Überraschung: Positive Tests trotz Impfung

Von Julian Marius Plutz.

Die Deutsche Sprache hat eine bemerkenswerte Eigenschaft, die sie von manch anderen unterscheidet. Wir können Wörter zusammenkleben. Eine Tatsache, die Sprachneulinge immer wieder in den Wahnsinn treibt, sorgen doch zusammengesetzte Substantive regelmäßig für Verwirrung. So ist kann der Blutdruckmesser entweder die Person sein, welche die diagnostische Methode anwendet. Es ist aber auch durchaus denkbar, dass mit dem Begriff das Gerät selbst gemeint ist. Was jedoch auszuschließen gilt, ist die Tatsache, dass man sich – im Gegensatz zum Brotmesser am Blutdruckmesser schneiden kann.

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Krankenhaus frisst Seele auf

Von Julian Marius Plutz.

Ein Mann, Mitte 70, liegt im Krankenhaus. Schon wieder, musste er doch schon vor einem Monat notoperiert werden. Nun also wieder und gottlob: Die vierstündige Operation ist gut verlaufen. Er weiß nicht mehr genau, um den wievielten Krankenhaustag es sich in seinem Leben handelt, ist die Liste der Erkrankungen lang und würde auch problemlos in die Vita von drei Personen passen.

Nun ist es so, dass in bayrischen Krankenhäusern besonders strickte Regeln herrschen. Besuchszeiten, eigentlich ein Wort aus den 80ziger Jahren, gelten von 15 Uhr bis 19 Uhr und auch nur für eine Stunde Besuchszeit. Weil das aber nicht ausreicht, darf auch nur eine Person pro Tag den Angehörigen besuchen. Dass der Mann drei Söhne hat, die 100 bzw 200 Kilometer entfernt wohnen, ist den Regeln und deren Erfüllungsgehilfen egal.

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Ist eine Blutspende nach einer COVID Impfung kontraindiziert?

von Julian Marius Plutz.

In Zeiten des epidemischen Wahnsinns verliert man oftmals die Übersicht. Um so wichtiger ist es, dass es die Rechercheplattform Schandmale des Internet gibt. Dort werden die größeren und kleineren irren Fundstücke gesammelt, welche für einen ganzen Artikel nicht ausreichen, aber dennoch bemerkenswert sind. Dieses Thema ist es jedoch wert, näher besprochen zu werden. Geht es doch um einen essenziellen Betriebsstoff des menschlichen Körpers: Das Blut. Genauer gesagt um Blutspenden in Verbindung mit einer Impfung gegen COVID-19.

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Keine Zeit für Heldenstücke

Von Julian Marius Plutz.

Ich habe es aufgegeben. Ich habe mich gegen COVID-19 impfen lassen. Biontec-Pfizer. Wofür Widerstand leisten, wenn die Widerstände zu Zumutungen mutieren, die unzumutbar werden. Denn so entwickelte es sich. Die Mutanten des gesellschaftlichen Drucks haben soziale Ächtung, Ausgrenzung und Schuldzuweisungen als Symptome und ich bin es leid, ständig krank zu sein. Während ich den Besuch des Virus, als gäbe es nur das eine, vermutlich nicht einmal merken werde, schmerzt der Arm. Nicht so tragisch, aber immerhin. Aber ich wollte es ja so.

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Wegen Impfung: Arbeitgeber setzt Mitarbeiter unter Druck

Von Julian Marius Plutz.

Ich bin in vielerlei Hinsicht dankbar, dass es soziale Medien gibt. Ich hätte niemals sonst die Möglichkeit, mit so vielen unterschiedlichen Menschen in Kontakt zu treten. Und ich hatte niemals gewusst, dass die Stadt Bad Düben existiert, was schade wäre. Denn im selbigen Ort gibt es die Bau- und Haustechnik Bad Düben GmbH. Doch nicht nur der Name der Firma ist entsetzlich kreativ, sondern auch die Geschäftsleitung, wenn es um die Corona-Impfung geht. Wenn nach diesen Zeilen noch ein einziger Mensch behauptet, es gäbe keine Impfpflicht, dem empfehle ich dringend einen Termin beim Neurologen des Vertrauens.

Doch lesen Sie selbst:

Sehr geehrter Herr Stolpe,

sehr geehrter Herr Schäfer,


mir liegt ein Brief vor, welches an Ihre Beschäftigen gerichtet ist. Hier schreiben Sie, man könne es „nicht akzeptieren“, dass sich manche Mitarbeiter gegen COVID-19 nicht impfen lassen wollen. Ich zitiere weiter:„Wir fordern hiermit nochmals alle bislang ungeimpfen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf, sich umgehend gegen das Coronavirus zu impfen und mit entsprechendem Nachweis ins Personalbüro zu kommen!Sollte diese Aufforderung kein Gehör finden, müssen ungeimpfte Mitarbeiter, insbesondere solche mit Kundenkontakt (…) damit rechnen, zumindest zeitweise auf einen anderen, weniger exponierten Arbeitsplatz versetzt zu werden.“
Hierzu einige Fragen:


1. Ist Ihnen bewusst, dass Geimpfte weiterhin andere mit dem Virus, übrigens auch mit vielen anderen und wesentlich schlimmeren Viren, anstecken können? Inwiefern halten Sie die genannte Aussage des Schutzes Ihrer Mitarbeiter für angemessen?


2. Den Teil Ihrer Belegschaft, den Sie schützen wollen, ist doch geimpft. Dann sind sie nach dem Narrativ auch geschützt. Oder glauben Sie, dass die Impfung nicht wirkt? Dann wiederum brauchen sich die „Impfverweigerer“ auch nicht impfen lassen. Wie meinen Sie das konkret?


3. Inwieweit ist es Aufgabe des Arbeitgebers, medizinische Eingriffe zu forcieren? Drohen Sie ihren Mitarbeitern auch mit Versetzung, wenn sie nicht regelmäßig zum Zahnarzt gehen?


4. Was bedeutet ein „weniger exponierter Arbeitsplatz“? Ich komme selbst aus dem Personalwesen und weiß nicht mal überhaupt, was „exponiert“ mit „Arbeitsplatz“ zu tun haben soll. Meinten Sie „schlechteren“ oder „unattraktiveren“ Arbeitsplatz, an dem man möglicherweise weniger verdient?


5. Würden Sie „Impfverweigerer“ auch, wenn es rechtlich möglich gemacht wird, kündigen?


6. Auf Ihrer Homepage sehe ich sehr viele freie Stellen. Denken Sie, dass Sie mit solchen Schreiben Ihre Firma attraktiv und sympathisch darstellen lassen?


7. und letzte Frage: Herr Falk Stolpe, sind Sie mit Manfred Stolpe verwandt? Wenn ja, vielleicht hatten Sie ja etwas von seinen Stasifähigkeiten erlernt und können diese an Ihre Mitarbeiter, den Unwilligen natürlich nur, anwenden.

Eine Antwort empfände ich als überaus charmant!

Beste Grüße

Julian Marius Plutz

Sag zum Abschied leise: „Bist du geimpft?“

Julian Marius Plutz.

Stellen Sie sich vor, ein enger Angehöriger liegt aufgrund einer akuten Erkrankung im Spital. Natürlich möchten Sie ihn besuchen. Ihnen ist die Person sehr wichtig. Und auch, wenn die Not-Op dem ersten Anschein nach gut verlaufen ist: Man weiß nicht, was kommt und wenn man ehrlich weiß man auch nicht, wieviel Zeit noch bleibt.

Nun stellen Sie sich weiter vor, dass Sie auf Öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, die im Moment nicht fahren, weil ein wildgewordener Ostgote mit Oberlippenbart seine Komplexe auf den Rücken von Millionen Menschen auslebt. Sie kommen also gar nicht ohne weiteres in die Klinik. 100 km läuft sich nicht mal einfach so.

Und dann stellen Sie sich vor, Sie sind nicht gegen COVID-19 geimpft. Vielleicht wollen Sie abwarten. Vielleicht sehen Sie den Nutzen nicht in der Art, wie Regenten und Laborärzte propagieren. Vielleicht aber haben Sie noch gar keine abschließende Meinung und sehen keine Verhältnismäßigkeit für diesen medizinischen Eingriff.

Sie haben selbstverständlich die unangenehme und übergriffige Frage: „Bist du geimpft?“ ertragen. Sie haben mit Wut im Bauch die Benachteiligungen Ihres negativen Impfstatus hingenommen. Vielleicht hat es Sie an andere Zeiten in Ihrer Biografie erinnert, in der Sie diskriminiert wurden, weil Sie nicht so sind, wie es die Anderen gerne hätten und einen Scheiß darauf gaben, dies ausgerechnet für die größten Schreihälse zu ändern.

Odyssee in die Provinz

Sie müssten also, um die geliebte Person zu besuchen, sich impfen lassen, oder getestet und genesen sein. Natürlich interessiert es das Krankenhaus nicht wirklich, ob sie von Krebs genesen sind, von einer Harnwegsinfektion oder von der Menschengrippe. Es interessiert dem Corona-Regime nicht einmal, ob Sie COVID überlebt haben. Einzig akzeptiert ist sechs Monate nach einem positiven PCR Test ein negativer PCR Test. Ein hoch sensitiver Test, der alleine für eine Diagnose nicht ausreicht. Das weiß auch der Klinikarzt. Doch wirklich kümmert es ihn nicht.

Genesen kommt für Sie also nicht in Frage, unabhängig, wie der Status Ihrer Antikörper ist. Die Impfung lehnen Sie gegenwärtig ab. Bleibt das Testen. Nun liegt Ihr Angehöriger nicht nur 100 km weg von Ihnen, sondern auch noch in einer Provinzklinik, die selbst nicht testet. Die nächste Teststation ist mehrere Kilometer entfernt. Öffentliche Verkehrsmittel, wir erinnern uns, fahren derzeit nicht, weil ein halbdiktatorischer Gewerkschaftsvorsteher mit ganz Deutschland Familienaufstellung macht. Und Sonntags testet im Umkreis der Provinz eh keiner.

Abschied nehmen mit Maske, getestet, geimpft oder genesen. Und alleine. Aber nur bis 19 Uhr.

Hinzu kommen die restriktiven Öffnungszeiten des Spitals. Denn, wie wir alle wissen, das Virus – als gäbe es nur ein einziges – verbreitet sich hauptsächlich Nachmittags. Wann denn auch sonst? Früh am Morgen schläft es, weil es ab Abends durch die Bars tourt. Deswegen haben sich die Hygienefüchse der Klinik völlig folgerichtig Öffnungszeiten zwischen 16- und 19 Uhr ausgedacht. Natürlich mit Maske und natürlich alleine.

Jetzt können Sie endlich das Buch Trost von Thea Dorn nicht nur nachvollziehen, sondern wahrlich fühlen. Dieses Corona-Regime ist krank. Es ist herzlos und kalt wie eine autoritärer Staat. Es ist willkürlich und menschenverachtend. Es ist das Gegenteil der immer wieder kehrenden Floskel vom sozialen Staat, der jenseits von Corona an jeder Stelle betont werden muss.

Und wenn ich tatsächlich im Krankenhaus Abschied unter diesen Bedingungen nehmen muss, dann vergeht sich dieser Staat. Nicht nur an mir, sondern an all den anderen Angehörigen. All die, die ihre Steuern zahlen und servil jede Maßnahme, sei sie auch noch so sinnentleert, mittragen. All die, die sich seit mehr als zwei Jahren bücken und ducken. All denen möchten die Regenten sogar im letzten Moment ihres Seins die Würde nehmen. Abschied nehmen mit Maske, getestet, geimpft oder genesen. Und alleine. Aber nur bis 19 Uhr. Sag‘ zum Abschied leise: „Bist du geimpft?”

Dieses Corona-System hat sich längst von jeder Form von Menschlichkeit entkoppelt. Unlängst sprach ein Spitzenpolitiker von „Bürgernähe“. Da musste ich lachen. Diese Regierung ist vom Volk so weit entfernt, dass sie so schnell nicht mehr zurückkommt. In der Jugendsprache wären diese Politiker „lost“. Verloren. Jenseits ihrer Wähler. Und genau das sind sie. In der Lethargie im kommoden Autoritarismus scheinen Vielen das Denken abhanden gekommen zu sein. Doch ich habe das Gefühl, dass sich das bei dieser Wahl ändern wird. Vielleicht sind die Politiker verloren. Nicht aber die Bürger.

Merkel grenzenlos

Von Julian Marius Plutz.

Selbst an den Empfangsgeräten konnte man die Aggressivität mit Händen greifen. Ich erinnere mich an die Fernsehbilder noch gut. Europa mit Deutschland in der moralischen Exklusiv-Verantwortung stand kurz vor der größten geschichtlichen Zäsur seit dem Mauerfall, was natürlich, wie üblich, in der Situation des Momentes keiner erahnen konnte. Und dennoch waren wir beim Programm von n-tv Zeitzeuge von etwas historischem. Endlich ergab sich die Chance aus dem Image des hässlichen Deutschen zu treten. Endlich stand man auf der richtigen Seite der Geschichte. Im letzten Jahrhundert gab es den einen, oder anderen Betriebsunfall, geschenkt, nun aber nutzten die Regenten die Möglichkeit, sich rein zu waschen und aus dem Schatten des Täterseins in das Licht der Heldentums zu treten. Traumschön.

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Kretschmann ist der Grüne Autokrat

Von Julian Marius Plutz.

Wir haben uns daran gewöhnt, dass die Grünen zu den größten Popcorn-Unternehmen gehören, so eifrig wie die Spitzenpolitiker Puffreis zu Unterhaltungszwecken produzieren. Da wäre die jüngste Absurdität um die inzwischen aus der Partei ausgetretene Spitzenkandidatin im Saarland. Irina Gaydukova konnte auf einer Wahlkampfveranstaltung keine einzige Frage beantworten. Schauen Sie sich das Video an. Es ist unglaublich.

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Konsens ohne Konsens – Impfstoffe bieten Anlass zur Sorge

Von Max H.

Vom sachlichen Diskurs hat sich die Gesellschaft längst verabschiedet
Impfen rettet Leben – das ist eine in diesen Tagen sehr prominente Aussage, die auch ein Großteil der Gesellschaft ohne Frage so unterschreiben würde. Zu Recht. Und tatsächlich, die medizinische Errungenschaft der Impfungen hat unser Leben nicht nur erleichtert, sondern auch zu dessen Verlängerung und zur Verbesserung des Lebensstandards geführt. Spätestens mit Beginn der Ausrufung der SARS-CoV2 Pandemie zur „gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite“ am 30. Januar 2020 durch den Generaldirektor der WHO, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, setzte aber ein Trend ein, der sich bis heute verstetigt und verfestigt hat: Wissenschaftlicher Konsens ist Konsens, hinterfragen ist verschwören und Punkt, ein Diskurs findet mehrheitlich nicht mehr statt.

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Verbrennt die Maske!

Von Julian Marius Plutz.

Mein 33. Geburtstag fand statt am 27.04.2020. Ewig wird dieser Tag in meinem Gedächtnis bleiben. So wie die Homo-Ehe auf immer und ewig mit dem Netzwerkdurchsetzungsverbot konnotiert ist, das Stunden später mit einer Hand voll Abgeordneten abgesegnet wurde und im Gegensatz zur gleichgeschlechtlichen Ehe wirklich Auswirkungen auf das Leben hat. Und zwar sehr schlechte. Ich erlebe täglich, wie willkürlich die Zensurbolde von Twitter Accounts sperren. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann ich an der Reihe bin.

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Gegen die Maßnahmen hilft nur echte Empörung

Von Julian Marius Plutz.

„Ein Zyniker ist jemand, der von allem den Preis und von nichts den Wert kennt“. Dieses bekannte Zitat stammt von Oscar Wilde und hat mindestens einen wahren Kern. In einer spöttischen Art, die auf den einen oder anderen seelenlos wirken kann, werden Dinge verpönt, die der andere schätzt. Wie in diesem Beispiel: „Eine Diktatur ist eigentlich nicht das Schlimmste, wenn man sich anschaut, wer alles in einer Demokratie mitentscheiden kann.“ Eine klassische Art, den Wert, die Demokratie, nicht wahrzunehmen, ja, ihn gewissermaßen zu verpreisen. Dabei ist gar nicht entscheidend, wie die Haltung des Zynikers zum Wert selbst ist. Es genügt, dadurch die Meinung desjenigen zu karikieren, der diesen Wert vertritt. Das ist die eine Seite.

Eine andere Seite des Zynismus ist, dass er nicht immer, aber häufig schlichte Verzweiflung ausdrückt. Sie beschreibt eine gewisse Desillusionierung bezogen auf die Welt, oder auf wesentlich Teile davon. Und er kann in seiner Bitternis auch einfach nur lustig sein. Die Aktion #wirmachendicht, war in Teilen zynisch. Aber auch sarkastisch und in vielen Fällen verdammt komisch. Die Reaktion auf das Projekt machte mir zwei Dinge sehr deutlich: Erstens, Deutsche haben ein wahnsinniges Problem mit Sarkasmus und Zynismus. Sie verstehen diese Stilmittel schlicht nicht und er, der Deutsche, verurteilt vor allem Zynismus zutiefst. So verhöhnten die Künstler laut vielfacher Aussagen Mitarbeiter im Krankenhaus, obwohl nicht in einem einzigen Clip von Pflegern oder Ärzten die Rede war. Zynismus und Sarkasmus sind im Übrigen zwei verschiedene Dinge, die in praktischen Beispielen jedoch häufig verschwimmen.

Zynismus als Bewältigungsstrategie

Die zweite Sache verdeutlichte mir die Aktion: Ich bin in einigen Punkten zum Zyniker geworden. Ja. Gerade die Corona Maßnahmen haben in mir diese Haltung manifestiert. Zunächst war da die Wut ob der Corona Maßnahmen. Und als sie verlängert wurden und verlängert – „nur noch ein paar Wochen“ – und dann gar nicht mehr aufhörten, kam die Verzweiflung. Wohin mit meiner Kritik? Aufschreiben, na klar, aber auch die Worte „auf Papier“ lasen sich immer mehr zynisch. Die Übergriffigkeit vieler Maßnahmen seitens der Regenten evozierten in mir eine Machtlosigkeit, die ich vorher nicht kannte. Hatte ich noch vor Covid eine recht präzise Vorstellung, wie mein „perfekter Staat“ auszusehen hat, so ist die Antwort auf die Frage, welche Partei ich gedenke, zu wählen, auf ein Minimum geschrumpft: Ich wähle die Partei, die mich am ehesten in Ruhe lässt.

Mein Zynismus ist also eine Art Bewältigungsstrategie, der einen großen Nachteil in sich trägt. Aufgrund seines abwehrenden Charakters erzeugt er eine emotionale Antriebslosigkeit, die an manchen Stellen zu einer Gleichgültigkeit wird. In den letzten Wochen fiel mir das besonders dann auf, als ich leidenschaftlichen Beiträgen von meist jungen Menschen lauschte, die sich noch ehrlich und herrlich ansteckend empören konnten. Dazu muss ich etwas ausholen.

Nur durch Ungehorsam ensteht Veränderung

Twitter hat eine tolle Funktion geschaffen, die sich „Twitter Spaces“ nennt. Diese Spaces funktionieren im Prinzip wie die App Clubhouse. Man eröffnet einen solchen Raum und Menschen können diesem beitreten und lediglich mittels ihrer Stimme kommunizieren. Je mehr Menschen beitreten, desto lebhafter wird eine solche Diskussion. In diesen Gesprächen, der ich teilweise nächtelang beiwohnte, lernte ich nicht nur interessante Menschen kennen, deren Meinung ich politisch teilweise gar nicht teilte. So lauschte ich beispielsweise die flammendsten Redebeiträge gegen die antisemitischen Proteste auf deutschen Straßen, oder die man sich nur vorstellen kann! Echte Brandreden, wahre Empörung. Ich war Gasthörer von Reden, die sich gegen die Lockdown Politik richten, bei denen ich nur so staunen konnte. Twitter hat mit den Spaces etwas geschafft, was ich sozialen Medien nicht zugetraut hätte: Einen Raum für echte, kontroverse Diskussionen mit Respekt und Anstand und noch dazu auf einem meist anständigen Niveau. Meiner eigenen Gleichgültigkeit wurde der Spiegel vorgehalten.

Menschen im Alter von 16 oder 20 haben mir gezeigt, dass es auch anders geht. Zynismus ist ein Schutzmechanismus, aber er hilft auf Dauer und in der Breite nicht weiter. Es muss wieder Zeit sein für echte Empörung und wahre Leidenschaft. „Ein Zyniker ist jemand, der von allem den Preis und von nichts den Wert kennt“, ist also nur die halbe Wahrheit – aber auch nicht ganz falsch. Die innere Immigration in Form zynischer Worte kann persönlich hilfreich sein, ja. Aber um Dinge zu verändern bedarf es mehr. Die Corona-Maßnahmen, der Lockdown, vor allem die politisch angeordneten Kontaktverbote hatten eine eine Wirkung: Menschen, die sich vor dem März 2020 wie selbstverständlich über Fehler der Herrschenden ausgetauscht hatten, wurden ihrer Plattform beraubt. Der Stammtisch in der gewohnten Form wurde zerstört. Soziale Medien können das nur in Teilen subsituieren, aber immerhin versuchen sie es. „Es sind doch nur noch ein paar Monate“ wurde zum Mantra einer Schweigespirale. Alles, was die Regenten beschließen, sei abzunicken. Dieser auferlegte Devotismus ist mir zu wider und muss enden.

Von Oscar Wilde und aus „Der Sozialismus und die Seele des Menschen“ stammt auch dieses Zitat: „Ungehorsam ist für jeden Geschichtskundigen die eigentliche Tugend des Menschen. Durch Ungehorsam entstand der Fortschritt, durch Ungehorsam und Aufsässigkeit.“ Es ist Zeit, dass aus diesen Worten Haltung wird. Denn nur durch echte Empörung kann wahre Veränderung entstehen.

Es geht uns noch zu gut

Von Julian Marius Plutz.

„Den Leuten geht es noch zu gut.“ Hört man ja oft. Um eines vorweg zu nehmen: Dieser Satz stimmt.

Ich sag‘ Ihnen wie es ist: Ich bin stinksauer. Ja. Ich habe mich mal in einer Abwandlung eines Wortes von Habermas „emotional unmusikalisch“ bezeichnet. Ich bin zu wenig offen, mache fast alles mit mir alleine aus. Ich verdränge, ich überspiele und manchmal grinse ich sogar, wenn jemand mir eine schlimme Nachricht mitteilt. Kein Witz! Ich kann da nichts dafür, es kommt einfach aus mir heraus. „Mein Vater hat sich das Kreuz verhoben!“. Ein Lächeln überkommt mich und ja, ich weiß genau, wie daneben das ist und wie debil es wirkt. Emotional unmusikalisch eben. Mein Instrument ist meilenweit verstimmt, so dass man nur noch Katzenmusik hört.

Und so regt sich selten echte Wut oder wahre Liebe in mir. Es ist irgendetwas dazwischen und von allem ein wenig und von gar nichts ein bisschen. Doch heute ist das anders. Heute bin wütend. Und wie. Warum? Weil es den Leuten noch zu gut geht. Ja! Die leidig oft zitierte Komfortzone ist noch viel zu prominent und stark. Anscheinend lassen sich die Menschen alles gefallen. Während in Frankreich die Straßen aufgrund einer Erhöhung des Benzins um ein paar Cent voll sind von Protest, regt sich beim larmoyanten Deutschen nichts, wenn die Regierung 30% auf den Sprit aufschlägt. Was ist los mit Ihnen? Der Druck steigt, die Wut muss raus. Also gehe ich zum Ipad und tue das, was eine Kollegin mal als meine Inselbegabung bezeichnete: Ich schreibe.

Das große Schweigen droht zu brechen

Eine kleine Geschichte: Im Infektionsschutzgesetz steht geschrieben, dass bei eine Inzidenz von unter 100 auf drei darauffolgenden Tagen die Kitas wieder öffnen dürfen. Doch im Gesetz liest man eben auch, dass Landkreise diese Regelung verschärfen aber- oh Wunder – jedoch nicht lockern können. Genau diese Verschärfung veranlassen einige Landkreise bereits. Eine Kollegin hat ein vierjähriges Kind. Da die Kindertagesstätte geschlossen hat, ist sie seit Wochen, wie auch letztes Jahr, im Homeoffice. Nun lag die Inzidenz in diesen Landkreis die letzten drei Tage unter 100. Eigentlich würde sie am Montag wieder im Büro sein. Aber nichts da. Der Kreis entschied per Verordnung, dass die Inzidenz fünf Tage unter 100 liegen muss, damit die Kitas wieder Kinder betreuen dürfen. Und da die Faxgeräte in Gesundheitsämtern am Wochenende geschont werden, zählen Samstage und Sonntage nicht mit. Sie bleibt also zu Hause. Stay at home. Wow.

Ich kann mir kaum ausmalen, wie kompliziert die Betreuung eines Kleinkindes über Wochen aussehen muss, wenn man nebenbei arbeiten muss. Die Kollegin hält sich wirklich wacker. Und bevor jemand einwendet, man müsse ja zu Hause bleiben und von dort aus arbeiten, dem sei gesagt: Nein. Ganz davon abgesehen, dass sie vor Ort gebraucht wird und ganz davon abgesehen, dass es für ein Team ungesund ist, wenn es so aufgeteilt wird: Arbeit ist auch ein sozialer Faktor. Wir alle haben uns auf sie gefreut, sie hatte sich auf uns gefreut. Endlich mal wieder unter Leute kommen, das wollte sie. Eine erneuter Hausarrest war das, was sie bekam. Und wie das für ein vierjähriges Kind sein muss, auf Dauer von der gestressten Mutter im Home Office erzogen zu werden, kann man sich vorstellen. Über dieses Thema schrieb ich an anderer Stelle bereits hier.

Aber kaum jemand, außer wir direkt Betroffenen, regen sich auf. Es geht den Leuten noch zu gut. Vor einigen Wochen schrieb mir ein Leser, dass er sich frage, wo die Berufsverbände geblieben sind. Wo ist die IHK, bei der wir Mitglied sein müssen? Kaum ein Aufschrei, keine Lobby, nichts. Ich frag‘ mich immer, was von der ewig beschworene Wirtschaftslobby übrig geblieben ist. Gar nichts. In den Gremien sitzen Politiker, die nichts anderes tun, als den Regierungskurs mitzutragen. Anscheinend ist der Schmerz noch nicht groß genug. Offensichtlich ist das Schweigegeld, Kurzarbeit und Soforthilfen, als Mittel noch ausreichend, die Leute ruhig zu stellen. Doch bei jedem Medikament entwickelt man irgendwann eine Toleranz. Ich hoffe, dass die Menschen irgendwann eine Intoleranz gegenüber der Maßnahmen entwickeln. Ich sehe zwar Licht am Ende des Tunnels, aber noch geht es den Menschen zu gut. Oder zu wenigen geht es schlecht.

„Nicht mehr mein Land“

Lichtblicke gibt es. Ob es die Schauspieler waren, die mit „Wir machen alles dicht“ ein dickes Zeichen gesetzt haben, oder Bürger, die bei Ich mach da nicht mehr mit ihre Stimme erhoben. Oder die vielen Twitter Spaces, eine neue Funktion, in der man Räume schaffen kann, um sich in Live Gespräch auszutauschen. Es tut sich etwas, doch noch zu wenig. Der Druck ist bei vielen noch nicht hoch genug. Der Schmerz ist mit Mitteln betäubt, die uns bald schon auf die Füße fallen werden. Noch noch wirkt das Narkotikum.

Emotional unmusikalisch hin, oder her. Ich bin wütend. Doch ich glaube, es müssen noch viel mehr wütend werden. Der Druck, er steigt zwar, ja. Aber die Panik wird noch erfolgreich von geneigten Medien, wobei viele umdenken, geschürt. Gazetten sind seuchengeil. Jedoch verspüre ich, sogar in Mainstream-Medien ein Umdenken. Doch es sind noch viel zu wenig. Wie immer geht es nicht um links oder rechts, sondern um Freiheit oder Knechtschaft. Ich möchte gerne frei sein. Wenn das in diesem Deutschland zu viel verlangt ist, dann ist das, um Angela Merkel zu zitieren, tatsächlich „nicht mehr mein Land.“

Geheimdienst bespitzelt Regierungskritiker

Von Julian Marius Plutz.

Manche Sätze wirken erst, wenn man sie verständlich formuliert. So wurde vor einiger Zeit ein Mitarbeiter bei einem Kunden wie folgt abgelehnt: „Vielen Dank für die Zusendung des Profils Ihres Kandidaten. (….) Nach reiflicher Beratung des Fachbereiches sind wir zu dem Entschluss gekommen, Herr S. passt nicht in unseren Wirkungskreis.“ Jaja, der Wirkungskreis. Ich empfehle Ihnen dringend, bei der nächsten Trennung von Ihrem Partner dies genau so zu formulieren. „Du, wir sind nun seit neun Jahren ein paar, aber ich habe das Gefühl, du passt nicht mehr so recht in meinen Wirkungskreis“. Sie werden staunen, wie die Person reagiert!

Eigentlich geht der Satz, sei es bei meinem Mitarbeiter oder Ihrem Partner so: „Es passt einfach nicht.“ Mehr Silben müsste man nicht verschwenden. Aber da der Mensch ein höfliches Wesen ist, der gerne umschreibt, nennt er „Terroristen“ „Widerstandskämpfer“, „Massenmörder“ werden zu „Revolutionäre“ und „Linksextremisten“ sind am Ende des Tages „Bürgerrechtler“. Tatbestände werden beschönigt, bis der Doktor kommt. Euphemismen werden aufgeblasen, bis niemand mehr den wahren Skandal sieht. Wenn „Widerstandskämpfer“ sich gegen den „Apartheitsstaat“ wehren, klingt es anders, als: „Terroristen töteten in Hebron zwei Zivilisten.“

Kein Extremist und dennoch im Visier

Ebenso verhält es sich mit dieser Überschrift vom Spiegel, wobei das Medium gar nicht wichtig ist, findet man ähnliche Zeilen in den meisten, gängigen Medien: „Coronaleugner-Szene: Verfassungsschutz beobachtet »Querdenker«-Bewegung jetzt bundesweit.“ Davon abgesehen, dass man mit der Länge der Überschrift jemanden erschlagen könnte, lautet die entschönigte Version so: „Geheimdienst bespitzelt regierungskritische Demonstranten.“ Denn genauso ist es – genauso spielt sich das ab. Nur weil „Verfassung“ in „Verfassungsschutz“ vorkommt, muss es nicht positiv sein. Und machen wir uns nix vor: Nichts anderes als ein Geheimdienst ist die Behörde, die dem Innenministerium unterstellt ist.

Dieser Punkt ist wahrscheinlich der Bedenklichste. Die Bundesregierung bespitzelt eine Bewegung, die sich kritisch mit der Bundespolitik auseinandersetzt. Es ist hierbei überhaupt nicht relevant, wie die Demonstranten ihren Protest ausdrücken. Ob sie radikal sind, extrem. Lustig, harmlos, satirisch oder zynisch. Es ist egal, so lange sie keinen gewalttätigen Umsturz der Bundesrepublik planen und versuchen, durchzuführen. Und das sehe ich bei Weitem nicht. Und ja, es gibt Gewalttäter unter den Demonstranten und ja, mich widert diese, wie jede Form von Straßengewalt an. Ich nehme nichts hin, was nicht hinnehmbar ist. Und dennoch de-legitimieren einzelne Taten nicht das Recht auf Demonstration. Wenn die Kritiker von Querdenker und Co. diesen Standard anlegten, gäbe es keine einzige 1. Mai Veranstaltung mehr, auf denen Antifas regelmäßig für Straßenterror sorgen.

Wir müssen uns die Tatsache wirklich vor Augen führen. Der Inneminister Horst Seehofer duldet, möglicherweise forciert er es sogar, das Ausspähen von Regierungskritiker. Das muss jedem, der eine offene Gesellschaft bejaht, übel aufstoßen. Die Gleichsetzung hierbei von Linksextremisten, Rechtsextremisten und Islamisten halte ich für einen der größten Skandale in der innerdeutschen Politik seit langem. Da der Verfassungsschutz die Demonstranten nicht in eine der drei extremistischen Gruppen einordnen kann, was erst mal eine gute Nachricht ist, denn offensichtlich sind die Querdenker im Durchschnitt keine Extremisten, erfindet dieser einfach eine neue Kategorie. Von der Szene ginge „demokratiefeindliche und/oder sicherheitsgefährdende Delegitimierung des Staates“ aus, heißt es nach Informationen des SPIEGELS.

Meinungen werden zum Problem

Wir lernen: Wenn jemand kein Extremist ist, einfach aus dem Grund, weil er kein Extremist ist, erfinden wir eine Kategorie, die die Person zum Extremisten erklärt. Genial einfach! Nehmen wir den Jürgen. Der Jürgen ist kein Faschist. Er ist aber auch kein Linksextremist. Er ist kein Rassist, noch nicht einmal ein Sexist. Kein Islamist, kein christlicher Fundamentalist. Kein Satanist,kein Salafist und gegen Schwule hat er auch nichts. Da ich ihn aber gerne als bösen Menschen verurteilen möchte, nenne ich ihn einfach Jürgist. Ja. Jürgen ist ein schlimmer Jürgist. Und Jürgisten sind so schlimm wie Rassisten und Islamisten. Die muss man sozial ächten, bespitzeln und ausgrenzen. Fertig ist der Lack, die Schublade ist gezimmert und der Käs‘ gelutscht.

Aber ganz im Ernst: Die Zeiten für Gegenmeinungen sind hart. Eben noch waren Künstler einen üblen Shitstorm ausgesetzt, weil sie ihrer Berufung nachgingen. Stellen Sie sich vor, was passiert wäre, wenn einer von #allesdichtmachen bei einer regierungskritischen Demonstration gegen die Maßnahmen gesehen worden wäre? Die Anfeindungen hätten sich verzehnfacht. Noch mehr Schauspieler hätten sich von der Aktion distanziert, bei der sie anfangs gerne mitgemacht haben. Ich kann es ihnen kaum verdenken. Nicht alle sind bereit, die Karriere aufs Spiel zu setzen. Ich habe keine Kinder oder eine Familie, die auf mein Einkommen angewiesen sind. Ich kann mir mehr leisten und erwarte nicht von Müttern oder Vätern, es mir gleich zu tun. Doch bedauerlich bleibt es, dass eine eigene Meinung jenseits des Mainstreams zum Problem werden kann. Hier ist „bedauerlich“ der Euphemismus.

Dieser Staat ist zu viel

Viele Leute können sich überhaupt nicht vorstellen, aufgrund politischer Einstellungen im Alltag Probleme zu bekommen. Sie können nicht glauben, dass es „Cancle Culture“ gibt. Sie leugnen die Existenz von Deplatforming, also Menschen die Möglichkeit zu nehmen, sich zu äußern, weil sie dem „voguen“ Zeitgeist nicht entsprechen. Ich habe einige Leute in meinem Umfeld, die so ticken. Ich finde das auf eine Art faszinierend und auf eine andere Art erschreckend. Was sieht der nicht, was ich sehe? Hast du nicht gesehen, wie Jan-Josef Liefers von Journalisten behandelt wurde? Findest du es völlig in Ordnung, dass die Regierung ihre Kritiker bespitzeln lässt? Oder heiligt der Zweck mal wieder die Mittel? Ist im Kampf gegen ein Virus alles erlaubt?

Gleichzeitig habe ich auch Freunde, die meiner Meinung sind, diese aber niemals so ausdrücken würden, wie ich es tu. Vielleicht geschieht sie das noch im engen Freundeskreis. Aber niemals in der Arbeit und niemals zu fremden Leuten in einer Diskussion. Dieses Klima sollte uns zu bedenken geben. Es verlieren gerade eine ganze Menge an Menschen den Glauben an die freie Gesellschaft. Spitzelaktionen gegen unliebsame Demonstranten tragen hierzu ihr Übriges bei. Wenn auf deutschen Boden Regierungskritiker von Schlapphüten beschattet werden, die in überwältigten Mehrheit keine Extremisten sind, bekommen wir ein echtes Problem. Dieser Staat ist zu viel. Diese Regierung übernimmt sich permanent und überhöht ihre Existenz. Es ist nicht die Pandemie, die wahnsinnig ist. Es ist die pandemische Unvernunft vieler Politiker, die unser Wohl bedroht.

Brinkhaus macht mich fassungslos

Von Julian Marius Plutz.

Ich bin fassungslos. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich verlor die Fassung. Völlig randlos ging es in mir zu. Es ist das erste Mal – völlig im Ernst – dass mein Körper auf ein Wort eines Politikers reagierte. Mir wurde speiübel, sage ich Ihnen, als ich die Rede von Ralph Brinkhaus hörte. In diesen knapp neun Minuten ist alles enthalten, was man in Sachen Agitation und Propaganda in einen Vortrag packen kann. Wirklich alles. Schauen Sie die Rede bitte nur an, wenn Sie sich gefestigt fühlen, eine der manipulativsten, perfidesten und gleichzeitig dummreistesten Stücke der Bundesrepublik Deutschland zu hören. Und halten Sie einen Brecheimer bereit.

Ralph Brinkhaus. Für 120 Sekunden einmal Merkels Kritiker, als es um die Lockdownpolitik ging. Ganz kurz war der Mann aus Wiedenbrück einmal Rebell. Zart klopfte sein Verstand an die lichte Schädeldecke, ehe er sich wieder verzog. Ehe Herr Brinkhaus wieder zum Merkelianer wurde.

Ich ringe mit den Gedanken und den Worte, weil mich diese Rede so sprachlos macht. Der Fraktionsvorsitzende des ehemaligen konservativen Parteienbund, genannt Union, ringt mit dem Schlafen gehen. Wenn er Nachts wach wird, denkt er an die Menschen in den Krankenhäusern und die Menschen, die sterben. Doch nicht etwa an alle Menschen. Nein, denn wir leben in der Welt der Zwei-Klassen-Toten. Wussten Sie nicht? Da gibt es die Coronatoten und die Nichtcoronatoten. Letztere gab es schon immer – erstere sind vermeidbar und hängen laut Politik an exakt zwei Faktoren. Ein Dauerlockdown in Verbindung mit dem Aufbau einer Hygienediktatur einerseits. Und andererseits liegt es an den Menschen selbst. Ja! Denn würden sie sich freiwillig isolieren, gäbe es auch kein Corona mehr. Nur noch ein paar Wochen – aber jeder muss mitmachen! Nur dann ist es vorbei. Wenn alle Juden wenigstens einen Schabbat alle Gebote einhalten, dann kommt der Heiland. Und wenn alle Deutchen alle Maßnahmen ein paar Wochen befolgen, bekommen wir vielleicht vernünftige Politiker. Bis dahin müssen wir mit Ralph Brinkhaus vorlieb nehmen.

Mit wackeliger Stimme und sichtlich von sich selbst ergriffen verteidigt Merkels Helfer die Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes. Ein Gesetz, das im Wesentlichen den Föderalismus aushebelt und mit hoher Wahrscheinlichkeiten in mehreren Punkten verfassungswidrig ist. Weiterhin ist er „den Medien sehr dankbar“, dass diese mit „rührenden Geschichten das unterstützt haben“. Ja, da kann er wirklich dankbar sein. Kostenlose PR zu ergattern im Deckmantel des seriösen Journalismus, ist schon eine reife Leistung. Wo in anderen Ländern der Staat noch Medien kaufen muss oder Lizenzen von kritischen Radiosendern nicht verlängert werden, genügt in Deutschland die unbändige Liebe der Journaille zu Angela Merkel. Diese Liebe ist grenzenlos, unconditional wie man im Englischen sagt. Wie die Liebe einer debilen Mutter zu ihrem noch debileren Kind. Es ist einfach nur noch grauenhaft.

Zwischen „Jud süß“ und „Bambi“

Dankbar ist Brinki, dass „auch Enkel interviewt wurden, die ihre Enkel verloren haben.“ Denn auch ältere Menschen seien wertvoll. Wer kann da schon widersprechen? Der Unionspolitiker macht hier etwas extrem perfides. Indem man die Maßnahmen kritisiert, wie dieses demokratieverachtendes Infektionsschutzgesetz, nimmt man Den Tod von älteren Menschen in Kauf. Man ist also unmoralisch, außer man steht hinter Merkels Coronapolitik. Ich halte diesen moralinsauren Taschenspielertrick für das Widerlichste und Dreisteste, was sich ein Abgeordneter seit langem geleistet hat. Mitglieder des Bundestages dienen dem Volk. Sie vertreten uns. Es steht ihnen überhaupt nicht zu, Menschen in gut und böse einzuteilen, als wären sie von Gott gesandt.

„Jeder hat das Recht auf (…) körperliche Unversehrtheit. Und es ist unsere Aufgabe“, so der quartalsirre Ostwestfale, „dieses Leben zu schützen.“ Politiker sind also angetreten, um Leben zu schützen? Also alles Ärzte und Polizisten? Bin ich schief gewickelt, oder der?! Brinkhaus will also das Leben multibel Kranker Menschen auf Teufel-komm-raus retten, die nun im Spätwinter ihres Seins den Corona Erreger in sich tragen? Was für eine unmenschliche, transhumanistische Idee vom Sterben und vom Leben! Der Lackmustest für den aufrechten Charakter ist hier simpel: Brinkhaus sollte seine Politik auf sich anwenden. Würde er wollen, dass er so behandelt wird? Oder seine Frau? Oder sein Kind? Kommt er zum Ergebnis, „ja“, ist seine krude Vorstellung wenigstens konsequent. Tut er das nicht, ist er nichts weiter als ein Heuchler.

„Stimmen Sie für das Leben“, beendet Ralph Brinkhaus seine Rede. Damit ist alles gesagt. Wer dagegen stimmt, der stimmt für den Tod. Intellektuell armseliger kann man es nicht formulieren. Der Fraktionsvorsitzende legt ein Gemüt an den Tag, das, cineastisch gesprochen irgendwo zwischen den Filmen „Jud süß“ und „Bambi“ liegt. Es ist unfassbar. Diese Politiker sind eine Gefahr für das Land. Diese Rhetorik ist dem Deutschen Bundestag unwürdig. Ich bin fassungslos.

Laschet als Kandidat – Alles ist besser als Söder

Von Julian Marius Plutz.

Aachener Printen gewinnen gegen Nürnberger Lebkuchen. Oder so. Kulinarisch gesehen halte ich dieses Unterfangen für völlig unverständlich, so schmeckt die „Leckerei“ aus dem Rheinland wie ein fränkischer Pfefferkuchen – jedoch vom Vorjahr. Aber immerhin: Armin Laschet behauptet sich gegen Markus Söder, was man durchaus als eine Leistung anerkennen kann. Denn mit dem Markus, des wissen mir Frangn, ist es wie mit Tinitus oder wie Corona. Irgendwie ist er da und wir müssen damit leben.

Was haben sich die Meinungsmacher und Politiker überschlagen. „Unwürdig“ sei das Gerangel um die Kandidatur in der Union. „Es gäbe doch wirklich in einer Pandemie wichtigeres“ und man solle zu den Grünen schauen, wie „geräuschlos“ diese Ökopartei ihre Annalena nominiert hatten. Ja, ja, die Grünen als Partei von Ying und Yang, buddhistischer Ruhe und sozialistischer Einigkeit. Mit wenig Recht und keiner Freiheit.

Ich kann ja verstehen, dass ein Merkel-sediertes Land schon kurz vorm Herzinfarkt steht, wenn eine ganze Woche um einen Posten gestritten wird. Es entspricht aber demokratischer Selbstverständlichkeit. Nicht nur klappern gehört zum Geschäft des Politikers. Sondern auch Showdowns inszenieren, Machtfragen stellen, Ultimati brechen und der Dinge mehr. All das scheint die Journaille verloren zu haben. Eingesperrt sind sie zwischen politischer Korrektheit und einem Rosamunde-Pilcher-Gemüt. Und übrigens: Geräuschlos arbeitet nur der Geheimdienst.

Mit Merz als SUperminister?

Nun also der Armin. Er ist der Kompromiss vom Kompromiss vom Kompromiss Ewig froh und leicht debil huscht der Nachkomme von Karl dem Großen (laut eigener Aussage) durchs Land und verbreitet Frohsinn und gute Laune. Jetzt also auch als Kanzlerkandidat. Er ist das natürliche Exkrement einer mehr oder weniger beliebigen Union. Allerdings lange nicht so rückgratlos wie Söder. Würde es seiner Karriere helfen, würde der bayrische Ministerpräsident die Berliner Mauer wieder errichten. Da bin ich mir ganz sicher.

Und so war es auch Söder, der in der Flüchtlingskrise seinen damaligen Parteichef, Horst Seehofer, im Regen stehen ließ. Der Mögeldorfer Marktschreier wusste früh, dass die Mehrheit seiner potentiellen Wähler vielleicht kritisch zu Merkels Kurs stehen, aber Harmonie vor Widerrede und Zwietracht vorziehen. Und so schwieg er, kritisierte hier und da ein wenig, blieb aber im Großen und Ganzen zahm und wohlwollend. Und am Ende war es genauso, wie es sein Generalsekretär sagt: „Wir wollen den Kurs von Angela Merkel fortsetzen“.

Bei Laschet weiß man wenigstens was man hat. Gut, das was man dann hat, ist nicht gerade erbaulich, aber immerhin. Und er hat Friedrich Merz mehr oder weniger einen Posten zugesagt. Gut möglich, dass der nächste Wirtschafts- oder gar Superminister die Kopfform einer überdimensionierten Glühbirne hat. Und unter uns Klosterschwestern: Mir ist jemand wie Merz lieber, der sich ein (erfolgreiches) Berufsleben jenseits der Politik aufgebaut hat, als der nächste Apparatschik aus der Politretorte. Also die nächste Annalena Baerbock.

Der wohl schwierigster Gegner von Armin Laschet wird nicht nur er selbst sein, sondern sie. Die Annalena, die, laut eveybodys Daddy Robert Habeck, als Frau antritt. Nicht als Mann, oder als Backfisch. Nein, als Frau. Da haben wir ja Glück gehabt. Als Frau, die nun plötzlich „Völkerrechtlerin“ ist. Dass sie weder als solche, noch überhaupt jenseits der Politik gearbeitet hat, brauche ich bei den Grünen kaum mehr erwähnen. Aufgrund mangelnder Tatsachenlage fühlte sich Annalena genötigt, ihren Nebenjob im Studium als Berufserfahrung anzugeben. Wow. So gesehen war ich Altenpfleger, Kassierer, Journalist und Nachhilfelehrer. Und selbst damit dürfte ich mehr Berufserfahrung gesammelt haben, als die frisch gekührte Kanzlerkandidatin der Grünen

Mit Söder wird die Diktatur real

Und dennoch dürfte sie Laschet im Wahlkampf ärgern. Zu hoch sind die Schnittmengen ihrer beider potentiellen Wähler. Eine ganz andere Frage kommt mir gerade in den Sinn: Wie heißt noch mal der Kanzlerkandidat der SPD? Schulz? Scholz? Müller?! Wie auch immer. Eine Rolle dürfte die SPD nur noch spielen, wenn sie zwischen den Annalena-Grünen und der Bartsch-Ex-SED Platz nehmen. Betrübliche Aussichten für die Sozialdemokratie. Eingeklemmt zwischen Salon- und Vulgärsozialisten wird eine Wiedererstarkung zur Volkspartei kaum möglich sein. Dann lieber geräuschlos Opposition. Im Übrigen sollte es ein Skandal sein, mit der Partei zu paktieren, die Jahrzehntelang ihr Volk eingesperrt hat. Wehrte man sich gegen sein Gefängnis und wollte man fliehen, wurde auf sie geschossen. Doch das ist schon lange keine Zeile mehr wert. Diese Verhöhnung der Opfer wird Ihnen präsentiert von den Grünen – vom Bündnis 90 dürfte nicht mehr viel übrig sein – und der SPD.

Das zu verhindern liegt nun in der Hand von Armin Laschet. Und wenn er halb so zäh ist, wie die Achener Printen, könnte das gelingen. Er ist absolut nicht mein Favorit, niemand in der CDU ist das. Er ist jedoch die klare Alternative zu Markus Söder. Der Nürnberger hat in der Corona Krise gezeigt, aus welchen Holz er geschnitzt ist. Freiheit interessiert ihn nicht. Demokratie ist nur im Weg. Bürgerrechte? Egal, hier gilt das Lex Söder. In einer kaum erträglichen Dreistigkeit wischt er Fakten weg, um seine Politik durchzusetzen, die durchaus Ansätze diktatorischen Handels hat: Willkür, selektive Wahrnehmung und die Lust, über das Leben anderer zu entscheiden.

Söder ist für den Konservatismus so etwas wie André Rieu für die Klassik. Sündhaft teures Instrument, Riesenshow und kreuz doof noch dazu. Mit ihm und das ist durchaus eine Leistung wird die CSU in Windeseile so entkernt wie die große Schwester. Mit Laschet und Merz besteht die geringe Chance einer minimalen Unterscheidbarkeit der Union von anderen Parteien. Vielleicht. Vielleicht ist aber auch ein alter, ausgetrockneter Lebkuchen – also Aachener Printen.