Merkel grenzenlos

Von Julian Marius Plutz.

Selbst an den Empfangsgeräten konnte man die Aggressivität mit Händen greifen. Ich erinnere mich an die Fernsehbilder noch gut. Europa mit Deutschland in der moralischen Exklusiv-Verantwortung stand kurz vor der größten geschichtlichen Zäsur seit dem Mauerfall, was natürlich, wie üblich, in der Situation des Momentes keiner erahnen konnte. Und dennoch waren wir beim Programm von n-tv Zeitzeuge von etwas historischem. Endlich ergab sich die Chance aus dem Image des hässlichen Deutschen zu treten. Endlich stand man auf der richtigen Seite der Geschichte. Im letzten Jahrhundert gab es den einen, oder anderen Betriebsunfall, geschenkt, nun aber nutzten die Regenten die Möglichkeit, sich rein zu waschen und aus dem Schatten des Täterseins in das Licht der Heldentums zu treten. Traumschön.

Doch während man 1989 noch Grund zum Jubeln hatte, war die Stimmung im Sommer 2015 an der ungarischen Grenze gar nicht prächtig. Die Migranten an den Zäunen wurden lauter und aggressiver. Die Grenzer vor Ort behielten bis zuletzt die Ruhe. Erst als Österreich und Deutschland in einer nächtlichen Hauruck-Aktion, bei der der damalige bayrische Ministerpräsident und Entscheidungsträger Seehofer aus mysteriösen Gründen telefonisch nicht erreichbar gewesen war, die sogenannte Grenzöffnung einläuteten, veränderte sich die Situation schlagartig.

Veränderte Städte

Es begann das, was die einen Wilkommenskultur nannten und die anderen als Massenmigration beschrieben. Millionen Menschen kamen ungeprüft ins Land. Ich als Personaler kenne die „Ausweise“, die man als Fiktionsbescheinigung bezeichnet. Fiction ist hier durchaus angebracht. So sind nicht selten Vor- und Nachnamen, falls sie überhaupt die Echten sind, vertauscht. Geburtstage der vornehmlich Herrschaften sind in der Regel am 1. Januar des Jahres ihrer Wahl gewesen. Ich hatte es – jenseits dieses Fantasielappens – mit Irakern zu tun, die mit italienischen Pässen ausgestattet waren und kein Wort italienisch sprachen. Pass-Spanier ohne nennenswerten Spanischkenntnissen und auch Deutsche, die kein Wort Deutsch sprachen. Letzteres ist vermutlich die geringste Überraschung und ich meine damit ausdrücklich keine Oberpfälzer.

Pläne einer Grenzschließung, zumindest einer Grenzsicherung lagen bereits 2015 vor, was die Bevölkerung erst Jahre später erfuhr. Doch die Politik entschied sich für das Durchwinken der Ankömmlinge. Was in „Wir schaffen das“ begann, endete in grausamen Bluttaten wie eben erst in Würzburg, was nur die Spitze des Staatsversagens darstellt. Doch nicht physische Gewalt evozierte Merkels Politik: Das Bild von Innenstädten der Metropolen, vor allem wenn die Sonne untergegangen ist, änderte sich. Was eine einzige Entscheidung an Auswirkungen hatte, konnte man im Falle 2015 sehen. Meine feste Überzeugung als freiheitlicher Mensch ist es, dass Regenten niemals diese Machtfülle haben dürfen, um solche weitreichenden Entscheidungen zu treffen.

Die nächste Zäsur in Sachen „Knechtschaft statt Individualismus“ geschah ab 2020 und nannte sich Corona-Krise. Grundgesetze wurden außer Kraft gesetzt. Die Politik verwehrte Schülern den Schulbesuch und befahl stattdessen nutzlosen Fernunterricht. Stoffvermummungen wurden angeordnet und die Reisefreiheit abgeschafft. Bürger, die nach 22 Uhr auf den Straßen flanierten, wurden mit Bußgeldern belohnt. Künstlern untersagte man es, aufzutreten und wissen Sie was? Vieles der „Maßnahmen“ erinnern nicht nur mich an dunkle Zeiten menschenverachtender Regime.

Plötzlich ging das, was früher unmöglich war

Am 28.06.2021 sagte Angela Merkel  bei einer virtuellen Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung folgendes: „In der damaligen Situation waren sie (Die Untersagung des Grenzübertritts wegen Corona) wahrscheinlich unumgänglich. Aber ich stimme zu, dass sich so etwas nicht wiederholen sollte.“ Die Grenzschließung sei „etwas sehr hartes“ gewesen, so die Bundeskanzlerin.

Im Gegensatz zu den beschriebenen Corona-Maßnahmen wäre eine Grenzschließung 2015, zumindest eine Kontrolle der Einreisewilligen, keine harte, sondern eine notwendige Maßnahme gewesen. Die basalste Form eines Staates ist die Grenze des Gebietes, in dem das eine Land beginnt und das andere Land endet.

Doch 2015 ist nicht 2020. Und 2021 ist auch nicht 1989. Halten Sie mich ruhig für altmodisch, doch ich empfinde Reisebeschränkungen im großen Stil, falls nicht gerade ein echtes Killervirus grassiert, was bei Corona nicht der Fall ist für falsch. Jedoch wurden 2015 nicht nur Grenzen aufgebrochen. Die Politik warf die Selbstverständlichkeit über Bord, dass an einem Fallbaum kontrolliert werden kann. Und 2020 kam die Selbstverständlichkeit des Schutzes von Grenzen in einem irren Kontext, eines Virus, zurück. Plötzlich ging das, was vorher noch als nicht durchführbar galt. Entsetzliche Heuchelei wurde zum Opium fürs Volk.

Angela Merkel jedoch empfand die Einreisebeschränkung, während des Corona-Regimes, als die schlimmste, weil es für sie „sehr harte“ Entscheidung. Dagegen empfand sie andere Beschlüsse als vertretbar. Berufsverbote? „Nicht so tragisch“. Schüler ihrer Bildung berauben? „Geschenkt!“ Menschen krepieren alleine auf Intensivstationen ohne Angehörige? „Passiert eben!“ Die Ökonomie bricht ein und wir verschulden uns bis in die nächsten Generationen? „Ist doch nicht mein Geld!“

Horst Seehofer erteilte wie Merkel derlei Forderungen von Grenzschließungen aufgrund der Corona-Lage eine Absage. Der für inzwischen für den Grenzschutz zuständige Bundesminister sehe „momentan keine Veranlassung für stationäre Grenzkontrollen.“ Immerhin war er nun telefonisch erreichbar. Das hätte man sich 2015 auch gewünscht.

In einer früheren Version schrieb ich, Horst Seehofer sei 2015 Innenminister gewesen. Das war er nicht, dennoch spielte er eine Schlüsselrolle und war in der „Nacht der Entscheidung“ 2015, vgl Robin Alexander „Die Getriebenen“ nicht erreichbar.

Kretschmann ist der Grüne Autokrat

Von Julian Marius Plutz.

Wir haben uns daran gewöhnt, dass die Grünen zu den größten Popcorn-Unternehmen gehören, so eifrig wie die Spitzenpolitiker Puffreis zu Unterhaltungszwecken produzieren. Da wäre die jüngste Absurdität um die inzwischen aus der Partei ausgetretene Spitzenkandidatin im Saarland. Irina Gaydukova konnte auf einer Wahlkampfveranstaltung keine einzige Frage beantworten. Schauen Sie sich das Video an. Es ist unglaublich.

Hinzu kommen die kilometerlangen Fettnäpfchen von Annalena Baerbock. Sei es ihr zusammengereimte Vita, die in der Aussage gipfelte, sie käme vom Völkerball, pardon, Völkerrecht. Oder sei es ihre Rede zum Parteitag, die mit mehr Versprechern gespickt war, als Edmund Stoibers legendäre Ansprache zum Transrapid. Was es auch ist und wer es auch ist: Die Grünen sind mit Hochdruck am Werk, sich selbst zu demontieren, was angesichts mehr als 20% Ergebnis im Bundestrend und wenige Wochen zur Bundestagswahl auch dringend erforderlich ist.

Der rote Wolf im grünen Schafspelz

Doch neben der erheiternden gibt es auch die hässliche Fratze der Partei. So sinnierte der schöne Robert vor einiger Zeit beim randlosen Vordenker Richard David Precht über die Vorteile des autoritären China. Sicher, seine Aussage gestattet Interpretationsspielraum. Aber alleine die Tatsache, dass er es offen hält, ob eine Diktatur effizienter ist, ein Land voran zu bringen, als eine freie Gesellschaft lässt sehr tief blicken. Kein anständiger Parlamentarier darf zum Zwecke politscher Ziele demokratische Strukturen auch nur in Frage stellen.

Es sind weniger Habecks Informationslücken, als dieses stiefmütterliche Verhältnis zu Freiheit und Demokratie, das der Politiker an den Tag legt. Ich halte es für hoch gefährlich, wenn solche Leute an Regierungsämtern kommen. Auch aus dem Grund, weil die Grünen ihr Image als bürgerliche Kraft erfolgreich etabliert haben. Doch das sind sie nicht. Es ist der rote Wolf im grünen Schaftspelz. Freiheitsliebende werden sich umschauen, wenn Baerbock tatsächlich Kanzler wird und mit Bündnis 90/die Grünen die Fraktion die Geschicke des Landes maßgeblich bestimmt.

Kretschmann nimmt Rechtsverstöße in Kauf

Noch eine Stufe gefährlicher jedoch, da ein Ministerpräsident einflussreicher ist, als ein bloßer Spitzenkandidat, gibt sich Winfried Kretschmann. Der Landesvater vom Ländle offenbarte in der Stuttgarter Zeitung den wahren Kern seiner Grünen Partei. In den Stuttgarter Nachrichten antwortete Kretschmann auf die Frage, ob es ein anderes „Pandemie-Regime“, der Name ist hier Programm, geben müsse, wie folgt: „Wenn wir frühzeitige Maßnahmen gegen die Pandemie ergreifen können, die sehr hart und womöglich zu diesem Zeitpunkt nicht verhältnismäßig gegenüber den Bürgern sind, dann können wir eine Pandemie schnell in die Knie zwingen.“

Mir ist nicht bekannt, wann ein Ministerpräsident so ungeniert zum Rechtsbruch aufgerufen hat. Denn das Verhältnismäßigkeitsprinzip ist der zentrale Grundsatz, gewissermaßen der Geist des deutschen Rechtswesens. So muss der Entzug von beispielsweise Freiheitsrechten immer in Verhältnis gesetzt werden. Ist das Opfer zu groß, wie hier der Verlust von Freiheit, dann ist das Verbot zu unterlassen. Dann handelt diese Politik nicht verhältnismäßig.

Wahrlich skandalös ist jedoch: Kretschmer nimmt unverhältnismäßige Maßnahmen in Kauf, um ein für ihn höheres Gut, der Kampf gegen eine vermeintliche Pandemie zu führen und das Virus zu besiegen. Wir müssen uns vergegenwärtigen: Es gab, wenn man Faktoren wie die Zunahme der über 80-Jährigen, in Gänze betrachtet 2020 keine Übersterblichkeit. Zu keinem Zeitpunkt waren die allermeisten Maßnahmen, allen voran die Lockdown-Regelungen so wie weite Teile der Maskenpflicht, gerechtfertigt. Nach Abwägen von Kosten und Nutzen, kam man zum Ergebnis, dass die Maßnahmen nicht angebracht waren.

Kretschmann scheint das zu wissen und möchte dennoch daran festhalten. Damit disqualifiziert er sich und zeigt auf eine eklatante Weise, wie Grünes Denken funktioniert. Um die Ideologie durchzusetzen, müssen schon mal Grundrechte weichen.

Rechtsverständnis von Antidemokraten

An der Stelle möchte ich mit dem großen Irrtum des Präventionsparadoxon im Hinblick au die Maßnahmen aufräumen, das an der Stelle gerne als Gegenargument verwendet wird. Eben weil die Politik so handelte, wie sie handelte, gab es laut der Befürworter keine Übersterblichkeit. Oder anders gesagt: Das Ausbleiben einer Katastrophe sei der Beweis für den Erfolg von Schutzmaßnahmen – aber niemals Beleg für seine Überflüssigkeit. Die Behauptung dahinter, dass Ausbleiben des Massensterbens hätte die Schreckwirkung der Modelle und der harschen Politik bewirkt, ist jedoch nicht verifizierbar, noch falsifizierbar. Es handelt sich hier um eine bizarre Behauptung, die wissenschaftlich klingt, aber gerade mal pseudowissenschaftlich ist.

Doch weiter zum Ministerpräsidenten. Der fabulierte, die Politik habe im November 2020 „den sanfteren Weg gewählt, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, doch leider führte der pandemisch nicht zum Ziel“. Dafür müsse man im Zweifel das Grundgesetz ändern. Was an den Maßnahmen besonders „sanft“ gewesen war, konnte zur Stunde nicht mehr geklärt werden. Auch hier ist die eigentliche Unglaublichkeit in der nonchalante Bereitschaft Kretschmanns, Grundrechte zu ändern, damit seine autokratische Politik legitimiert ist. Das ist das Rechtsverständnis von Antidemokraten.

Kretschmann im Tuk-Tuk

Einerseits schockieren mich die Zeilen, gerade, weil sie von einem Ministerpräsidenten kommen. Andererseits bin ich aber auch dankbar. Denn was wir über den Grünen Spitzenpolitiker lesen, wie seine Aussagen klingen, wie es in ihm denkt wird nun offenkundig: Es handelt sich um nackten, stumpfen Autoritarismus. Kaum deutlicher konnte Kretschmann Grüne Politik beschreiben. Gesetze brechen, Grundgesetze ändern, Freiheit einschränken sind die drei wesentlichen Schlagworte der Partei, die vielleicht bald den Kanzler stellt.

Wirtschaftliche und Wissenschaftliche Freiheit wollen die Grünen auch nicht, so lange sie ihre Politik nicht unterstützt. Stichwort Stoiber und der Transrapid: Während in China, das Land, das Habeck als Vorreiter für Verbotspolitik nennt, in absehbarer Zeit einen Zug baut, der bis zu 1000 km/h auf die „Schienen“ bringt, verbieten die Grünen Verbrennermotoren und setzen ganz auf das Lastenfahrrad.

Damit könnte Kretschmann bereits heute anfangen und sich mit einem Tuk-Tuk durch das Ländle fahren zu lassen. Das wäre wenigstens authentisch.

Konsens ohne Konsens – Impfstoffe bieten Anlass zur Sorge

Von Max H.

Vom sachlichen Diskurs hat sich die Gesellschaft längst verabschiedet
Impfen rettet Leben – das ist eine in diesen Tagen sehr prominente Aussage, die auch ein Großteil der Gesellschaft ohne Frage so unterschreiben würde. Zu Recht. Und tatsächlich, die medizinische Errungenschaft der Impfungen hat unser Leben nicht nur erleichtert, sondern auch zu dessen Verlängerung und zur Verbesserung des Lebensstandards geführt. Spätestens mit Beginn der Ausrufung der SARS-CoV2 Pandemie zur „gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite“ am 30. Januar 2020 durch den Generaldirektor der WHO, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, setzte aber ein Trend ein, der sich bis heute verstetigt und verfestigt hat: Wissenschaftlicher Konsens ist Konsens, hinterfragen ist verschwören und Punkt, ein Diskurs findet mehrheitlich nicht mehr statt.

Weite Teile unserer Gesellschaft haben verlernt, zu hinterfragen, einen Sachverhalt neutral aber gleichzeitig kritisch von mehreren Seiten zu betrachten. So gibt es beunruhigende Entwicklungen über die Rolle der Spike-Proteine nach erfolgter Impfung gegen SARS-CoV2 mit einem mRNA Impfstoff – doch Warnungen von Experten verhallen im Nichts oder werden allzu gerne als Verschwörungstheorie oder rechte Desinformation abgetan.

Politik der „Alternativlosigkeit“



„Zehn Menschen, die einen Elefanten aus zehn unterschiedlichen Richtungen betrachten, werden über seine Form und Beschaffenheit zu zehn unterschiedlichen Aussagen kommen. Ein einziger Mensch, der denselben Elefanten aus diesen zehn unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wird danach in der Lage sein, alle Beobachtungen zusammenzusetzen, um daraus die einzig schlüssige Schlussfolgerung zu ziehen.“, so ein Zitat aus der bislang erfolgreichsten deutschen Netflix Eigenproduktion „Dark“. Übertragen auf die Politik der letzten Monate in Deutschland lässt sich feststellen: Bundeskanzlerin Merkel als die „Krisenmanagerin“ betrachtet in dieser Metapher den Elefanten, hier das neuartige Coronavirus – und übersieht, dass das Virus und die von ihr und den Ministerpräsidenten veranlassten und mitgetragenen Maßnahmen bei genauerer Betrachtung eben nicht nur einen Schluss zulassen, sondern vielfältige Interpretationsmöglichkeiten bestehen.

Konsens, der also kein Konsens ist. Und was ist Wissenschaft, in der es nur den einen Konsens, die eine wahre Wahrheit, gibt? Richtig, keine Wissenschaft. Wissenschaft lebt vom Diskurs, Wissenschaft lebt von unterschiedlichen Standpunkten, Sichtweisen und Thesen.


Betrachten wir nun die Impfstoffe, die gegen SARS-CoV2 in Rekordzeit durch hochrangige Wissenschaftler und Pharmazeuten entwickelt wurden und stellen werfen vorab einen Blick auf etwas, was wir kennen: Der Masern Impfstoff beispielweise, an dem seit den 1950er Jahren geforscht wurde, war dann in den 60ern marktreif: Die weltweite Erstzulassung erfolgte 1963 in den USA, der Impfstoff wird in veränderter Form, aber hochwirksam, bis heute verwendet.

Impfen ist nicht Neuland, aber…


Während es sich damals noch um einen sogenannten Spaltimpfstoff handelte, bei dem inaktivierte Viruspartikel durch Lösungsmittel „aufgebrochen“ (gespalten) werden, wird heute gegen Masern durchwegs ein attenuierter Lebend-Impfstoff eingesetzt. Zwischen den Methoden bestehen grundsätzliche Unterschiede, denn die heute verbreitete Methode bei Masern Impfstoffen zielt auf Verminderung der krankmachenden Eigenschaften des Masern Erregers ab, wobei aber gleichzeitig seine Vermehrungsfähigkeit erhalten bleibt oder nur gering herabgesetzt wird. Langzeitstudien fehlen – Corona Impfstoffe basieren auf neuartigen Technologien.

Im Falle von SARS-CoV2 wurden mehrere Impfstoffe auf Basis zweier relativ neuer oder gar völlig neuer Technologien innerhalb weniger Monate entwickelt. Die Bundesregierung bemüht sich jederzeit festzustellen, dass alle Impfstoffe regulär zugelassen wurden, in diesem Fall aber in einem „beschleunigten Verfahren“. Von Notzulassung keine Rede.

Der Impfstoff „Vaxzevria“ des schwedisch-britischen Herstellers AstraZeneca beispielsweise ist ein Vektor Impfstoff. Die genetische Information (die zur Anregung der Bildung von Antikörpern benötigt wird) wird hier mithilfe humaner Adenoviren als „Transportvehikel“ verimpft, dem Immunsystem präsentiert und somit eine Reaktion stimuliert. Vereinfacht gesagt: Es werden bereits bekannte, schwache Erkältungsviren als Überträger der genetischen Information benutzt. Dieses Verfahren ist zugegeben nicht ganz neu. Dennoch werden auch hier gentechnisch veränderte, abgeschwächte Viren als Träger der Information benutzt, somit handelt es sich auch bei diesem Verfahren nicht um eine klassische, seit Jahrzehnten bekannte Impftechnologie mit Langzeitstudien. Auch wurden bisher weltweit niemals Impfungen mit Vektor Impfstoffen in der Masse durchgeführt wie in diesen Tagen, diese Tatsache findet weltweit kaum Beachtung.

Trotz langer Forschung, bisher nie eine Zulassung


Die Impfstoffe von Moderna und BionTech Pfizer basieren auf dem mRNA Verfahren. Gänzlich neu ist auch das nicht – dieses Verfahren wird seit mehr als 20 Jahren erforscht, insbesondere in der Entwicklung eines Krebs Impfstoffes spielt die mRNA Technologie eine herausragende Rolle. Feststellen muss man allerdings: Trotz langer Forschung und mehreren konkreten Ansätzen gelang es bisher zu keinem Zeitpunkt, für einen der zahlreichenden Impfstoffkandidaten auf Basis dieser Technologie eine Zulassung zu erhalten – bis dann SARS-CoV2 und die daraus entstehende Krankheit COVID-19 auftrat.


Das Besondere an den mRNA-Impfstoffen ist nun, dass der Körper die Impfung sozusagen alleine herstellt: Die Impfstoffe enthalten keine abgeschwächten oder abgetöteten Viren, sondern nur die Bauanleitung für einen Bestandteil des COVID-19-Erregers, dem sogenannten Spike-Protein. Dafür wird ein kleines Stück Erbinformation in Form von messenger-RNA (mRNA) mit Nanopartikeln aus Fett umschlossen und in Muskelzellen im Oberarm gespritzt. Diese mRNA wird im Labor künstlich hergestellt. Wird man nun mit diesem Impfstoff geimpft, erhalten die Zellen im Körper den Bauplan für das charakteristische Spike-Protein des Virus.

Im Plasma der Zelle werden dann mithilfe dieses Bauplans die Spike-Proteine hergestellt, die der Körper bisher ja noch nicht kannte. Die Hersteller der Impfstoffe betonen, dass mit der mRNA ausschließlich das Spike-Protein hergestellt werden könne, und nicht das gesamte Virus. Unser Immunsystem erkennt nunalso die produzierten Spike-Proteine als Fremdkörper und reagiert darauf mit einer Immunantwort – es produziert Antikörper, wir sind im besten Fall dann immun oder erkranken den Angaben der Hersteller und den Zulassungsbehörden nach höchstwahrscheinlich nicht schwer an COVID-19.

Wie effektiv die unterschiedlichen Impfstoffe im Einzelnen dann wirken, ob Geimpfte andere Personen in ihrer direkten Umgebung noch anstecken können und wie lange die Wirkung der Impfung anhält ist bislang noch umstritten und nicht genug erforscht.

An dieser Stelle verabschieden wir uns aber vom vermeintlichen Konsens des Mainstreams. Von den üblichen Verdächtigen der deutschen aber auch internationalen Medienlandschaft nicht beachtet meldete sich vor wenigen Tagen der kanadische Impfstoff Forscher Byram Bridle zu Wort. In einem Interview mit der „Omny FM“ Journalistin Alex Pierson in ihrem Podcast Format „On Point with Alex Pierson“ (englischsprachig, online veröffentlicht am 28. Mai 2021) gibt er an: „Wir haben einen großen Fehler gemacht und haben das bis jetzt nicht erkannt“. Bridle ist Immunologe und Professor an der Universität von Guelph in Ontario und gibt weiterhin zu bedenken: „Wir wussten nicht, dass das Spike-Protein selbst ein Toxin ist und ein pathogenes Protein darstellt. Wir impfen die Menschen ungewollt mit einem Giftstoff.“ Was populistisch und alarmistisch klingt bedarf einer genaueren Analyse.

Immunologe mahnt zur Vorsicht


Spike-Proteine verhalten sich anders als erwartet – Anlass zur Sorge?
Bisher ging man davon aus, dass die produzierten Spike-Proteine an Ort und Stelle verbleiben und das Immunsystem zur Bildung von Antikörper angeregt wird. Die kanadischen Forscher um Bridle wollen dies nun widerlegt haben, und beziehen sich außerdem auf japanische Studien, die von der dortigen Zulassungsbehörde veröffentlicht wurden. Diese zeigen, dass die Spike-Proteine entgegen erster Annahmen sehr wohl in den Blutkreislauf gelangen, wo sie dann auch noch mehrere Tage oder Wochen nach der Impfung zirkulieren und sich in Organen wie der Leber, der Milz oder dem Knochenmark – aber auch in „recht hohen Konzentrationen“ in den Eierstöcken anreichern.
Die kanadischen Forscher stellen die These auf, dass in der Folge möglicherweise Herz- Kreislauf-Erkrankungen entstehen können die den Körper somit mindestens auf Zeit schädigen können. Über mögliche Langzeitfolgen wissen wir auf Grund der geringen Datenlage ohnehin gar nichts.

Folgen bisher nicht erforscht


„Jetzt verfügen wir über eindeutige Beweise, dass die Impfstoffe dieses Protein produzieren und dass der Impfstoff selbst, zusammen mit dem Protein, in den Blutkreislauf gelangt.“, so Bridle.
Dass diese These nicht an den Haaren herbeigezogen ist, zeigt auch eine Veröffentlichung des renommierten Magazins „Nature“ vom 16. Dezember 2020, in der darauf hingewiesen wird, dass die Spike-Proteine entgegen erster Annahmen sehr wohl die Blut-Hirn-Schranke überwinden können sowie auch eine wissenschaftliche Ausführung unter Mitarbeit des Chefs des deutschen Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek: In der Mitteilung (veröffentlicht bei iScience24 am 08. Februar 2021) wird darauf hingewiesen, dass durch Spike-Proteine benachbarte Zellen verklebt werden können. Die Folge: Unter anderem sekundäre Immunkomplikationen, Mikrothrombosen und Gewebeschädigungen bis hin zur Gewebezerstörung. Ob durch diese durchaus neue Bewertung der Sachlage eine Gefährdung der Gesundheit geimpfter Personen auf lange Sicht hin weiterhin klar ausgeschlossen werden kann bleibt bislang unklar.



Die schnelle Entwicklung von Impfstoffen für COVID-19 Risikopatienten ist durchaus als Meilenstein der medizinischen Geschichte der Neuzeit zu bewerten. Niemals gelang es Medizinern und Forschern in ähnlich kurzer Zeit, einen den zu Grunde liegenden Daten nach hochwirksamen Impfstoff (in diesem Fall sogar mehrere) für die breite Masse zu entwickeln.

Risiko-Nutzen Abwägung findet nicht statt



Mit meiner Ausführung hier kritisiere ich ausdrücklich weder das Impfen an sich noch die verfügbaren Impfstoffe gegen COVID-19 – sondern den fehlenden Diskurs, die fehlende Risiko-Nutzen Abwägung in Anbetracht der neuen Erkenntnisse und der schlichtweg nicht vorhandenen Daten und Langzeitstudien. Und am Ende auch den Tunnelblick der Gesellschaft.


Vor allem im Hinblick auf anstehende Impfungen von gesunden Kindern und Jugendlichen sei nochmals ausdrücklich auf die Abwägung der Risiken in Verbindung mit dem Nutzen einer Impfung gegen SARS-CoV2 verwiesen. Corona existiert, Corona kann unter Umständen für gefährdete Personen auch tödlich enden – aber, sind wir ehrlich: Wann war das Leben jemals nicht tödlich?


Max H. ist 1989 geboren und lebt heute als Exil-Franke und ehemaliger Wahl- Österreicher in der Mitte des politischen Berlins. Er liebt es, mit Rhetorik in deutscher, englischer und spanischer Sprache zu spielen und befasst sich in seiner Freizeit unter anderem kritisch und hinterfragend mit aktueller Regierungspolitik in Deutschland und Österreich. In seinen Veröffentlichungen kritisiert er die zunehmende Spaltung der Gesellschaft und fordert die Rückkehr zum sachlichen Disku

Verbrennt die Maske!

Von Julian Marius Plutz.

Mein 33. Geburtstag fand statt am 27.04.2020. Ewig wird dieser Tag in meinem Gedächtnis bleiben. So wie die Homo-Ehe auf immer und ewig mit dem Netzwerkdurchsetzungsverbot konnotiert ist, das Stunden später mit einer Hand voll Abgeordneten abgesegnet wurde und im Gegensatz zur gleichgeschlechtlichen Ehe wirklich Auswirkungen auf das Leben hat. Und zwar sehr schlechte. Ich erlebe täglich, wie willkürlich die Zensurbolde von Twitter Accounts sperren. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann ich an der Reihe bin.

An diesem Tag, der mein Ehrentag sein sollte, tat die Politik etwas, was sie nie hätte tun dürfen. Sie führte eine Pflicht zur Vermummung von Mund und Nase ein, die in Schulen, sonstigen öffentlichen Innenräume und dem Nah- und Fernverkehr galt und bis heute anhält. Zu Beginn stellten wackere Mütter krumme Stoffmasken mit lustigen Motiven her. Sie bastelten sich den Wahnsinn schön.

Diese Lehrer haben den Beruf verfehlt

Irgendwann kamen professionelle Fließstücke, die OP-Masken, die subito zu zu „Alltagsmasken“ wurden. Ein schauriges Wort, als wolle man dem Bürger klar machen, wie die neue Realität nun auszusehen hat. Irgendwann wurden FFP2 Masken zu Alltagsmasken – auch hier beschloss die Regierung, die Realität zu ändern. FFP2 Masken liegen enger an, man kriegt schlechter Luft und die Chance, sie falsch zu tragen, ist höher, als bei OP-Masken. Ich sah beim Einkaufen ein Mädchen, vielleicht 7 oder 9, das eine Solche trug, die beinahe so groß war, wie ihr Kopf. Es ist kaum auszuhalten. Dieses Bücken vor der Willkür der Herrschenden ist so entsetzlich servil und debil, dass ich eine Ahnung bekomme, warum die Deutschen willfährig in jede Katastrophe hineinlaufen.

Schüler berichten, dass sie nach sechs Stunden Maske tragen mit Kopfschmerzen nach Hause kommen. Eine Gruppe, für die Covid-19 kein Problem darstellt, werden mit dem medizinischen Geßler Hut belastet. Ich sage bewusst „belastet“. Denn die Maske im Unterricht ist eine Zumutung. Und wenn hypochondrische Lehrer an Regelschulen sich nicht anstecken wollen, dann sollten sie nach Hause gehen und über einen Beruf nachdenken, der nichts mit Menschen zu tun hat. Gleiches gilt für Therapeuten, die sinnlose Sitzungen mit Maske veranstalten. Wenn diese Leute so eine Angst vor Erkrankungen haben, warum arbeiten sie dann überhaupt mit anderen? Diese Leute haben mit der Einstellung ihren Beruf verfehlt. Differenzieren muss man dennoch bei Sonderschulen, in denen Kindern mit enorm geschwächtem Immunsystem beschult werden.

Wie soll mit einer Maske vernünftig Unterricht gehalten werden? Wie will ein Pädagoge auf die Nuancen von Mimik Erkenntnisse gewinnen, wie z.B. dass ein Schüler dem Stoff nicht folgen kann? Woher weiß der Lehrer, dass ein Kind traurig ist, wütend oder müde. Sicher, Augen sprechen auch – aber sie sind nur ein Teil einer ganzen Visage. Es sollte mehr Lehrer geben, die sich dem Maskenzwang entsagen und es sollten viel mehr Eltern geben, die für ihre Kinder einstehen.

Die Zahlen widersprechen einer Maskenpflicht

Am 6.6.2021 lag die Zahl der positiv Getesteten bei 0,09%. Das heißt, 99,1% sind Corona-frei. Das heißt, von 1000 Menschen ist ungefähr eine Person positiv getestet. Bei einer Fallsterblichkeit von rund 2,5%, es gibt auch deutlich geringere Schätzungen, verenden auf 1 Millionen Menschen grob gerechnet 25, von denen die allermeisten jenseits der 80 sind und unter diversen Vorerkrankungen litt. Im Alter von 0 bis 19 Jahren sind seit März 2020 20 Menschen gestorben. Das bedeutet, weniger als 20 Schüler (Kleinkinder mit einberechnet) rechtfertigen seit mehr als einem Jahr eine Maskenpflicht in der Schule. Wenn das verhältnismäßig ist, ist auch eine Fahrradhelmpflicht auf Friedhöfen verhältnismäßig. Nicht berücksichtigt ist die hohe Wahrscheinlichkeit einer signifikanten Zahl falsch positiver Testergebnisse bei niedriger Prävalenz.

Der eine oder andere wenig geneigte Leser mag einwenden, es ginge auch um schwere Verläufe zu verhindern, unter anderem das Post-Covid Syndrom zu vermeiden. Und ja, es gibt sehr wenige schwere Verläufe der Erkrankung. Doch erstens gibt es diese Bei der Influenza auch – und hier wurden keine Masken verpflichtend eingeführt. Zum anderen heilen auch die allermeisten Post-Covid-Fälle aus. Hier empfehle ich neben dieser Quelle vor allem das Buch von Dr. Gunther Frank.

Den Wahnsinn Beenden

Und dennoch hält die Politik an der Maske fest wie das Kleinkind am Schnuller. Zaghafte Diskussionen über eine Lockerung der Maskenpflicht, wie von einigen Elternbeiräten vorgetragen, werden von Landes- und vor allem Bundespolitikern im Keim erstickt. Für Angela Merkel hat die Maske längst ihre Raute als Symbol der Ära Mutti abgelöst. Sie hatte selbst nie Berührungspunkte mit schulpflichtigen Kindern als Elternteil, genauso wenig wie ich. Dennoch reicht meine Empathie aus, mich in die Schüler hineinzuversetzen. Sie müsste ihnen nur zuhören. Die Kanzlerin, deren Karriere zwar vermutlich im Spätherbst ist, hat ihre Agenda noch nicht abgearbeitet. Da kommt noch etwas auf uns zu.

Es ist Zeit und viel zu spät, doch besser spät, als gar nicht. Reißt die Maske ab. Verbrennt sie, werft sie weg. Sie ist das Symbol einer freiheitsfeindlichen Politik, die nur durch Befehl und Gehorsam am Leben gehalten werden kann. Wenn das Wort „verhältnismäßig“ für die Politik noch wirklich eine Bedeutung hat, dann in diesem Moment. Es ist Zeit, den Wahnsinn mit der Maske zu beenden.

Dann ist mein Geburtstag endlich rehabilitiert.

Gegen die Maßnahmen hilft nur echte Empörung

Von Julian Marius Plutz.

„Ein Zyniker ist jemand, der von allem den Preis und von nichts den Wert kennt“. Dieses bekannte Zitat stammt von Oscar Wilde und hat mindestens einen wahren Kern. In einer spöttischen Art, die auf den einen oder anderen seelenlos wirken kann, werden Dinge verpönt, die der andere schätzt. Wie in diesem Beispiel: „Eine Diktatur ist eigentlich nicht das Schlimmste, wenn man sich anschaut, wer alles in einer Demokratie mitentscheiden kann.“ Eine klassische Art, den Wert, die Demokratie, nicht wahrzunehmen, ja, ihn gewissermaßen zu verpreisen. Dabei ist gar nicht entscheidend, wie die Haltung des Zynikers zum Wert selbst ist. Es genügt, dadurch die Meinung desjenigen zu karikieren, der diesen Wert vertritt. Das ist die eine Seite.

Eine andere Seite des Zynismus ist, dass er nicht immer, aber häufig schlichte Verzweiflung ausdrückt. Sie beschreibt eine gewisse Desillusionierung bezogen auf die Welt, oder auf wesentlich Teile davon. Und er kann in seiner Bitternis auch einfach nur lustig sein. Die Aktion #wirmachendicht, war in Teilen zynisch. Aber auch sarkastisch und in vielen Fällen verdammt komisch. Die Reaktion auf das Projekt machte mir zwei Dinge sehr deutlich: Erstens, Deutsche haben ein wahnsinniges Problem mit Sarkasmus und Zynismus. Sie verstehen diese Stilmittel schlicht nicht und er, der Deutsche, verurteilt vor allem Zynismus zutiefst. So verhöhnten die Künstler laut vielfacher Aussagen Mitarbeiter im Krankenhaus, obwohl nicht in einem einzigen Clip von Pflegern oder Ärzten die Rede war. Zynismus und Sarkasmus sind im Übrigen zwei verschiedene Dinge, die in praktischen Beispielen jedoch häufig verschwimmen.

Zynismus als Bewältigungsstrategie

Die zweite Sache verdeutlichte mir die Aktion: Ich bin in einigen Punkten zum Zyniker geworden. Ja. Gerade die Corona Maßnahmen haben in mir diese Haltung manifestiert. Zunächst war da die Wut ob der Corona Maßnahmen. Und als sie verlängert wurden und verlängert – „nur noch ein paar Wochen“ – und dann gar nicht mehr aufhörten, kam die Verzweiflung. Wohin mit meiner Kritik? Aufschreiben, na klar, aber auch die Worte „auf Papier“ lasen sich immer mehr zynisch. Die Übergriffigkeit vieler Maßnahmen seitens der Regenten evozierten in mir eine Machtlosigkeit, die ich vorher nicht kannte. Hatte ich noch vor Covid eine recht präzise Vorstellung, wie mein „perfekter Staat“ auszusehen hat, so ist die Antwort auf die Frage, welche Partei ich gedenke, zu wählen, auf ein Minimum geschrumpft: Ich wähle die Partei, die mich am ehesten in Ruhe lässt.

Mein Zynismus ist also eine Art Bewältigungsstrategie, der einen großen Nachteil in sich trägt. Aufgrund seines abwehrenden Charakters erzeugt er eine emotionale Antriebslosigkeit, die an manchen Stellen zu einer Gleichgültigkeit wird. In den letzten Wochen fiel mir das besonders dann auf, als ich leidenschaftlichen Beiträgen von meist jungen Menschen lauschte, die sich noch ehrlich und herrlich ansteckend empören konnten. Dazu muss ich etwas ausholen.

Nur durch Ungehorsam ensteht Veränderung

Twitter hat eine tolle Funktion geschaffen, die sich „Twitter Spaces“ nennt. Diese Spaces funktionieren im Prinzip wie die App Clubhouse. Man eröffnet einen solchen Raum und Menschen können diesem beitreten und lediglich mittels ihrer Stimme kommunizieren. Je mehr Menschen beitreten, desto lebhafter wird eine solche Diskussion. In diesen Gesprächen, der ich teilweise nächtelang beiwohnte, lernte ich nicht nur interessante Menschen kennen, deren Meinung ich politisch teilweise gar nicht teilte. So lauschte ich beispielsweise die flammendsten Redebeiträge gegen die antisemitischen Proteste auf deutschen Straßen, oder die man sich nur vorstellen kann! Echte Brandreden, wahre Empörung. Ich war Gasthörer von Reden, die sich gegen die Lockdown Politik richten, bei denen ich nur so staunen konnte. Twitter hat mit den Spaces etwas geschafft, was ich sozialen Medien nicht zugetraut hätte: Einen Raum für echte, kontroverse Diskussionen mit Respekt und Anstand und noch dazu auf einem meist anständigen Niveau. Meiner eigenen Gleichgültigkeit wurde der Spiegel vorgehalten.

Menschen im Alter von 16 oder 20 haben mir gezeigt, dass es auch anders geht. Zynismus ist ein Schutzmechanismus, aber er hilft auf Dauer und in der Breite nicht weiter. Es muss wieder Zeit sein für echte Empörung und wahre Leidenschaft. „Ein Zyniker ist jemand, der von allem den Preis und von nichts den Wert kennt“, ist also nur die halbe Wahrheit – aber auch nicht ganz falsch. Die innere Immigration in Form zynischer Worte kann persönlich hilfreich sein, ja. Aber um Dinge zu verändern bedarf es mehr. Die Corona-Maßnahmen, der Lockdown, vor allem die politisch angeordneten Kontaktverbote hatten eine eine Wirkung: Menschen, die sich vor dem März 2020 wie selbstverständlich über Fehler der Herrschenden ausgetauscht hatten, wurden ihrer Plattform beraubt. Der Stammtisch in der gewohnten Form wurde zerstört. Soziale Medien können das nur in Teilen subsituieren, aber immerhin versuchen sie es. „Es sind doch nur noch ein paar Monate“ wurde zum Mantra einer Schweigespirale. Alles, was die Regenten beschließen, sei abzunicken. Dieser auferlegte Devotismus ist mir zu wider und muss enden.

Von Oscar Wilde und aus „Der Sozialismus und die Seele des Menschen“ stammt auch dieses Zitat: „Ungehorsam ist für jeden Geschichtskundigen die eigentliche Tugend des Menschen. Durch Ungehorsam entstand der Fortschritt, durch Ungehorsam und Aufsässigkeit.“ Es ist Zeit, dass aus diesen Worten Haltung wird. Denn nur durch echte Empörung kann wahre Veränderung entstehen.

Es geht uns noch zu gut

Von Julian Marius Plutz.

„Den Leuten geht es noch zu gut.“ Hört man ja oft. Um eines vorweg zu nehmen: Dieser Satz stimmt.

Ich sag‘ Ihnen wie es ist: Ich bin stinksauer. Ja. Ich habe mich mal in einer Abwandlung eines Wortes von Habermas „emotional unmusikalisch“ bezeichnet. Ich bin zu wenig offen, mache fast alles mit mir alleine aus. Ich verdränge, ich überspiele und manchmal grinse ich sogar, wenn jemand mir eine schlimme Nachricht mitteilt. Kein Witz! Ich kann da nichts dafür, es kommt einfach aus mir heraus. „Mein Vater hat sich das Kreuz verhoben!“. Ein Lächeln überkommt mich und ja, ich weiß genau, wie daneben das ist und wie debil es wirkt. Emotional unmusikalisch eben. Mein Instrument ist meilenweit verstimmt, so dass man nur noch Katzenmusik hört.

Und so regt sich selten echte Wut oder wahre Liebe in mir. Es ist irgendetwas dazwischen und von allem ein wenig und von gar nichts ein bisschen. Doch heute ist das anders. Heute bin wütend. Und wie. Warum? Weil es den Leuten noch zu gut geht. Ja! Die leidig oft zitierte Komfortzone ist noch viel zu prominent und stark. Anscheinend lassen sich die Menschen alles gefallen. Während in Frankreich die Straßen aufgrund einer Erhöhung des Benzins um ein paar Cent voll sind von Protest, regt sich beim larmoyanten Deutschen nichts, wenn die Regierung 30% auf den Sprit aufschlägt. Was ist los mit Ihnen? Der Druck steigt, die Wut muss raus. Also gehe ich zum Ipad und tue das, was eine Kollegin mal als meine Inselbegabung bezeichnete: Ich schreibe.

Das große Schweigen droht zu brechen

Eine kleine Geschichte: Im Infektionsschutzgesetz steht geschrieben, dass bei eine Inzidenz von unter 100 auf drei darauffolgenden Tagen die Kitas wieder öffnen dürfen. Doch im Gesetz liest man eben auch, dass Landkreise diese Regelung verschärfen aber- oh Wunder – jedoch nicht lockern können. Genau diese Verschärfung veranlassen einige Landkreise bereits. Eine Kollegin hat ein vierjähriges Kind. Da die Kindertagesstätte geschlossen hat, ist sie seit Wochen, wie auch letztes Jahr, im Homeoffice. Nun lag die Inzidenz in diesen Landkreis die letzten drei Tage unter 100. Eigentlich würde sie am Montag wieder im Büro sein. Aber nichts da. Der Kreis entschied per Verordnung, dass die Inzidenz fünf Tage unter 100 liegen muss, damit die Kitas wieder Kinder betreuen dürfen. Und da die Faxgeräte in Gesundheitsämtern am Wochenende geschont werden, zählen Samstage und Sonntage nicht mit. Sie bleibt also zu Hause. Stay at home. Wow.

Ich kann mir kaum ausmalen, wie kompliziert die Betreuung eines Kleinkindes über Wochen aussehen muss, wenn man nebenbei arbeiten muss. Die Kollegin hält sich wirklich wacker. Und bevor jemand einwendet, man müsse ja zu Hause bleiben und von dort aus arbeiten, dem sei gesagt: Nein. Ganz davon abgesehen, dass sie vor Ort gebraucht wird und ganz davon abgesehen, dass es für ein Team ungesund ist, wenn es so aufgeteilt wird: Arbeit ist auch ein sozialer Faktor. Wir alle haben uns auf sie gefreut, sie hatte sich auf uns gefreut. Endlich mal wieder unter Leute kommen, das wollte sie. Eine erneuter Hausarrest war das, was sie bekam. Und wie das für ein vierjähriges Kind sein muss, auf Dauer von der gestressten Mutter im Home Office erzogen zu werden, kann man sich vorstellen. Über dieses Thema schrieb ich an anderer Stelle bereits hier.

Aber kaum jemand, außer wir direkt Betroffenen, regen sich auf. Es geht den Leuten noch zu gut. Vor einigen Wochen schrieb mir ein Leser, dass er sich frage, wo die Berufsverbände geblieben sind. Wo ist die IHK, bei der wir Mitglied sein müssen? Kaum ein Aufschrei, keine Lobby, nichts. Ich frag‘ mich immer, was von der ewig beschworene Wirtschaftslobby übrig geblieben ist. Gar nichts. In den Gremien sitzen Politiker, die nichts anderes tun, als den Regierungskurs mitzutragen. Anscheinend ist der Schmerz noch nicht groß genug. Offensichtlich ist das Schweigegeld, Kurzarbeit und Soforthilfen, als Mittel noch ausreichend, die Leute ruhig zu stellen. Doch bei jedem Medikament entwickelt man irgendwann eine Toleranz. Ich hoffe, dass die Menschen irgendwann eine Intoleranz gegenüber der Maßnahmen entwickeln. Ich sehe zwar Licht am Ende des Tunnels, aber noch geht es den Menschen zu gut. Oder zu wenigen geht es schlecht.

„Nicht mehr mein Land“

Lichtblicke gibt es. Ob es die Schauspieler waren, die mit „Wir machen alles dicht“ ein dickes Zeichen gesetzt haben, oder Bürger, die bei Ich mach da nicht mehr mit ihre Stimme erhoben. Oder die vielen Twitter Spaces, eine neue Funktion, in der man Räume schaffen kann, um sich in Live Gespräch auszutauschen. Es tut sich etwas, doch noch zu wenig. Der Druck ist bei vielen noch nicht hoch genug. Der Schmerz ist mit Mitteln betäubt, die uns bald schon auf die Füße fallen werden. Noch noch wirkt das Narkotikum.

Emotional unmusikalisch hin, oder her. Ich bin wütend. Doch ich glaube, es müssen noch viel mehr wütend werden. Der Druck, er steigt zwar, ja. Aber die Panik wird noch erfolgreich von geneigten Medien, wobei viele umdenken, geschürt. Gazetten sind seuchengeil. Jedoch verspüre ich, sogar in Mainstream-Medien ein Umdenken. Doch es sind noch viel zu wenig. Wie immer geht es nicht um links oder rechts, sondern um Freiheit oder Knechtschaft. Ich möchte gerne frei sein. Wenn das in diesem Deutschland zu viel verlangt ist, dann ist das, um Angela Merkel zu zitieren, tatsächlich „nicht mehr mein Land.“

Geheimdienst bespitzelt Regierungskritiker

Von Julian Marius Plutz.

Manche Sätze wirken erst, wenn man sie verständlich formuliert. So wurde vor einiger Zeit ein Mitarbeiter bei einem Kunden wie folgt abgelehnt: „Vielen Dank für die Zusendung des Profils Ihres Kandidaten. (….) Nach reiflicher Beratung des Fachbereiches sind wir zu dem Entschluss gekommen, Herr S. passt nicht in unseren Wirkungskreis.“ Jaja, der Wirkungskreis. Ich empfehle Ihnen dringend, bei der nächsten Trennung von Ihrem Partner dies genau so zu formulieren. „Du, wir sind nun seit neun Jahren ein paar, aber ich habe das Gefühl, du passt nicht mehr so recht in meinen Wirkungskreis“. Sie werden staunen, wie die Person reagiert!

Eigentlich geht der Satz, sei es bei meinem Mitarbeiter oder Ihrem Partner so: „Es passt einfach nicht.“ Mehr Silben müsste man nicht verschwenden. Aber da der Mensch ein höfliches Wesen ist, der gerne umschreibt, nennt er „Terroristen“ „Widerstandskämpfer“, „Massenmörder“ werden zu „Revolutionäre“ und „Linksextremisten“ sind am Ende des Tages „Bürgerrechtler“. Tatbestände werden beschönigt, bis der Doktor kommt. Euphemismen werden aufgeblasen, bis niemand mehr den wahren Skandal sieht. Wenn „Widerstandskämpfer“ sich gegen den „Apartheitsstaat“ wehren, klingt es anders, als: „Terroristen töteten in Hebron zwei Zivilisten.“

Kein Extremist und dennoch im Visier

Ebenso verhält es sich mit dieser Überschrift vom Spiegel, wobei das Medium gar nicht wichtig ist, findet man ähnliche Zeilen in den meisten, gängigen Medien: „Coronaleugner-Szene: Verfassungsschutz beobachtet »Querdenker«-Bewegung jetzt bundesweit.“ Davon abgesehen, dass man mit der Länge der Überschrift jemanden erschlagen könnte, lautet die entschönigte Version so: „Geheimdienst bespitzelt regierungskritische Demonstranten.“ Denn genauso ist es – genauso spielt sich das ab. Nur weil „Verfassung“ in „Verfassungsschutz“ vorkommt, muss es nicht positiv sein. Und machen wir uns nix vor: Nichts anderes als ein Geheimdienst ist die Behörde, die dem Innenministerium unterstellt ist.

Dieser Punkt ist wahrscheinlich der Bedenklichste. Die Bundesregierung bespitzelt eine Bewegung, die sich kritisch mit der Bundespolitik auseinandersetzt. Es ist hierbei überhaupt nicht relevant, wie die Demonstranten ihren Protest ausdrücken. Ob sie radikal sind, extrem. Lustig, harmlos, satirisch oder zynisch. Es ist egal, so lange sie keinen gewalttätigen Umsturz der Bundesrepublik planen und versuchen, durchzuführen. Und das sehe ich bei Weitem nicht. Und ja, es gibt Gewalttäter unter den Demonstranten und ja, mich widert diese, wie jede Form von Straßengewalt an. Ich nehme nichts hin, was nicht hinnehmbar ist. Und dennoch de-legitimieren einzelne Taten nicht das Recht auf Demonstration. Wenn die Kritiker von Querdenker und Co. diesen Standard anlegten, gäbe es keine einzige 1. Mai Veranstaltung mehr, auf denen Antifas regelmäßig für Straßenterror sorgen.

Wir müssen uns die Tatsache wirklich vor Augen führen. Der Inneminister Horst Seehofer duldet, möglicherweise forciert er es sogar, das Ausspähen von Regierungskritiker. Das muss jedem, der eine offene Gesellschaft bejaht, übel aufstoßen. Die Gleichsetzung hierbei von Linksextremisten, Rechtsextremisten und Islamisten halte ich für einen der größten Skandale in der innerdeutschen Politik seit langem. Da der Verfassungsschutz die Demonstranten nicht in eine der drei extremistischen Gruppen einordnen kann, was erst mal eine gute Nachricht ist, denn offensichtlich sind die Querdenker im Durchschnitt keine Extremisten, erfindet dieser einfach eine neue Kategorie. Von der Szene ginge „demokratiefeindliche und/oder sicherheitsgefährdende Delegitimierung des Staates“ aus, heißt es nach Informationen des SPIEGELS.

Meinungen werden zum Problem

Wir lernen: Wenn jemand kein Extremist ist, einfach aus dem Grund, weil er kein Extremist ist, erfinden wir eine Kategorie, die die Person zum Extremisten erklärt. Genial einfach! Nehmen wir den Jürgen. Der Jürgen ist kein Faschist. Er ist aber auch kein Linksextremist. Er ist kein Rassist, noch nicht einmal ein Sexist. Kein Islamist, kein christlicher Fundamentalist. Kein Satanist,kein Salafist und gegen Schwule hat er auch nichts. Da ich ihn aber gerne als bösen Menschen verurteilen möchte, nenne ich ihn einfach Jürgist. Ja. Jürgen ist ein schlimmer Jürgist. Und Jürgisten sind so schlimm wie Rassisten und Islamisten. Die muss man sozial ächten, bespitzeln und ausgrenzen. Fertig ist der Lack, die Schublade ist gezimmert und der Käs‘ gelutscht.

Aber ganz im Ernst: Die Zeiten für Gegenmeinungen sind hart. Eben noch waren Künstler einen üblen Shitstorm ausgesetzt, weil sie ihrer Berufung nachgingen. Stellen Sie sich vor, was passiert wäre, wenn einer von #allesdichtmachen bei einer regierungskritischen Demonstration gegen die Maßnahmen gesehen worden wäre? Die Anfeindungen hätten sich verzehnfacht. Noch mehr Schauspieler hätten sich von der Aktion distanziert, bei der sie anfangs gerne mitgemacht haben. Ich kann es ihnen kaum verdenken. Nicht alle sind bereit, die Karriere aufs Spiel zu setzen. Ich habe keine Kinder oder eine Familie, die auf mein Einkommen angewiesen sind. Ich kann mir mehr leisten und erwarte nicht von Müttern oder Vätern, es mir gleich zu tun. Doch bedauerlich bleibt es, dass eine eigene Meinung jenseits des Mainstreams zum Problem werden kann. Hier ist „bedauerlich“ der Euphemismus.

Dieser Staat ist zu viel

Viele Leute können sich überhaupt nicht vorstellen, aufgrund politischer Einstellungen im Alltag Probleme zu bekommen. Sie können nicht glauben, dass es „Cancle Culture“ gibt. Sie leugnen die Existenz von Deplatforming, also Menschen die Möglichkeit zu nehmen, sich zu äußern, weil sie dem „voguen“ Zeitgeist nicht entsprechen. Ich habe einige Leute in meinem Umfeld, die so ticken. Ich finde das auf eine Art faszinierend und auf eine andere Art erschreckend. Was sieht der nicht, was ich sehe? Hast du nicht gesehen, wie Jan-Josef Liefers von Journalisten behandelt wurde? Findest du es völlig in Ordnung, dass die Regierung ihre Kritiker bespitzeln lässt? Oder heiligt der Zweck mal wieder die Mittel? Ist im Kampf gegen ein Virus alles erlaubt?

Gleichzeitig habe ich auch Freunde, die meiner Meinung sind, diese aber niemals so ausdrücken würden, wie ich es tu. Vielleicht geschieht sie das noch im engen Freundeskreis. Aber niemals in der Arbeit und niemals zu fremden Leuten in einer Diskussion. Dieses Klima sollte uns zu bedenken geben. Es verlieren gerade eine ganze Menge an Menschen den Glauben an die freie Gesellschaft. Spitzelaktionen gegen unliebsame Demonstranten tragen hierzu ihr Übriges bei. Wenn auf deutschen Boden Regierungskritiker von Schlapphüten beschattet werden, die in überwältigten Mehrheit keine Extremisten sind, bekommen wir ein echtes Problem. Dieser Staat ist zu viel. Diese Regierung übernimmt sich permanent und überhöht ihre Existenz. Es ist nicht die Pandemie, die wahnsinnig ist. Es ist die pandemische Unvernunft vieler Politiker, die unser Wohl bedroht.

Brinkhaus macht mich fassungslos

Von Julian Marius Plutz.

Ich bin fassungslos. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich verlor die Fassung. Völlig randlos ging es in mir zu. Es ist das erste Mal – völlig im Ernst – dass mein Körper auf ein Wort eines Politikers reagierte. Mir wurde speiübel, sage ich Ihnen, als ich die Rede von Ralph Brinkhaus hörte. In diesen knapp neun Minuten ist alles enthalten, was man in Sachen Agitation und Propaganda in einen Vortrag packen kann. Wirklich alles. Schauen Sie die Rede bitte nur an, wenn Sie sich gefestigt fühlen, eine der manipulativsten, perfidesten und gleichzeitig dummreistesten Stücke der Bundesrepublik Deutschland zu hören. Und halten Sie einen Brecheimer bereit.

Ralph Brinkhaus. Für 120 Sekunden einmal Merkels Kritiker, als es um die Lockdownpolitik ging. Ganz kurz war der Mann aus Wiedenbrück einmal Rebell. Zart klopfte sein Verstand an die lichte Schädeldecke, ehe er sich wieder verzog. Ehe Herr Brinkhaus wieder zum Merkelianer wurde.

Ich ringe mit den Gedanken und den Worte, weil mich diese Rede so sprachlos macht. Der Fraktionsvorsitzende des ehemaligen konservativen Parteienbund, genannt Union, ringt mit dem Schlafen gehen. Wenn er Nachts wach wird, denkt er an die Menschen in den Krankenhäusern und die Menschen, die sterben. Doch nicht etwa an alle Menschen. Nein, denn wir leben in der Welt der Zwei-Klassen-Toten. Wussten Sie nicht? Da gibt es die Coronatoten und die Nichtcoronatoten. Letztere gab es schon immer – erstere sind vermeidbar und hängen laut Politik an exakt zwei Faktoren. Ein Dauerlockdown in Verbindung mit dem Aufbau einer Hygienediktatur einerseits. Und andererseits liegt es an den Menschen selbst. Ja! Denn würden sie sich freiwillig isolieren, gäbe es auch kein Corona mehr. Nur noch ein paar Wochen – aber jeder muss mitmachen! Nur dann ist es vorbei. Wenn alle Juden wenigstens einen Schabbat alle Gebote einhalten, dann kommt der Heiland. Und wenn alle Deutchen alle Maßnahmen ein paar Wochen befolgen, bekommen wir vielleicht vernünftige Politiker. Bis dahin müssen wir mit Ralph Brinkhaus vorlieb nehmen.

Mit wackeliger Stimme und sichtlich von sich selbst ergriffen verteidigt Merkels Helfer die Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes. Ein Gesetz, das im Wesentlichen den Föderalismus aushebelt und mit hoher Wahrscheinlichkeiten in mehreren Punkten verfassungswidrig ist. Weiterhin ist er „den Medien sehr dankbar“, dass diese mit „rührenden Geschichten das unterstützt haben“. Ja, da kann er wirklich dankbar sein. Kostenlose PR zu ergattern im Deckmantel des seriösen Journalismus, ist schon eine reife Leistung. Wo in anderen Ländern der Staat noch Medien kaufen muss oder Lizenzen von kritischen Radiosendern nicht verlängert werden, genügt in Deutschland die unbändige Liebe der Journaille zu Angela Merkel. Diese Liebe ist grenzenlos, unconditional wie man im Englischen sagt. Wie die Liebe einer debilen Mutter zu ihrem noch debileren Kind. Es ist einfach nur noch grauenhaft.

Zwischen „Jud süß“ und „Bambi“

Dankbar ist Brinki, dass „auch Enkel interviewt wurden, die ihre Enkel verloren haben.“ Denn auch ältere Menschen seien wertvoll. Wer kann da schon widersprechen? Der Unionspolitiker macht hier etwas extrem perfides. Indem man die Maßnahmen kritisiert, wie dieses demokratieverachtendes Infektionsschutzgesetz, nimmt man Den Tod von älteren Menschen in Kauf. Man ist also unmoralisch, außer man steht hinter Merkels Coronapolitik. Ich halte diesen moralinsauren Taschenspielertrick für das Widerlichste und Dreisteste, was sich ein Abgeordneter seit langem geleistet hat. Mitglieder des Bundestages dienen dem Volk. Sie vertreten uns. Es steht ihnen überhaupt nicht zu, Menschen in gut und böse einzuteilen, als wären sie von Gott gesandt.

„Jeder hat das Recht auf (…) körperliche Unversehrtheit. Und es ist unsere Aufgabe“, so der quartalsirre Ostwestfale, „dieses Leben zu schützen.“ Politiker sind also angetreten, um Leben zu schützen? Also alles Ärzte und Polizisten? Bin ich schief gewickelt, oder der?! Brinkhaus will also das Leben multibel Kranker Menschen auf Teufel-komm-raus retten, die nun im Spätwinter ihres Seins den Corona Erreger in sich tragen? Was für eine unmenschliche, transhumanistische Idee vom Sterben und vom Leben! Der Lackmustest für den aufrechten Charakter ist hier simpel: Brinkhaus sollte seine Politik auf sich anwenden. Würde er wollen, dass er so behandelt wird? Oder seine Frau? Oder sein Kind? Kommt er zum Ergebnis, „ja“, ist seine krude Vorstellung wenigstens konsequent. Tut er das nicht, ist er nichts weiter als ein Heuchler.

„Stimmen Sie für das Leben“, beendet Ralph Brinkhaus seine Rede. Damit ist alles gesagt. Wer dagegen stimmt, der stimmt für den Tod. Intellektuell armseliger kann man es nicht formulieren. Der Fraktionsvorsitzende legt ein Gemüt an den Tag, das, cineastisch gesprochen irgendwo zwischen den Filmen „Jud süß“ und „Bambi“ liegt. Es ist unfassbar. Diese Politiker sind eine Gefahr für das Land. Diese Rhetorik ist dem Deutschen Bundestag unwürdig. Ich bin fassungslos.

Laschet als Kandidat – Alles ist besser als Söder

Von Julian Marius Plutz.

Aachener Printen gewinnen gegen Nürnberger Lebkuchen. Oder so. Kulinarisch gesehen halte ich dieses Unterfangen für völlig unverständlich, so schmeckt die „Leckerei“ aus dem Rheinland wie ein fränkischer Pfefferkuchen – jedoch vom Vorjahr. Aber immerhin: Armin Laschet behauptet sich gegen Markus Söder, was man durchaus als eine Leistung anerkennen kann. Denn mit dem Markus, des wissen mir Frangn, ist es wie mit Tinitus oder wie Corona. Irgendwie ist er da und wir müssen damit leben.

Was haben sich die Meinungsmacher und Politiker überschlagen. „Unwürdig“ sei das Gerangel um die Kandidatur in der Union. „Es gäbe doch wirklich in einer Pandemie wichtigeres“ und man solle zu den Grünen schauen, wie „geräuschlos“ diese Ökopartei ihre Annalena nominiert hatten. Ja, ja, die Grünen als Partei von Ying und Yang, buddhistischer Ruhe und sozialistischer Einigkeit. Mit wenig Recht und keiner Freiheit.

Ich kann ja verstehen, dass ein Merkel-sediertes Land schon kurz vorm Herzinfarkt steht, wenn eine ganze Woche um einen Posten gestritten wird. Es entspricht aber demokratischer Selbstverständlichkeit. Nicht nur klappern gehört zum Geschäft des Politikers. Sondern auch Showdowns inszenieren, Machtfragen stellen, Ultimati brechen und der Dinge mehr. All das scheint die Journaille verloren zu haben. Eingesperrt sind sie zwischen politischer Korrektheit und einem Rosamunde-Pilcher-Gemüt. Und übrigens: Geräuschlos arbeitet nur der Geheimdienst.

Mit Merz als SUperminister?

Nun also der Armin. Er ist der Kompromiss vom Kompromiss vom Kompromiss Ewig froh und leicht debil huscht der Nachkomme von Karl dem Großen (laut eigener Aussage) durchs Land und verbreitet Frohsinn und gute Laune. Jetzt also auch als Kanzlerkandidat. Er ist das natürliche Exkrement einer mehr oder weniger beliebigen Union. Allerdings lange nicht so rückgratlos wie Söder. Würde es seiner Karriere helfen, würde der bayrische Ministerpräsident die Berliner Mauer wieder errichten. Da bin ich mir ganz sicher.

Und so war es auch Söder, der in der Flüchtlingskrise seinen damaligen Parteichef, Horst Seehofer, im Regen stehen ließ. Der Mögeldorfer Marktschreier wusste früh, dass die Mehrheit seiner potentiellen Wähler vielleicht kritisch zu Merkels Kurs stehen, aber Harmonie vor Widerrede und Zwietracht vorziehen. Und so schwieg er, kritisierte hier und da ein wenig, blieb aber im Großen und Ganzen zahm und wohlwollend. Und am Ende war es genauso, wie es sein Generalsekretär sagt: „Wir wollen den Kurs von Angela Merkel fortsetzen“.

Bei Laschet weiß man wenigstens was man hat. Gut, das was man dann hat, ist nicht gerade erbaulich, aber immerhin. Und er hat Friedrich Merz mehr oder weniger einen Posten zugesagt. Gut möglich, dass der nächste Wirtschafts- oder gar Superminister die Kopfform einer überdimensionierten Glühbirne hat. Und unter uns Klosterschwestern: Mir ist jemand wie Merz lieber, der sich ein (erfolgreiches) Berufsleben jenseits der Politik aufgebaut hat, als der nächste Apparatschik aus der Politretorte. Also die nächste Annalena Baerbock.

Der wohl schwierigster Gegner von Armin Laschet wird nicht nur er selbst sein, sondern sie. Die Annalena, die, laut eveybodys Daddy Robert Habeck, als Frau antritt. Nicht als Mann, oder als Backfisch. Nein, als Frau. Da haben wir ja Glück gehabt. Als Frau, die nun plötzlich „Völkerrechtlerin“ ist. Dass sie weder als solche, noch überhaupt jenseits der Politik gearbeitet hat, brauche ich bei den Grünen kaum mehr erwähnen. Aufgrund mangelnder Tatsachenlage fühlte sich Annalena genötigt, ihren Nebenjob im Studium als Berufserfahrung anzugeben. Wow. So gesehen war ich Altenpfleger, Kassierer, Journalist und Nachhilfelehrer. Und selbst damit dürfte ich mehr Berufserfahrung gesammelt haben, als die frisch gekührte Kanzlerkandidatin der Grünen

Mit Söder wird die Diktatur real

Und dennoch dürfte sie Laschet im Wahlkampf ärgern. Zu hoch sind die Schnittmengen ihrer beider potentiellen Wähler. Eine ganz andere Frage kommt mir gerade in den Sinn: Wie heißt noch mal der Kanzlerkandidat der SPD? Schulz? Scholz? Müller?! Wie auch immer. Eine Rolle dürfte die SPD nur noch spielen, wenn sie zwischen den Annalena-Grünen und der Bartsch-Ex-SED Platz nehmen. Betrübliche Aussichten für die Sozialdemokratie. Eingeklemmt zwischen Salon- und Vulgärsozialisten wird eine Wiedererstarkung zur Volkspartei kaum möglich sein. Dann lieber geräuschlos Opposition. Im Übrigen sollte es ein Skandal sein, mit der Partei zu paktieren, die Jahrzehntelang ihr Volk eingesperrt hat. Wehrte man sich gegen sein Gefängnis und wollte man fliehen, wurde auf sie geschossen. Doch das ist schon lange keine Zeile mehr wert. Diese Verhöhnung der Opfer wird Ihnen präsentiert von den Grünen – vom Bündnis 90 dürfte nicht mehr viel übrig sein – und der SPD.

Das zu verhindern liegt nun in der Hand von Armin Laschet. Und wenn er halb so zäh ist, wie die Achener Printen, könnte das gelingen. Er ist absolut nicht mein Favorit, niemand in der CDU ist das. Er ist jedoch die klare Alternative zu Markus Söder. Der Nürnberger hat in der Corona Krise gezeigt, aus welchen Holz er geschnitzt ist. Freiheit interessiert ihn nicht. Demokratie ist nur im Weg. Bürgerrechte? Egal, hier gilt das Lex Söder. In einer kaum erträglichen Dreistigkeit wischt er Fakten weg, um seine Politik durchzusetzen, die durchaus Ansätze diktatorischen Handels hat: Willkür, selektive Wahrnehmung und die Lust, über das Leben anderer zu entscheiden.

Söder ist für den Konservatismus so etwas wie André Rieu für die Klassik. Sündhaft teures Instrument, Riesenshow und kreuz doof noch dazu. Mit ihm und das ist durchaus eine Leistung wird die CSU in Windeseile so entkernt wie die große Schwester. Mit Laschet und Merz besteht die geringe Chance einer minimalen Unterscheidbarkeit der Union von anderen Parteien. Vielleicht. Vielleicht ist aber auch ein alter, ausgetrockneter Lebkuchen – also Aachener Printen.

Sargnagel Testpflicht – Wie Bürokratie die Wirtschaft knechtet

Von Julian Marius Plutz.

13.04.2021 in Deutschland, Berlin. Das Kabinett beschließt die sogenannte Notbremse. Im Kampf gegen ein Virus, an dem eine Person von 500 in aller Regel mit schweren Vorerkrankungen stirbt, wird die freie Gesellschaft weiter abgebaut. FFP 2 Masken sollen zum Standard werden, obwohl die Gesellschaft für Krankenhaushygiene davon abrät. Ausgangssperren von 21 Uhr bis 5 Uhr dürfen von nun an per odre de Mutti angeordnet werden, was Aerosolforscher kritisieren. Die Unversehrtheit der Wohnung darf nun auch offiziell vom Bund verletzt werden. Auch ist es den Damen und Herren in Berlin gestattet, die wirtschaftliche Freiheit einzuschränken: So dürfen sie für geschlossene Läden und Hotels sorgen. Das haben wir uns verdient, soweit haben wir es gebracht. Dystopien von früher sind heute Realität. Und die Verachtung der Freiheit wird von den Regenten immer weiter betrieben.

Bei dem ganzen prädikatorischen und postliberalen Irrsinn geht jedoch ein Detail dieser „Notbremse“, man fragt sich, welche Not, unter. Ein Detail, auf das sich Arbeitgeber bereits seit Wochen einstellen: Die Testpflicht am Arbeitsplatz. Das Kabinett beschloss, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern einmal in der Woche einen Test anbieten müssen. Dieser Schritt ist nur folgerichtig. So ist es seit langem Wille der SPD, einst Partei der Arbeit, eben diese Arbeit zu vernichten. Seien es die absurden Forderungen nach einem Mindestlohn, der die Produktivität vieler Tätigkeiten schlicht nicht widerspiegelt. Oder isr es das Arbeitsschutzkontrollgesetz, das, wie ein 12 Euro Mindestlohn Arbeitslosigkeit erzeugt.

Bürokratieabbau ausgeschlossen

Ich frag‘ mich – und das meine ich wirklich ernst – woher die Lust bei SPD, Grüne und Co kommt, Unternehmen zu schaden! Wie ich es wende und drehe, ich komme zum einzigen Ergebnis, das Sinn macht: Neid. Ja. Das Urgefühl des Zurückgelassenseins aufgrund der prallen Haben-Seite des Anderen. Rational macht es keinen Sinn, Unternehmen mit einer Testpflicht zu schaden. Im Zweifel verringert es das Steueraufkommen, was die SPD gerne hochhalten will und muss. Und die Pflicht sorgt für geringere Löhne, die die Sozis eigentlich auch nicht wollen.

Olaf Scholz lehnt mit Deutschlandfunk eine Kostenübernahme durch den Staat ab. Die Pandemiebekämpfung sei eine „nationale Kraftanstrengung“, bei der „alle mitmachen müssen“. Jawoll! Mit Wumms und Bazooka aus der Krise. Wenn jetzt noch Frau Giffey das „Coole-Corona-Gesetz“ beisteuert, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Man muss dem Wirtschaftsminister Altmaier doch tatsächlich dankbar sein, dass er wenigstens die Dokumentationspflicht der Tests abwenden konnte. Das hieße dann für meine Niederlassung: jeder Mitarbeiter müsste einmal in der Woche zu uns kommen und per Unterschrift bestätigen, dass ihm einen Test angeboten wurde. Bei rund 100 Mitarbeiter können Sie sich vorstellen, wie hoch der bürokratische Akt ist. Nebenbei bemerkt: Ist es nicht Ziel der Politik, Kontakte zu minimieren? Stay at home?

„Mensch Herr Plutz, da gibt es doch eine digitale Lösung“, denen sei gesagt: Nein, gibt es nicht. Denn erstens müssen solche Dokumente im Original vorliegen. Und zweitens, das ist leider die Wahrheit: Meine Mitarbeiter sind keine Ingenieure, sondern meist Helfer. Viele sind intellektuell oder sprachlich überfordert. Eine digitale oder postalische Lösung würde einen solchen Aufwand mit sich ziehen, der kein Ende haben wird. Mehr als 50% unserer Zeit verschwenden wir an staatliche Vorgaben. Ich dachte, seit der Datenschutzgrundverordnung könne nichts mehr kommen. Aber Corona belehrte mich eines besseren. Und das Schlimme: Jedes Gesetz, jede Verordnung bleibt. Bürokratie wird nie abgebaut. Nirgends.

Ein Blick in die Praxis

Ich möchte Ihnen anhand eines Einstellungsprozess zeigen, wie bürokratisch zersetzt dieser ist. Und fast alles geschieht auf Geheiß des Staates, oder indirekt, um staatliche Sanktionen zu vermeiden. Die Höhe der Strafe für Unternehmen, einem Mitarbeiter einen Test zu verweigern, liegt bei bis zu 30.000 Euro.

Doch zum Einstellungsprozess: Der Bewerber klingelt und sagt die magischen Worte: „Suche Arbeit“. Nach den Corona Regeln müsste ich ihn nach Hause schicken und ihm ein Online, oder telefonisches Bewerbungsgespräch anbieten. Da er aber nicht die Kompetenz besitzt, dieses durchzuführen – Mimik und Gestik fehlt und macht die Sprache zu einer nicht überwindbaren Barriere, bitte ich ich ihn hinein.

Nach einigen Formalitäten mache ich mit ihm einen Termin bei einem niedergelassenen Arzt zur Unterweisung nach §43 Infektionsschutzgesetz. Das „Gesundheitszeugnis“ wird benötigt, wenn Mitarbeiter im Lebensmittelbereich eingesetzt werden – was hier der Fall ist. Diese Belehrung kostet je nach Arzt zwischen 11 und 20 Euro und ist mit das sinnloseste, was Sie sich vorstellen können. Der Arzt erzählt dem Bewerber, der ihn nicht versteht, dass man sich die Hände waschen muss. Hört er brav zu und unterschreibt er, dass er alles verstanden hat, hat er die Bescheinigung. Arzt unterschreibt, der Stempel stempelt.

Bis zum Vertrag sind noch weitere Hürden zu nehmen. Möglicherweise gibt es einen Kennenlerntag beim Kunden. Und, natürlich benötigen wir ein negatives Coronatestergebnis vor Arbeitsbeginn. Die Termine koordinieren wir. Zum Termin des Arbeitsvertrages hat der Mitarbeiter rund einhundertmal zu unterschreiben. Von Hygienevorschriften, bis zu Themen aus der Arbeitssicherheit. Nichts bleibt dem Mitarbeiter und uns erspart. Eine Reiseauskunft – Stichwort Corona – inklusive, gehört ebenso dazu, wie – und das empfinde ich als übergriffig – ein Blatt zur Auskunft, in welcher Situation denn der Kandidat wohnt. Pension? Wohnung? Flüchtlingsunterkunft? Hat er eine Küche? Ein eigenes Bad? Wir sind hierzu gezwungen, eine Revision würde das ankreiden. Mich hat es jedoch überhaupt nicht zu interessieren, wie mein Mitarbeiter wohnt. Diese Frage ist nichts weiter, als ein Eingriff in die Intimsphäre.

Die Regierung wird zum Problem

Nun folgt die Testpflicht. Der nächste Schritt ist die Dokumentationspflicht. Das wäre dann die einhunderterste Unterschrift. Und die einhundert zweite und dritte. Jede Woche, bis der Mitarbeiter ausscheidet. Oder bis wir dicht machen.

Ich habe die Hoffnung realitätsnaher Politik längst aufgegeben. Von einem Arbeitsminister, der nichts anderes kennt, als Parteiarbeit, ist das nicht zu erwarten. Diese Regierung ist in Sphären unterwegs, die mit der Realität nichts zu tun haben. Die Testpflicht ist nur ein Detail. Ein winziger Nagel auf den Sargdeckel. Das Schreddern der Unternehmen ist im vollen Gange. Und die Politiker können sich auf die Schulter klopfen, weil sie glauben, etwas für die Menschen getan zu haben. Dabei ist die Regierung nicht Teil der Lösung. Sie ist das Problem.