftsmagazin zu Stande kriegen, plötzlich in epischen Breiten sinnieren, was das geplatzte Abkommen nun für die deutsche Wirtschaft ausmachen würde. Zum Vergleich: Das deutsch-iranische Handelsvolumen betrug 2017 knapp drei Milliarden Euro, etwa so viel wie mit Algerien und Serbien. Nichts gegen diese Länder, aber im Verhältnis macht einer dieser Staaten grob gerechnet 0,2% des Gesamthandelsvolumen aus. Peanuts.

Selbst wenn es 2% wären, oder 20%: Ich finde nicht, dass ökonomische Beziehungen über gewisse außenpolitische Standards gehen sollten. Man kann es auch kurz fassen: Mit einem Land, in dem Schwule gehängt werden; ein Land dass Israel aktiv versucht, auszulöschen, mit diesem Land sollte man keine wirtschaftlichen Beziehungen halten. Da hat der neue US Botschafter recht.

Es ist richtig, dass der Iran vom Abkommen mehr profitiert hat, als Deutschland. Die Rede ist von zweistelligen Milliardenbeträgen, die nun wegfallen.

Richtig ist aber auch, dass das Geld nicht beim Volk ankommt. Dafür wurden Raketen von Russland gekauft. Raketen, die heute nach Israel fliegen.

Ganz und gar nicht Recht war die Reaktion des Irans. Denn folgerichtig, wenn auch wahnsinnig, wäre ein Angriff auf die USA gewesen. Doch die Mullahs begnügen sich mit Raketen auf Israels Golanhöhen – was sowieso näher ist. Die Antwort aus Jerusalem ließ nicht lange auf sich warten. Was zum Beispiel Tagesschau.de daraus gemacht hat, aber auch der Spiegel oder die SZ, ist unterste Kajüte und hat mit objektiver Berichterstattung nichts zu tun. Das konnte nicht mal die Lage der Nation toppen – Speerspitzenpodcast linksliberalen Tendenzjournalismus.

Zunächst die Tagesschau. Ganz ohne Worte. Danke an Fiilipp Piatov, eisener Kämpfer im Kampf gegen Antisemitismus! Er hat dieses Schmuckstück gefunden:

Wie üblich in der „Israelkritik“, ein Wort, das es für kein anderes Land gibt, ist der Spiegel ganz vorne dabei. Subtil geht das Augstein Blatt voran. Während die Angriffe auf die Golanhöhen nur „Berichte“ sind, ist sich das Blatt bei den israelischen Angriffen dagegen sicher. Israelischer Vorwurf gegen tatsächliche Bomben aus Syrien. So  läuft das. Uninteressant sind Informationen vor Ort, zum Beispiel hier.

Henryk Broder hat das sehr unterhaltend auf achgut zusammengefasst.

Und so gibt es einen roten Faden, der durch die Geschichte geht. Vom schwachen Abkommen, von den Enthüllungen des Mossads bis zu den Angriffen und den einseitigen deutschen Berichten. Das einzige, was sich geändert hat, ist die USA, die heute, 2018, „vollumfänglich und allumfassend“ auf Israels Seite steht.

Wenn Israel zur deutschen Staatsräson gehört, wie Angela Merkel einst sagte, wo ist dann die Stimme der Kanzlerin für Israel?

 

 

 

 

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Hühnerbrust mit Nazisoß‘ oder: Jans kleiner Hitler im Kopf

Hoch stand die Moralinsäure, als Jan Böhmermann per Videoübertragung zur hiesigen re:publica sprach. Und während die Gemeinde vor Erregung ins kollektive Stangenfieber fiel, plauderte der Bub aus Bremen über sein neustes Projekt, das auf den Namen „Reconquista Internet“ hört.

Hierbei handelt es sich nicht etwa um das neuste Buch von Rolf-Peter Sieferle (RIP), dessen „Finis Germania“ von der Spiegel Beststellerliste entfernt wurde. Nein, nein. Doch um Zensur, wenn auch nicht de jure, geht es bei Böhmermanns unlängster Aktion schon. Aber eins nach dem anderen.

„Reconquista Internet“, das das rechtsextremistisches Konglumerat „Reconquista Germanica“ kapern soll, verbalisiert eine Twitter-Liste, in der „Trolle und Rechte“, was die „Wendy“ des „Spiegels“ weiß, aufgezählt werden. Das Ziel ist klar: Maximale Stigmatisierung bestimmter Meinungen, die sich vom linksgrünen Mainstream absetzen und diese kollektiv zu Löschen und zu Melden, letzteres in guter deutscher Denunziantentradition. Mittlerweile hat Böhmermann mehr als 50.000 Mitstreiter rekrutiert. Bezahlt aus Ihren Rundfunkgebühren.

Das ganze hätte eine gewisse, wenn auch begrenzte, Berechtigung, wenn auf dieser Liste, die inzwischen 46 Seiten umfasst, Straftäter zu lesen wären. Triebtäter zum Beispiel, vor denen die Gesellschaft Angst haben muss. Von wegen und viel zu harmlos!

Da ist zum einem Jürgen Fritz, der einen anständigen Blog betreibt, den ich gerne lese. Man kann vieles über Jürgen sagen. Ein Extremist ist er nicht und ebenso wenig ein Troll.

Weiter ist Dushan Wegner zu finden. Ernsthaft? Der Autor des Buches „Talkingpoints“. schreibt zum Beispiel für die Achse des Guten und hat einen durchaus veritablen Einblick in die US-Gesellschaft. Seinen letzten Beitrag auf achgut muss man nicht mögen; eine legitime Meinung und keine Extreme noch dazu, skizziert Wegner auf jeden Fall.

Doch die Blacklist des Hühnerbrüstigen geht weiter. Die Junge Freiheit. Klar. Bestimmt ist die JF nicht die Taz, aber eine doch solide Wochenzeitung, für die schon Peter Scholl-Latour schrieb.

Der Wahnsinn wird epidemisch. Als nächstes lese ich Roland Tichy. Wirklich wahr! Tichy war Chefredakteur bei der „Wirtschaftswoche“, bis er dann den schönen Blog Tichys Einblick ins Leben rief, der seit letztem Jahr sogar in Print erscheint. Für ihn schreiben Leute wie der FDP Politiker Frank Schäffler, das Mitglied im hessischen Landtag Ismail Tipi (CDU), oder der ehemalige „Aspekte“ Moderator Wolfgang Herles. Alles unverdächtige, seriöse Leute. ich bezweifle, dass Böhmernann auch einen der drei Namen kennt, geschweige denn länger als 120 Sekunden auf Tichys Einblick gelesen hat.

Ich könnte viele aus dieser Liste aufzählen. Der Schwulenrechtler David Berger, einst Liebling der Linken, weil er die Bigotterie der katholischen Kirche aufschrieb. Mittlerweile ist Berger, der bis vor wenigen Jahren ein Homomagazin leitete, auf dem Boden der linken Tatsachen angekommen und gilt als die Deutsche Variante des Milo Yiannopoulos – also für Linke eine Persona non grata .

Der Aufschrei über eine irre Liste wäre groß und umfangend, hätte, zum Beispiel die BILD Zeitung, eine Liste mit Twitter Accounts veröffentlicht, auf denen potentielle Pädophile zu lesen gewesen wären. Oder potentielle Islamisten. Der Unterschied ist freilich der, dass es sich bei „Reconquista Germanica“ um eine völlig austauschbare Aufzählung handelt, während wir bei Islamisten oder Pädophilen um mögliche Straftäter sprechen. Aber der Widerstand von links, von der SZ zur FAZ, von der Tagesschau bis hin zum irren Klaus Kleber, wäre gewiss gewesen.

Als Armee, so Böhmermann, will er die 50.000 Follower nicht verstanden wissen. „Das erinnert an vor 80 Jahren“, spricht er bei der re:publica und ist sich dessen Zustimmung gewiss. Witzig. Eine Veranstaltung, die die Bundeswehr auslädt, weil sie ihr zu bunt ist, dafür aber Straftäter wie Chelsea Manning hofieren, sollte sich durchaus überlegen, wo ihr moralischer Kompass ist.

Mich erinnert Böhmermanns Aktion eben genau an die Zeit von 1933: Sprechverbote, Listen mit unliebsamen Menschen, Stigmata. In Böhmis mitfühlender Meinungsdiktatur gibt es zwar eine Bühne für Andersdenkende. Nur kriegen diese kein Mikrofon. Die Menge sieht sie, aber antworten können sie nicht. Nur folgerichtig wäre im nächsten Schritt das Konzentrationslager. Mitfühlend, versteht sich.

Doch warum der Aufwand?“, fragt ihn dann noch Bento. „Was ist denn sonst für Lösung ?(sic!) antwortet Böhmermann. „Ist von rechts überhaupt eine Debatte gewollt?“
Die Frage kann man durchaus zurückgeben. Ist von Böhmermann, der noch nie irgendeine Debatte geführt hat, ein Gespräch erwünscht, wenn er andere in einen Sack wirft und drauf los knüppelt, mit der Gewissheit, dass er schon den Richtigen trifft?

Ich kann sagen, dass Dushan Wegner, Roland Tichy, David Berger und viele andere auf der Liste durchaus Debatten führen. Sie sind in Talkrunden, auf Podien und sie schreiben. Nichts davon tut Jan Böhmermann. Er surft auf der Welle des Linksmainstreams und weiß weite Teile der Gesellschaft hinter sich. Er riskiert nichts, das hat er nie getan. Sonst würde er sich tatsächlich in eine Fernsehshow setzen und Rede, wie Antwort stehen.

Weil er das nicht tut, bleibt er der Pausenclown der Linksbewegten, der den unbedingten Willen hat, endlich, endlich nicht mehr das einzige Mainzelmänchen zu sein, sondern den Lerchenberg mit politischer, satirischer Bedeutung zu fluten, wie es Harald Schmidt bei anderen Sendern scheinbar spielerisch geschafft hat. Doch er ist kein Harald Schmidt.

Er ist nur ein Blender.

Anmerkung: In der letzten Version wurde „Reconquista Germanica“ wie „Reconquista Internet“ verwendet. Obwohl durch das Kapern mittlerweile das eine zum anderen verschmilzt und die Geisteshaltung sich am Ende des Tages nur an der Windrichtung, nicht an er Methodik ändert, hätte ich dies mit einem Satz erwähnen können. Doch nun, und das ist wohl das Ziel der Aktion und das sehen wir in Twitter ganz besonders, werden beide Begriffe synonym verwendet.
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Die Kraft der zwei Herzen oder wie Christen und Atheisten an einem Strang ziehen sollten

In meiner Brust, da schlagen zwei Herzen. Ja.

Einerseits fühle ich mich einem Atheismus verpflichtet, der gar nicht radikal genug sein kann. Gerade in Zeiten, in denen islamischen Eltern ihre eigenen Kinder zur Schlachtbank führen, um sie mit Angspädagogik, Zwangsehen und dem hauseigenen  Patriachat zu missbrauchen, braucht es messerscharfe Laizisten. Der Islam ist die schlimmste Ideologie, die blutigste Abrechnung und die effektivste Unterwerfung in dieser Zeit.

Ja, es geht ein Gespenst um in Europa. Es hört auf den Namen „Islam“. Appeasser, Linke und Grüne dieser Zeit haben beschlossen, Menschlichkeit, Vernunft, Freiheit und Nächstenliebe auf Kosten eines Scheinfriedens zwischen den Kulturen aufzugeben, der wie der Scheinriese in Jim Knopf immer kleiner wird, je näher man auf ihn zu kommt. Unter dem Lügengewand der Political Correctness verrät man lieber ehemalige eigene Werte und damit ein ganzes Volk, als unbequeme Fragen und noch unbequemere Antworten zuzulassen. Sie haben recht: Gespenstisch.

Und da gibt es das andere „Herz“ in meiner Brust.

Mit 18 habe ich mit dem Judentum befasst. Ich habe die Thora gelesen. Es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte dreimal beim nächsten Rabbi geklopft, bis dieser mich übellaunig hineinließ. Später interessierte mich das Bahaitum, die Baptisten, den Islam und die Pfingstbewegung. Es scheiterte immer am gleichen Punkt: Ich glaube nicht. Nicht an eine Transzendenz. Mein Verständnis von Logik und Wissenschaft macht mir keine Spiritualität möglich. Ich bereue das nicht; so bin ich nun mal. Mir fehlt nichts.

Ich halte die sogenannte Metaphysik für eine Kopfgeburt aus dem Elfenbeinturm von Leuten mit sehr viel Zeit und wenn überhaupt auf schlechten Drogen und ohne Zugang zum präferierten Sexpartner. So ist auch schon die Lindenstraße entstanden, koffeinfreier Kaffee, Irish Stew und die SPD.

Und dennoch ist das aufgeklärten Christentum Bündnispartner im Kampf um die Menschlichkeit. Na klar. Auch wenn ich ihre Mythen lächerlich finde, sowie die Rieten, die altbacken und verstörend wirken. Der Kampf gemeinsam gegen einen politischen Islam, der unsere Gesellschaft vergiftet, lässt meine Kritik unwichtig erscheinen. Es geht um ein Zweckbündnis. Bestimmt habe ich eine andere Meinung als manche Christen, was Sozialpolitik angeht, Abtreibung oder Aussenpolitk. Aber in diesem Punkt, in der Verteidigung gemeinsamer Werte, unserer Kultur und nicht zuletzt unserem Vermächtnis, das, was von dem Laden mal übrig bleibt – dafür stehen wir Seit an Seit.

Andere Christen, wie Kardinal Marx oder Bischof Bedford-Strom haben sich längst im Appeasement eingerichtet. So lassen die beiden höchsten deutschen Würdenträger von Katholiken und Protestanten allen Ernstes Kreuze abhängen, wenn islamischer Besuch kommt. Und beide lassen sich auch nicht in der hemmungslos gleichgeschalteten CSU Kritik lumpen,  wenn Söder das Christensymbol in Behörden aufhängen will. Wer hat diese Waschlappen in ihre Ämter befähigt.

Und daher habe ich kein Problem, wenn Leute aus der AfD oder woher auch immer die Erklärung 2018 wie ich auch unterzeichnen. Ich muss sie ja nicht heiraten. Und ich bin mir sicher, was USA, Russland oder Israel angeht, würde ich mit vielen Unterzeichnern aneinandergeraten. Aber es geht in der Erklärung nicht um die USA, oder Russland oder Israel. Sondern um die illegale Einwanderung in Deutschland.

In meinem letzten Post ging es um die Problematik einer überlagernden Beziehungsebene in der Kommunikation. Es ist unglaublich, wie viele scheinbar schiefe Diskussionen man dadurch erklären kann. Auch zum Thema der Erklärung 2018. In vielen Diskussionen darüber auf Twitter und Facebook habe ich das beobachtet. Weil Person X unterzeichnet hat, ist die Erklärung böse. Und deshalb bin ich böse. Weil Person A Sache B gut findet und Person C ebenfalls Sache B unterschreibt, muss C nicht gleich A mögen. Eigentlich einfach.

Und so können beide Herzen nebeineinder existieren. Obwohl ich leidenschaftlicher Atheist bin, kann ich mit Christen für eine wünschenswerte Sache kämpfen. Oder mit Alexander Gauland, Frauke Petry und Matthias Matussek. Nur weil ich in diesem Punkt ihrer Meinung bin, bin ich weder mit allen Positionen der AfD oder dem Katholizismus einverstanden.

 

 

 

 

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Das Leiden der jungen Linken – wie ein Kommunikationsfehler Schule macht

Sie haben bestimmt schon mal etwas von der Inhaltsebene und der Beziehungsebene gehört.

In der Psychologe gilt die Kommunikation als gestört, wenn die Beziehungsebene mehr als üblich überwiegt. Nach dem Pareto Prinzip also über 80%.

Alexander Gauland kann sagen was er will. Zum Beispiel, dass Martin Schulz einen Bart hat. Wenn Sie Gauland scheiße finden, werden Sie das negieren, zumindest aber die Aussage ignorieren. Ihre Antipathie ist also so groß, die Beziehungseben so dominant dass der Inhalt dahinter verschwindet. So geschehen im Deutschen Bundestag, in der der genannte AfD Politiker eine lupenreine Rede zum Thema „70 Jahre Israel“ hielt.  Nur seine Fraktion klatschte, obwohl der Inhalt jede Partei unter der Kuppel unterschrieben hätte müssen, wenn es nach ihrer Haltung ginge. Es ging aber nicht um den Inhalt, sondern um die Beziehung zu dem Mann, der nur eine Krawatte hat.

Umgedreht kann es sein, dass Sie, wie ich, Robert Habeck sympathisch finden. Wenn sie ihn allerdings so auf ihn stehen, dass Sie ihm jeden Stuss verzeihen, überwiegt die Beziehungsebene. So kann sich kaum ein Protestant vorstellen, dass ihr Luther ein schäbiger Antisemit war, kein Muslim, dass Mohamed sich an Minderjährigen vergriff, oder kein Fans von O.J., dass Simspon  doch schuldig gewesen sein könnte. Ein Klassiker der verschobenen Ebenen ist das Verliebtsein. Sie kennen das. In dieser Zeit verzeihen Sie ihrem Liebsten jeden, absolut jeden Scheiß. Außer, dass er AfD Wähler ist.

Beispiel Markus Söder. Es stimmt schon, sein Gesichtsausdruck geht nicht gerade in Richtung „everbodys darling“. Mit seinen Gegnern geht er nicht zimperlich um. Obwohl man ihm vielleicht unrecht tut, würde ich eher mit Rober Habeck ein Bier trinken, als mit dem neuen bayerischen Ministerpräsidenten. So ist es auch kein Zufall, dass sich die Presse einhellig auf ihn eingeschossen hat. Ob er Kreuze in öffentlichen Gebäuden aufhängen will oder die Polizeibefugnis reformieren will.

Wenn sich alle einig sind, ist es Zeit, sich mit der Gegenseite zu befassen. Nicht aus reinen Oppositionswillen, der mir gerne unterstellt wird. Viel mehr betrachte ich gleichgeschaltete Medien mit Skepsis. So doof kann sich auch nicht die CSU anstellen, dass ihr niemand beispringt. Nicht mal der Bayernkurier. Absoluter Konsens ist die Hure der Lüge und der Vater der Diktatur.

Nehmen Sie das Polizeiaufgabengesetz der CSU. Jeder ist dagegen. Die wenigsten dürften sich allerdings damit befasst haben. Denn dann sollten sie Kritiker auch die EU und das Bundesverfassungsgericht kritisieren. Denn weite Teile des Gesetzes entstammen Teile der Datenschutzrichtlinie, die aus Brüssel kommt. Andere Teile, die sogenannte „drohende Gefahr“ hat das Bundesverfassungsgericht selbst formuliert.

„Drohende Gefahr“ bedeutet, dass ein Mädchen vor einem drohenden Ehrenmord ihrer Familie geschützt wird, indem die potentiellen Täter festgehalten werden können, obwohl Zeit und Ort der Tat noch nicht feststeht. Das Ganze nur, wenn ein Richter dies legitimiert.

Hier wird es hart für den Linksliberalen. Einerseits ist die Beziehungsebene ja schon prominent und vorgeprägt, was die CSU und Söder angeht. Klar. Andererseits ist man ja durch und durch EU Fan. Blöderweise trägt das Polizeigesetz die Handschrift Brüssels.

Aber es kommt noch härter. Nun hat auch noch die heilige Kuh, das Bundesverfassungsgericht, die böse, böse, böse „drohende Gefahr“ als verfasungskonform tituliert. Rechtspositivismus ist schon manchmal eine Bitch.

Um diesen Beziehungskonflikt zwischen Söder/CSU einerseits und  Brüssel/Karlsruhe andererseits zu lösen, tut man das, was man auch in jeder anständigen Ehe macht. Man ignoriert es. Sinniger ist es freilich, Menschen nicht zu verurteilen, weil sie so sind, wie sie sind. Sondern, wenn überhaupt, weil sie etwas gesagt oder getan haben.

Prinzipielle Verurteilung von Menschen ist die Hure des Faschismus und der Vater der Diktatur.

 

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Nicht der Jude ist pervers, sondern die Gesellschaft, in der er lebt

Ich war im Bad und hörte Deutschlandfunk.

Thema Judenhass. Es ist auch mein Thema. Ja. Ich möchte das nicht groß mit der deutschen Geschichte erklären, das tun schon so viele und interpretieren irres Zeug hinein. Zum Beispiel, dass gerade „diese Juden“ es doch besser wissen sollten, was es heißt, Menschen in Lager zu pferchen, wenn es um Gaza geht. Ja, die Lager. Was für eine Metapher. Oft kopiert, doch nie erreicht.

Waren Sie schon mal auf einer linken Demo gegen Israel und haben Sie „Seid ihr alle taub und stumm, Israel bringt Kinder um“ gehört? Ich ja. Und das sind noch die harmloseren Parolen.

Wenn ich aus der Geschichte etwas gelernt habe, dann ist es tatsächlich ein „wehret den Anfängen“. Na klar. Im Kosovo errichtete Milosevic Konzentrationslager und tötete muslimische Albaner. Mein „wehret den Anfängen“  beinhaltet Eingreifen, um größere Grausamkeiten zu verhindern.

Ja, Krieg ist schlimm. Ich war nie dabei und werde es hoffentlich auch nie erleben. Aber Appeasement, Zusehen, Reden, wenn die Sprache schon lange versagt hat und Schweigen, wenn dem Wort längst Tote folgten, ist nicht  „wehret den Anfängen“. Es ist schlicht Feigheit. Die Friedensbewegten werden auch nicht Hand in Hand mit Schwulenfahnen Bomben aufhalten.

Zurück zur Sendung vom Deutschlandfunk. Der Mann, den die Journalistin interviewte, arbeitete bei einer Meldestelle für antisemitische Straftaten in Berlin. Nach einigen Belanglosigkeiten kam es zu der Frage, warum denn gerade in Berlin so viele antisemitische Straftaten vorkommen. Der Beauftrage schwurbelte etwas von vielen Begegnungsstätten in Berlin,  vom Nahostkonflikt, der nie fehlen darf und davon, dass ja eh viele Juden in Berlin lebten.

Jawoll. Das muss es sein. Der Antisemitismus in Berlin ist deshalb so verbreitet, weil es dort so viele Juden gibt. Aber klar! Moment, da war doch was.

Vor vielen Jahren erzählte mir ein lieber Feund eine Geschichte, die wiederum seine Schwiegermutter zum Besten gab. Ihre Erklärung, warum in ihrer Heimat zu Adolfs Zeiten so viele Juden deportiert wurden, war genau die gleiche, wie die Story vom Interviewten Judenbeauftragten. Weil einfach damals viele Juden dort lebten. Halleluja!

Endlich wissen wir, warum es Dachau gab. Weil es um München so viele Juden gab. Loagen! Nach der Logik müssten ja die größte Gefahr für Juden in Israel lauern. Ob das stimmt, mag ich zu bezweifeln, vor allem wenn man sieht, dass z.b. Paris aufgrund der Gefahren des muslimischen Antisemitismus peu a peu judenrein wird. Warum? Weil sie von der Diaspora in den Judenstaat fliehen um sicher zu sein.

Einen weiteren Vogel hat Jakob Augstein abgeschossen.

Aber zunächst die Geschichte hinter dem Tweet. Zwei Jungen laufen in Berlin mit einer Kippa. Es sei dazu gesagt, dass sie im Prenzlauer Berg unterwegs waren. Sie wissen schon: Bio Markt, Helikoptereltern und Grünenwähler. Vor allem aber gut bürgerlich. Keine fünf Minuten unterwegs, kommt ein mutmaßlicher Syrer auf sie zu und beschimpft diese aufs Übelste, bis er seinen Gürtel von der Hose entfernte  und auf einen Jungen ein eindrosch. Das Opfer filmte das Ganze, wie man hier  sehen kann.

So weit, so schlimm.

Nun hat sich herausgestellt, dass das Opfer gar kein Jude war. Er war arabischer Israeli und wollte einen Selbstversuch starten, was es heißt, ein sichtbarer Jude zu sein. Er konnte nicht glauben, dass man in Deutschland als Jude nicht sicher ist und probierte es aus. Nach fünf Minuten in einem gutbürgerlichen Viertel wurde er eines Besseren belehrt.

Was twittert Jakob, der Augstein? Das, was er am Besten kann: Propaganda.

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Zunächst ist es falsch, dass man dem Opfer „Provokation“ unterstellt. Denn, was hat der Junge getan? Er hat ein jüdisches Symbol getragen. Er hat niemanden beleidigt, er hat niemanden beschimpft.

Für Augstein ist eine Kippa eine Provokation. Das kann ich nachvollziehen, da Augstein ein Antisemit ist. Wäre ich ein solcher, würden mich auch Judensterne stören, oder der Staat Israel.

Augstein ist eine Kloake. In ihm versammelt ergibt sich eine krude Mischung aus diversen Töpfen, einer ekelhafter, als der andere. Das eine ist der schlichter  Antjudaismus, den er hofiert und zu Argumenten verhilft. Das andere ist seine Paradedisziplin: Der sogenannten intellektuelle Antizioinismus.

Am Ende pressen beide ihre Haltung aus dem gleichen Loch und singen ewig das selbe Lied: Der Jud’ muss weg.

 

 

 

 

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„Das Deutsche Kind“ – Gutmensch-Propaganda aus GEZ Gebühren

Michael Müller stellte vor einigen Wochen seine Reform des Hartz IV Systems vor. Jeder Arbeitslose bekommt einen Job auf Mindestlohnniveau, den der Staat subventioniert. Die Stellen würden im kommunalen Bereich, wie an Schulen oder im ÖPNV geschaffen. Keine üble Idee, oder?

Noch besser wäre es aber, wenn diese Stellen hochgezahlte Mitarbeiter im Staatsfunk ablösen würden. Denn für das Vorlesen von Pressemeldungen der Regierung braucht man keinen Starjournalisten wie Jens Riewa und auch keine teure Redaktion.

Auch bei den Drehbuchautoren könnte dadurch gespart werden. Am vergangenen Mittwoch lief der Film „das deutsche Kind“. Die Geschichte ist so daneben, dass selbst 9 Euro pro Stunde für den Autor zu viel wäre.  Und während ich mich durch dieses 90 Minütigen Desaster quälte, wurde auf Sky das vermutlich beste Fuballspiel des Jahres übertragen. Das Leben ist nicht fair.

Worum es geht in diesem Film, fragen Sie? Das ist einfach erklärt. Eine Deutsche Frau hat ein Deutsches Kind. Frau stirbt. Frau hat aber eine beste Freundin, die nur eine Tür weiter wohnt. Die ist Türkin mit Kopftuch. Ihr Mann ist angehender Imam. Auch sie haben eine Tochter.
Im Testament verfügte sie, dass das deutsche Kind nicht zu  den deutschen Großeltern kommt, wenn Mutter ablebt, sondern zu den Nachbarn. Das findet Oma, gespielt von Katrin Sass, gar nicht dufte. Sie kämpft schließlich gerichtlich für das Sorgenrecht.

Sie ahnen es vielleicht. Hier geht es um Fiktion. Aus Angst, in Stereotypen zu verfallen, kreiert man einen absoluten Sonderfall.  Was nicht schlimm ist, wäre da nicht der volkserziehende Anspruch des Films und der furchtbarer Erzählstil. Bezahlt, das muss man immer wieder betonen, aus Ihren Rundfunkbeiträgen, gegen die sie sich nicht wehren können.

Beide Türken sprechen perfektes Hochdeutsch, haben Arbeit. Cem, der Vater, ist ein liberaler Moslem, der einen barmherzigen „Gott“, wie er statt „Allah“ sagt, predigt. Seine Frau ist emanzipiert; denn sie ist es, die das Geld nach Hause bringt. Cem selbst verdient kein Geld mit seiner Ausbildung als Imam. All diese Dinge sind möglich, alle zusammen auf einmal jedoch sehr unwahrscheinlich. Daher eignet sich der Film kaum für  Rückschlüsse auf die Realität.
So singulär die beiden Türken dargestellt sind, so stereotyp sind die Großeltern gezeichnet. Islamfeindlich, wortkarg, unfreundlich. Vor allem Oma Deutsch gibt sich als garstige Kartoffel, die nicht will, dass ihre Enkelin einmal Kopftuch trägt und deshalb sehr laut wird. „Ich trage mein Kopftuch freiwillig, es ist meine Entscheidung“, entgegnet die Pflegemutter. Das wars.

Was haben wir Jahrzehnte über die Verschleierung gestritten, wo es doch die Lösung doch so nahe lag. „Ich trage es frewillig.“ Danke ARD, du öffnest uns die Augen.

Oma macht das, was jeder waschechte Deutsche in der Situation machen würde. Sie lässt die Kleine heimlich taufen. Ein logischer Schritt der doofen Wutbürger. Gegen den Teufel hilft nur Weihwasser. Und was hilft gegen schlimme Filme im StaatsTV?

Eine Nebenhandlung dieser anspruchslosen und völlig linearen Handlung ist ein geplanter Moscheebau. Papa Muslim kämpft dafür an vorderster Front. Als Zeichen seiner Dialogbereitschaft veranstaltet er einen Diskussionsabend, wo die „besorgen Bürger“ kommen und reden dürfen. Und raten Sie mal wer zu dieser Veranstaltung erscheint? Oma Deutsch! Ja! Ich war auch überrascht. Sie krallt sich das Mikrofon und fängt an, gegen Pflegevater Türkei zu wettern. Dabei hat sie, wie jede vernünftige Großmutter, ein Dina4 Foto ihrer Enkelin dabei.  „Er hat sie mir weggenommen“ geifert Oma Hitler.

Nach dem obligatorischen Anschlag auf die alte Moschee gibt der Imam ein Interview, wo ihm entlockt wurde, dass er früher einmal radikal war. Er bricht das Interview ab und natürlich steht nächsten Tag in einer Zeitung, dass er früher Salafist gewesen war. Als Headline.

Vom Rassismus gezeichnet sagt der Pflegevater vor Gericht aus, er können die Kleine nicht leiden. Sie solle nicht bei ihm und seiner Frau aufwachsen. Peng. Und als das Kind an Oma&Opa abgegeben wurde, zieht Mama Muslim aus. Vom impliziten Scheidungsdrama, „Oma und Freunde der Mutter streiten um das Sorgerecht“, wurde nun ein ganz Explizites.   Leider auf dem Niveau von „Sturm der Liebe“; nur ohne Luxushotel. Der Autor hätte vorher vielleicht einmal „Kramer gegen Kramer“ schauen sollen. Oder, ich weiß, das ist für viele im Elfenbeinturm der Öffentlichen schwierig, er hätte einmal in den Alltag der Menschen blicken können.

Noch 20 Minuten, dann habe ich es geschafft. Das hat sich auch der Autor gedacht und überlegt, was er Unsinniges in die ohnehin schon völlig verblödete Handlung hineinpacken könnte. Was liegt näher als das Kind verschwinden zu lassen? Ja. Pia, so heißt das Mädchen, ist weg. Keiner wars. Nicht die guten Moslems, noch, und das ist vielleicht das überraschendste, die bösen Deutschen. Am Ende liegt sie schlafend, inzwischen ist 21:42, in der alten, mittlerweile  geräumten Wohnung gegenüber. Hätte man auch eher drauf kommen können.
Um 20:30 machte ich mir eine Notiz, wie nach meinem Dafürhalten der Film ausgehen wird. Was soll ich sagen? Ich hatte zu 100% recht. Zwar hat das Gericht wegen der Aussage von Papa Allah das Sorgerecht den Großeltern übertragen, aber, weil es ja auch der Wille von Pia ist, wohnt die Kleine nun bei den Nachbarn. Die letzte Szene ist ihr Geburtstag, wo alle, Großeltern Deutsch, die jetzt gar nicht mehr Nazi sind, und Großeltern Türkei sowie die Pflegeeltern gemeinsam feiern. Sowas kann man sich nicht schön trinken. Ehrlich.

Es ist unglaublich, was wir alle für einen cineastischen Sondermüll über die Zwangsgebühr bezahlen müssen. Die Figuren haben keine Tiefe, sind holzschnittartig gezeichnet. Keine Zwischentöne. Keine Bilder. Kein Intellekt. Die Tochter scheint ebenso ein seelenloses Wesen zu sein, wie Opa Nazi. Für Charakterbildung war wohl keine Zeit. Oder es war dem Autor nicht wichtig.

Wichtiger war ihm die Haltung. Ein liberaler Islam gegen ein retardiertes Christengetümmel. Wir sind die guten Türken, ihr seid die gestrigen Kartoffeln. Das einzig authentische an dem Film ist das Kopftuch der Pflegemutter.

Wieder einmal erleben wir „betreutes Filmemachen“, frei nach dem Motto: „Lasst den Zuschauern ja keine Metapher zum eigenen Denken, denn sonst könnten sie das falsche denken.“ Das allein ist schlimm genug. Skandalös ist es allerdings, dass wir Gebührenzahler diese Onanie ans Gutmenschentum finanzieren müssen. Es gibt keinen „solidarischen“ Auftrag, ein Wieselwort, was in dem Zusammenhang gerne genannt wird, für solche Filme. Um ehrlich zu sein für gar keine Filme.
Der öffentlich-rechtlichen Rundfunk wurde nach dem Krieg erschaffen. Man wollte die Menschen, viele noch Nazis (AfD Sympathisanten würde man heute sagen), zur Demokratieteilhabe erziehen. Nach dem Krieg waren die meisten Zeitungen am Boden. Der Staat musste handeln und entwarf das gebührengezahlte Fernsehen.
Mehr als 70 Jahre später haben wir in Deutschland einen properen Zeitungsmarkt. Gerade kleine Gazetten, wie der „Freitag“ oder „Tichys Einblick“ erfreuen sich steigender Nachfrage. Selbst wenn die großen Zeitungen an Auflage verlieren, so verdienen einige, wie Springer oder Burda mehr Geld, als früher.

Es ist heute, 2018, nicht nötig, dass alle Bürger gezwungen werden, für einen Rundfunk zu zahlen, den sie nicht oder nur teilweise nutzen. Schon längst haben die Öffentlich-Rechtlichen die Balance verloren. Die Staatsferne, die eine Gebührenfinanzierung im Gegensatz zur Steuerfinanzierung gewährleisten sollte, ist nicht eingetroffen. ARD und ZDF sind zu parteiennah. Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz ist kraft seines Amtes automatisch Chef des ZDF Verwaltungsrates. Noch irgendwelche Fragen zum Thema Staatsnähe?

Ob Reschke, Kleber oder Anne Will. Sie alle sind kastrierte Journalisten, die kritische Fragen allenfalls jungen, nicht etablierten Parteien stellen, während der Rest hofiert wird. Wenn alle zwei Jahre einmal Angela Merkel ankündigt, im Fernsehen zu sprechen, springen alle vor Freude und bereiten eine PR-Sendung vor, anstatt ihren Job zu machen. Nein, diesen Staatsfunk brauchen wir nicht.
Zeit, den Bürgern die Wahl zu lassen, welches Programm sie schauen und finanzieren möchten.

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Heteronormativ mit Homoantlitz

Ich benutze Plastiktüten. Ich rauche, ein wenig zumindest. Ich trinke Alkohol, meist Bier und esse Fleisch. Manchmal sitze ich am Tresen einer Bar. In meiner Stammkneipe ruft man mich beim Namen.

Ich sehe die Flüchtlingspolitik kritisch. Sehr. Die Energiewende halte ich nicht für eine Erfolgsgeschichte. Ich finde, dass Atomstrom durchaus Zukunft hat. Ich lese die Achse des Guten. Ich kann mich über Akif Pirincci totlachen und mich ärgern, wie schlimm mit ihm umgegangen wurde. Das hat mit freier Meinungsäußerung nichts zu tun. Ja.

Ich sehe die Marktwirtschaft als eine unfassbare Erfolgsgeschichte. Die wenigsten haben Ökonomiekenntnisse. Viele halten sie für banal. Dabei umfasst kaum eine Wissenschaft naturwissenschaftliche Elemente, Sozialwissenschaftliche und Geisteswissenschaftliche. Kommt mal von euren Rössern herunter und lest Mankiw, Hayek, Varian, Ricardo, Smith, Friedman, Sinn, Akerlof,  Wöhe, meinetwegen Bofinger, Horn oder Sedlacek oder Stiglitz, bevor ihr über etwas sprecht, wovon ihr keine Ahnung habt.

Ich finde Linksextremisten so schlimm wie Rechtsextremisten. Diese Verherrlichung von linker Gewalt ist mit das Absurdeste und Verkommenste der Politeliten in Deutschland.

Ich konsumiere kein Bio, außer Eier. Ich kaufe 80g Serrano Schinken in der Plastikverpackung bei ALDI und muss danach nicht weinen, weil ich gerade die Welt zerstört habe. Ich freue mich, weil der super schmeckt.

Ich schütze keine toten Juden, für die haben meine Vorfahren gesorgt. Ich stehe für die Lebenden. Das heißt auch für Israel. Antisemitismus ist ein Bazillus jeder Schicht und politischer Richtung. Die massenhafte Einwanderung 2015 hat die Epidemie eingeleitet. Das bedeutet „Wehret den Anfängen“ und nicht eine „Merkel muss weg“ Demo mit einer Toleranz-Trallala-Bullshit-Demo entgegenzutreten. Meine Güte, macht doch mal die Augen auf.
Ich bin pro USA. Auch Donald Trump kann manchmal etwas richtiges sagen, auch wenn er er das selten tut. Ich bezweifle, dass Hillary die bessere Wahl gewesen wäre.
Die Debatten über den Islam beinhaltet keine Religion, sondern eine Ideologie. Und die Ideologie „Islam“ ist so abzulehnen, wie der Kommunismus oder der Faschismus. Gegen den privaten Glauben habe ich nichts.

Ich bin gegen das Kopftuch. Es ist eine schlimme Frühsexualisierung und sollte in allen staatlichen Räumen, gerade in Schulen, verboten werden. Wie es in Tunesien oder Marokko, islamische Staaten üblich ist. Früher auch mal in der Türkei. Naja. Früher war auch mehr Lametta.

Ich fluche in der Öffentlichkeit und manchmal im Internet. Ich benutze Facebook. Politiker haben Angst vor Facebook, weil sie um ihr Meinungsmonopol fürchten. Deswegen wollen sie es zensieren, oder sogar verstaatlichen. Facebook ist der Stammtisch für jeden, jederzeit. – ohne, dass man Kartenspielen und oberbayrisch sprechen muss. Und es kriegt jeder mit, nicht nur deine drei Kumpels vom Schafkopfen. Ich finde das großartig.

IMG_0101 3.JPGIch lese die BILD. Ich bin amüsiert über Blogger, deren Lebensziel BILD-Kritik ist und der Zeitung damit noch mehr Reichweite verschaffen. Ich mag Julian Reichelt. Ich stehe auf deutschen Schlager. Vor allem Ältere. Nino Di Angelo ist innovativer als jede Metallband. Außer Pantera.

Ich bin GEZ Gegner aber mag den „Radio Tatort“, „In aller Freundschaft“ und „um Himmels Willen“. Dafür würde ich etwas zahlen. Ja.  Keiner kennt den „Radio Tatort.“ Eine Schande, echt.

Nachrichtenformate wie „Heute“ oder „Tagesschau“, die Presseerklärungen der Regierung vorlesen, lehne ich ab. Ich möchte auch nicht Klaus Kleber mit meinen Zwangsgebühren zum Millionär machen, dafür, dass er in Tränen ausbricht, wenn ein Busfahrer seine Fahrgäste (Flüchtlinge) begrüßt. Ja, das ist echt passiert. Morgen, das nehme ich mir vor, weine ich, wenn ich „Hallo“ zu meinem Metzger sage. Ich bin gespannt, wie blöd der glotzt.

Ich mag Deutschland. Vielleicht kann man das Patriotismus nennen. Ich mag aber auch die Schweiz. Die Eidgenossen leben uns Demokratie und Pluralismus vor. Daher gibt es einen NZZ Bezahlabo für Deutschland. Ich mag auch die Weltwoche. Und Roger Köppel, der schlimme, rechte Hetzer, Ja, ja, spart es euch.

Ich esse nicht nur Fleisch, wie erwähnt, ich stehe förmlich auf Fleisch. Ab und an kann es auch vegetarisch sein. Aber ich würde jede Salatbar gegen ein paar Sparerips verlassen. Und zwar sofort und, so weit es mein Gewicht zulässt, im Vollsprint. Das lasse ich mir nicht von irren Veganersekten kaputt machen. Zur Not fresse ich die auch auf.

ich halte Freiheit für das Wichtigste, Wesentlichste und Schönste, das wir Menschen haben. Sie gilt es zu schützen. Sicherheit und Freiheit schließen sich – bis zu einem gewissen Punkt – nicht aus; im Gegenteil: Bis dahin  macht das andere erst möglich.

Ich bin FC Bayern Fan. Auch wenn mich diese Katar Anbiederung sehr, sehr stört. Ich werde die WM dort boykottieren. Vielleicht auch irgendwann den FCB.

Ich finde Berlin furchtbar. Richtig grauenhaft. Failed City. Einer Stadt, die pleite ist, aber Scheißhäuser für geschlechtlich Unentschlossene baut, während die Regierung kein Konzept hat, ihre Bürger vor den islamischen Clans zu schützen und die Polizei mit mangelhafter Ausrüstung ihren Dienst antreten muss. Sowas kannste nicht erfinden.

Ich mag Boris Palmer. Claudia Roth nicht.

Ich glaube nicht, dass Angela Merkel ihren Zenit überschritten hat. Sie hat gar keinen Zenit. Denn dafür müsste sie eine Vision haben. Ein, in die Zukunft gerichtetes Vorhaben. Immer wenn ich Angela Merkel im Fernsehen betrachte, sehe ich ein Testbild.

Ich bin Atheist, bin mir aber christlicher Tradition bewusst. Sonst würde ich nicht Weihnachten feiern. Der Katholizismus ist mir lieber, als diese Wischi-waschi-Sozialisten-Protestanten. Herr Bettfront-Stroh (Name leicht verändert), der Chefevangele, sieht aus wie Marcel Reif. Ist aber viel, viel bedeutungsloser.

Ich bin nicht gegen #metoo, auch wenn ich manchmal zu einseitig bin. Ja. Die Debatte ist wichtig und trifft offensichtlich auf einen Nerv. Ich wehre mich jedoch gegen Korruption, Sex gegen Leistung, und ich bin auch gegen eine Hexenjagd gegen Männer.

Natürlich bin ich gegen Quoten. Sie beleidigen die Kompetenz der Frau und konterkarieren die Freiheit der Unternehmen.

Was habe ich für ein Glück, dass ich schwul bin. Sonst wäre ich in der Endstufe heteronormativer, alter, dicker, weißer Männer, die immer noch nichts begriffen haben. Vielleicht bin ich es trotzdem. Heteronormativ mit Homoantlitz. Aber wisst ihr was: Das ist mir scheiß egal.

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Terror von Gut und Böse – Wie Eliten linke Gewalt relativieren

Sean-Paul Sartre war fast blind, als er sich mit den zwei Brüdern im Geiste in Stammheim ablichten ließ.

Mit sichtlich guter Laune sollte der Philosoph, der 30 Jahre zuvor seine eigene Zunft revolutioniert hatte, den größten Fauxpas seiner Karriere machen. Er besuchte den RAF Terroristen Andreas Baader im Gefängnis.

Ihm zur Hand gingen des Insassen Anwalt Klaus Croissant und der Aktivist Daniel Cohn Bendit.

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Von links: Klaus Croissant, Sean-Paul Sartre und Daniel Cohn-Bendit

Der Advokat, schon damals stramm links, war zu diesem Zeitpunkt als „IM Thaler“ unterwegs – ein Mitarbeiter der Stasi. Später engagierte er sich bei der PDS, die heutige Partei „Die Linke.“

Auch Bendit, grünes Urgestein und langjähriger EP Abgeordneter, der vor vielen Jahren mit pädophilen Äußerungen aufsehen erregte, begleitete ihn.

Das Medienecho war geteilt. Viele Linke begrüßten Sartres Engagement. Andere betrachteten den Besuch als das, was er in meinen Augen ist: Eine intellektuelle Aufwertung von Terrorismus.

Der damalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg fand die richtigen Worte.

Ich möchte sagen, der Besuch von Sartre bei diesem Häftling ist eine Instinktlosigkeit gegenüber den Opfern dieser kriminellen Bande, die skrupellos zu Gewalt gegriffen hat und die ja immer noch skrupellos zu Gewalt greift.

Warum ich mit der ollen Kamelle komme, fragen Sie? Die Geschichte passt so gut, weil sie das unterschiedliche Bewerten von rechter und linker Gewalt veranschaulicht. Schauen wir uns doch an, was Sartre nach dem Besuch bei Baader zum besten gab.

Ich möchte noch mal sagen, warum ich diesen Besuch bei Baader gemacht habe, weil viele von euch Baader als Kriminellen ansehen. Aus französischer Sicht kann ich sagen, dass die Politik, die ich für richtig halte, keine Baaders benötigt, dass man eine Einheit der proletarischen Massen heute und in den nächsten Jahren herstellen kann, dass man dazu aber eine solche Politik nicht braucht. Man kann diskutieren, ob diese Position der RAF vielleicht auch irrelevant ist, aber diese Gruppe, und das sage ich aus der Sicht meiner A-priori-Sympathie für die Linke, dass Baader versucht hat, eine andere Gesellschaft herbeizuführen, diese Position scheint mir nicht skandalös. Es gibt keinen reinen Kriminellen. Es scheint mir wichtig, dass man sie kennt.

Dieses Statement ist genau die Intetellektualisierung von Terror, die ich meine. Kein Wort von den Opfern, ihren Taten, die Angst und den Schrecken, den sie verbreitet haben. Sartre lässt das Verbrechen „links“ liegen und befasst sich stattdessen mit den Zielen der RAF, die er ausdrücklich teilt. Er sagt nicht „Die RAF ist schrecklich“, sondern: „aus französischer Sicht kann ich sagen, (…) dass es keine Baaders benötigt.“ Wohl aber von deutscher Warte aus?

Skandalös ist für ihn auch gar nicht Baader. Denn er verfolgt ja die für Sartre hehren Ziele, eine „andere Gesellschaft“ herbeizuführen. Er begrüßt den Versuch und damit rechtfertigt er Terror.

Nun kann Sartre diese Meinung haben. Es war sein gutes Recht, Terroristen zu besuchen. Das Beispiel zeigt vorzüglich, wie unterschiedlich gemessen wird, wenn es um die zwei scheinbaren Gegensätze, „Links“ und „Rechts“ geht.

Man stelle sich folgendes Szenario vor. Beate Tschäpe wird von Marc Jongen, ein rechter Philosoph, besucht.  Björn Höcke begleitet ihn bis zu den Türen des Gefängnisses, so wie einer ihrer Anwälte. Jongen spricht mit der Terroristin und tritt danach vor die Kamera, um ein Statement abzugeben.

Ich möchte noch mal sagen, warum ich diesen Besuch bei Tschäpe gemacht habe, weil viele von euch Tschäpe als Kriminellen ansehen. Aus meiner Sicht kann ich sagen, dass die Politik, die ich für richtig halte, keine Tschäpes benötigt, dass man eine Einheit der etnopluralistischen Massen heute und in den nächsten Jahren herstellen kann, dass man dazu aber eine solche Politik nicht braucht. Man kann diskutieren, ob diese Position der NSU vielleicht auch irrelevant ist, aber diese Gruppe, und das sage ich aus der Sicht meiner A-priori-Sympathie für die Neue Rechte, dass Tschäpe versucht hat, eine andere Gesellschaft herbeizuführen, diese Position scheint mir nicht skandalös. Es gibt keinen reinen Kriminellen. Es scheint mir wichtig, dass man sie kennt.

Völlig zu Recht würde Jongen, den ich an der Stelle für das Gedankenexperiment missbraucht habe, medial zerrissen. Ich bin mir sicher, dass er sein Parteibuch in dem Moment abgeben muss, als er sich mit Tschäpe getroffen hat. Seine Karriere wäre, wie die von Kevin Spacey, toter als tot. Im fiktiven Falle von Jongen übrigens mit Recht.

Die eine Seite kann nicht besser oder edler sein, als die andere. Persönliche Sympathien für ein Ziel, wie ein sozialistischer oder ein rechter Staat, was immer das im einzelnen sein mag, darf nicht die Mittel heiligen. Das ist ein zivilisatorischer Standard, dem eigentlich jeden Demokraten klar sein sollte.

Im Zuge der G20 Diskussion konnte man die Ambivalenz vieler spüren. Verharmlosung der teils lebensgefährlichen Gewalt des schwarzen Blocks, wohin das Auge reichte.

Unter der Überschrift „„Will die Polizei Hamburg in Schutt und Asche?“ schreibt der Autor allen Ernstes:

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Brandschatzer unter sich: Linksterror in Hamburg

„Es fällt zur Zeit wirklich schwer, nicht an eine Verschwörung zu glauben: einen geheimen Plan der Hamburger Polizei, um die Stadt in rauchende Trümmer zu verwandeln.“ Es ist schon wohlfeil. Der Polizei vorzuwerfen, die die Demonstrationen erst möglich machten, sie würden Hamburg in „Schutt und Asche“ legen. Wir erinnern uns: Es waren linke Demonstranten, die Geschäfte plünderten und Steine warfen. Eine völlige Verdrehung von Opfer und Täter.

Ins gleiche Horn blies auch Katja Kipping. Die Polizei habe alles getan, um solche Bilder zu erzeugen, sagte sie. Ziel der Polizei war, die Demonstranten zu kriminalisieren. Fern ab davon, wie richtig die Strategie der Polizei war, ist es schon stark: Die Jungs in Blau seien schuld daran, dass Demonstranten brandschatzten und Menschen in Gefahr brachten.

Es gibt viele Beispiele. Ob das „Neue Deutschland“, oder SPON, oder die gute, alte taz. Der Tenor war überall gleich, Polizei ist schuld, dass andere kriminell wurden. Was für ein Desaster für einen selbsterklärten ausgewogenem Journalismus,

Die Haltung hinter solchen Aussagen ist immer die gleiche: Der Konflikt „Polizei vs Demonstranten“ wird dazu verwendet, die Fronten einmal mehr zu klären. Die Gewalt des Staates ist im Unrecht, denn der große Zweck hinter dem schwarzen Block, den Staat zu stürzen, sei ein Ziel, das zu würdigen ist. Vergleichbare Kommentare bei rechten Demonstrationen finden sich freilich nicht.

Hier läuft etwas gewaltig schief. Von Sartre bis zu Katja Kipping. Sie alle verharmlosen die Gewalt aus ihrer genehmen, politischen Richtung.

Gar nicht genehm war eine Meldung, die in diesen Tagen fast unterging. Bei einer polizeilichen Untersuchung fanden die Beamten mehrere Kilogramm Sprengstoff und Chemikalien.

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Wagenheber linker Betroffenheit: Klaus Kleber. Ihm war der Fund von Sprengstoff  in Thüringen bisher keine Meldung wert

Die Täter, zwei junge Männer. Einer von Ihnen ist nicht nur Mitglied des Bündnisses für „Zivilcourage und Menschenrechte“, sondern auch bis zum Vortag der Polizeiaktion auch Pressesprecher. Ein Schelm, der böses denkt. Unterstützer des Bündnisses sind neben den Grünen auch die evangelische Kirche.

Tagelang hüllte sich die Rot-rot-grüne Regierung von Thüringen in Schweigen, was auch die Opposition vernahm. “ Wenn wir nichts verpasst haben, äußern sich -Minister heute zum ersten Mal öffentlich. Mi, Do, Fr war nichts zu vernehmen. Befremdlich.“, twitterte die CDU Fraktion.

Vielleicht bleibt die Sache ja beim „mutmaßlichen“ und es stellt sich heraus, dass die Sache tendenziell harmlos einzustufen ist. Doch darum geht es nicht. Auch hier sollte man sich vorstellen, wie ein solcher Fund auf rechter Seite dargestellt würde.

Für das fleischgewordene Flaggschiff des ZDF, Klaus Kleber, wäre dies nicht nur die Top-Meldung in seinem Journal,  sondern auch Anlass, an den gemeinen Rechtsruck zu erinnern. Doch nicht nur das. Nach der Tagesschau gäbe es einen 15 Minütigen Brennpunkt, die den Zuschauer auf dem laufenden halten sollte. Und auch andere Medien, Spiegel Online, Stern, und wie sie alle heißen, würden vom Ü-Wagen live vor Ort Meldungen absetzen.

Sie sehen, was offensichtlich ist. Die landläufige Verzerrung zwischen rechter und linker Gewalt. Während weite Teile der publizierenden Eliten alles als rechts einstufen, was dem Mainstream widerspricht, wird auf der linken Seite gleiches toleriert. Die einzige Erklärung, die mir dafür einfällt, habe ich bereits genannt. Links ist besser, sympathischer und verfolgt die richtigen Ziele.

Dieser Journalismus von Gut und Böse funktioniert nicht. Er ist verlogen, er verallgemeinert. Linke Gewalt ist das Seufzen der progressiven Eliten, das „naja“ von Tendenzjournalisten und das „Weiter so“ der Aktivisten.

So sah es auch Sartre, als er Baader besuchte. Es ist längst Zeit, linke Gewalt ihren Märchenzauber zu nehmen und sie auf die gleiche Stufe wie alle Arten von ideologischer Gewalt zu  stellen.

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Die Lust an der Machtlosigkeit – Der Islam und die politisch Korrekten

Ist es endlich vorbei? Hat die politische Korrektheit, kurz Selbstzensur, seinen Zenit erreicht, überschritten und hinter sich gelassen? Zumindest gibt erste Anzeichen, ein kleiner Westwind, eine warme Prise, ein goldener Schauer, für die, die es mögen. Vielleicht wird es zum Sturm. Hoffentlich nicht nur einer im Wasserglas.

Wovon ich rede? Kaum drei Tage neues Kabinett leisten sich Führungspolitiker erstaunliche Kapriolen. Denn sie tun, was in diesen Kreisen unüblich ist. Sie sagen, was ist.  Alles begann mit einem Wort von Jens Spahn. Skandalöse Sätze wie „Hartz IV deckt die Grundbedürfnisse ab“, oder „Hartz IV bedeutet nicht Armut sondern die Antwort des Sozialstaates darauf.“ Darauf hin erlebte Spahn einen Shitstorm, der seines gleichen suchte. Funfact hierbei: Große Kritik kam von der SPD. Das war die Partei, die eben diese Reformen durchsetzte.

Ich möchte mich gar nicht mit dem Interview vom neuen Gesundheitsminister groß befassen. Wozu auch. Die Aussagen sind so banal und selbstverständlich. Was ich mich regelmäßig frage: Was ist mit den Studenten aus weniger solventen Haushalten, wenn es um die „Armutsdiskussion“ geht?  Studenten, die in in vielen Städten mit Mieten zu tun haben, die ihre Budget schlicht nicht stämmen können.

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Seehofer widerspricht dem Kurzzeit-Präsi

Ich kenne nicht wenige, die summa summarum unterhalb des Hartz IV Satzes leben, sich kaum beklagen – auch wenn es spätestens ab dem 25. des Monats verdammt knapp wird.

Ein zweiter Shitstorm und da ich mal wieder meinen Twitter Account reaktiviert habe, bin ich live dabei, löste Horst Seehofer aus. „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“, sagt der Innenminister. A‘ so ein Batzi! Meiner Meinung nach ist die Aussage noch banaler und selbstverständlicher, als die vom Kollegen Spahn. Aber auch hier nimmt die Empörungsindustrie ihren Lauf und denkt gar nicht dran, sich zu hinterfragen. Kritik gab es, oh Wunder, von allen Seiten. An erster Stelle von der Kanzlerin, Frau Merkel, die nicht nur Literaturkritik übt, Ehrenamt schmäht, sondern nun auch, frank und frei, sich als „Mutter aller Gläubigen“ positioniert.

Für sie ist Islam und Muslime ein und das Selbe. Ihre Logik: „Da alle Muslime zu Deutschland gehören, gehört auch der Islam an sich dazu.“ So kann man freilich argumentieren, wenn man mit Panzerlimousine und Bodyguards durch das Land fährt und das Wort „Clan“ nur von Iphonespielen kennt.

Ich finde es sehr vereinfacht und stereotypisiert, Muslime nur auf ihre Religion zu reduzieren. Das ist eines der Grundprobleme von Integrationsdebatten.

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Merkels einziger Berührungspunkt mit „Clans“

Denn man muss nicht eine Religion integrieren, sondern die Menschen. Und da ist die Religion leider oftmals ein Hindernis.

Ich als Atheist störe mich sehr an der Aussage, dass der Islam zu Deutschland gehört. Ja. Da uns Christen über Jahrhunderte intellektuell unterforderten, in dem sie von Nichtgläubigen den Gottesbeweis widerlegt sehen wollten, statt selbst die Hypothese zu belegen, fehlt mir Geduld und Nerv, dies erneut bei einer anderen Wüstensekte zu tun. In einem Staat mit einem säkularem Anspruch gibt es keinen Platz für einen inklusiven Gedanken von Religion und Glauben. Es ist nicht Aufgabe des Staates, den Islam oder das Christentum mit Deutschland zu vereinen. Und es ist nicht die Pflicht der Bevölkerung, Religionen zu mögen. So lange man die Gläubigen nicht abschaffen will, so wie viele Muslime mich abschaffen wollen, ist alles gut. Tolerieren ganz nach „tolerare“: Ertragen.

Artikel 4 des Grundgesetzes beschreibt dies eindeutig:

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

Aufgabe des Staates ist es also, die freie Ausübung religiöser Rieten möglich zu machen. Eine Integration von Religionen in die Gesellschaft sieht das Gesetz nicht vor und hätte auch nichts mit einem säkularem Staat zu tun. Die religiöse Praxis bleibt Privatsache, die der Staat schützen muss. Der Staat muss bzw. darf Religion aber nicht als gesellschaftlichen Wert fördern.

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So soll die neue Moschee in Regensburg aussehen – doch die Menschen sind gespalten

Wie der Kommunismus in seinen Unrechtsstaaten den Atheismus als Staatsdoktrin vorgeschrieben hat, so ist es Ziel vieler islamischer Strömungen, dies mit ihrer Ideologie gleich zu tun. Staaten wie Katar, Iran, Saudi Arabien u.v.m. zeigen den Weg auf.

Doch auch in Deutschland sehen wir bedenkliche Entwicklungen. In Regensburg hält seit Wochen ein Streit um einen Moscheebau an. Kritiker von CSU und AfD sehen ein Problem mit dem Betreiber der Moschee. Der DITIP. Der Islamverband gilt als Außenstelle der türkischen Regierung. Ein Blick in die Satzung rechtfertig dieses Urteil. So steht im Paragraf 4, dass wichtigen Vertretern des türkischen Religionsamtes das Recht eingeräumt, als Mitglied aufgenommen zu werden.
Weiter heißt es im Paragrafen 10:„Zum Ersten Vorsitzenden des Beirats wird der Präsident des Amtes für religiöse Angelegenheiten der türkischen Republik ernannt.“ Nur einem Paragrafen später wird es besonders heikel:  Der Beirat gilt als das mächtigste Organ innerhalb der DITIP. Denn er bestimmt laut die Führung im Verein.
So können nur vom Beirat vorgeschlagene Personen Vorstandsmitglieder werden. Laut des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages nimmt der Beirat „gegenüber der Ditib Leitungs-, Steuerungs- und Kontrollbefugnisse wahr.“ Bedeutet: Der ranghöchste Mitarbeiter im Amt für religiöse Angelegenheiten in der Türkei hat eine Entscheidungsmacht über Personal und Inhalt der DITIP in Deutschland. Geht es nur mir so, oder fragen Sie sich auch, wie das möglich ist.
Hier nimmt ein fremdes Land Einfluss auf einen Verein, der die meisten Moscheen in Deutschland stellt. Nicht ohne Grund wird DITIP vom Verfassungsschutz beobachtet.
Ich kann daher durchaus verstehen, dass sich viele Regensburger gegen einen Neubau wenden, wenn dieser dubiose Verein hinter dem Gotteshaus steht.

Man muss sich vergegenwärtigen:

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Tut sich Europa einen Gefallen, dem Islam immer mehr Einfluss zu gewähren?

Mit jeder Diaynet Moschee (Das ist das türkische Ministerium für religiöse Angelegenheiten) pflanzen wir in Deutschland einen Raum für türkische Propaganda. Viele Experten sehen das wie weite Teile der Bevölkerung: kritisch.

Im vergangenen Jahr musste sich Constantin Schreiber, ein junger Journalist, inzwischen als Tagesschausprecher zu sehen, vom politische korrekten Wächterrat einiges anhören. Sein Buch „Inside Allah“ wurde kritisiert. Was hat er gemacht? Im Zuge einer Reportage 13 Moscheen besucht. Dabei achtete er darauf, dass es sich um moderate Gotteshäuser handelt – radikale sparte er aus. Das Ergebnis war ernüchternd: Nichts positives hätte er in den Predigten gehört. Obwohl Schreiber fließend arabisch spricht, hatte er einen zertifizierte Übersetzer an Board.
Ein Beispiel, das ihn besonders bewegte, beschreibt er in einer Moschee, nur wenige Tage nach dem Anschlag am Breitscheidplatz in Berlin. Mit keinem Wort ging der Imam auf den Anschlag ein, obwohl die Bilder noch allgegenwärtig waren. Im Gegenteil: Mehrfach warnte er vor der sogenannten „Weihnachtsgefahr“, vor denen Muslime in diesen Tagen gewarnt werden sollte. Keine Gedenkminute für die Opfer, keine Trauerbekundung – nichts. Diese Haltung ist symptomatisch und erklärt auch die mangelnde Bereitschaft bei Muslimen,  gegen Extremismus aufzustehen.

Auch unter diesem Aspekt hat Seehofer recht. Dieser Islam darf nicht zu Deutschland gehören.

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Der Spiegel vor mehreren Jahren: Keine Angst vor den politisch Korrekten

Er ist gefährlich, er spaltet. Es ist schon verrückt. Im Zuge der Moralisten und Meinungspolizisten ist ein völlig kommodes Wort wie „Islamisierung“ zum Inbegriff von Hass, Extremismus und Nazizeugs geworden.

Ich hab‘ da mal ne‘ Frage an diese Leute: Wollt ihr eine Islamisierung? Wünscht ihr euch noch mehr DITIP Einfluss? Oder möchtet ihr weiterhin eine Trennung von Staat und Religion, die ihr mit Recht der christlichen Kirchen abverlangt? Diese Ehrlichkeit wäre erfrischend.
Seehofer ist in diesem Fall das Sprachrohr der Mehrheit. 59% aller Deutschen sind seiner Meinung. Es ist einer der vielen kleinen und größeren Beispiele, dass das „doofe Volk“ durchaus klüger ist, als die sogenannten Intellektuellen, die im Elfenbeinturm Schachtelsätze für die Feuilletons stricken, die dann von anderen Menschen in anderen Türmen gelesen werden, die tatsächlich Schachtelsätze mögen.
Ich denke nicht, dass die Selbstzensur vorüber ist. Der Wächterrat ist noch schwer aktiv und sucht ein jede politisch-korrekte Abweichungen. Doch die Renegaten werden mehr. Ob Hamed Abdel Samad, Necla Kelek oder Ayaan Hirsi Ali. Auch Jens Spahn wird nicht damit aufhören. Horst Seehofer wird nicht daran denken. Der hat nichts mehr zu verlieren – er hat politisch fast alles erreicht, was man als Bayer erreichen kann und ist nun im Herbst seiner politischen Macht. Es wird sich zeigen, ob er Drehofer und Ankündigungsminister bleibt, oder er mehr tut, als nur reden.