Berlin heuchelt sich zur Regenbogenhauptstadt

Von Julian Marius Plutz.

Darauf haben die Berliner, nein, alle Homosexuelle der Welt gewartet: Die Bundeshauptstadt ist nun ganz offiziell „Regenbogenhauptstadt und Freiheitszone LSBTIQ“. Endlich ist eines der drängenden Probleme der Metropole gelöst. Schwule und Lesben aller Welt können durchatmen. Kraft dem angenommenen Antrag der rot-rot-grünen Regierung ist Berlin nun endlich für alle sicher. Hätten Sie es geahnt?

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Blutspendeverbot ist angewandte Diskriminierung

Von Luca Barakat.

In Deutschland gilt ein Blutspendeverbot für Schwule- und Bi-Männer, die in den letzten 12 Monaten Geschlechtsverkehr hatten. Anfang der 1980er Jahre traten gehäuft Infektionen durch HIV kontaminierten Blutprodukten auf. Seitdem wurden Gegenmaßnahmen, wie intensivere Blutanalysen getroffen, die die Infektionswege minimierten. So weit, so nachvollziehbar. Im Zuge der verständlichen Vorsorge, um die Krankheit AIDS gar nicht erst auftreten zu lassen, fanden massive Grenzüberschreitungen statt.g

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5 Jahre Orlando – Schwule Tote stören und stören immer noch

Heute vor genau fünf Jahren tötete ein Islamist 49 Menschen, weil sie homosexuell waren. 53 wurden teilweise schwer verletzt. Es ist etwas passiert, was niemals hätte passieren dürfen. Zum Thema Gewalt gegen Homosexuelle schrieb ich zwei Texte. Der erste – und das bleibt ein Geschmäckle – war ein kleiner Meilenstein in meiner Schreibertätigkeit. Denn er erschien in sehr vielen kleinen und großen Blogs. Weil mir das Thema so am Herzen liegt möchte ich an der Stelle den jeweiligen Medien danken. Von Jüdische Rundschau, bis Haolam.de bis zur Achse des Guten. Manche Dinge muss man schreiben. Und andere muss man immer und immer wieder schreiben. Lieben Dank auch an Albert Schmelzkäs für das tolle Bild.

Schwule Tote stören nur

Schwule tote stören immer noch

Neomarius nun auch in der Junge Freiheit und Novo

Warum die Linke für Schwule keine Alternative ist

Weshalb ist der Automatismus immer noch bei vielen: „Du bist schwul, also kannst du nicht freiheitlich-konservativ sein“? Natürlich geht das. Ich halte es für eine ziemliche Zumutung, daß Menschen eine sexuelle Orientierung an eine politische Einstellung knüpfen. Es ist eher sonderbar, daß Schwule und Lesben ausgerechnet linke Organisationen unterstützen, die in großer Mehrheit die Augen in dem Moment verschließen, wenn die Täter einen islamischen Hintergrund haben, der längst zum Vordergrund geworden ist.

https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2021/warum-die-linke-fuer-schwule-keine-alternative-ist/

Hetzen und jagen

Ferner auch auf Novo

https://www.novo-argumente.com/artikel/hetzen_und_jagen

Als der Islamismus den Tod in ein Popkonzert brachte

Von Liam Hannes.


Es war ein ausverkauftes Konzert mit 20.000 Besuchern.
Die Lichter gingen an, der letzte Song war gesungen. Es war Zeit, sich auf den Heimweg zu machen. Doch einige werden dort nie angekommen sein. Der Abend des 22.5.2017, heute vor vier Jahren, veränderte alles. Leben wurden beendet oder für immer geprägt.

Zum Ende des Konzerts der US-Popsängerin Ariana Grande, die mit ihrem neuen Album „Dangerous Woman“ auf Welttournee war, hatte sich ein islamistischer Selbstmordattentäter mit einer eigens gebauten Bombe im Foyer der Manchester Arena in die Luft gesprengt. Gegen 22.30 Uhr detoniert der Rucksack, der mit Metallteilen gefüllt gewesen ist. Überwachungsvideos der Arena zeigen den Attentäter Salman Ramadan Abedi wegen der Schwere des Rucksacks mit einem gebückten Gang laufend.

Die Explosion war in der ganzen Manchester Arena zu hören. 22 Menschen verloren unmittelbar ihr Leben bzw. erlagen im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Metallsplitter, Muttern, Schrauben und Nägel durchdrangen unzählige Menschen. Das jüngste Opfer, Saffie Rose Roussos, wurde gerade einmal 8 Jahre alt. Teenager sowie drei 14- jährige und zwei 15-jährige und Eltern, die auf ihre Kinder im Foyer warteten, starben
Nach behördlichen Angaben berief sich die Zahl der Verletzten auf 1017 Personen. Viele von ihnen mussten in den Krankenhäusern Manchester’s behandelt werden. Bis heute leiden die Betroffenen unter dem Anschlag. Körperlich wie im Rollstuhl sitzend oder durch Lähmungen an den Einschlagswunden wegen getrennten Nerven als wie auch psychisch. Die Konzertbesucher berichten von einem tiefsitzenden Traumata, von einem verlorenen Sicherheitsgefühl und schlaflosen Nächten. Original Videos auf YouTube lassen einen sprachlos zurück.

Der Anschlag hätte verhindert werden können

Nachbarn berichten nach dem Anschlag, dass sich der 22-jährige Salman Abedi, Sohn libyscher Flüchtlinge, schon vor längerer Zeit verändert habe. Er ließ sich einen Bart wachsen, trug eine bodenlange Djellaba (Kapuzenmantel mit langen Ärmeln) und sang auf offener Straße lautstark islamische Gesänge. Eine Anwohnerin in Fallowfield, Abedis Stadtviertel, will sogar eine schwarze Flagge mit arabischer Schrift am Haus der Abedis gesehen haben. Aber man habe sich nicht viel dabei gedacht.

Eine Besucherin filmt mit ihrem Handy auf einem Sitzplatz in einer der vordersten Sitzreihe der Arena. Die hellen Lichter sind an. Es läuft eine leise Hintergrundmusik. Viele Menschen machen sich auf den Weg zu den Ausgängen. Plötzlich hört man einen lauten Knall. Die Filmerin des Videos ruft: „Oh my god! What’s going on? What just happened? What the f*** is going on?“ Man hört viele Schreie. Sehr viele Schreie. Es bricht Panik aus. Alle drängen zu den Ausgängen. Mädchen stürzen sich über Geländer um aus der Arena zu kommen. Einige fallen zu Boden und werden überrannt. Das Video bricht ab. In einem anderen Video sieht man die fast leere Halle, überwiegend junge Teenager rennen zu den Ausgängen und ein Arenasprecher verkündet mit zittriger Stimme: „There’s no problem’s here. Just take your time and keep exiting the building. There’s no need to pitch up and run. Take your time. There’s no problems here“.

Mindestens fünf Mal sollen Leute aus dem Umfeld von Abedi die Behörden gewarnt haben, dass der junge Mann kranken Ideologien anhing und diese möglicherweise in die Tat umzusetzen plante. Als Selbstmordattentäter in den Tod zu gehen, sei „okay“, hatte er Bekannten gegenüber geäußert. Das berichten übereinstimmend britische Medien. Glaubensbrüder in Abedis Moschee, der Didsbury Mosque in Manchester, gingen gleich den offiziellen Weg und warnten Mitarbeiter von „Prevent“ schon 2015: Abedi verhalte sich auffällig. „Prevent“, ein Programm des Innenministeriums, soll gegen jedwede Radikalisierung vorbeugen.

Nichts passierte, selbst nachdem laut „Times“ ein Angehöriger den Inlandsgeheimdienst MI5 kontaktiert und vor Abedi gewarnt hatte. Jenen MI5, an dessen politischer Spitze zu jenem Zeitpunkt eine Innenministerin namens Theresa May stand. Untätigkeiten und Versäumnisse, der britischen Geheimdienste, die unentschuldbar sind. Die Ermittler führten die gesammelten Erkenntnisse nach dem Anschlag zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Es soll sogar Verbindungen zu einem libyschen Zirkel der Terrorfinanzierung in Deutschland (Leipzig) geben. Mehrere Festnahmen von Hintermännern wurden in verschiedenen Ländern durchgeführt.

Drei Wochen nach dem Anschlag, ist der Bruder des Attentäters, Hachem Abedi in seiner libyschen Heimat festgenommen worden. Er räumte laut libyscher Polizei ein, von den Anschlagsplänen seines Bruders gewusst zu haben. Zudem hatte er geholfen die Bombe zu bauen. Am 20. August 2020 wurde Hachem Abedi von einem britischen Gericht als „gleichermaßen für die durch die Explosion verursachten Todesfälle und Verletzungen verantwortlich“ befunden. Dem Richter nach war Hachem Abedi ein wesentlicher Bestandteil der Planung bei dem Terroranschlag. Er hat zudem bei der Bestellung von Chemikalien und der Organisation des Transports der Materialien für die Sprengladung eine Schlüsselrolle eingenommen. Er soll wie Salman Abedi Mitglied der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat sein. Wegen Terror Unterstützung wurde er zu lebenslänglich mit einer Mindestinhaftierung von 55 Jahren verurteilt.

Angekommen an einem psychisch dunklen ort

Ariana Grande selbst, meldete sich wenige Stunden nach dem Anschlag um 3:51 Uhr mit einem kurzen Tweet zu Wort in dem es hieß: „broken. from the bottom of my heart, i am so so sorry. i don’t have words“
Ihre Konzerte sollten ein Safespace sein. Ein Ort, an dem man alle Sorgen vergessen und sich fallen lassen kann. Sich in eine Musikwelt träumt, das Leben genießt. Grande machte sich im Nachhinein schwere Vorwürfe. Die Sicherheitsvorkehrungen in der Arena waren nicht ausreichend.


Sie unterbrach ihre Tour bis ein einschließlich 5. Juni 2017. Trotz ihrem psychisch extrem labilen Zustand kündigte sie am 26. Mai 2017 ein Benefizkonzert mit dem Namen “One Love Manchester“ für die Opfer des Anschlags an, welches am 4. Juni 2017 stattfand. Über 50.000 Menschen waren bei dem Open Air Konzert vor Ort und hörten zu. Zahlreiche namhafte Sänger wie Liam Gallagher von Oasis, Justin Bieber, Miley Cyrus, Coldplay, Katy Perry und viele viele mehr haben auf dem Konzert gesungen.

Grande sang ebenfalls einige ihrer Lieder wobei sie immer wieder mit den Tränen kämpfen musste. In einem Duett des Liedes „Better Days“ singt Grande mit Victoria Monet diese Strophe: „So how we gonna stop violence, stop the hurting, stop the hatred, stop the murders? We’re are all humans that’s for certain. Come together we deserve it. What kind of a life will the babys have, if we don’t change up and make it last, it starts right here, it starts right now with love and hope on. … hoping for better days…“Für den We Love Manchester Emergency Fund kamen insgesamt mehr als 23 Millionen US-Dollar (ca. 19,78 Millionen Euro) zusammen.


Nach dem Ende der Dangerous Woman Tour im September 2017 wurde es ruhig um Grande. Erst im April 2018 kam sie mit einem Comeback Song namens „No Tears Left To Cry“ zurück. In einem späteren Interview gab sie allerdings zu, dass diese Aussage eine Lüge war. Zudem brachte sie in diesem Gespräch zum Ausdruck, dass sie dachte, sie könne niemals wieder diese Songs singen geschweige denn die Bühnenoutfits anziehen.
Eine Welt war zusammengebrochen.

Direkt nach dem Anschlag flog sie zurück in ihre Heimat Florida und war psychisch an einem sehr dunklen Ort. Sie kämpfte mit Angstzuständen, Depressionsepisoden und begab sich in Therapie. Es hatte ihr zutiefst geholfen wie ihre Fans und die Stadt Manchester mit diesem Anschlag umgangen sind. Der Zusammenhalt und die Stärke waren und sind immer noch unbeschreiblich.Ihr war klar geworden, dass man mit ihrer Musik das Leben der Verstorbenen feiern sollte, denn sie hätten es so gewollt. Man darf nicht den Hass, die Gewalt oder irgendeine Art der Dunkelheit über sich kommen lassen. Der Anschlag war nicht Grandes einziger Schicksalsschlag: Im September 2018 starb ihr damaliger Ex-Freund an einer Drogen Überdosis. Die Kraft, die sie weiterhin hat und ihre Stärke, die sie heute verkörpert macht sie zu einem Vorbild für die vielen Fans weltweit.

Es war das werk des Islams

Meine Schwester und ich hatten Tickets für das Konzert in Zürich, welches am 05.06.2017 stattfinden sollte. Allerdings gehörte es zu den Konzerten, die abgesagt wurden. Deshalb hat mich der Anschlag auch so betroffen gemacht. Nicht weil der Auftritt in Zürich abgesagt wurde sondern es war viel mehr der Fakt, dass es uns genauso treffen hätte können. Mir wurde eine Unberechenbarkeit, die Unfassbarkeit dieses Anschlags vor Augen geführt.

Seit dem 22.05.2017 wurde mir klar, dass der islamistische Terror vor keinem Halt macht. Nicht einmal vor den verwundbarsten, unschuldigsten Menschen. Auf dem Konzert waren überwiegend junge Menschen, Teenager und Eltern mit ihren Kindern. Das wusste der Täter. Umso barbarischer ist dieser widerwärtige Anschlag. Die Tode hinterlassen eine unfassbare Sinnlosigkeit und Leere. Ein Angriff auf unsere westliche, freiheitliche Welt, die von radikalen Islamisten konsequent abgelehnt wird. Salman Abedi äußerte sich kurz vor dem Anschlag zu einem Verwandten, dass er aus Rache handele für den Tod eines Freundes muslimischen Glaubens und generell meinte er, dass die Briten ungerecht zu Arabern seien.

Zu der Tat bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Ein „Kalifatssoldat“ habe es geschafft, „Sprengsätze mitten in die Versammlung von Kreuzfahrern“ in einem „schamlosen Konzertsaal“ anzubringen und zu zünden, erklärte das IS-Sprachrohr Amaq. Der Anschlag war der schwerste im Vereinigten Königreich und das erste Selbstmordattentat seit den Terroranschlägen am 7. Juli 2005 in London. Seit diesem Tag, seit dem 22.05.2017 konnte mir keiner mehr erzählen, dass der IS nichts mit dem Islam zu tun hätte. Seit diesem Tag, konnte mir keiner mehr erzählen, dass der Islam nichts mit dem Islam zu tun hätte. Der Islam soll eine Religion des Friedens sein? Eine Religion, die keine allumfassende Reformation in ihren Schriften und Lehren erfahren hat, eine Religion, die solch ein Radikalisierungspotential in sich birgt, gehört nicht auf diese Welt.
Zu dieser Erkenntnis braucht es nicht viel an Verstand.

Liam Hannes B. ist 19 Jahre alt. Seine Texte erscheinen unter anderen bei Liberta Celéstin und Publikum.net. Zu seinen Schwerpunkten gehören Politik und Gesellschaftsthemen.

Die Kirche mag keine Schwulen. Na und?

Von Julian Marius Plutz.

Henry Frömmichen ist ein frommer, junger Katholik.

Ok, ok, meine Wortwitze waren schon einmal geistreicher. Aber es stimmt. Denn der 21-Jährige wollte Priester werden. Nun wurde er vom Priesterseminar „freigestellt„, wie wir Personaler gerne euphemistisch formulieren. Er wird also kein Priester werden. Nun ist der Mann aus Baden-Württemberg enttäuscht, weil er ja so fromm ist.

Im Schreiben der Leitung des Seminars heißt es zur Begründung: „Ihr Umgang mit sozialen Medien lässt erkennen, dass Sie derzeit nicht für eine Ausbildung zum Priester geeignete Voraussetzungen mitbringen.“ Das saß. Und heißt, dass ich in 100 Jahren nicht die Voraussetzungen mitbringen werde, Pfarrer zu werden. Nun habe ich diesbezüglich auch gar keine Ambitionen, wohl aber der Henry, der nun um so trauriger ist. Doch was ist passiert? Beleidigte er per Twitter den Pontifex? Setzte er ein „Like“ unter einen Post von Richard Dawkins? Leugnete er die künstliche Befruchtung der Heiligen Maria? Verwechselte er Karfreitag mit Aschermittwoch ?! Eines vorweg genommen: Er tat nichts davon. Henry Frömmchen hat lediglich – oder immerhin – vergessen, die AGBs seines Vereins zu lesen. Doch der Reihe nach.

Auf Instagram veröffentlichte er ein Bild von sich und dem „Prince Charming“. Der Prince Charming ist der schwule Bachelor. Ja. Der Bachelor ist nicht etwa ein Hochschulabsolvent, sondern der Teilnehmer einer sinn- und geschmacksentleerten Sendung auf dem Qualitätssender Vox, in der ein Mann, der Junggeselle ist, sich den Partner fürs Leben sucht. Und ja, es tut mir leid, dass ich Sie mit einem solchen televisiven Krampf behelligen muss. Aber der „Prince Charming“ gehört zur Geschichte. Das Bild mit ihm und Herrn Frömmicher genügte offenkundig der Seminarleitung, die Ausbildung zum Pfarrer zu beenden. Hart und nicht besonders fair. Aber, wenn man ehrlich ist, nur folgerichtig. Die Frage, woher die Entscheider eine schwule Trashsendung kennen, konnte nicht abschließend geklärt werden.

Sie verachten uns

Das Problem ist: Der Henry ist homosexuell. Und Schwule mag die katholische Kirche nun mal gar nicht gern, was sich inzwischen herum gesprochen haben sollte. Dieser Verein hat einfach etwas gegen uns. Das ist nicht sehr nett, das ist, meinetwegen Diskriminierung. Doch das sind die Tatsachen, mit denen man als schwuler Katholik konfrontiert ist. Man muss ja dort kein Mitglied sein. Man kann austreten und woanders eintreten. Zu den Jungen Liberalen zum Beispiel, wo es teilweise schwuler zugeht, als beim Eurovision Song Contest. Oder beim Fanclub der Village People, oder bei den Grünen, wenn man eine Ersatzreligion sucht. Oder man gründet seinen eigenen Glaubensverein. Warum auch nicht? Optisch stimmt es aber schon: Die Kleiderordnung im Vatikan ist ein einziges Transvestietereignis. Es bleibt aber, wie es ist. Sie mögen nicht, dass wir homosexuell leben. Wozu dann krampfhaft dort Mitglied sein zu wollen?

Es stimmt auch, dass gerade der Vatikan, aber auch bestimmte katholische Milieus in Deutschland in ihrer Verkapptheit, heimlich und halboffen homosexuell sind und damit Schwule anziehen. Und bei vielen derer, die dazukommen, ist ihre Neigung ein Geheimnis. Und bei manchen ein Offenes. Und dennoch muss ein schwuler Mann, der Priester werden will, den Weg des verkrampften, sich versteckenden Homosexuellen gehen. Sein offenkundiger Partner ist dann „ein Freund“, der zwar immer bei Kirchenveranstaltungen dabei ist – aber nie im Status einer Beziehung. Wer tatsächlich diesen halb-ehrlichen Weg bestreiten mag, der soll das tun. Die Wahrheit ist aber die: Im Herzen mögen sie dich nicht. Sie mögen sich, wenn sie schwul sind, nicht einmal selbst. Sie verachten euch und sie verachten sich.

Henry Frömmichen beendete tatsächlich für seinen Traum, Priester zu werden, seine vorherige Beziehung mit einem Mann. Der Dank dafür ist, dass die Entscheider in München den jungen Mann vom Seminar entfernten. Spätestens jetzt hätte ihm auffallen sollen, dass die katholische Kirche ihn, so wie er ist, nicht will. Doch statt den Verein zu hinterfragen, machte sich Henry zu einer Person, die der Klerus akzeptiert. Er verstellte sich, um zu gefallen. Sicherlich wäre „Verrat“ an den Homosexuellen eine zu harte Formulierung. Aber ich halte es schon für bemerkenswert, dass man für abergläubisches Klimbim seine sexuelle Identität verleugnet. Das ist schon bei katholischen Pfarrern, die heterosexuell sind, ein irres und gesundheitlich fragwürdiges Unterfangen. Doch bei Homos im Zölibat wird nicht nur die Ausübung unterbunden, sondern auch die ganze Existenz verneint. Für diesen ethisch abenteuerlichen Spagat scheinen immer noch viele Männer bereit sein. Jeder, wie er mag. Und Einknickende soll man nicht aufhalten.

Irgendwann ist es Zeit, zu gehen

Aufhalten lässt sich der Henry auch gar nicht, wenn es um die Mitgliedschaft in seiner Kirche geht. Die Kirche, die ihn nicht leiden kann. „Jetzt bleib ich erst recht in der Kirche und schau, wie ich für meine Kirche kämpfen kann“, sagt er. Für diese unerklärliche Naivität gibt es durchaus wesentlich tragischere Beispiele aus der Geschichte. So litt auch Hans-Joachim Schoeps am Stockholm-Syndrom. Der Jude war nicht nur überzeugter Nationalsozialist, er gründete auch 1933 den Verein „Gefolgschaft deutscher Juden“, eher er 1938 nach Schweden immigrierte. Seine Eltern blieben. Mutter wurde 1942 im KZ Theresienstadt ermordet – Vater fand den Tod durch Vergasung in Ausschwitz.

Sicher, der Henry wird nicht umgebracht. Und dennoch blieb er wie Schoeps Mitglied eines Vereins, die ihn ganz offensichtlich nicht leiden kann. Die katholische Kirche mag eben kein schwules Leben. An dem Punkt ist die Kirche so wenig reformierbar, wie der Islam in diesem und vielen anderen Themen der Aufklärung, die immerhin der Vatikan, trotz vehementem Widerstand, irgendwann akzeptieren musste. Beim Thema Homosexualität beißt sich der schöne Henry die Zähne aus – da haben sich bereits ganz andere Kaliber versucht und scheiterten.

Vielleicht ist es Zeit zu gehen, wenn man merkt, dass man nicht erwünscht ist. Herr Frömmichen und andere können ihre Frömmichkeit, Kalauer hin oder her, woanders ausleben. In der katholischen Kirche ist, wenn man ehrlich ist, kein Platz für Homosexuelle. Das ist schade, das ist bitter. Aber es ist nun mal so. Die AGBs schreiben die Geschäftsführer. Und die haben entschieden, keine Schwulen zu mögen.

Zeit, der Tatsache endlich ins Auge zu blicken.

Schwule Tote stören immer noch

Von Julian Marius Plutz.

Zehn Monate ist es her, als im britischen Reading ein islamischer Terrorist drei Homosexuelle abschlachtete. Ein Monat zuvor tötete ein Polizist den Afroamerikaner George Floyd, dessen Kadaver zur Ikone der Black-Life-Matters-Bewegung wurde. Zahllose Bücher, Titelgeschichten und Gesprächsrunden im Fernsehen befassten sich mit einem Fall von US-amerikanischer „Police Violance“. Krumme Herleitungen von Übersee bis nach Europa, von Chicago nach Villingen-Schwenningen und von New York nach Oberursel wurden gesponnen, als könne man die Situation in den USA mit der in Deutschland vergleichen.

Zum Anschlag in Reading schrieb ich im letzten Jahr meine Gedanken darüber auf. Tote Schwule stören nur erschien auf achgut.com. Und auch andere Medien übernahmen den Text. Die Reaktionen darauf waren für mich überwältigend. Viele Leserbriefe gingen ein, fremde Menschen schrieben mir private Nachrichten, um mir Mut zuzusprechen. Dabei war ich doch gar nicht betroffen. Ich kannte auch keines der Opfer. Aber dennoch traf mich die Tat, was einige Rezensenten auch bemerkten. Spätestens seit dem war mir völlig klar: Genau hier bin ich richtig. An dieser Stelle und auf diesem Wege möchte ich daher gerne „Danke“ sagen. Ihre Zuschriften haben mich sehr gefreut. Und es ist auch überhaupt kein Zufall, dass die Jüdische Rundschau den Artikel aufgenommen hat.

Ein weniger schönes Detail an der Veröffentlichung des Artikels waren die Begleitumstände auf Facebook. Die Redaktion von achgut informierte mich, Correktiv hätte „Fake News“ in meinem Beitrag entdeckt. Eine lächerliche Ungenauigkeit genügte für die Correktivisten, dass die Zensurtrolle vom Zuckerberg den Facebook-Post „downrateten“. Sprich: Weniger Nutzer konnten den Beitrag sehen.

Ich fragte mich und ich frage mich bis heute, mit was für Herzen aus Holz diese Zensoren ausgestattet sein müssen, einen solchen Text aufgrund einer Lappalie, die man mit einer Email hätte klären können, herunter regulieren. Dahinter kann nur eine politische Agenda stecken. Täter und Opfer passen nicht in das ideologiegetränkte Erzählmuster. Sie stören.

Wer offen Debattiert wird gebranntmarkt

Fünf Monate nach dem Anschlag in Reading, am 4. Oktober 2020, griff Abdullah A.H. zwei Schwule mit einem Messer an. Einer starb bei dem Anschlag, sein Lebensgefährte überlebte schwer verletzt. Seit einigen Tagen muss sich der Täter am Landesgericht Dresden seiner Tat stellen. Möge das Urteil hart und gerecht sein. In diesem Fall die Berichterstattung gefühlt etwas präsenter, als bei dem Attentat in England. Mein Eindruck aber bleibt. Wann immer in den USA ein Schwarzer von einem Polizisten ermordet wird, ist die deutsche Presse vorne dabei, die Geschichte groß zu machen. Dabei ist es völlig nebensächlich, wie sich die Tat tatsächlich abgespielt hat. Und andere Themen, die sich vor der eigenen Haustüre abspielen, wie der Prozessbeginn gegen Abdullah, treten in den Hintergrund.

Verstehen Sie mich bitte richtig: Mir geht es nicht um ein Ranking von Opfern. Und ganz sicher geht es nicht um ein Platz im Herzen der Linksbewegten Kuschelmenschen, die mir, wenn es hart auf hart kommt, eh nicht helfen werden. Mir geht es um die Verhältnismäßigkeit von Straftaten und eine echte Debatte über Gewalt von Muslimen gegen Homosexuelle. Ohne Scheuklappen, ohne politische Korrektheit und ohne Angst zu haben, als Nazi tituliert zu werden. Denn im Moment des maximalen Brandmarken ist das Gespräch vorüber. Wer will schon Nazi sein und wer möchte mit Nazis reden?

Zur Wahrheit gehört: Wir haben in Deutschland kein Problem mit struktureller Gewalt von Polizisten an Schwarze. Auch wenn ich manche Anekdoten von Migranten durchaus Glauben schenke, wie sie von Beamten, beispielsweise bei Personenkontrollen behandelt werden, so ist der Vergleich in die Vereinigten Staaten nicht nur schief, er ist einfach falsch. Alleine aufgrund der ethnokulturellen Unterschiede beider Landstriche verbieten sich hier Parallelen. Wenn man über Rassismus reden möchte, dann doch bitte ohne Verweise auf das singuläre Ereignis um George Floyd. Ansonsten erschleicht sich der Verdacht, dass man Grausamkeiten aus der Fremde her nimmt, um die weniger problematische Situation vor Ort zu skandalisieren.

Ich beginne auch keine Debatte über Schwulenhass in Deutschland, indem ich auf Hinrichtungen im Iran hinweise. Natürlich verurteilt kein Amtsgericht hier zu Lande einen Schwulen aufgrund seiner sexuellen Ausrichtung. Ein Vergleich der Situation von Homosexuellen in islamischen Ländern halte ich für unlauter und wertet die Opfer ab. Das kann nicht der Weg in eine faire Debatte sein.

Das genehme Opfer bleibt schwarz

Was jedoch wahr ist: Einwanderer aus islamischen Ländern, die Flüchtlinge waren oder als solche ins Land kamen, verschärfen die Situation für Schwule im Land. Der Täter in Dresden kam im Oktober 2015, wenige Wochen nach Merkels Entscheidungen, an den deutschen Außengrenzen nicht mehr zu kontrollieren, ins Land. Laut dem Tagesspiegel gab er damals an, er sei 15 Jahre alt gewesen. Vermutlich – laut der Zeitung – war er jedoch bereits 17. Diese Unklarheit verzerrt den Prozess und erschwert, ein gerechtes Urteil zu fällen.

Der Punkt ist aber ein anderer. Diese Tat und viele andere auch, hätte ohne die Flüchtlingspolitik niemals stattgefunden. Dieser Prozess steht repräsentativ für das Versagen der Regenten von 2015 Formal sitzt auf der Anklagebank der Täter, der Thomas in Dresden abschlachtete. Eigentlich sollten dort die politischen Entscheidungsträger von damals sitzen. Angela Merkel, Horst Seehofer, Frank-Walter Steinmeier, Thomas de Maizière, Sigmar Gabriel und viele andere mehr.

Es ist genau das eingetreten, wovon vor sechs Jahren so viele gewarnt hatten. Die, die auf das „wir schaffen das“ von Angela Merkel gerne entgegnet hätten: „Können oder wollen wir das schaffen?“ Die vielen Opfer haben es offenkundig nicht geschafft. Und gefährdeten Gruppen fühlen sich nicht mehr so sicher, wie sie es in ihrer Heimat sicher fühlen sollten. Der Staat ist mit seiner enormen Abgabenlast in der Bringschuld, wenigstens für die körperliche Unversehrtheit zu sorgen, wenn sie nachts in dunkle Ecken biegen. Zumindest hätte dieser Staat nicht jeden Feind der westlichen Gesellschaft ein Angebot machen dürfen, nach Deutschland zu kommen. Denn das Gegenteil von offener Gesellschaft hört auf den Namen Willkommenskultur.

Zu meinem Bedauern hat sich in den 10 Monaten vom Anschlag in Reading bis jetzt, nichts getan. Eine echte Debatte fand nicht statt. Die einen haben Angst vor der Wahrheit, die anderen Bedenken, in die rechte Ecke geschoben zu werden. Am Ende ändert beides nichts. Die gleichen Mythen werden gepflegt, die selben krummen Vergleiche gezogen. Auch für den Mord an Thomas reicht die Empörung nicht, um die herrschende Politik zu hinterfragen.