Wohl kein Geld für Würzburger Angehörige

Von Julian Marius Plutz.

Ein Mann geht in ein Kaufhaus und besorgt sich ein großes Küchenmesser. Den Klingenschutz reißen er noch ab, bevor er den Laden verlässt. Mit „Allahu Akbar“ sticht er gezielt auf Frauen und Mädchen. Als er ins Krankenhaus gebracht wurde, spricht er vom Dschihad, den heiligen Krieg, den Muslime angehalten sind zu führen, um den Islam zu verteidigen und auszubreiten.

Die Tat in Würzburg war genau das: Ein kriegerischer Akt, es war der Dschihad in Unterfranken, um den Machtanspruch dieser Ideologie für Bayern, Deutschland und der Welt sichtbar zu machen. Abdurahman, wie der Täter mit Vornamen heißt, wäre auch für seinen Glauben gestorben. Auf eine Art bin ich froh, dass er noch lebt. Nicht, weil mir seine bedauerliche Existenz am Herzen läge. Eher kann die Justiz mit einem gerechten Urteil zeigen, wie es mit den Werten der in den letzten Jahren arg in Mitleidenschaft gezogene freiheitlich-demokratischen bestellt ist. Ein bisschen was von meinem Optimismus habe ich bewahrt.

Bis ich dann die Email zu diesem Artikel bekam. Es ist davon auszugehen, so der Opferbeauftragte der Bundesregierung, dass die Angehgeörigen und Verletzten keine Härteleistungen als Entschädigung zu erhalten. Denn solche Zahlungen stehen Betroffenen nur zu, wenn Ermittler ein terroristisches oder extremistisches Motiv für die Tat zweifelsfrei feststellen.

Auch die Opfer in Hanau bekamen Geld

Ob das Geld überhaupt fließen könnte, so der Beauftragte, hänge von dem Motiv des Täters ab. Momentan lägen keine Hinweise vor, dass der Somalier Verbindungen zu islamischen Terrororganisationen hätte. „Viel mehr“ -man beachte die Semantik -weise der aktuelle Ermittlungsstand darauf hin, der Mann sei psychisch krank gewesen. Wenn etwas also „viel mehr“ als etwas anderes ist, dann ist das andere, in dem Fall der islamische Hintergrund „weniger“, also unwichtig.

Es ist unglaublich. Politik und Medien halten es offenkundig nicht aus, dass jemand Extremist ist und gleichzeitig psychisch erkrankt sein könnte. Vielleicht war Abdurahman psychisch instabil, vieles spricht dafür. Das ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch nicht maßgeblich und es ist überhaupt nicht wichtig, wenn es um die Entschädigungszahlungen der Bundesregierung an die Angehörigen und Überlebenden geht. Sind die Verletzungen weniger schlimm, weil der Täter psychisch krank war? Sind die drei Frauen dann weniger tot?

Während Heute-Journal und Tagesthemen Sprechern betonen, dass das Motiv diese „furchtbare“, wahlweise „entsetzlichen“ Tat noch immer nicht feststeht, ermittelt die Polizei immerhin im islamischen Milieu. Immerhin. Dieses mal fehlte jedoch die obligatorische Aussage des Innenministers, die Staatsanwaltschaft würde „in alle Richtungen ermitteln“. Als wäre es denkbar, dass eine buddhistische Mönchsekte eine „False Flag“-Aktion angezettelt hat oder die Rheuma-Liga aus Feucht hinter dem Anschlag steckt, um auf die unhaltbaren Zustände ihrer Versorgung aufmerksam zu machen.

Ob und wie stark der Täter psychisch krank ist, mag für das Urteil eine Rolle spielen. Für die Zahlungen von Entschädigungen jedoch nicht. Der Täter von Hanau war psychisch sehr stark erkrankt, vermutlich schizophren, wie man aus den Ausführungen von Wolfang Meins erlesen kann (Sehen Sie hier und hier.) Dennoch war es völlig richtig, dass die Angehörigen Entschädigungen erhielten. Ich habe zu dieser Zeit keine einzige Stimme gehört, die dies anders sahen. Gut so!

Merkel weiß selbst, warum sie schweigt

Es ist immer das gleiche Lied: Medien und Politiker befürchten, ein Anschlag könne „von rechts“ instrumentalisiert werden. Daher versuchen viele, wie mit einem Skalpell, eine feine Linie zwischen psychischer Erkrankung und terroristischen Hintergrund zu ziehen. Denn wenn jemand eine seelische Erkrankung hat, dann kann er kein Terrorist sein. Dann waren es seine Dämonen. Und wenn er kein Terrorist war, dann können es die bösen Rechten auch nicht instrumentalisieren. Kausalketten, die wiederum auf intellektuelle Beeinträchtigungen schließen lassen.

Kein Wort zur Herkunft des Opfers von Seiten der Regierung. Kein einziger Satz zu seinem Flüchtlingsstatus. Keine Silbe zu 2015. Angela Merkel tut das, was sie am besten kann: Nichts. Sie schweigt. Die Opfer interessiert sie nicht. Sie weiß genau, dass der Ursprung dieser Tat nicht nur im Koran liegt und nicht nur in der geistigen und mentalen Veranlagung Abdurahman. Ein Aspekt liegt in der sogenannten Grenzöffnung von vor 6 Jahren. Angela Merkel weiß das ganz genau. Sie kann ein Gespräch über dieses Thema langfristig nur verlieren. Deswegen führt sie gar nicht erst eines.

Geld ersetzt nichts, aber es wertet auf

Wir erleben das Ende vom Ende einer moralisch zutiefst degenerierten Bundesregierung. Von Heiko Maas, der „wegen Auschwitz in die Politik“ gegangen ist – ich hoffe nicht, um es zu eröffnen. Bis hin zu Angela Merkel, die bei islamischen Terror ihr Herz aus Holz zeigt. Oder ihr Opferbeauftragter, der zwischen guten und nicht so guten Angehörigen unterscheidet.

Den Angehörigen dürfte die Unterteilung recht egal sein. Geld kann auch den Schmerz nicht lindern. Geld ersetzt nichts. Aber es kann ein Mindestmaß an Respekt und Anstand einer Regierung verbildlichen, die somit Anteilnahme zeigt. Allein das zu diskutieren halte ich für schäbig und falsch.

Wieder Terror in Würzburg

Von Julian Marius Plutz.

Ich saß mit Freunden „Zur Goldenen Gans“. Boote der Wasserwacht fuhren mit Blaulicht den Main entlang, an dem der Biergarten lag. Würzburg im Sommer ist sehr nah am Paradies, wenn die Alte Mainbrücke von Weinliebhabern überflutet ist und man, ich geb’s gern zu, genervt ist, weil es dauert, bis man endlich ans andere Ufer gelangt, weil die Menschen dort stehen und Silvaner, Bacchus und der Sorte mehr trinken.

Wir wunderten uns bei Brotzeit und Kaltgetränk, was wohl passiert sei. Unsere Endgeräte sorgten für Klärung Die heile Welt, wie ein Freund, der dort mit mir studierte und die Stadt immer so bezeichnete, erlebte den nackten Terror. „Heile, Heile Segen“ war gestern.

Plötzlich war alles voll von Polizei. Auf dem Handy lasen wir, dass im Zug, der von Treuchtlingen über Ansbach bis nach Würzburg fuhr, ein Mann mit einer Axt die Fahrgäste attackierte. Weil er es konnte und weil er sich auf den Koran bezog. Mit „allahu akbar“ begann die Schlachtung und mit dem selben Schlachtruf endete seine Tat.

Es war genau der Zug, in dem ich hunderte Male, so auch an diesem Abend, saß. Zwei Stunden trennten mich, um ein potentielles Opfer dieser Tat gewesen zu sein. Aber ich saß im Biergarten mit Freunden und trank naturtrübes Bier. Ich nahm einen anderen Zug.

Am 25.06.2021 kam das Grauen, das auf den Namen Terror hört, zurück in die vermutlich schönste Stadt der Welt. Ein 24- Jähriger Somalier tötete im Herzen der kleinen Metropole, am wunderschönen Barbarossa-Platz, drei Menschen. Fünf andere Personen verletzte er. Ich kontaktierte sofort meine Freunde und Bekannte, wie es ihnen geht. Sie saßen tatsächlich, wie damals mit mir vor fünf Jahren, im Biergarten der „Goldenen Gans“. Diese Geschichte ist wahr und ich bin Gott froh, dass niemanden etwas passiert ist, den ich zu meinem Bekanntenkreis zähle. Und dennoch entsetzt mich die Tat. Es ist etwas passiert, was niemals hätte geschehen dürfen. Diese Tat erzeugt Opfer.

Neben den expliziten Opfern von Terror, die Opfer und die Angehörigen, evoziert Terror auch Opfer impliziter Art. Die, die sich fürchten. Terror verbreitet Angst. Ein mir nahestehender Mensch hatte über Monate Probleme, nach der Axt-Attacke in der Regionalbahn, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Sicherlich ist dieses Beispiel ein Extremfall. Es zeigt aber, was Terror bewirken kann. Sie müssen verstehen, was das mit Menschen macht. Es verschüchtert nicht nur, es schüchtert ein. Es macht krank und zerfetzt Seelen.

Würzburg hält diese Tat aus. Natürlich wird die Stadt das tun. Aber es hinterlässt Narben. Vor der Frage „wie“ kann ein Terrorist agieren, kommt das „warum“. Warum tut ein Mensch ein solch entsetzliches Verbrechen? Und „wie“ kann man ihn daran hindern?

Das Fass, das ich aufmache, hat einen Boden. Es liegt im Jahr 2015. Und nur weil ich Glück hatte, vor fünf Jahren in der „Goldenen Gans“ gesessen zu haben und nur weil meine Freunde am 25.06., am Tag des Messers in Würzburg genau in diesem Biergarten saßen, heißt das nicht, dass andere Menschen verschont geblieben sind. Es ist das Entsetzliche von Gewalt. Es ist die schlimmste Tat, die man einer Person antun kann. Ihr das Leben zu nehmen.

Ich komm‘ nicht umhin. Wir müssen dem ein Ende setzen. Es geht nicht mehr weiter. Das hat Würzburg, Franken, Bayern, das hat Deutschland und die aufgeklärte Welt nicht verdient.

5 Jahre Orlando – Schwule Tote stören und stören immer noch

Heute vor genau fünf Jahren tötete ein Islamist 49 Menschen, weil sie homosexuell waren. 53 wurden teilweise schwer verletzt. Es ist etwas passiert, was niemals hätte passieren dürfen. Zum Thema Gewalt gegen Homosexuelle schrieb ich zwei Texte. Der erste – und das bleibt ein Geschmäckle – war ein kleiner Meilenstein in meiner Schreibertätigkeit. Denn er erschien in sehr vielen kleinen und großen Blogs. Weil mir das Thema so am Herzen liegt möchte ich an der Stelle den jeweiligen Medien danken. Von Jüdische Rundschau, bis Haolam.de bis zur Achse des Guten. Manche Dinge muss man schreiben. Und andere muss man immer und immer wieder schreiben. Lieben Dank auch an Albert Schmelzkäs für das tolle Bild.

Schwule Tote stören nur

Schwule tote stören immer noch

Die WM in Katar – kein faires Spiel

Von Liam Hannes B.

Katar ist ein arabisches Land auf einer Halbinsel am persischen Golf. Regiert durch eine Monarchie, welche als Staatsreligion den Islam besitzt. Die Scharia bildet die Gesetzgebung. Ein Land mit gerade einmal 2,83 Millionen Einwohnern. Zudem werden homosexuelle Handlungen in Katar mit Strafen belegt, es drohen sogar bis zu fünf Jahre Haft. Das Recht auf freie Meinungsäußerung in Katar ist beschränkt, offener Antisemitismus wird durch radikalen Islamismus geschürt und Frauen werden im Alltag oft benachteiligt wie beispielsweise mit frauenverachtenden Traditionen oder unterdrückerischen Kleidungsvorschriften. Katar gilt zudem neben der Türkei unter Erdoğan als wichtigster Unterstützer der Muslimbruderschaft und anderer radikal islamischer Gruppen. Die Muslimbrüder werden mit ihrer Forderung zum Aufbau eines islamischen Staates von den arabischen Herrscherhäusern als Bedrohung ihrer Monarchien betrachtet.

Nach Einschätzung von Experten unterstützt die katarische Regierung islamistische Terrorgruppen wie al-Qaida die syrisch-oppositionelle al-Nusra-Front und den islamischen Staat. Katar führt zwar eine Liste von Terrororganisationen, 2014 hatte sie jedoch keinen einzigen Eintrag. Viele islamistische Terroristen leben seit Jahren trotz internationaler Proteste unbehelligt in Katar, ihre Auslieferung ist auch eine der Forderungen Saudi-Arabiens. Außerdem räumt die katarische Regierung ein, die palästinensisch-islamistische Terrororganisation Hamas zu unterstützen. 2017 entfachte deshalb eine Krise mit Katar’s Nachbarstaaten, die sich aber mittlerweile wieder entspannte durch Vermittlungen des Staates Kuwaits um die Beziehungen nicht zu gefährden.

Im Dezember 2010 gab die FIFA nach der Bewerbungsphase offiziell bekannt, dass der Austragungsort der WM 2022 in Katar sein soll. Nach Insiderinformationen soll Korruption bei der Wahl des Landes im Spiel gewesen sein. Es heißt, dass Stimmen von 2 FIFA-Funktionären gekauft worden seien und somit die Wahl aktiv manipuliert wurde. Eine unfaire und erzwungene Auswahl des Austragungsortes der WM 2022. Eigentlich hat Katar keine wirkliche fußballerische Tradition vorzuweisen und auch keine vorige WM-Teilnahme. Ein No-Name in der Fußballlandschaft weltweit.

Die klimatischen Bedingungen sind alles andere als vorteilhaft um im Sommer eine WM austragen zu können, deshalb wurde das Turnier zeitlich an das Ende des Jahres in den Winter verschoben um aushaltbare Bedingungen für die Sportler zu ermöglichen. Der Flair einer Sommer-WM mit Public-Viewing in Deutschland ist somit dahin. Ob die Stadien in Katar gefüllt sein werden kann man zurecht bezweifeln. Neben der nicht vorhandenen Fußballtradition, wird es schwer sein ausländische Touristen und Fußballfans für die WM vor Ort zu begeistern. Katar kann nicht wirklich mit Attraktivität glänzen.

Die Menschenrechtslage in der Scharia begründet. Es werden homosexuelle Paare nicht anerkannt und strafrechtlich verfolgt. Das mag auch vor allem an einer konservativen islamischen Wertevorstellung liegen. An dieser Stelle sei auch gerne der offizielle Katar Werbe-Slogan (For the Game, For the World) zitiert: „Und selbstverständlich werden die Fans aus der ganzen Welt nach dem faszinierenden Erlebnis der arabischen Gastfreundlichkeit Katar mit einem völlig neuen Verständnis für den Nahen Osten verlassen. Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft in dieser Region auszutragen wäre damit auch ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung.“

Gilt diese Gastfreundschaft ausnahmslos für alle?

Gab, beziehungsweise gibt es diese Gastfreundlichkeit auch bei Gastarbeitern?

Was es zunächst mit den Gastarbeitern auf sich hat: Katar reichte in der Bewerbung um die WM 2022 genau 12 Stadien ein. Im späteren Verlauf des Bewerbungsprozess kam sogar noch ein weiteres Stadion hinzu, wofür Katar starke Kritik erntete. Für solch ein kleines Land sei die Anzahl von 13 Stadien zu hoch, so der Vorwurf. Daraufhin wurde die Anzahl auf die folgenden acht offiziellen WM-Stadien reduziert. Alleine 7 davon liegen in oder in der Nähe Katars Hauptstadt Doha. Das 8. Stadion liegt nördlich von Doha an der Westküste und trägt den Namen al-Bayt Stadium. Zum Zeitpunkt der Zusage der WM in Katar, hatte das Land nur 2 Stadien. Das Khalifa International Stadium in Doha und das al-Rayyan Stadium in al-Rayyan. Folgend bedeutet das also, dass 6 Stadien aus dem Boden gestampft werden mussten.

Nicht nur Stadien werden und wurden gebaut sondern auch um die 30 neuen Hotels. Gleichzeitig will Katars Emirfamilie die gesamte Infrastruktur ihres superreichen Ministaats modernisieren: Mehr als 100 Kilometer Metro sind geplant, eine Autobahnbrücke nach Bahrain, dazu ein komplett neues Schienennetz für ihre Halbinsel im Persischen Golf.

Ein neuer Flughafen sowie Straßen und öffentlicher Nahverkehr  –  über 100 Milliarden Dollar wurden und werden von der Führung Katar’s investiert. Für so große Projekte braucht man viele Arbeiter. Am besten billige Arbeitsmigranten. Etwa 2 Millionen Migranten aus Ländern wie Indien, Pakistan, Sri Lanka, Bangladesch und Nepal. Vielleicht ist das Wort “Sklaverei“ tatsächlich passender als “Arbeitsmigrant“. Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen sind die Regel und nicht die Ausnahme. Die Arbeit auf den Megabaustellen wird schlecht bezahlt, man wird schlecht ernährt, untergebracht in überfüllten, schäbigen Massenbaracken vor den Toren der Städte. Wer krank wird, bekommt die Tage im Bett vom Lohn abgezogen. Oft müssen die Arbeitskräfte monatelang auf die Auszahlung ihres Gehalts warten oder es kommt gar nicht bei den Arbeitern an.

Doch die Arbeiter werden erpressbar gemacht, indem man ihnen mit kompletten Lohnausfall oder einer Abschiebung droht. Eine indirekte Zwangsarbeit mit existentiellen Druck wird somit auf viele Arbeiter ausgeübt. Nach einem veröffentlichten Recherchebericht im Februar 2021 der britischen Tageszeitung „Guardian“ sollen seit der WM-Vergabe mehr als 6500 Arbeiter aus Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch und Sri Lanka gestorben sein. Das Blatt beruft sich dabei auf Regierungsangaben. In der großen Mehrzahl der Fälle sei eine natürliche Todesursache angegeben worden. Katars Regierung teilte mit, die Sterberate unter Millionen ausländischer Arbeiter liege in einem zu erwartenden Bereich.

In einem erwartbaren Bereich?

Wohl eher ein ziemlich hoher Preis für die Austragung einer WM. Die Dunkelziffer der Todesfälle möge noch viel höher liegen. Als häufige Ursachen werden Herzversagen nach extrem langen Arbeitsschichten in der Gluthitze und schwere Arbeitsunfälle genannt. Als weitere Todesursachen werden außerdem Krankheiten sowie durch die psychische und physische Belastung Suizide aufgeführt. Amnesty International spricht in einem Bericht, der bereits 2013 veröffentlicht wurde ebenso von angewandter Zwangsarbeit. Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International äußert sich verärgert: „Es ist einfach unentschuldbar, dass in einem der reichsten Länder der Erde dermaßen viele Gastarbeiter skrupellos ausgebeutet werden, man sie ihres Lohns beraubt und sie dem Kampf ums Überleben preisgibt“.

Keine anderen Regionen der Welt nutzen die Dienste von Gastarbeitern in solchen Dimensionen und mit solchen jährlichen Zuwachsraten wie die arabischen. Die jungen Saudis, Kataris und Kuwaitis denken gar nicht daran, sich die Finger schmutzig zu machen. Manuelle Arbeit ist verpönt, und zu den mageren Löhnen der ausländischen Migranten wollen sie schon gar nicht schuften. Stattdessen streben sie alle nach einem sicheren Posten im ohnehin schon aufgeblähten Staatsdienst. Ihr Lebensziel ist ein ruhiger Schreibtischjob, möglichst üppig bezahlt, mit kurzen Arbeitszeiten, während das Millionenheer der Inder und Asiaten Wohlstand und Wirtschaft am Laufen hält, in der Regel mit Monatslöhnen zwischen 150 und 400 Euro.

Jeder Arbeiter braucht ein Arbeitsvisum von einem lokalen “Sponsor“, der nach einem Bürgschaftssystem, “Kafala“ genannt, allmächtig ist. Die meisten bekommen bei Ankunft ihren Pass abgenommen, sind jeder Willkür ausgeliefert und dürfen erst nach Jahren wieder ihre Familie daheim besuchen. „Der Arbeiter ist völlig an seinen Arbeitgeber gebunden. Er kann ihn nicht verlassen, egal wie schlimm er behandelt wird“, sagt Nicholas McGeehan von Human Rights Watch.

Ohne Einverständnis reichen einheimische Unternehmen die Gastarbeiter je nach Belieben an andere Unternehmer weiter. Ein gesetzlicher Mindestlohn existiert ebenso wenig wie eine gesetzliche Krankenversicherungspflicht. Wer widerspricht, vorenthaltene Bezahlung nachfordert oder gar streikt, derjenige muss in den allermeisten Fällen die sofortige Heimreise antreten. Auch Kündigung, Wechsel des Arbeitgebers und Flucht aus dem Gastland sind praktisch unmöglich: Für das Ausreisevisum ist die Unterschrift des Sponsors nötig. Nach den Maßstäben der Internationalen Arbeitsorganisation „ILO“ erfüllt das den Tatbestand der Zwangsarbeit. Diese Menschen werden zudem systematisch belogen hinsichtlich ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen, oft existieren die versprochenen menschenwürdigen Arbeitsplätze auch gar nicht.

Und so prangern Menschenrechtsorganisationen die Zustände als moderne Sklaverei, Ausbeutung und Zwangsarbeit an, ein Vorwurf, den der Vorsitzende des katarischen Nationalkomitees für Menschenrechte, Ali al Marri, energisch bestreitet, auch wenn er zugibt, dass es „einige Probleme“ gebe. Der katarische Arbeitsminister Salah al Khulaifi versprach 2013 angesichts der internationalen Empörung, sein Land werde für die WM- Baustellen die Zahl der Arbeitskontrolleure von 150 auf 300 verdoppeln. Eine Farce angesichts der andauernden und weiterhin prekären Zustände für Arbeiter in den letzten Jahren.

Sharan Burrow, die Generalsekretärin des Internationalen Gewerkschaftsbundes forderte ein deutliches Signal des Weltfußballverbandes an die Adresse des Emirates:

„Die Fifa darf nicht erlauben, dass die WM 2022 errichtet wird auf dem Fundament moderner Sklaverei – in Katar aber ist das die Realität von hunderttausenden Arbeitsmigranten.“

Ja…, die Fifa dürfte dies eigentlich nicht erlauben jedoch tut sie dies offensichtlich.

Ein unfaires Spiel in Hinsicht der menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen, der Ausbeutung, der Todesfälle,… die Liste ist lang. Ein unfaires Spiel obwohl die WM noch nicht einmal begonnen hat. Ein schwerer Tabubruch, welcher eigentlich die rote Karte der Weltgemeinschaft verdient hätte.

Immerhin gab es Veränderungen im Jahre 2017: Die Regierung von Katar hatte mehrere Reformen eingeführt, die Migranten begünstigen sollen: Die Arbeitszeiten von Hausangestellten, die im Haushalt ihrer Arbeitgeber leben, wurden reguliert. Arbeitsgerichte wurden eingerichtet, die den Zugang zur Justiz erleichtern sollen. Ein Fonds zur Kompensation von nicht ausbezahlten Löhnen wurde eingerichtet sowie ein Mindestlohn eingeführt.

Katar hat in den letzten Jahren Gesetze abgeschafft, die vorschrieben, dass Arbeitsmigrantinnen und -Migranten die Zustimmung ihrer Arbeitgeber einholen müssen, wenn sie ihre Stelle wechseln oder das Land verlassen wollen. Das Land hat außerdem zwei wichtige internationale Menschenrechtsabkommen ratifiziert – wenngleich den Arbeitnehmern auch weiterhin nicht gestattet wird, sich in Gewerkschaften zu organisieren. Wenn die Maßnahmen ordnungsgemäß und vollumfänglich umgesetzt würden, könnten sie dazu beitragen, die problematischsten Aspekte des Kafala-Sponsorensystems zu beenden und Migrantinnen und Migranten in die Lage zu versetzen, sich aus missbräuchlichen Arbeitsbedingungen zu befreien und Rechtsmittel dagegen einzulegen. Zurzeit sind jedoch immer noch tausende Arbeiterinnen und Arbeiter weiterhin schwerwiegenden Verstößen gegen das Arbeitsrecht ausgesetzt. Es mangelt komplett an einer ordnungsgemäßen Umsetzung und Kontrolle der Gesetze und Vorschriften.

Letztens fiel die DFB-Elf bei einem WM-Qualifikationsspiel gegen Island mit einer besonderen Aktion auf: Die Nationalmannschaft zeigte sich zu Beginn des Spiels mit bemalten T-Shirts auf denen jeweils ein Buchstabe stand. Beim Gruppenfoto ergab sich dann von links nach rechts gelesen in Großbuchstaben das Wort “Humanrights“.

Zudem veröffentlichte der DFB Verband ein Making-Of Video in dem einige bekannte Fußballer die T-Shirts mit den Buchstaben bemalten. Beides stieß auf Kritik auf Social Media. Marketing mit Menschenrechten zu betreiben um selbst in einem guten Licht dazustehen ist eben mehr als heuchlerisch. Eine doppelmoralische Imagekampagne. Nicht nur weil die Bayern-Spieler bei ihrem Club gleichzeitig Werbung für die Fluglinie aus Katar machen und dort regelmäßig ihr Trainingslager abhalten sondern weil auch eine Teilnahme an der WM in Katar nicht boykottiert wird. Wenn man nicht konsequent handeln möchte und klar sowie deutlich seine Message zum Ausdruck bringen will ohne dabei Kompromisse einzugehen und ohne dabei eine Teilnahme an der WM auszuschließen, dann machen sich diejenigen mitschuldig und sind Teil des Systems.

Es gibt allerdings auch klare Boykott-Aufrufe von unzähligen Amateur Fußballvereinen und Privatpersonen. Unter der Website www.boycott-qatar.de lässt sich eine große Community finden, die sich zum Verzicht der Teilnahme an der WM ausspricht und eine Petition gestartet hat. Außerdem wurden norwegische Fan-Initiativen ins Leben gerufen, die ihre Vereine dazu bringen wollen kein Sponsoring autoritärer Staaten anzunehmen bzw. keine Trainingslager u.ä. in selbigen abzuhalten. Zudem haben mehrere norwegische Erstligaklubs die norwegische Nationalmannschaft dazu aufgefordert nicht an der WM teilzunehmen. Inzwischen haben sich sieben der 16 norwegischen Erstligisten, darunter Rekordmeister Rosenborg Trondheim, für einen WM-Boykott ausgesprochen. Norwegen steht also als einziges Land kurz vor einem Boykott. Näheres soll bei bei einem außerordentlichen Bundestreffen am 20. Juni besprochen werden. Der Rasenproduzent “Hendriks Grasdozen“, der bereits für die letzten WM’s als Rasenlieferant für die Spielfelder tätig war, boykottiert ebenfalls die Lieferung, bereits seit 2010, wegen der allgemeinen schlechten Menschenrechtssituation in dem Golfstaat. Ein paar internationale Fußballmannschaften zeigen zwar mit Protestaktionen in Form von Plakaten, T-Shirts etc. ihre Beachtung zu dem Thema aber zu einem wirklichen Boykott konnte sich noch kein Land durchringen.

Wie realistisch ist ein Boykott überhaupt?

Dass ein ganzer Verband die WM in Katar boykottiert und sich so selbst zur Zielscheibe für die FIFA macht, ist unwahrscheinlich. Denn ein WM-Boykott kann neben einer Geldstrafe von mindestens 20.000 Schweizer Franken (bzw. 40.000 nach Beginn der WM-Qualifikation) laut FIFA-Regularien auch den Ausschluss von künftigen FIFA-Wettbewerben wie der Frauen-WM 2023 oder der Männer-WM 2026 bedeuten. Ein einzelner Verband dürfte das Risiko scheuen, sich selbst auf Jahre aus dem Weltfußball zu schießen.

„Ich glaube nicht, dass der Boykott der WM ein richtiger Ansatz ist“, erklärte Fifa Präsident Gianni Infantino. Vielleicht hat er damit sogar Recht. Die tausenden Arbeiter wären umsonst gestorben. Trotzdessen hinterlässt die geplante Durchführung einen sehr bitteren Beigeschmack.

Liam Hannes B. ist 19 Jahre alt. Seine Texte erscheinen unter anderen bei Liberta Celéstin und Publikum.net. Zu seinen Schwerpunkten gehören Politik und Gesellschaftsthemen.

Als der Islamismus den Tod in ein Popkonzert brachte

Von Liam Hannes.


Es war ein ausverkauftes Konzert mit 20.000 Besuchern.
Die Lichter gingen an, der letzte Song war gesungen. Es war Zeit, sich auf den Heimweg zu machen. Doch einige werden dort nie angekommen sein. Der Abend des 22.5.2017, heute vor vier Jahren, veränderte alles. Leben wurden beendet oder für immer geprägt.

Zum Ende des Konzerts der US-Popsängerin Ariana Grande, die mit ihrem neuen Album „Dangerous Woman“ auf Welttournee war, hatte sich ein islamistischer Selbstmordattentäter mit einer eigens gebauten Bombe im Foyer der Manchester Arena in die Luft gesprengt. Gegen 22.30 Uhr detoniert der Rucksack, der mit Metallteilen gefüllt gewesen ist. Überwachungsvideos der Arena zeigen den Attentäter Salman Ramadan Abedi wegen der Schwere des Rucksacks mit einem gebückten Gang laufend.

Die Explosion war in der ganzen Manchester Arena zu hören. 22 Menschen verloren unmittelbar ihr Leben bzw. erlagen im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Metallsplitter, Muttern, Schrauben und Nägel durchdrangen unzählige Menschen. Das jüngste Opfer, Saffie Rose Roussos, wurde gerade einmal 8 Jahre alt. Teenager sowie drei 14- jährige und zwei 15-jährige und Eltern, die auf ihre Kinder im Foyer warteten, starben
Nach behördlichen Angaben berief sich die Zahl der Verletzten auf 1017 Personen. Viele von ihnen mussten in den Krankenhäusern Manchester’s behandelt werden. Bis heute leiden die Betroffenen unter dem Anschlag. Körperlich wie im Rollstuhl sitzend oder durch Lähmungen an den Einschlagswunden wegen getrennten Nerven als wie auch psychisch. Die Konzertbesucher berichten von einem tiefsitzenden Traumata, von einem verlorenen Sicherheitsgefühl und schlaflosen Nächten. Original Videos auf YouTube lassen einen sprachlos zurück.

Der Anschlag hätte verhindert werden können

Nachbarn berichten nach dem Anschlag, dass sich der 22-jährige Salman Abedi, Sohn libyscher Flüchtlinge, schon vor längerer Zeit verändert habe. Er ließ sich einen Bart wachsen, trug eine bodenlange Djellaba (Kapuzenmantel mit langen Ärmeln) und sang auf offener Straße lautstark islamische Gesänge. Eine Anwohnerin in Fallowfield, Abedis Stadtviertel, will sogar eine schwarze Flagge mit arabischer Schrift am Haus der Abedis gesehen haben. Aber man habe sich nicht viel dabei gedacht.

Eine Besucherin filmt mit ihrem Handy auf einem Sitzplatz in einer der vordersten Sitzreihe der Arena. Die hellen Lichter sind an. Es läuft eine leise Hintergrundmusik. Viele Menschen machen sich auf den Weg zu den Ausgängen. Plötzlich hört man einen lauten Knall. Die Filmerin des Videos ruft: „Oh my god! What’s going on? What just happened? What the f*** is going on?“ Man hört viele Schreie. Sehr viele Schreie. Es bricht Panik aus. Alle drängen zu den Ausgängen. Mädchen stürzen sich über Geländer um aus der Arena zu kommen. Einige fallen zu Boden und werden überrannt. Das Video bricht ab. In einem anderen Video sieht man die fast leere Halle, überwiegend junge Teenager rennen zu den Ausgängen und ein Arenasprecher verkündet mit zittriger Stimme: „There’s no problem’s here. Just take your time and keep exiting the building. There’s no need to pitch up and run. Take your time. There’s no problems here“.

Mindestens fünf Mal sollen Leute aus dem Umfeld von Abedi die Behörden gewarnt haben, dass der junge Mann kranken Ideologien anhing und diese möglicherweise in die Tat umzusetzen plante. Als Selbstmordattentäter in den Tod zu gehen, sei „okay“, hatte er Bekannten gegenüber geäußert. Das berichten übereinstimmend britische Medien. Glaubensbrüder in Abedis Moschee, der Didsbury Mosque in Manchester, gingen gleich den offiziellen Weg und warnten Mitarbeiter von „Prevent“ schon 2015: Abedi verhalte sich auffällig. „Prevent“, ein Programm des Innenministeriums, soll gegen jedwede Radikalisierung vorbeugen.

Nichts passierte, selbst nachdem laut „Times“ ein Angehöriger den Inlandsgeheimdienst MI5 kontaktiert und vor Abedi gewarnt hatte. Jenen MI5, an dessen politischer Spitze zu jenem Zeitpunkt eine Innenministerin namens Theresa May stand. Untätigkeiten und Versäumnisse, der britischen Geheimdienste, die unentschuldbar sind. Die Ermittler führten die gesammelten Erkenntnisse nach dem Anschlag zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Es soll sogar Verbindungen zu einem libyschen Zirkel der Terrorfinanzierung in Deutschland (Leipzig) geben. Mehrere Festnahmen von Hintermännern wurden in verschiedenen Ländern durchgeführt.

Drei Wochen nach dem Anschlag, ist der Bruder des Attentäters, Hachem Abedi in seiner libyschen Heimat festgenommen worden. Er räumte laut libyscher Polizei ein, von den Anschlagsplänen seines Bruders gewusst zu haben. Zudem hatte er geholfen die Bombe zu bauen. Am 20. August 2020 wurde Hachem Abedi von einem britischen Gericht als „gleichermaßen für die durch die Explosion verursachten Todesfälle und Verletzungen verantwortlich“ befunden. Dem Richter nach war Hachem Abedi ein wesentlicher Bestandteil der Planung bei dem Terroranschlag. Er hat zudem bei der Bestellung von Chemikalien und der Organisation des Transports der Materialien für die Sprengladung eine Schlüsselrolle eingenommen. Er soll wie Salman Abedi Mitglied der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat sein. Wegen Terror Unterstützung wurde er zu lebenslänglich mit einer Mindestinhaftierung von 55 Jahren verurteilt.

Angekommen an einem psychisch dunklen ort

Ariana Grande selbst, meldete sich wenige Stunden nach dem Anschlag um 3:51 Uhr mit einem kurzen Tweet zu Wort in dem es hieß: „broken. from the bottom of my heart, i am so so sorry. i don’t have words“
Ihre Konzerte sollten ein Safespace sein. Ein Ort, an dem man alle Sorgen vergessen und sich fallen lassen kann. Sich in eine Musikwelt träumt, das Leben genießt. Grande machte sich im Nachhinein schwere Vorwürfe. Die Sicherheitsvorkehrungen in der Arena waren nicht ausreichend.


Sie unterbrach ihre Tour bis ein einschließlich 5. Juni 2017. Trotz ihrem psychisch extrem labilen Zustand kündigte sie am 26. Mai 2017 ein Benefizkonzert mit dem Namen “One Love Manchester“ für die Opfer des Anschlags an, welches am 4. Juni 2017 stattfand. Über 50.000 Menschen waren bei dem Open Air Konzert vor Ort und hörten zu. Zahlreiche namhafte Sänger wie Liam Gallagher von Oasis, Justin Bieber, Miley Cyrus, Coldplay, Katy Perry und viele viele mehr haben auf dem Konzert gesungen.

Grande sang ebenfalls einige ihrer Lieder wobei sie immer wieder mit den Tränen kämpfen musste. In einem Duett des Liedes „Better Days“ singt Grande mit Victoria Monet diese Strophe: „So how we gonna stop violence, stop the hurting, stop the hatred, stop the murders? We’re are all humans that’s for certain. Come together we deserve it. What kind of a life will the babys have, if we don’t change up and make it last, it starts right here, it starts right now with love and hope on. … hoping for better days…“Für den We Love Manchester Emergency Fund kamen insgesamt mehr als 23 Millionen US-Dollar (ca. 19,78 Millionen Euro) zusammen.


Nach dem Ende der Dangerous Woman Tour im September 2017 wurde es ruhig um Grande. Erst im April 2018 kam sie mit einem Comeback Song namens „No Tears Left To Cry“ zurück. In einem späteren Interview gab sie allerdings zu, dass diese Aussage eine Lüge war. Zudem brachte sie in diesem Gespräch zum Ausdruck, dass sie dachte, sie könne niemals wieder diese Songs singen geschweige denn die Bühnenoutfits anziehen.
Eine Welt war zusammengebrochen.

Direkt nach dem Anschlag flog sie zurück in ihre Heimat Florida und war psychisch an einem sehr dunklen Ort. Sie kämpfte mit Angstzuständen, Depressionsepisoden und begab sich in Therapie. Es hatte ihr zutiefst geholfen wie ihre Fans und die Stadt Manchester mit diesem Anschlag umgangen sind. Der Zusammenhalt und die Stärke waren und sind immer noch unbeschreiblich.Ihr war klar geworden, dass man mit ihrer Musik das Leben der Verstorbenen feiern sollte, denn sie hätten es so gewollt. Man darf nicht den Hass, die Gewalt oder irgendeine Art der Dunkelheit über sich kommen lassen. Der Anschlag war nicht Grandes einziger Schicksalsschlag: Im September 2018 starb ihr damaliger Ex-Freund an einer Drogen Überdosis. Die Kraft, die sie weiterhin hat und ihre Stärke, die sie heute verkörpert macht sie zu einem Vorbild für die vielen Fans weltweit.

Es war das werk des Islams

Meine Schwester und ich hatten Tickets für das Konzert in Zürich, welches am 05.06.2017 stattfinden sollte. Allerdings gehörte es zu den Konzerten, die abgesagt wurden. Deshalb hat mich der Anschlag auch so betroffen gemacht. Nicht weil der Auftritt in Zürich abgesagt wurde sondern es war viel mehr der Fakt, dass es uns genauso treffen hätte können. Mir wurde eine Unberechenbarkeit, die Unfassbarkeit dieses Anschlags vor Augen geführt.

Seit dem 22.05.2017 wurde mir klar, dass der islamistische Terror vor keinem Halt macht. Nicht einmal vor den verwundbarsten, unschuldigsten Menschen. Auf dem Konzert waren überwiegend junge Menschen, Teenager und Eltern mit ihren Kindern. Das wusste der Täter. Umso barbarischer ist dieser widerwärtige Anschlag. Die Tode hinterlassen eine unfassbare Sinnlosigkeit und Leere. Ein Angriff auf unsere westliche, freiheitliche Welt, die von radikalen Islamisten konsequent abgelehnt wird. Salman Abedi äußerte sich kurz vor dem Anschlag zu einem Verwandten, dass er aus Rache handele für den Tod eines Freundes muslimischen Glaubens und generell meinte er, dass die Briten ungerecht zu Arabern seien.

Zu der Tat bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Ein „Kalifatssoldat“ habe es geschafft, „Sprengsätze mitten in die Versammlung von Kreuzfahrern“ in einem „schamlosen Konzertsaal“ anzubringen und zu zünden, erklärte das IS-Sprachrohr Amaq. Der Anschlag war der schwerste im Vereinigten Königreich und das erste Selbstmordattentat seit den Terroranschlägen am 7. Juli 2005 in London. Seit diesem Tag, seit dem 22.05.2017 konnte mir keiner mehr erzählen, dass der IS nichts mit dem Islam zu tun hätte. Seit diesem Tag, konnte mir keiner mehr erzählen, dass der Islam nichts mit dem Islam zu tun hätte. Der Islam soll eine Religion des Friedens sein? Eine Religion, die keine allumfassende Reformation in ihren Schriften und Lehren erfahren hat, eine Religion, die solch ein Radikalisierungspotential in sich birgt, gehört nicht auf diese Welt.
Zu dieser Erkenntnis braucht es nicht viel an Verstand.

Liam Hannes B. ist 19 Jahre alt. Seine Texte erscheinen unter anderen bei Liberta Celéstin und Publikum.net. Zu seinen Schwerpunkten gehören Politik und Gesellschaftsthemen.

Schwule Tote stören immer noch

Von Julian Marius Plutz.

Zehn Monate ist es her, als im britischen Reading ein islamischer Terrorist drei Homosexuelle abschlachtete. Ein Monat zuvor tötete ein Polizist den Afroamerikaner George Floyd, dessen Kadaver zur Ikone der Black-Life-Matters-Bewegung wurde. Zahllose Bücher, Titelgeschichten und Gesprächsrunden im Fernsehen befassten sich mit einem Fall von US-amerikanischer „Police Violance“. Krumme Herleitungen von Übersee bis nach Europa, von Chicago nach Villingen-Schwenningen und von New York nach Oberursel wurden gesponnen, als könne man die Situation in den USA mit der in Deutschland vergleichen.

Zum Anschlag in Reading schrieb ich im letzten Jahr meine Gedanken darüber auf. Tote Schwule stören nur erschien auf achgut.com. Und auch andere Medien übernahmen den Text. Die Reaktionen darauf waren für mich überwältigend. Viele Leserbriefe gingen ein, fremde Menschen schrieben mir private Nachrichten, um mir Mut zuzusprechen. Dabei war ich doch gar nicht betroffen. Ich kannte auch keines der Opfer. Aber dennoch traf mich die Tat, was einige Rezensenten auch bemerkten. Spätestens seit dem war mir völlig klar: Genau hier bin ich richtig. An dieser Stelle und auf diesem Wege möchte ich daher gerne „Danke“ sagen. Ihre Zuschriften haben mich sehr gefreut. Und es ist auch überhaupt kein Zufall, dass die Jüdische Rundschau den Artikel aufgenommen hat.

Ein weniger schönes Detail an der Veröffentlichung des Artikels waren die Begleitumstände auf Facebook. Die Redaktion von achgut informierte mich, Correktiv hätte „Fake News“ in meinem Beitrag entdeckt. Eine lächerliche Ungenauigkeit genügte für die Correktivisten, dass die Zensurtrolle vom Zuckerberg den Facebook-Post „downrateten“. Sprich: Weniger Nutzer konnten den Beitrag sehen.

Ich fragte mich und ich frage mich bis heute, mit was für Herzen aus Holz diese Zensoren ausgestattet sein müssen, einen solchen Text aufgrund einer Lappalie, die man mit einer Email hätte klären können, herunter regulieren. Dahinter kann nur eine politische Agenda stecken. Täter und Opfer passen nicht in das ideologiegetränkte Erzählmuster. Sie stören.

Wer offen Debattiert wird gebranntmarkt

Fünf Monate nach dem Anschlag in Reading, am 4. Oktober 2020, griff Abdullah A.H. zwei Schwule mit einem Messer an. Einer starb bei dem Anschlag, sein Lebensgefährte überlebte schwer verletzt. Seit einigen Tagen muss sich der Täter am Landesgericht Dresden seiner Tat stellen. Möge das Urteil hart und gerecht sein. In diesem Fall die Berichterstattung gefühlt etwas präsenter, als bei dem Attentat in England. Mein Eindruck aber bleibt. Wann immer in den USA ein Schwarzer von einem Polizisten ermordet wird, ist die deutsche Presse vorne dabei, die Geschichte groß zu machen. Dabei ist es völlig nebensächlich, wie sich die Tat tatsächlich abgespielt hat. Und andere Themen, die sich vor der eigenen Haustüre abspielen, wie der Prozessbeginn gegen Abdullah, treten in den Hintergrund.

Verstehen Sie mich bitte richtig: Mir geht es nicht um ein Ranking von Opfern. Und ganz sicher geht es nicht um ein Platz im Herzen der Linksbewegten Kuschelmenschen, die mir, wenn es hart auf hart kommt, eh nicht helfen werden. Mir geht es um die Verhältnismäßigkeit von Straftaten und eine echte Debatte über Gewalt von Muslimen gegen Homosexuelle. Ohne Scheuklappen, ohne politische Korrektheit und ohne Angst zu haben, als Nazi tituliert zu werden. Denn im Moment des maximalen Brandmarken ist das Gespräch vorüber. Wer will schon Nazi sein und wer möchte mit Nazis reden?

Zur Wahrheit gehört: Wir haben in Deutschland kein Problem mit struktureller Gewalt von Polizisten an Schwarze. Auch wenn ich manche Anekdoten von Migranten durchaus Glauben schenke, wie sie von Beamten, beispielsweise bei Personenkontrollen behandelt werden, so ist der Vergleich in die Vereinigten Staaten nicht nur schief, er ist einfach falsch. Alleine aufgrund der ethnokulturellen Unterschiede beider Landstriche verbieten sich hier Parallelen. Wenn man über Rassismus reden möchte, dann doch bitte ohne Verweise auf das singuläre Ereignis um George Floyd. Ansonsten erschleicht sich der Verdacht, dass man Grausamkeiten aus der Fremde her nimmt, um die weniger problematische Situation vor Ort zu skandalisieren.

Ich beginne auch keine Debatte über Schwulenhass in Deutschland, indem ich auf Hinrichtungen im Iran hinweise. Natürlich verurteilt kein Amtsgericht hier zu Lande einen Schwulen aufgrund seiner sexuellen Ausrichtung. Ein Vergleich der Situation von Homosexuellen in islamischen Ländern halte ich für unlauter und wertet die Opfer ab. Das kann nicht der Weg in eine faire Debatte sein.

Das genehme Opfer bleibt schwarz

Was jedoch wahr ist: Einwanderer aus islamischen Ländern, die Flüchtlinge waren oder als solche ins Land kamen, verschärfen die Situation für Schwule im Land. Der Täter in Dresden kam im Oktober 2015, wenige Wochen nach Merkels Entscheidungen, an den deutschen Außengrenzen nicht mehr zu kontrollieren, ins Land. Laut dem Tagesspiegel gab er damals an, er sei 15 Jahre alt gewesen. Vermutlich – laut der Zeitung – war er jedoch bereits 17. Diese Unklarheit verzerrt den Prozess und erschwert, ein gerechtes Urteil zu fällen.

Der Punkt ist aber ein anderer. Diese Tat und viele andere auch, hätte ohne die Flüchtlingspolitik niemals stattgefunden. Dieser Prozess steht repräsentativ für das Versagen der Regenten von 2015 Formal sitzt auf der Anklagebank der Täter, der Thomas in Dresden abschlachtete. Eigentlich sollten dort die politischen Entscheidungsträger von damals sitzen. Angela Merkel, Horst Seehofer, Frank-Walter Steinmeier, Thomas de Maizière, Sigmar Gabriel und viele andere mehr.

Es ist genau das eingetreten, wovon vor sechs Jahren so viele gewarnt hatten. Die, die auf das „wir schaffen das“ von Angela Merkel gerne entgegnet hätten: „Können oder wollen wir das schaffen?“ Die vielen Opfer haben es offenkundig nicht geschafft. Und gefährdeten Gruppen fühlen sich nicht mehr so sicher, wie sie es in ihrer Heimat sicher fühlen sollten. Der Staat ist mit seiner enormen Abgabenlast in der Bringschuld, wenigstens für die körperliche Unversehrtheit zu sorgen, wenn sie nachts in dunkle Ecken biegen. Zumindest hätte dieser Staat nicht jeden Feind der westlichen Gesellschaft ein Angebot machen dürfen, nach Deutschland zu kommen. Denn das Gegenteil von offener Gesellschaft hört auf den Namen Willkommenskultur.

Zu meinem Bedauern hat sich in den 10 Monaten vom Anschlag in Reading bis jetzt, nichts getan. Eine echte Debatte fand nicht statt. Die einen haben Angst vor der Wahrheit, die anderen Bedenken, in die rechte Ecke geschoben zu werden. Am Ende ändert beides nichts. Die gleichen Mythen werden gepflegt, die selben krummen Vergleiche gezogen. Auch für den Mord an Thomas reicht die Empörung nicht, um die herrschende Politik zu hinterfragen.