Bataclan ist überall – Über deutsche Lebenslügen

Von Julian Marius Plutz.

Selbstkritik ist nicht gerade die Kernkompetenz der geschäftsführenden Kanzlerin. So bekundete sie nach der Wahl 2017, als die Union mehr als 8% zur Wahl vor vier Jahren verloren hatte, ihre Schuldlosigkeit: „Ich kann nicht erkennen, was wir jetzt anders machen müssten.“ Eine Legislaturperiode später und nach erneut mehr als 8% Verlust verkniff sich Angela Merkel entsprechende Kommentare. Immerhin. Jede noch so dreiste Lüge braucht einen Dummen, der sie glaubt. Die Deutschen lieben Unwahrheiten, so lange sie ins narrative Weltbild passen.

Und so war sich die Kanzlerin vor wenigen Tagen nicht zu schade, den Satz des präzedenzlosen Wahnsinns ihrer Karriere als Staatschefin markierte, zu verteidigen. „Ja, wir haben das geschafft. Aber wir waren wirklich viele, viele Menschen in Deutschland, die mit angepackt haben, viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, viele Ehrenamtliche, viele, die heute noch Patenschaften haben.“ Wir erinnern uns an das Zitat vom 31. August 2015, am Beginn der Politik der offenen Grenzen:

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Merkel grenzenlos

Von Julian Marius Plutz.

Selbst an den Empfangsgeräten konnte man die Aggressivität mit Händen greifen. Ich erinnere mich an die Fernsehbilder noch gut. Europa mit Deutschland in der moralischen Exklusiv-Verantwortung stand kurz vor der größten geschichtlichen Zäsur seit dem Mauerfall, was natürlich, wie üblich, in der Situation des Momentes keiner erahnen konnte. Und dennoch waren wir beim Programm von n-tv Zeitzeuge von etwas historischem. Endlich ergab sich die Chance aus dem Image des hässlichen Deutschen zu treten. Endlich stand man auf der richtigen Seite der Geschichte. Im letzten Jahrhundert gab es den einen, oder anderen Betriebsunfall, geschenkt, nun aber nutzten die Regenten die Möglichkeit, sich rein zu waschen und aus dem Schatten des Täterseins in das Licht der Heldentums zu treten. Traumschön.

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